Offenbar unterscheidet das Virus aber zwischen beruflichen (nicht so schlimm) und privaten Kontakten (ganz pöse)...
Nun ja. Das Virus mag nicht ganz so clever sein. Aber zumindest die Exekutive (als Verordnungsgeber und als Erlasser von Allgemeinverfügungen) unterscheidet zwischen
- Risiken, die letztlich hingenommen werden müssen, weil das betr. Handeln / Verhalten etc. von überragender wirtschaftlicher Bedeutung oder überragendem rechtlichen Rang ist, und zwischen
- Risiken, die vorübergehend und begrenzt nicht (mehr) hingenommen werden sollen.
Eine solche Unterscheidung ist ja auch grundsätzlich zulässig.
Was nicht geht, und deswegen auch meine zutreffende und präzise Geßlerhut-Metapher, oder das zwar rhetorisch überhöhte, aber im Aussagekern ganz einleuchtende Zitat von Daniel... was überhaupt NICHT geht, ist das willkürliche Verbieten bzw. Untersagen von risikoarmem oder sogar ganz risikolosem Verhalten, für das einige hier plädieren. Einfach nur, damit halt _irgendwas_ verboten wird.
Das ist in der Tat nicht nur eine Gesinnung von schier atemberaubender Niedertracht und sittlicher Verworfenheit (die hier einige an den Tag legen); es ist zudem auch eine äußerst gefährliche Haltung. Sie ist nicht deshalb gefährlich, weil sie u.U. Gefahrenträchtiges (noch) erlaubt und Unbedenkliches verbietet; sie ist vor allem deshalb gefährlich, weil sie eine verheerende Folge zeitigt.
Die Folge ist nämlich, dass Bürger dann Verordnungen und Anweisungen, die in vielen Punkten willkürlich, falsch und nur schikanös ohne Sinn sind, dann auch in SOLCHEN Punkten nicht (mehr) befolgen, wo sie sinnvoll, ja sogar nötig sind. Und diese Tendenz, die breitet sich jetzt aus, das sieht man ja am Zulauf dieser aluhutragenden und maskenverweigernden Querdenkerbewegung, und an wilden "Artikel-20-IV"-Parolen. Wenigstens einen davon hat das Karma jetzt immerhin schon erwischt.
Aber die gefährden ja nicht nur sich selbst, schön wär's, sondern sie gefährden über mehrere Ecken eine unbestimmbar große Vielzahl von Unschuldigen.
Und deshalb sind auch in ihrer Wortwahl so maßvoll formulierte Postings wie das von Schmidtchen, den ich bisher stets für einen anständigen und bedachtsamen Menschen zu halten Anlass gehabt habe, so ungemein gefährlich für Gesellschaft und Staat, und im Ergebnis so verhängnisvoll.
Carcano