Beiträge von Carcano

    Magtech hat eine neue "hybride" Produktionsanlage in Betrieb genommen. Vermutlich sollen darauf sowohl Magtech- wie Sellier&Bellot-Kleinkaliberpatronen produziert werden.

    Aktuell werden sie über Frankonia mit Niedrigpreisen mengenrabattiert angeboten.

    Der gegenwärtige Marktpreis für eine Hämmerli International/208/215 ist hier unten (Südwestecke) zwischen 150 und 250 (selten einmal dreihundert) Euro. Bei eGun kann man billiger und teurer kaufen, je nach dem Glück der Auktion.

    Die Hämmerli 212 fällt relativ selten an, es sollen 1237 Waffen produziert worden sein. Aus Jägernachlässen kann man sie für 150 bis 280 abstauben, bei deutschen Auktionshäusen startet sie meist mit einem Aufruf von 250 oder 300 €, aber bei Händlern kann es schon sein, dass die erst einmal für 300-450 € VK ausgepreist wird, denn bekanntlich steht jeden Tag einer auf...

    Die FN-Browning 150 und die verschiedenen High Standards liegen ungefähr im gleichen Segment, was User Interface und Präzision betrifft, sind aber wesentlich billiger. Die will in DE praktisch niemand kaufen. Mehr als 50-100 Euro wären dafür illusorisch, außer es wäre ein glücklich vernarrter Sammler, der eine ganz bestimmte seltene Variante sucht. In den USA sind die Preise wesentlich höher. In der Schweiz tendenziell auch.


    Carcano

    Lichtpunkt bis zu einem Alter wie vom Gesetzgeber jetzt festgeschrieben ist für die Jugendarbeit unerlässlich.


    "Jugendarbeit" ist erst einmal eine Sache für Sozialpädagogen und hat mit schießsportlicher Nachwuchsgewinnung der Vereine wenig bis nichts zu tun.

    Jetzt lüg uns hier bitte keinen vor, was du in einem stillgelegten Moskauer UBahn-Schacht von einem arbeitslosen alten Trainer für ein Butterbrot auf dem Schwarzmarkt erstanden haben willst, damals in der schlechten alten Zeit. Die Olimp war immer schon teuer, und der Export war immer schon gering. Natürlich haben Spitzensportler in geringem Umfang an andere Spitzensportler ("illegal aber geduldet") Sachen tauschen können. Dabei handelte es sich aber - ein- und ausfuhrbedingt - immer nur um Klein- oder Kleinstmengen von Munition, um Ersatzteile etc.

    Federal hat eines des Produktionskonzepte der Olimp kopiert damals, das ist richtig, nämlich die berühmte konkave Bodendelle. Aber das ist auch das einzige, was du von dem Gerücht richtig aufgeschnappt hattest.

    Die russische Olimp gibt es immer noch; letzter Importeur war Holme. Wegen des Embargos und wegen der hohen russischen Preisvorstellungen kommt seit über einem Jahrzehnt nichts herein. Der von trigger genannte historische Preis ist vollkommen irreal, und war es auch damals. Selbst die Vostok Target war (schon in den 1980ern) deutlich teurer.

    1. Mal ganz ehrlich, erwartest du da wesentliche Veränderungen in der Spitze oder Probleme ?

    2. Woll'n wir doch mal ehrlich sein: In den letzten Jahren haben die Ergebnisse in der Breite an Qualität erheblich eingebüßt und wenn ich als Schütze im Pistolenbereich sehe mit welchen Ringzahlen man sich heute für eine LM qualifiziert, da wäre ich früher gerade zum Bezirk mit gekommen.

    3. Ähnlich bei der DM, deren Quali-Ergebnisse teilweise in der Höhe früherer LM-Quali-Zahlen liegen. Viele "dürfen" doch da nur hin, um ihr Startgeld zu bezahlen.

    4. Und DAS dürfte für die LV das viel größere Problem sein: Die wegfallenden Überschüsse au sen LM. Viele alternative Einnahmequellen gibt es ja neben dem Beitrag nicht. Noch ein Jahr wie dieses dürfte den einen oder anderen Verband sicher vor finazielle Probleme stellen.

