Beiträge von Carcano

    Wie Erzwo schon schrieb, gibt der DSB den LV viel Freiraum für die Ermittlung/Nennung der Qualiergebnisse ( Qualifikation zu den deutschen Meisterschaften ). Problem ist aber, dass in vielen Bundesländern, so auch in NRW, die Kugelstände (incl. Druckluft) komplett zu sind.

    Das Problem lässt sich durchaus lösem. Man muss es aber lösen *wollen*. Einige Landesverbände im DSB engagieren sich (z.B. der NWDSB), andere drehen gelassen Däumchen; der DSB regt die LVs an, gibt aber keine Direktionen.

    Beim D_O_SB hingegen ist die Diagnose Vollversagen auf fast der ganzen Linie, und zwar seit März 2020. Solch eine feige Vollpfeife wie der Hörmann ist im Verbandswesen in DE selten. Echter Selbstmord des Sports, dieser Mann.

    An dieser Stelle muss ich dir leider ein wenig widersprechen. Zunächst einmal ist klarzustellen, dass die Trainer-C-Lizenz sich mittlerweile in 2 Teile aufgliedert, die Basis- und die Leistungslizenz.

    Die letzten Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte (ich habe Mitte der 80er Jahre meine Lizenz, damals noch Fachübungsleiter genannt, gemacht und auch da war das schon so) haben gezeigt, dass sehr viele Teilnehmer die Grundlizenz sehr stark eigenmotiviert (für eigene Zwecke) machen und später wonirgends mehr als Trainer auftauchen. Der eine oder andere mag im stillen Kämmerlein des Vereins als "Hinweisgeber" noch zur Verfügung stehen, in der Jugendarbeit als Trainer tauchen sie aber sehr oft nicht mehr auf. Insofern erscheint hier eine angepasste Gebühr an die Kosten durchaus angemessen, zumal oftmals auch noch andere Zuschussmöglichkeiten für den Einzelnen bestehen, falls man wirklich aktiv mitarbeitet. Beim Trainer-C-Leistung bestehen, zumindest bei Verbandsmitarbeit, auch Zuschussmöglichkeiten von dieser Seite.

    Zumindest eigentlich freue ich mich natürlich über diesen Widerspruch, gibt er doch die Chance, die Sache im Diskurs und auch im Austausch noch etwas weiter zu vertiefen.
    Ich hoffe, dass man als Ausgangspunkt von einem Wunsch oder einem Leitbild aus gemeinsam starten kann:

    Nämlich von der Überlegung ausgehend, dass an und für jeder Verein einen zumindest "kleinen" Instruktor (Vereinstrainer, Vereinsübungsleiter, Trainer-D, wie immer man ihn regional auch nennt) haben sollte, der Interessierte begrüßen kann, sie ins Schießen einführen kann, und auch aktiven Schützen jeenfalls bis zu einer gewissen Leistungsklasse mit Rat und Anleitung zur Seite stehen kann.

    Das ist eine Erwartung, die jeder Fußballverein und jeder Turnverein hegt (mit vollem Recht!), nur bei uns Schützen ist das bisher noch eher selten der Fall. Und das geht eigentlich gar nicht. Die FFTir hat das im übrigen wesentlich besser erkannt und umgesetzt als der DSB.

    Der Trainer-C (ganz GLEICH, ob Basis oder Leistung !) ist für diese Anforderung eigentlich, wenn wir ehrlich sind, bereits deutlich überkalibrig. Es ist gewiss schön, wenn ein Verein einen Trainer-C hat, und noch schöner und ja auch vom Konzept her wünschenswert (darauf komme ich gleich noch zurück), wenn dieser dann auch in gewissem Maße genau als ein solcher zur Verfügung stünde. Aber das kann für die große Mehrzahl unserer Vereine, zumal der Traditions- und Sozialvereine, nicht die Grundforderung sein; die steht einen Absatz höher umschrieben.

