Beiträge von Carcano

    Sollte ich? Habe ich ganz ausführlich oben. Seite 1 des Threads.

    Das Problem ist zum einen, dass der Schießsportleiter keine adäquate Vorstufe ist für die spätere DSB-Vierstufenschiene ist. Das ist eine ganz andere Art der Ausbildung mit ganz anderen Zielen. Klar braucht ein Verein auch einen, der *das* kann, aber es ist eben etwas Anderes und der Trainerschiene Fremdes.
    Und - Problemseite 2 - dass umgekehrt der Trainer D (Vereinsübungsleiter) zumindest formal innerhalb des DSB-Schemas nicht als mögliche / zugelassene Vorstufe für den Trainer-C Breitensport vorgesehen ist. Informell kann ein Landesverband das natürlich etwas augenzwinkernd anders handhaben, aber der DSB-Qualifizierungsplan sieht es so nicht vor. Im Vergleich ist das französische Konzept wesentlich besser strukturiert, und auch viel praxisnäher an den Bedürfnissen der Vereine und ihrer Mitglieder.

    [Eine dritte Schwäche der Struktur liegt darain, dass rein staatlich-gesetzliche Anforderungen (Waffensachkunde als Erlaubnisvoraussetzung für WBKs, und Bestellung von Aufsichtspersonen auf Schießstätten als Voraussetzung des Schießbetriebes) zur verbandlich-sportlichen (!) Einstiegsqualifikation umbenannt und damit fehldefiniert worden sind. Eine genuine sportliche Einstiegsqualifikation, um den Unterschied am Beispiel zu verdeutlichen, ist dagegen der SuRT (Sicherheits- und Regeltest) beim IPSC.]

    Da ist beim DSB anno 2008 also einiges schiefgegangen. Nun ja, wenn die Beate Dreilich jetzt anscheinend bald geht - Deo gratias! -, wie die Neuausschreibung ihrer Position vermuten läßt, dann läßt sich das vielleicht mit einem Hauch von Vernunft korrigieren. :rolleyes:

    Carcano

    Dingo fragt: " Carcano: In dieser Graphik, wo würdest du dann den Vereinsübungsleiter ansiedeln? Ich hätte ihn auf die Stufe des Schießleiters gestellt, also eine Stufe unter den C-Trainer, sozusagen der D-Trainer. Würde das so passen?"

    Korrekt, D-Trainer. So heißt er auch im SBSV. Entspricht in gewisser Weise dem französischen "animateur de club", siehe oben. Innerhalb des DOSB-Systems, das der Deutsche Schützenbund übernommen hat, würde dies als "Vorstufenqualifikation" gewertet.

    Hier besteht auf DSB-Ebene aber noch ein gewisser Anpassungsbedarf, um eine (erwünschte) Fortbildung und Durchlässigkeit von Trainer-D zu Trainer-C Breitensport zu gewährleisten.

    Carcano

    dingo hat beanstandet, dass durch die Berichterstattung in den Medien der Schießsport nur sehr einseitig darstellt wird und zwar tendenziös und er hat beanstandet, dass seinen Disziplinen nicht der Stellenwert beigemessen wird, den er aufgrund der Teilnehmerzahlen eigentlich für ein objektives Bild haben müsste. Er hat auch gesagt, dass er für sich in bestimmten Disziplinen keinen sportlichen Wert sieht. Das heißt aber noch lange nicht, dass er damit anderen Disziplinen generell ihre Berechtigung abspricht und das hat er auch klar gesagt.

    Ach. Und wenn eine schriebe (tut hier aber keine, ist auch besser so), dass sie im KK-Liegendkampf nicht das geringste *sportliche* Element sähe, sondern dass das zu einer reinen Materialschlacht von in papageienbunten Ritterrüstungen unbeweglich festgezurrten Puppen mit per Spannriemen festgeschnallten Wärmekraftmaschinen sei, die mit der Tradition des Schießsports nichts mehr zu tun hätte, dann hieße das nicht, "dieser Disziplin ihre Berechtigung abzusprechen"? Doch, eben das hieße es.

    Du sagst, dass Du noch nie verächtliche Äußerungen von GK-Schützen in Bezug auf die Druckluftfraktion vernommen hast. Nur alleine WO ist aber voll von solchen Verächtlichmachungen bis hin zu teilweise völlig bescheuerten Wertungen, sehr oft noch gepaart mit großer Ahnungslosigkeit.