    Danke erst einmal für deine Antwort, die auch interessante weitere Probleme anspricht. Ich habe Deinen obigen Text kurz untergliedert, mit neu eingeschobenen Ziffern, damit ich auf die verschiedenen einzelnen Aspekte besser und geordneter eingehen kann:

    1.a) An der Spitze – jedenfalls an der Spitze der deutschen Meisterschaften - erwarte ich mir eigentlich keine wesentlichen Veränderungen. Was ich für möglich halte, wäre, dass sich das Feld insgesamt noch weiter auseinanderzöge, auch verglichen mit den vorigen Jahren. Denn die Spitzenathleten, insbesondere die Kaderangehörigen, haben auch in der Coronazeit trainiert oder jedenfalls intensiv Trockentraining betrieben.

    Die überwiegende Zahl der Meisterschaftsteilnehmer bei den DM sind aber keine Spitzenathleten. Deren Leistung könnte durch die Corona-bedingten Trainingsunterbrechungen aktuell deutlich eingeschränkt sein, und man muss sehen, ob sie in der Breite bis zum Jahr 2021 wieder den früheren Leistungsstand erreicht haben könnten.


    1.b) Probleme bei den DM sähe ich eher im organisatorischen Bereich. Auch wenn voraussichtlich im Jahre 2021 mit deutlich weniger Teilnehmern als in den vergangenen Jahren zu rechnen sein dürfte (das ist jetzt natürlich eine zugegebenermaßen sehr unsichere Prognose bzw. Vermutung), ist es doch immer noch eine relativ große Anzahl von Schießenden auf dichtem Raum. Bei Wahrung eines coronabedingten Abstandes einerseits, und unter Berücksichtigung, dass viele der Ehrenamtlichen vielleicht diesmal nicht zur Verfügung stünden, kann ich mir durchaus erhebliche Umsetzungsschwierigkeiten vorstellen.

    1.c) Und damit komme ich zum denkbaren Problem. Wie du es weiter unten in deinem eigenen Text schon angesprochen hattest, sind zwar die DM des Deutschen Schützenbundes kein "Breitensportevent", wie es z.B. Deutsche Meisterschaften in dem einen oder anderen kleineren Verband seien mögen. Aber dennoch zeigen die Ergebnislisten, dass an den DM nicht nur die deutsche Spitze teilnimmt, sondern auch eine Vielzahl guter und engagierter Vereinsschützen.
    Wenn jetzt die Limits zu den DM wieder drastisch in die Höhe gingen (was ich nicht hoffe), dann wird dies sicherlich auf Unmut bei den potentiellen einzelnen Teilnehmern stoßen. Und ein wesentliches Zurückgehen der Startgelder bei insgesamt ähnlich hohen Kosten würde wiederum den Finanzen des DSB Schwierigkeiten bereiten.

    2. Das ist als Befund sicherlich nicht falsch, greift mir aber dennoch etwas zu kurz. Bin selbst Pistolenschütze, daher habe ich eine ähnliche Sicht.

    Insbesondere bei den „kleineren" Pistolendisziplinen geht das Limit deshalb deutlich nach unten, weil sein Zweck ja keine Aussiebung einer Elite ist, sondern vorrangig eine Limitierung der Teilnehmeranzahl im Hinblick auf beschränkte Zeit- und Standkapazitäten. Wenn es ohnehin schon gar nicht mehr viele Interessenten für eine bestimmte Disziplin gibt, dann braucht es natürlich kein großes Limit, so dass in der Ausschreibung entweder gar keines angegeben wird, oder einfach das Durchschnittslimit der letzten Jahr genommen wird, oder (und das nähme ich bei den modernen Wettkampfprogrammen an, ohne dass ich jemals selbst schon ein solches betrieben oder gefüttert hätte) das Programm rechnet von vornherein aus, dass alle oder eine bestimmte Anzahl von Meldungen zugelassen werden könnten, und er rechnet dann selbstständig aus den gemeldeten Vorergebnissen dieser angemeldeten Teilnehmer ein „Limit" aus. Das kann dann (z.B. bei 300 m Dreistellungskampf, oder bei OSP) in vielen Landesverbänden erstaunlich "niedrig" wirken.

    3. Das mag stimmen, ich habe die Ergebnisse so nicht im Kopf. Ich denke da aber weniger elitär als Du, scheint mir. Für viele Schützen und Schützinnen ist bereits die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften ein großes und schönes Erlebnis, und sie sind bereits darauf sehr stolz. Dieser Aspekt des breitensportlichen Antriebs und Ansporns (!) ist dabei durchaus wichtig.