    Die meisten schießsportlichen Vereine, die ich kenne, mit Ausnahme reiner Geldmaschinen (die nennen sich dann "Shooting Club" oder "Lassen Sie's knallen", oder so ähnlich), kennen mit Selbstverständlichkeit Arbeits- und Vereinsdienste, welche die Mitglieder nach einem bestimmten Schlüssel zu erbringen haben. Genug zu tun ist immer, und meist bleibt dann immer noch ein erheblicher (zu hoher) Anteil an den immergleichen Ehren"AMT"lichen hängen, das ist bekannt.

    So. Wenn also ein Vereinsmitglied eine Trainerausbildung (gleich ob Trainer-D oder Trainer-C) durchlaufen hat, das wäre es doch eine pure Selbstverständlichkeit im Verein, wenn er in der Folge im Rahmen seiner ohnehin bestehenden satzungsmäßigen Mitarbeitsverpflichtungen (NB eine ganz typische Mitgliederpflicht auch in einer Menge anderer Vereine) dann eben eine bestimmte Anzahl von Trainer- oder Anleitungsstunden erbringt - dazu gehört auch das betreute Schießen für Newbies, interessierte Gäste, ebenso wie die Anleitung von Neumitgliedern. Das kann und sollte aber jeder Verein selbst regeln und ggf. einfordern; es ist NICHT die Aufgabe des Verbandes, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Nur hierin liegt mein Gegen-Widerspruch zu Deinem obigen Einwand.

    Nur am Rande: die Hauptaufgabe des Trainers ist heute keineswegs allein oder ganz vorrangig die "Jugendarbeit"; wer immer noch so denkt, verwechselt den Schießsport mit anderen Sportarten. Was nicht heißt, dass wir nicht auch hier im Forum Trainer hätten, die hervorragende und engagierte Jugendarbeit leisten und geichzeitig auch den (zumindest anscheinend ;-)) Erwachsenen zur Verfügung stehen. Lanfear und Califax würde ich hier nennen.

    Letztens: die bescheuerte DSB-Ausbildungstrennung zwischen "Schießsportleiter" und "Trainer" habe ich noch nie eingesehen. Sie ist in der Praxis Quatsch.

    Insgesamt handelt es sich beim Mitgliedsbeitrag, wie von Carcano zutreffend gesagt, um einen Solidarbeitrag, den ALLE zu zahlen haben, unabhängig davon, wie intensiv sie die Verbandsangebote nutzen oder auch nicht.

    Gleichwohl muss man aber ggf. im Auge behalten, dass diejenigen, die diese Angebote weniger nutzen, mit steigenden Beiträgen natürlich unzufriedener werden. Das Problem kennt jeder Verein. Da der RSB einen relativ hohen Anteil an Traditionsschützen hat, die bei weitem nicht alle Angebote nutzen, kann man natürlich versuchen, an der einen oder anderen "Gebührenschraube" zu drehen, die mehr auf die aktiven Sportschützen denn die passiveren Traditionsschützen abzielt. Damit verhindert man ggf. ein Abwandern der Traditionsschützen in alternative (Traditions-)Verbände, die es gerade in NRW ja gibt.

    Die Westfalen z.B. haben einen unterschiedlichen Beitrag für "aktive Schützen" und "passive Schützen", was aber an vielen Stellen auch wieder Möglichkeiten zur "unehrlichen Meldung" bietet, die man kaum in der Griff bekommt.

    Insofern hat man immer wieder die Schwierigkeit, auf einen angemessenen Beitrag (für alle) zu kommen.


    Ja. Also erst einmal dankeschön, dass Du das so eingehend erläuternd hast, mit einem realistisch-kritischen Blick auf und in die Verbandspraxis. Ich bin zwar aufgewachsen in einer Gegend (Weserbergland), wo der Schießsport ein mehr lästiges Anhängsel für die Fülle der "Schützenvereine" war und tlw. noch ist, aber mich hat immer nur die erste Option interessiert und nie die zweite, daher gerät mir jene Gruppe manchmal etwas aus dem Blick.