    Das stimmt leider. Die Anti-DSBler (von denen es ja etliche gibt) stehen leider an Intoleranz, Kurzsicht und Mißgunst nicht im geringsten hinter ihren Gegenparts zurück. Und Du hast völlig recht damit, das deutlich hervorzuheben. Nur zahlenmäßig sind es weniger.

    Die Missbrauchsrate aller legalen Schusswaffen ist so gering, dass in einer "normalen" Gesellschaft solche Diskussionen gar nicht erst geführt werden müssten. Wir sind uns hier glaube ich alle einig, dass die [...] Einzeltaten sicher nicht ihre Ursache in der Verfügbarkeit von (Schuss)waffen haben.

    In der Tat. Die Begehung einer Straftat oder eines Suizids ist nicht davon abhängig, ob eine Schußwaffe vorhanden ist, oder nicht. Lediglich die Wahl des verwendeten Tatmittels ändert sich. Ob eine/r seine/ihre Familie aber mit der Axt im Bett erschlägt, oder mit der Walther GSP erschießt, ist zweitrangig.

    Was ich aber auch nicht ab kann, ist, wenn kleiner Teil (bitte wörtlich nehmen) der Sportler meint, er müsse sich mit Halbwahrheiten künstlich aufplustern und dann den großen Bruder kräftig ans Bein pinkeln, weil der seine schützende Hand immer nur so halbherzlich über einen hält

    Und tatsächlich ist es ja genau umgekehrt gewesen. Ohne die große und verlässliche Solidarität des Deutschen Schützenbundes ( NICHT dagegen aller Landesschützenverbände! - ach was eines, ruhig drei Ausrufezeichen!!!) mit den anderen schießsportlichen Dachverbänden und deren Disziplinen seit dem Jahr 2000 wäre die Katastrophe schon da. Das weiß z.B. auch der BDS ganz genau, und betont es auch immer wieder. Übrigens mit großer Wertschätzung für Ambacher und Kohlheim.

    Carcano

    Nein Sylvia, das ist kein Frauenbonus. Dein Beitrag ist einfach nur gut geschrieben, und vor allem richtig. Jetzt haben wir also beides in schönem Kontrast nacheinander. Neid und Sankt-Florians-Prinzip auf der einen Seite, und eine überlegt-tolerante und vor allem solidarisch-inklusive Haltung auf der anderen. Da kann sich dann jede/r ein eigenes Bild machen, was dem Schießsport (in allen seinen Facetten) mehr nützt. Dankeschön!

    Carcano
    Bei Dir war mir schon klar

    "Klar" ist es dir ersichtlich nicht. Also mache ich es Dir jetzt klarer.

    Das Problem von Dingos Postings in diesem Thread ist, dass er etwas diffus Gefühltes, aber nicht recht Verstandenes mit ganz untauglicher Ausdrucksweise zu artikulieren sucht, und damit der Sache ALLER Schützen schadet. Klassisches Eigentor, gemischt mit Sankt-Florians-Prinzip. :(

    Wird er darauf zunächst von Major Tom und Michael recht geduldig und dann - nach dem Ohrenzumachen - mit gebotener Deutlichkeit auch noch von mir angesprochen, dann kommt eine trotzig-belehrungsresistente "Was heißt hier 1 Geisterfahrer - hunderte Geisterfahrer kommen mir entgegen!" Antwort von ihm. Dabei sind die drei gewählten DSB-Beispiele wirklich kindgerecht genug gewesen, um die Untauglichkeit des diskriminierenden "Randgruppen"-Geschwätzes in _dieser_ Diskussion zu veranschaulichen.

    Carcano

    Natürlich müssen wir versuchen, den Schießsport als Ganzes zu erhalten, aber es ist einfach ein Unding, wenn man den Schießsport als Ganzes immer nur mit einer Randgruppe darzustellen versucht.

    Ja. Zum Beispiel mit Sommerbiathleten... oder mit Freie-Pistole-Schützen... oder mit Zimmerstutzlern.

    Sag mal, merkst Du denn nicht, auf welch einen verbalen Holzweg Du Dich schon gebracht hast? Dreh mal um und probier's im Ansatz neu von vorne, es geht sonst nur immer weiter in die verkehrte Richtung, und das bringt doch nichts.