    Natürlich will niemand bei den DM Leute haben, die kaum die Scheibe treffen. Aber so ist es ja auch nicht.

    Die jetzigen Qualifikationslimits zu den DM in denjenigen Disziplinen, die ich mir angeschaut hatte, sind so, dass sie insgesamt einer durchaus als „oberes Gut" einzustufenden Schießleistung entsprechen. Jeder oder jede, die dieses Limit schaffen, können in ihrem örtlichen Verein durchaus als sehr guter Schütze gelten, und dürften auch bei den Landesmeisterschaften meistens – natürlich sehr disziplinabhängig – unter den oberen 10 oder in sehr dicht besetzten Teilnehmerfeldern etwa im Luftdruckbereich unter den oberen 20 des Landes(verbands) liegen. Wenn der nicht gerade Hessen oder Bayern heißt. ;)

    4. Die Einnahmezahlen des DSB aus den DM habe ich nicht, Du hättest vielleicht Zugang. Oder Wilhelm? Wäre interessant ! M.E. werden die vielen Auflagedisziplinen mit zu nehmenden Teilnehmerzahlen bei wenig Aufwand auch weiterhin einen verlässlichen Geldstrom generieren. Muss man dann eben über eine Reihe von Tagen strecken.

    Beste Grüße,

    Carcano

    Eine Landesmeisterschaft soll dann regulär stattfinden, allerdings mit eingeschränktem Teilnehmerfeld, d.h. die Limits werden so gesetzt, dass eine Landesmeisterschaft in Präsenz zeitlich und nach den Corona-Bedingungen durchführbar ist.

    Genau diese Befürchtung hatte ich im Stillen. Wobei in diesen Worten kein Vorwurf gegen den Saarländischen Landesverband liegt. Die Verfügbarkeit von Helfern, Kampfrichtern etc. einerseits, und das ggf. bestehende Erfordernis erhöhten Abstandes andererseits, das sind beides durchaus relevante Kapazitätsfaktoren in einer Meisterschaft. Und Kapazitätsbeschränkungen sind der Hauptgrund für ein Teilnahmelimit.

    Carcano

    Ich vermute es sind die Meisterschaften von Verein bis Deutsche gemeint.

    Wenn ich die neue Ergänzung zur Sportordnung richtig gelesen habe, dann fällt zumindest die VM weg, zumindest als Quali für die nächst höhere Ebene


    Das empfinde ich auch als sehr erfreulich.
    Wenn ein Verein seine Vereinsmeisterschaften für so wichtig hält, dass er sie unbedingt durchführen will (das kann ja z.B. bei Traditionsvereinen der Fall sein), dann kann er das natürlich auch weiterhin so halten.

    Aber bei vielen Vereinen war es doch so, dass irgendwann im Winter halt pro forma noch Schüsse in Richtung Scheibe gejagt werden mussten (u.U. unter unzureichenden Lichtverhältnissen, und dazu auch noch volles Programm, nicht etwa Halbprogramm), damit man dann im Frühjahr Kreismeisterschaften schießen konnte. Man hört, dass in manchen Vereinen auch einfach das Vorjahresergebnis weiter gemeldet wurde. ;) Es kam ja ohnehin nicht darauf, da es bei den KM kein Qualifikationslimit gab.

    Zum Meisterschaftenaufbau 2021 im DSB: in einigen Landesschützenverbänden hat man ja eine Instanz inzwischen eingespart (so in Hessen und im SBSV). Das heißt, die erste Meisterschaft meldet dann gleich zu den Landesmeisterschaften durch. Das kann man bedauern oder gut finden, für beides gibt es Argumente.
    Jedenfalls gibt es zunehmend weniger Ehrenamtliche (Kampfrichter, Helfer), und diese wenigen werden auch immer älter. Da ist auch unter dem Gesichtspunkt "Schonung dieser Corona-Risikogruppe" ein OPTIONALES Überspringen von Instanzen durch Leistungsschützen durchaus denkbar, ggf. als reines Qualifikations-Vorschießen oder -Ersatzschießen. Wurde m.W. - ich lasse mich aber gern präzisieren oder korrigieren - von Bundeskaderschützen auch früher schon so gehandhabt.

    Carcano