Beiträge von Carcano

    Nachdem TE nicht umbauen will gehe ich von einer Erlaubnis für Zimmerstutzen aus.

    Die existiert nicht.

    Und natürlich kann man alles Mögliches und Wildes anstelle, wenn keiner Zeuge ist. Einschließlich 6mm Flobert und sogar .22 lang "Z" (bitte Ausbeulhammer mitnehmen).

    Aber das meine ich nicht. Übrigens ist gerade das eine Frge, die ich in der Suhler Prüfungskommission auch den Kandidaten für die Anerkennung als Schießsachverständige stellen würde. Und dann sollten die Aspiranten besser nicht falsch antworten.

    Carcano

    Du hast ja völlig recht, Schmidtchen. Aber Du warst doch sicher auch schon in München (Olympia-Schießanlage) in der "Waffenkammer" (ja, ich spreche aus eigenem Erleben)?
    Die Waffen sind da ganz objektiv unsicherer aufbewahrt als im abgeschlossenen Kofferraum. Trotzem kann Dir dann niemand einen Vorwurf machen, wenn eine wegkommt.

    Es kann manchmal schon richtig sein, einer verfehlten Idee frühzeitig die vernebelte Luft herauszulassen, liebes Schmidtchen. Hätte man das damals mit diesen so voll in die Hose gegangenen "Ziel im Visier"-Projekt frühzeitig getan, hätten sich alle Beteiligten viel Frust und viel, VIEL verschwendete Energie und Arbeitszeit ersparen können. So war das Ergebnis nur enorme Mühe und erfiolgloser Ärger, ohne Nutzen.
    Das gleiche passiert jetzt wieder mit der (ebenfalls schon im Ausgangspunkt verfehlten) sogenannten Abeitsgruppe Ehrenamt mit viel Tam-Tam -- und erneut mit von vornherein grundfalschem Start. Natürlich kann und wird daraus nichts werden.

    Wissenschaftlich allerdings ist das von mir hier weitergedachte Projekt in der Tat von hoher Dignität, ganz egal in welchen Sportarten man es durchzieht. Und manchmal sind Verbandshauptamtliche ja durchaus auch an Erkenntnisgewinn interessiert.

    Carcano

    Es ist moralisch relativ schnorch, ob die Pistole eine kaiserliche Marine-04 ist, eine DWM von 1918, eine Zwischenkriegsfertigung, oder eine der letzten späten und teuren Krieghoff-08 im WK II (pöhse, weil Göring und so...).
    Mal ganz abgesehen, dass 08 als Armeepistolen im Zweiten Weltkrieg auch in den Niederlanden (Ostindien), in der Schweiz (als 06 bzw. 06/29), in Finnland geführt wurden.

    Das interessiert tatsächlich nur wenige, weil es wie Carcano schon öfters geschrieben hat schlichtweg falsch ist.

    Dass hier im Ballungsgebiet Schüler und Jugendliche häufig jedes Jahr eine andere Sportart betreiben ist nichts wirklich neues, warum sie dann ausgerechnet beim Schießen dabeibleiben sollen muss man auch verstehen wollen.

    1. Ja, was ich nicht für richtig halte, ist Grumpys Schlussfolgerung.
    Viele Kinder und Jugendliche sieht nett aus und erfreut des Vereinsmitglieds Herz. Aber ist ist eben meist kein bleibender Nachwuchs, die Verweil- und Durchlaufzeit liegt meiner Schätzung nach bei 3 bis 5 Jahren. Daan muss nichts Falsches sein, man darf sich nur nicht in die Tasche lügen. Auch im Leistungssport brechen die jung Anfangenden sowieso fast alle weg, das belegt jeder Blick auf die Wettkampflisten. Was man tun sollte, um die Vereinsbindung zu stärken, hat Califax bereits geschrieben:
    Unbedingt Sachkundekurs so früh als möglich (aus mehreren Gründe - muss man die wirklich alle aufzählen?) und dann die erste eigene WBK schon mit 17 vorbereiten, damit sie mit 18 auch pünktlich zum Geburtstag erteilt wird.

    2. Ich stimme hingegen ganz überein mit Grumpys berechtigter Kritik an dem zu hohen rechtlichen Einstieg (12 mit Druckluft, 14 mit KK und Flinte, 18 mit GK). Das ist unangemessen spät, bringt keinerlei Sicherheitsgewinn und ist anderswo, etwa in Frankreich, besser gelöst. In der Schweiz sowieso.

    3. Ein ganz erhebliches Problem für alle Vereine, nicht nur im Sport und Schießsport, ist dagegen die (letztlich menschen- und familienverachtende und totalitäre !) Tendenz zur Ganztagsschule. :thumbdown: Aber da zuckt der DOSB nur hilflos die Achseln.