    Die von Dir gesehene Möglichkeit, Option oder Gefahr, dass unzufriedene Traditions- und Schützenrockträgervereine bei Euch dann eben zu den Historischen oder zum Kyffhäuser abwandern, mag schon realistisch sein. Auch diese beiden bieten ihren Mitgliedern ja eine Möglichkeit zum Bedürfnisfortbestand, diesen denkbaren Hebel für "Bleibeverhandungen" habt Ihr also nicht. Wie häufig oder wie selten sind denn bisher solche Austritte REAL gewesen? Das dürften dann doch eh' oft schon überalterte Cliquen sein?

    Letztlich: es ist zutreffend, dass so manche (und nicht geringe) Verbandsaufgaben vor allem den sportlich aktiven Mitgliedern der Verbände zugute kommen. Das betrifft vor allem Dinge wie Landesleistungszentren, Vollzeit- und Honorartrainer, Ausgaben für Wettkämpfe und Meisterschaften (diese werden ja nur zum Teil durch Startgelder abgedeckt), Bedürfnisbescheinigungen (kostet in den meisten Verbandsgeschäftsstelle mindestens 1/2 wenn nicht 1 volle Arbeitsstelle) , sportpolitische und waffenrechtliche Arbeit etc. Ich denke und empfinde hier aber tatsächlich, worauf Du ja Bezug genommen hast, in Begriffen einer "Solidargemeinschaft unter Schützen".

    Vielleicht ist das auch durch meinen persönlichen schießsportlichen Werdegang geprägt. Mein erster Verein, dem ich bis zum Studium angehörte, und in dem ich als Schüler engagiert bis zur LM geschossen habe (LP und SpoPi .22), war ein klassischer Traditionsverein aus den 1860er Jahren, dem auch die Kleinstadthonoratioren angehört. Er "leistete" sich aber eine damals sehr aktive und auch sehr erfolgreiche Pistolenabteilung (einschließlich GK und Vorderlader), die auch DM-Medaillen einbrachte, und war mächtig stolz darauf. Umgekehrt respektierten wir die "Bierschützen" in ihren Uniformen (keiner von uns hatte die natürlich) und waren ihnen dankbar. Das finde ich auch heute noch einen gut gangbaren Weg.

    Beste Grüße,

    Carcano

    Man kann (muss nicht, aber kann) zwei große Gruppen unterscheiden:

    1. Das eine sind Beiträge für generelle Verbandszugehörigkeit (sei es des Vereins, sei es des oder der einzelnen Schütz*In).

    Die sind meistens (viel) zu niedrig kalkuliert und zudem gibt es auch immer noch Vereine, die - ja nach Landesverband - zu tricksen versuchen, etwa nach dem Motto: "ach, wir melden mal nur die Aktiven..." Das geht aber nicht, in einer Solidargemeinschaft.

    Diese Beiträge sind es, die den Kohl vor allem fett oder mager machen, und an dieser Schraube muss vorrangig gedreht werden.

    2. Gebühren für konkrete "Leistungen". Da sind manche Gebühren traditionell zu niedrig, andere sind überhöht oder ungerecht. Manche Startgelder in manchen Verbänden sind z.B. sehr gering, eigentlich zu gering; umgekehrt sind etwa die Gebühren des Hessischen Verbandes für waffenrechtliche Bedürfnisbestätigungen völlig überhöht und eine Frechheit. Generell kommen solche Gebühren oft nicht gut an und werden an der Basis als "Abzockerei" aufgenommen und emotional negativ quittiert. Etwa die Trainer-C-Ausbildung erfolgt ja grundsätzlich im Dienst des Verbandes und zu dessen Vorteil. Dafür auch noch viel Geld bezahlen zu sollen wäre schon ziemlich Tom-Sawyerisch.

    3. Der Punkt "Mitarbeit im Verband" ist hier im Forum schon oft behandelt worden, und ziemlich vertieft auch von mir. Die Schützenverbände kleben ganz überwiegend noch an einem völlig überholten und in keiner Weise mehr zeitgerechten Ehren"AMTS"konzept. Keine Wunder, dass viele solcher "Ämter" inzwischen (Beispiel: "Bezirksdamenleiterin") zunehmend nicht mehr besetzt werden können. Wer will sich denn _so_ etwas antun? Und die Verbliebenen werden mehr und mehr überlastet.