    Carcano

    Aber wer - wie ich - nicht gerade in Bayern aufgewachsen ist, denkt, nachdem man in der Schule in fast jedem Fach mit dem 3. Reich konfrontiert wurde, bei Gau automatisch an Gauleiter und verbindet das dann mit dieser Zeit. Es ist im norddeutschen Sprachgebrauch einfach nicht sehr gebräuchlich und oft nur durch die Verbindung zum 3. Reich bekannt.

    Du solltest also keinem böse sein, dem im Brainstorming beim Begriff "Gau" erst einmal ganz spontan die deutsche Geschichte einfällt.

    So ist es jedenfalls allgemein überall sonst in Deutschland, ja.
    In Bayern gehen die Uhren anders.

    Carcano (schreibend aus dem BreisGAU)

    In Südbaden (SBSV):
    Verein -> Kreis -> Bezirk -> Land.

    Im Rheinischen Schützenbund (RSB) erwägt man zumindest für den räumlichen Bereich eines bestimmten Bezirks (Nr. 14) die Abschaffung einer Zwischenebene, entweder Kreis oder Bezirk. Bei nur wenigen Teilnehmern kann das sinnvoll und entlastend sein. Das Qualifikationslimit für die Landesmeisterschaft bliebe ja gleich.
    Rheinischer Schützenbund - News-Details[tt_news]=237&cHash=1bcf62458c48b812b459bead658ab9b1&PHPSESSID=8004303a9328d6da052424c9a29c9542

    Heiko, bei Euch gibt es mehrere Aspekte:

    1. Deine eigene prekäre Stellung im Verein. Du fühlst Dich nicht anerkannt und nicht wohl, und fühlst Dich vielfach angefeindet. Darüber hast Du öfters und anschaulich geschrieben. Woran das liegt, ist egal. Es müßten sich wohl noch mehr Leute umbringen, damit sich sich das _grundlegend_ änderte.

    2. Das Amt würde Dir jetzt als Notbehelf aufgedrückt, nicht weil man Dich unterstützt.

    3. Die sogenannte "JuBaLi" im DSB ist vor allem eine waffenrechtliche Anforderung. Dieser Zwang ist der Kern der Sache, nicht die Pädagogik. Ohne solche formale (!) Qualifikation der Obhutsperson ist kein Jugend- und Kinderschießen unter 16 Jahren rechtlich erlaubt, so die Gesetzeslage (mit Ausnahmen für Sorgeberechtigte mit Standaufsichtsqualifikation mit ihren eigenen Sprösslingen).

    4. Das ist so erst einmal der Grundsatz in DSB-Bereich. § 10 Abs. 6 AWaffV eröffnet zwar die denkbare Möglichkeit von Ausnahmen, wenn die örtliche Waffenrechtsbehörde mitspielt. Dazu solltest Du Dich aber anwaltlich beraten lassen.

    Carcano

    Ich räum's ja gerne ein, Englisch wäre vielleicht für viele zugänglicher. Wäre mir auch lieber im Interesse der Verbreitung, obgleich die französischen Zitate im Vergleich zum verquasten DSB-Fortbildungsjargon erfreulich klar und anschaulich sind. Ich hab' aber nichts Englisches zur Hand. :)

    Und vielleicht ist die Sprachbarrierre ja auch mit ein Grund, warum die Aus- und Fortbildungsverantwortlichen im DSB lieber ihre selbstreferentielle Metapädagogik betreiben, und manche Landesverbände lieber den alten und für die Basisarbeit wenig nutzbaren geistlosen Trott des "Titelabhakens" von Standaufsicht, Schießportleiter, JuBaLi, C-Trainer jahrein, jahraus wiederholen. (Ein positives Gegenbeispiel sind zum Beispiel die interessanten und sehr ansprechenden Fortbildungsangebote des BSSB.)

    Carcano

    Der Thread ist ziemlich interessant, weil er zum einen zeigt, auf welche Schwierigkeiten eine Vereinheitlichung der regional verschiedenen Terminologien stieß, und zum Teil immer noch stößt (trotz der mit Gewalt durchgesetzten und oktroyierten Zwangsanpassung an den DOSB-Qualifizierungsplan). Zum anderen zeigt er, wie das Aus- und Fortbildungsangebot (den Ausdruck "Schulungswesen" mag ich sprachlich nicht so) weithin an den Bedürfnissen der Basis vorbeigeht, und in erster Linie sich selbst dient.