    Carcano

    Die Vereine zu öffnen und zu warten das jemand kommt, ist verschwendete Zeit, wenn nicht genug Werbung gemacht wird.

    Weißt, Frank, Du hast damit ja ganz Recht. Und genau das hatte auch der DSB vor ein paar Jahren erkannt. Und hat gehandelt. Hat eine große Kampagne zu starten versucht; mit viel ehrlichem Engagement und Manpower.

    Leider hat er sie von Anfang an falsch begonnen, und blieb unbelehrbar. Von Anfang an aufs falsche Gleis gesetzt.

    Und "Ziel im Visier" wurde die wohl größte Pleite (im Sinne von Misslingen, in den Sand setzen - nicht im Sinne von Geld) der deutschen Sportgeschichte, die ich kenne.

    Carcano

    In der Haut der Verantwortlichen die dann entscheiden müssen ob oder ggfs. wann das 16. 17..... Mitglied dem Verband gemeldet werden muss möchte ich dann nicht stecken.

    Notwendig wären Beitragsanpassungen schon lange und das nicht nur bei den Schützen, nur muss man aber auch fragen ob da der jetzige Zeitpunkt dafür der richtige ist.

    Zu 1: Danke für die taktvolle Art, in der Du mich auf einen Denk- und daraus folgend Formulierungsfehler meinerseits aufgemerksam gemacht hast. Grob und direkt wäre ebenso valide, aber trotzdem danke.

    Tatsächlich wäre es wesentlich besser und gerechter, die Skala gleitend, also INKREMENTELL zu gestalten. Dann verschwindet auch das von Dir ganz richtig erspähte Problem meiner Formulierung.
    Also: für die Mitglieder 1-15 erhebt der Verband einen Beitrag von sagen wir 12 Euro, für die Mitglieder 16 bis 75 dann 10 Euro, für die Mitglieder 76 bis 250 dann 8 Euro, für die Mitglieder 251 aufwärts dann 6 Euro. Oder so.
    Der Verein summiert alles und verteilt es gleichmäßig auf alle Schützen (ist notwendig), jeder Einzelne zahlt am Ende also gleich viel.

    So ist es wesentlich gerechter als jetzt.

    Zu 2: gilt für viele Sportvereine und Verbände. Wir haben es so gemacht, dass der Beschluss über unsere an sich schon zu Ende 2022 anstehende Bundesverbandsbeitragserhöhung um 5 Euro (Landesebene haben wir nicht) nun auf 2024 verschoben wird, wenn der Winter vorbei ist.
    Ist psychologisch schonender. Und die Delegierten waren erleichtert.


    Carcano

    Wenn man was findet sollte man vor allem schnell die Hände in die Hosentasche stecken erst mal in Ruhe nachdenken und es nicht leichtfertig in Besitz nehmen. Sonst hat man unter Umständen schon den ersten Verstoß gegen das Waffengesetz an der Backe. Wenn sich dann, z.B. nach einem Todesfall im Nachlass Unterlagen zu der Waffe finden lassen und es eine legale Herkunft gibt, gibt es auch Wege sie in der Folge legal in Besitz zu nehmen. Aber damit habe ich mich auch noch nicht ausreichend beschäftigt. Mein Tipp: Einfach keine Waffen "finden"!

    1. In Besitz nehmen ist nicht das Problem. Die Inbesitznahme anderen voreilig mitzuteilen, oder sie anderweitig entdecken zu lassen (beliebtester Fehler: Unerlaubtes oder Unlizensiertes wird zusammen mit legalen Sachen "sicher verwahrt"), das (allein) ist das Problem.

    2. Ob eine Waffe "legal" gewesen war oder nicht, spielt keine Rolle für die Erwerbsmöglichkeit als solche, sondern allein für die Frage einer bedürfnisfreien Erben-Waffenbesitzkarte.

    3. Waffen zu finden ist okay. Manchmal sogar der einzige Weg, weil eine Legalisierung vorher "schwarzen" Altbesitzes durch ehrliche reuige Anmeldung ja seit 1990 von Seiten des bornierten Gesetzgebers nicht mehr angesagt ist. Obwohl sie sehr sinnvoll wäre.
    Was nötig ist, ist sich vor dem "Finden" sehr gut beraten zu lassen. Häufig geht das sogar innerhalb der bescheidenen RVG-Erstberatungsgebühr.

    Das - und nichts Anderes - ist der richtige Tip.

    Carcano


    Zitat von Grumpy:
    "Was mich interessieren würde ist, wie viel % der Mitglieder sind denn Kaderschützen und erhalten die entsprechende Förderung des Verbandes auf Bundesligaebene, wie auch Olympia und Weltklasse, und wie viele sind im einfachen Breitensport unterwegs?"