    Umgekehrt sind Leute durchaus - und zwar heute mehr denn je, Stichwort "volunteerism" - bereit, sich stundenweise mit Fachkompetenz, Arbeit, Engagement einzubringen. Das schnallen die Verbände aber ihrerseits nicht, können nicht reagieren, und machen leider die Augen zu und jammern.

    Carcano

    Auch wenn ich Gefahr laufe mich ständig zu wiederholen: die Grünen spielen wenigstens mit offenen Karten! Sie mögen uns einfach aus bestimmten Gründen nicht. Punkt aus Ende.

    Viel schlimmer sind die U-Boote der sogenannten Volksparteien.

    Hier hat "JR" in der Tat völlig recht. Mit einer Irene Mihalic (Grüne) lässt sich offen und sachlich reden. Sie kennt Waffen, hat sie selbst geführt, und sie weiß, dass unser aktuellen Waffenrecht praktisch nicht viel taugt. Sie hat vom Ist-Zustand auch sehr viel mehr Ahnung als der unsägliche Vertreter der GdP.

    Die wirkliche Gefahr geht aus von Gestalten wie Marc Henrichmann (CDU), der leider Gottes als Bundestagsneuling gleich Berichterstatter für die WaffG-2020-Novelle geworden war. Null Ahnung, null Übersicht, sehr großer Mund, und profund unehrlich. Die Verschärfungen in allerletzter (!) Minute sind allein ihm zu verdanken, und das wissen ALLE damals teilnehmenden Verbände. Alle. Er hat versucht darüber zu lügen, dass hat ihm aber keiner von denen abgenommen, die damals in den Verhandlungen dabei waren. Doch das ist typischer CDSU(/CSU)-Stil. :-/

    Die Grünen dagegen sind erstens ehrlich und zweitens berechenbar. Die (zugegebenermaßen punktuellen und wenigen) waffenrechtlichen Verbesserungen in Baden-Württemberg habe ich und haben wir MIT den Grünen und nicht gegen sie durchgesetzt. Blockiert und behindert hat das allein der (CDU-nahe) Landesjagdverband. Das war aber auch nicht anders zu erwarten.

    Carcano

    Völlig losgelöst von dem einen Beispiel des RSB (dessen Finanzsituation ich auch nicht kommentieren kann) wundere ich mich immer über die Zickigkeit von Schützen und Schützinnen, die ohne zu zögern vierstellige Beträge für ihre Knarren investieren (was ja völlig in Ordnung ist), wenn es dann anderseits um geringe und geringste Beitragserhöhungen von Verbandsbeiträgen geht, und zwar meistens noch im EINSTELLIGEN (!!) Euro-Bereich.

    Das gilt nicht nur im Inneren einzelner Landesverbände, sondern auch und vor allem im Verhältnis von Landesverbänden zu DSB, das ist eine Katastrophe.

    Leute, gute Verbandsarbeit kostet Geld. Die gleichen, die über mangelnde Öffentlichkeitsarbeit, fehlende Unterstützung, schwache politische Präsenz und schleppende Bearbeitung ihrer "Bedürfnisanträge" klagen, jammern dann um ein paar Euro, die wirklich lange überfällig wäre. Trainer kosten Geld. Ein Landesleistungszentrum kostet Geld. Große zentrale Schießstände kosten Geld und sollten (!) eigentlich von Verbänden finanziert werden und nicht von einzelnen Vereinen. Siehe den Begriff der "Landeshauptschießstände" in Österreich. Der hat zwar andere, im Ursprung militärische Wurzeln (Landlibell usw.), ist aber dennoch auch heute noch sinnvoll.

    Carcano

    Ach, nun ja, die (sogenannten) Landesverbände im Deutschen Schützenbund - selbst diejenigen, die kein Land sind, sondern allenfalls eine schon 1945 untergegangene preußische Provinz, die ihrerseits nur zusammengewürfeltes postnapoleonisches Raubgut war - haben halt alle ihren verschiedenen Stil und ihre verschiedene Soziographie.