    Vorbildlich ist demgegenüber (sowohl in der theoretischen Anlage wie in der Ausgestaltung) das französische Ausbildungskonzept der FFTir. Kernstück und zentraler Bestandteil der Ausbildung ist der "Animateur de Tir" (Animateur de Club, oder auch BFA). Jeder Verein soll mindestens einen haben, am besten mehrere.
    (Die nächste darauf aufbauende Stufe für sportlich etwas anspruchsvollere und leistungsorientiertere Vereine, aber immer noch eine breitensportliche Institution, ist dann der "Initiateur de Tir"; er liegt so zwischen D- und C-Trainer, wobei es den D-Trainer oder Vereinsübungsleiter aber nur in manchen Landesverbänden im DSB gibt, nicht als ein übergreifendes DSB-einheitliches Konzept).

    Die Ausbildung zum "Animateur de Tir" ist vom Umfang her auch für Berufstätige, in deren Leben noch Anderes Platz hat, als Schießsport, gut zu stemmen, für Junge (Teilnahme ab 16) ebenso wie für Alte. Noch nicht ganz klar ist mir allerdings das Verhältnis von theoretischer und praktischer Ausbildung (obligatorische Praktika in Vereinen).

    Aufgabenbeschreibung des "Animateur de Tir" (was für ein positiver und handfest-praktischer Kontrast zum deutschen "Schießsportleiter als Vorstufenqualifikation DSB/DOSB"):

    1. Ganz kurz:
    "La formation d’Animateur de club de la F.F.Tir porte essentiellement
    sur l’accueil des nouveaux adhérents, la sécurité, la connaissance des
    disciplines et les éléments fondamentaux de la technique de base
    carabine et pistolet. Elle concerne des licenciés motivés pour mener
    des actions de formation au sein de leur club."

    2. Kurz:
    "Appellation : L’appellation habituelle de l’activité bénévole d’accueil et de découverte des tireurs est celle d’animateur de club.

    Champ et nature des interventions : L’animateur de club réalise de manière autonome des actions d’accueil, d’animation et d’information du public ainsi que les cycles de découverte de l’activité tir sportif ; Il garantit au public des conditions optimales de sécurité lors de sa pratique dans le souci de son intégrité physique. Il répond à la demande d’un public désireux d’aborder la pratique en terme :
    - D’information et d’argumentation sur la pratique
    - D’information sur le matériel nécessaire
    - De découverte du tir sportif au travers d’une progression

    L’animateur de club doit adapter sa pédagogie aux différents publics ; Il conduit un projet d’accueil et de découverte Il communique dans son activité et participe au projet de l’association dans laquelle il encadre en respectant la réglementation de l’activité en vigueur.

    Situation fonctionnelle :
    L’animateur accueille et informe le public au sein de l’association en vue de la découverte de l’activité tir dont il connaît les matériels ainsi que les normes réglementaires. Il doit être capable de faire découvrir, en toute sécurité, l’activité au public débutant jeune ou adulte, en le plaçant dans les meilleures conditions de pratique possibles, tout en lui proposant des situations de tir adaptées et attrayantes. Il doit connaître la technique et les positions de bases permettant la pratique des disciplines d’apprentissage, (pistolet précision 10 et 25m, carabine 10m debout, carabine 50m couché, ou tir épaulé et tir désépaulé sur trajectoires simples en Tir au Plateau)."

    3. Lehrplan (vorbildlich für Deutschland !), als *.pdf-file zum Ansehen und Download:
    v6downfile.php?id=15601

    Carcano

    2. Beispiele anderer Länder zeigen, dass auch Einsteiger mit 16 Jahren und mehr in relativ kurzer Zeit zur Weltspitze vorstoßen können. Beispiel wären Heena Sidhu (Indien) oder eine junge Mongolin. Das sind zwar Ausnahmetalente, aber um zur Weltspitze zu gehören, muss man sowieso Talent sein.

    Die junge mongolische Pistolenschützin ist Khongorzul Tsagaandalai. 4 Jahre, nachdem sie erstmals geschossen hatte (mit 16 oder 17), war sie Weltmeisterin.
    WALTHER_News10_02_web.pdf

    Carcano

    Die Lehrgänge (unter Leitung von A- und B-Trainern des DSB) sind eine eigentlich sehr interessante Sache, die aber ausgesprochen uninteressant beworben und angeboten wird. Gerade dehalb würde es auch mich interessieren, wer schon einmal teilgenommen hatte (in meinem Fall: Pistole), und ob es sich in Leistungssteigerung "ausgezahlt" hat.

    Carcano