    Da kann Dir bei den DSB angehörenden Vereinen Google helfen.

    Ja, und sogar sehr schnell. Der Deutsche Schützenbund schreibt auf seiner Website:

    "Knapp 150 Kaderplätze hat der DSB für die olympischen Bogen- und Schießsport-Disziplinen zur Verfügung. Es gibt Olympiakader, Perspektivkader und Nachwuchskader,"

    Wer genau liest, zuckt möglicherweise ganz leicht zusammen, weil ihm/ihr eine minimal schräge Formulierung auffällt: "hat... zur Verfügung". Und nicht etwa: "stellt zur Verfügung".

    Diese Formulierung ist völlig richtig, und hier liegt schon das erste gravierende Problem, auf das Lanfear unlängst hinwies:
    die völlige Abhängigkeit und Botmäßigkeit des DSB gegenüber der fütternden Hand des gnädigen oder ungnädigen Bundesinnenministeriums. Und damit einhergehend das demütig-unterwürfige sich-häuslich-Einrichten in solcher Rolle. So wie auch jedes Zootier sich häuslich in seinem Gehege einrichtet. Das Zootier muss freilich. Der DSB müsste nicht.
    Aber eigene, selbst generierte und selbst verwaltete Kadermittel scheint es gar nicht zu geben ?!

    Beim DSB sind es also (bei 1,35 Mio nominellen, doppelt gestuft mittelbaren einzelnen Mitgliedern) etwa über 0,001 %.

    In der kleinen DSU (Deutsche Schießsport Union e.V.) mit ggw. um die 18.500 Mitgliedern (einschließlich ein paar Familienmitglieder) gibt es scheinbar wesentlich mehr "Kader". Meiner Schätzung nach im Verhältnis tausend mal so viele oder mehr. :amused: Also über 1 % der Mitglieder, möglicherweise 2 %.
    Aber natürlich sind der Status und die Leistungsanforderungen gar nicht vergleichbar. Was bei uns ein B-Kader wäre, ist nach DSB-Anforderungen in etwa ein guter (aber noch nicht sehr guter) Vereinsschütze; und ein A-Kader entspricht in der DSU etwa einem Schützen auf Landesebene, ohne dabei aber Landesmeister sein zu müssen.
    Im übrigen sind es bei uns auch (deutlich) zu wenige SchützInnen, die sich als Kader qualifizieren, obwohl die Anforderungen nun wirklich nicht schwer sind. Da ist noch erheblich Luft nach oben.

    Grumpy und andere: wie steht es denn beim BDMP und BDS?

    Gruß,
    Carcano

    Aber ein Sport, der mit dem Rücken an der Wand steht, wo alleine rein aus politischen Gründen der jugendliche Nachwuchs immer weniger wird, sollte alles dafür tun, den Schießsport im Breitensport deutlich mehr zu pushen, als den eher kleinen Kadersport

    Califax hat doch in einem schönen detaillierten Beitrag gezeigt, wie das geht.
    Und Lanfear tut das denke ich auch, der bespielt nicht nur internationale Events. Selber schießt oder schoss er sogar .44 Magnum im DSB, wenn ich das recht erinnere?

    Zitat von @Wilhelm

    "(...) Es wäre schon der Hammer und absolute Knaller, wenn es nur einen einzigen Landesverband oder den DSB selbst geben würde, ökonomische Transparenz und eigene externe Bewertungen zu erhalten. Carcano hast Du geträumt, objektive Leistungskontrollen der Verbände anzuregen (...) ?"

    So muss man das wohl sehen. Problem wird nicht das Verhältnis der Personal-/Sachkosten pro Mitglied sein (was @Perfecte10 angeregt hatte), sondern diese Summe dann ins Verhältnis zur Leistung zu setzen, die ja selten nur monetär ist (wie du ja schreibst: "Was leistet ein Landesverband einer Fachsportart (bei uns Sportschießen) für seine Mitglieder"). Und da ist dann immer die Frage, welche Leistung wem wieviel Wert ist. Da sind ne Menge Glaskugeln im Spiel, die man kaum objektiv ausgewertet bekommt. Das wird eher ne Master- oder Doktorarbeit. ;) :D

    Du wagst es, konstruktiv in eine Sachdiskussion einzusteigen und gar noch eigene Überlegungen zu offerieren?! :/ :clapping: Hast Ja Mut. Dann wundere Dich mal nicht, wenn Du's genau so zurückbekommst. :dreaming:

    Also: erstens hast Du wohl recht, was den von mir etwas locker unterschätzten Aufwand an Nachdenken und Methodik für eine solche akademische oder semiakademische Arbeit angeht - das wäre selbst bei Beschränkung auf einen Fachsportbundesverband und seine Landesverbände wohl eine Masterarbeit.
    Und erst im Vergleich von Sportarten gegeneinander würde es wirklich aussagekräftig und auch wissenschaftlich reizvoll, und dann sind wir schon nahe an einer Promotion.