    Einige sind stark leistungssportlich orientiert (Hessen und Bayern), andere haben einen starken Traditionsanteil, wo ein einmaliges "Monatsabschießen" mit 5 Schuss stehend aufgelegt schon fast Ausweis besonderen Athletentums ist (NSSV, NWDSB, partiell WSB), andere sind mehr volkssportlich orientiert und offen (neue Bundesländer). Manche sind kraftvoll und reich, andere sind eher ein Pflegefall.

    Ich bin mit meinem Verband (SBSV) insgesamt sehr zufrieden.

    Carcano

    Was der SG Büdingen vor fast 2 Monaten widerfahren ist (am 29. Januar, vorhersehbares Hochwasser des Seemenbachs, der direkt an Schützenhaus und Anlage vorbeifließt), ist überaus anschaulich und gleichzeitig erschreckend. Die Büdinger sind fleißig dabei, die enormen Hochwasserschäden zu stemmen, können aber aber nicht allein aus eigener Kraft, deshalb auch die jetzige Tombola:
    --> Link zur Tombola

    Für uns alle sollte das aber ein Anlass auch zum eigenen Nachdenken sein. Hochwasserschadensereignisse nehmen aufgrund des Klimawandels überall zu, und die Schäden werden gleichzeitig wesentlich gravierender. Was früher noch als "Jahrhunderthochwasser" galt, ist nunmehr erwarteter Zehnjahreshöchststand.

    Nicht wenige Schießanlagen sind potentiell betroffen. In den meisten Fällen ist es mit Rückhaltebecken nicht getan, sondern örtlicher Objektschutz ist zusätzlich erforderlich. In dem Büdinger Fall war der auch schon gesehen und von Wasserzweckverband geplant worden, aber eben noch nicht umgesetzt. https://www.wasserverband-nidda.eu/hochwasserschutz.html

    Schaut Euch einmal Eure Schießanlagen kritisch daraufhin an, prüft das Bestehen einer Elementarschadensversicherung, die Anlagensicherheit und die Schadenswahrscheinlichkeit. Server, E-Anlagen und besonders Verletzliches werden bei solchen geographischen Belegenheiten zukünftig wohl von vornherein hochzulegen sein. Parallel dazu werden Verbauungen erforderlich werden (Wälle, Dämme, Mauern). :/

    Carcano

    Es ist richtig, dass die Grünen, anders als die anderen Parteien, ihre innerparteilichen Antrags- und Beteiligungsverfahren (das sind zwei verschiedene Prozesse !) zu einer ziemlich byzantinischen Bürokratie ausgestaltet haben. Der Zweck dieser Bürokratisierung ist es, einerseits das Postulat der Basisbeteiligung und Basisnähe weiterhin zu verteidigen, andererseits aber den realen Machtverhältnissen genügend Rechnung zu tragen. Diese Doppelung ist bei den Grünen wesentlich transparenter als bei den anderen Parteien: das darf man ruhig eingestehen, auch wenn man sie nicht mag.

    Deine Schlussfrage, Karl, habe ich nicht übersehen. Sie ist ja die zentrale. Wer Einflussnahmeoptionen nutzen will, muss dasselbe tun wie in anderen Parteien auch: mit den richtigen Worten auf die richtigen Mitentscheidungsträger und Transporteure einwirken. Es bringt aber wenig bis nichts, dem örtlichen Bundestags-Wahlkreisabgeordneten eine Email zu schreiben. Sie oder er wird die zur Kenntnis nehmen und vermutlich an den zuständigen Bundesarbeitskreis der grünen Bundestagsfraktion (wenn sie clever ist - hier ist das der AK 3, zuständig sowohl für Innere Sicherheit wie für Sport) oder an die Bundesarbeitsgemeinschaft [BAG] (wenn er nicht clever ist) weiterleiten. Dort versickert das dann meistens, wenn nicht...

    Und auf das "wenn nicht" kommt es nun entscheidend an. Und vielleicht kann ich dazu auch noch ein paar Gedanken beisteuern.

    Das stand auch schon im Grundsatzprogramm

    (...)

