Zunächst einmal dankeschön an Rabe74, und zwar an ihn als ersten, rein wegen der zeitlichen Abfolge. Auf die anderen beiden Beiträge gehe ich auch gerne ein, separat.
Rabe74 schrieb:
"Jetzt zur Mündung:
Ich habe im Bereich Langwaffe bisher sowohl im Schwarzpulverbereich als auch im Nitrobereich Waffen gehabt, die mit Senkungen von 30 bis hin zu 60° Winkel versehen waren. Aktuell habe ich hier z.B. grade ne Unterhammer auf dem Tisch liegen, die schießt auf 100 Meter eingespannt sprichwörtlich 5 Schuss in ein Loch mit 'nem 420 grain Geschoss und einem gedrückten Suhler Lauf und 45° Winkel an der Senkung. Auch ne Unterhammer Pistole von Kümmerle, gezogener Eichelberger Lauf, hat einen 45° Winkel und ist extrem genau auf die normalen 25 Meter - deutlich besser, als alles was mit Nitro in dem Kaliber auf die Entfernung machbar ist."
Ich nehme an, das bezieht sich auf den Winkel der Mündungsfläche ggü. der Laufachse? Da leuchtet es bei einem Vorderlader natürlich ladetechnisch leicht ein, dass diese deutlich angesenkt ist und wohl sein sollte (bzw. bei aufzusetzender falscher Mündung wäre die Senkung dann an der Stirnseite der falschen Mündung).
Bei Nitrowaffen habe ich so starke Anschrägungen dagegen kaum ja gesehen.
"Meiner Erfahrung nach also hat der Winkel der Krone nicht unbedingt etwas mit der Präzision zu tun. Ich denke, andere Parameter sind da deutlich wichtiger."
Diese Schlussfolgerung erscheint mir gut nachvollziehbar. HdR hat im Folgeposting ja die gleiche Aussage gemacht. Ein ideologisch gefärbter Streit um die "beste" Mündungsform erscheint mir da - ebenso wie Euch - wenig zielführend.
"Auch habe ich (am Beispiel einer Sako Varmint in 6PPC) keine Unterschied zwischen einer makellosen Senkung im Neuzustand der Waffe und einer Macke an der Mündung feststellen können. Die hat nach wie vor auf 300 Meter überragend getroffen. Ehrlich gesagt würde ich, sofern der Schaden nicht offensichtlich und stark auffällig ist, Präzisionsprobleme immer zuerst an anderer Stelle suchen als an der Ansenkung der Mündung."
Hm. Also da weiß ich nicht, ob ich Deiner Schlussfolgerung im letzten Satz folgen wollte. Ein Gegenbeispiel (die händisch eiernd nachgesenkte Freie Pistole) ist ja hier im Thread nach Dir von Strindberg zitiert worden.
Man darf auch nicht vergessen, dass derlei Mündungsbeschädigungen eher bei Gebrauchswaffen angetroffen werden, sei es als Vorweite (Ausscheuerung), sei es als Vermackung der Fase.
Es war ja früher auch durchaus übliche Praxis (nicht nur bei Regimentsbüchsenmachern), die Treffpunktlage (nicht die Präzision) von Kurzwaffen mit starrer Visierung durch einseitige Ansenkung zu korrigieren, zumal bei Revolvern. Und das funktionierte auch ganz gut.
Carcano