    Zweitens ist das mit (Landes)Verbänden wie mit Eisbergen: der weitaus größte und meiste Teil der Tätigkeit(en) läuft unterhalb der Wasserlinie, also des Wahrnehmungs- und Erfahrungshorizonts des einzelnen Mitglieds und wird deshalb gar nicht realisiert und mit eingestellt und gewürdigt. Vieles würde der/die untersuchende WissenschaftlerIn auch gar nicht ahnen oder vermuten.
    Und selbst wenn ich nur an mich denke: das meiste, was für meinen (Bundes)verband leiste, ist schwer qualifizierbar und klassifizierbar. Auch die ganze rechtliche und politische Arbeit bekommt ein Mitglied selten mit. Auch nicht die vielen immateriellen, aber oft nützlichen Unterstützungs- und Vermittlungsleistungen für Vereine und einzelne SchützInnen im Umgang mit ihren Behörden.

    Ins Auge springen zuerst die an sich kleineren Anteile von sichtbaren und anfassbaren Aktivitäten, also beispielsweise der Unterhalt einer Verbandsschießanlage (wie beim BSSB die Olympiaschießanlage), der Betrieb eines Landesleistungszentrums, die Gehälter oder Honorare oder noch besser ALMOSEN für TrainerInnen. Aber die sind ja nicht automatisch als Benefit je einzelnes mittelbares Mitglied qualifizierbar. Oder vielleicht doch?

    Und wenn der NDSB eine (früher) handgestrickte Website auf dem Erwartungsstand von 1995 hatte, und der BSSB oder sonst ein anderer Verband eine sehr große und informative (und kaum navigierbare, aber das ist nun ein Gegenpunkt, und wie stellt man den bewertend ein?), dann zeigt das, dass ein solcher Vergleich, wiewohl er sportwissenschaftlich sehr wichtig wäre, nicht automatisch schon für eine anschließende Bewertung und gar eine Punkte- oder Notenvergabe im Stiftung-Warentest-Stil taugt, da ist noch viel dazwischen.

    Trotzdem: es sollte einmal damit angefangen werden ! Es lohnt sich nämlich.

    Carcano

    Etwas mehr Sorgen macht mir, dass die letzte und die kommenden Beitragserhöhungen des RSB nicht das gewünschte Ergebnis brachte/evt. bringen: Einen ausgeglichenen Haushalt!

    Hallo Malume69, was ich bei Euch verblüffend finde, ist der meines Erachtens (vielleicht übersehe ich da etwas) SEHR HOHE Sockelbeitrag pro Verein, der bei einem Verein von 7 Mitgliedern ebenso anfällt wie bei 850, nämlich immerhin 150,00 Euro. Das ist schon einmal eine gewisse Hausnummer.

    Damit ich jetzt nicht (versehentlich oder absichtlich) falsch verstanden würde:

    a) Den Gedanken eines Mindestsockels finde ich für sich genommen überhaupt nicht falsch. Es gibt feste Ausgaben, die für einen kleinen Verein ebenso anfallen wie bei einem großen: Schriftverkehr, Verbandszeitschrift, Verwaltung usw. usf. Aber 150 Euros ist schon heftig. Bei der DSU zum Beispiel sind es zur Zeit 25 Euro je Verein. Bei BDS und BDMP weiß ich nicht, vielleicht kann das ja jemand hier mitteilen.
    Jedenfalls wäre eine zumindest moderate Verringerung des Sockelbetrags symbolisch machbar, oder fairerweise eine Stufung (beispielsweise 3-15 Mitglieder, 15 bis 75, 75 bis 250, über 250) - das macht dann freilich mehr Mühe.
    Kann heutzutage freilich ein selbst bescheidenes Verbandsverwaltungsprogramm aber ohne Mühe automatisch aufgrund der Mitgliederbestandsrechnungen ausrechnen und dann per SEPA einziehen.

    b) Den Einzelbeitrag des RSB je Mitglied könnte man durchaus erhöhen, 5,50 € (jetzt noch) bis 6,50 € (ab 2024) sind wirklich (zu) bescheiden. 10,00 Euro dürften's mindestens sein.

    c) Und die Posten je Person für DSB, DOSB (9 Cent - NEUN !!) und Landessportbund) sind lächerlich gering, die könnten alle auch eine Erhöhrung vertragen.

    Carcano