    Wer soll das dann machen, die Experten für Öffentlichkeitsarbeit

    Dann darf ich zu den beiden von mir oben zitierten und durch Auslassungspunkten getrennten Aussagen Karls meinerseits jeweils ein Zitat anbringen:

    1. "Nach dem Programm ist vor dem Programm: Direkt nach unserer digitalen BDK im November haben sich der Bundesvorstand und eine kleine Schreibgruppe auf Grundlage unseres neuen Grundsatzprogramms an die Arbeit gemacht für einen ersten Arbeitsentwurf des Programms zur Bundestagswahl 2021."

    2. "Nach Rückkopplung mit den BAGen, dem Parteirat und den Landesvorsitzenden im Frühjahr 2021 wird der Bundesvorstand den Antrag zur BDK beschließen und diesen am 19. März 2021 vorstellen. Die Parteimitglieder können dann bis zum 30. April 2021 Änderungsanträge zum Vorschlag des Bundesvorstands stellen. Wir beschließen das Programm zur Bundestagswahl 2021 gemeinsam auf unserem Parteitag vom 11. bis 13. Juni."

    bzw:

    "Der Programmentwurf wird auf dem Parteitag vom 11. bis 13. Juni von den grünen Delegierten diskutiert und final beschlossen. Vorher können alle grünen Mitglieder bis zum 30. April Änderungsanträge über Antragsgrün stellen. Am 23. März ab 18:30 Uhr diskutieren die Bundesvorsitzende Annalena Baerbock und der Politische Bundesgeschäftsführer Michael Kellner den Entwurf in einem Webinar."

    Quelle für beides: https://www.gruene.de/artikel/wahlprogrammprozess

    Es geht hier nicht um Trolle. Richtig an den obigen Posting ist, dass der gegenwärtige, erst vor wenigen Tagen vorgestellte ENTWURF eines grünen Bundestagswahlkampfprogramms 2021 einen solchen Passus enthält, und dass es möglich ist, den jetzt noch (über Antragsgrün) zu beeinflussen und abzuändern.
    Dazu muss man die Möglichkeit aber auch nutzen.

    Carcano

    Carcano, jetzt biste etwas falsch abgebogen.

    Nein. Vielmehr habe ich dich - mit entsprechendem Signal und Winkerkelle - auf den Weg der Realität (das ist die da draußen) zurückgebracht. Weil die Realität mein Job ist.

    Nichteignungsfälle habe ich genügend. Gottlob nicht so arg viele, aber genug. Gerade heute wieder. Möglicherweise hat der gute Mann inzwischen einen Sparren locker (er *war* mal Verkehrspilot), möglicherweise auch nicht. Das wird nun letztlich eine Begutachtung explorieren müssen. Am besten nicht beim TÜV. ;)

    Carcano

    The Plinker sieht das Problem dem Grunde nach, drückt es aber ganz falsch aus.
    Das Risiko ist NICHT - und war es nie -, dass manifest Verrückte sich kurzfristig erfolgreich verstellen, den zum Zweispitz gefalteten Papierhut und die Kindertrompete weglegen, die Hand aus der eingeschobenen Napoleon-Haltung herausnehmen, und danach strahlend mit WBK und MEW aus der Behörde abziehen, um alsbald Amok zu laufen.

    Das Problem ist, dass Menschen sich ändern, und das legale Waffenbesitzer (oft allmählich und schleichend, selten aber auch mal unvorhergesehen und schubweise) abdrehen, beim Zusammenbruch lebensweltlich fest geglaubter Frames plötzlich dekompensieren (die Bundespolizeibeamtin, die sich und ihre beiden Töchter in Bayern erschoss), oder dement werden. Das kann man durch eine Verschärfung anfänglicher Überprüfung (etwa nach österreichischem Muster) nicht verhindern. Insoweit wäre das nur symbolische Gutfühl-Gesetzgebung, die weit mehr belastet als sie nützen kann.

    Also die Postings von Isignix und CoolMint kann ich noch nicht so ganz nachvollziehen. Die Mängelfolgeansprüche (früher: Gewährleistungsansprüche) des Kaufrechts sind doch klar.

    Wer sich ewig hinhalten oder verarschen lässt (bzw. beides) muss wissen, was er tut. :-/