Beiträge von Carcano

    "Ihre Mail-Adresse habe ich von Herrn Roman Grafe bekommen, in dessen Forum Sie sich zum Thema Sportschützen geäußert haben. Ich würde Sie gerne für ein Reportage zum Thema „verschärftes Waffenrecht“ als Interviewpartner gewinnen."

    Sagt viel aus.
    Eines weiteren Kommentares hierzu möchte ich mich aber gerne noch entschlagen, bis ich die von Simon Wölfl zur Verfügung gestellten Emails ganz und mehrfach gelesen habe.

    LG,
    Carcano

    Aber die Nutzung der Druckluftstände, um die es hier geht, ist sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner in einem Schießsportverein. Diese Nutzung mit Gebühren zu belegen, ist kontraproduktiv. ... Selbst wenn diese Gebühren sehr niedrig angesetzt sind, geht es auch ums Prinzip. ...
    Aber keine Sorge, ich kenne die oft dahinter stehenden Denkweisen. "Wir sind hier ein Schützenverein! Wenn Du hier schießen willst, dann aber bitte nicht auf 'unsere' Kosten, das ist dann dein Privatvergnügen, dafür musst Du dann auch selbst für aufkommen" In so einem Verein würde ich nicht schießen wollen. ...
    Findet ihr nicht, dass das etwas seltsam ist? Übertragt das bitte auch mal auf andere Sportarten, insbesondere auf unsere Sportart Nr. 1. Schon mal gehört, dass da ein aktiver Spieler eine Gebühr für die Ball- oder die Rasennutzung zahlt?


    Ja, eben. Wobei ich ruhig noch eine andere Sportart zitieren würde. Nehmen wir mal Tischtennis. Kann man sich da vorstellen, dass einem interessierten potentiellen Neumitglied gesagt würde:
    "Ja, unser günstiger Jahresmitgliedsbeiztrag ist nur 60 Euro, und darin ist auch schon das feierliche Weihnachtsessen und das gemeinsame Ostertischtenisbällesuchen im Grünen enthalten! Aber wenn Du etwa Tischtennis spielen willst (welch ein ausgefallener, egoistischer Sonderwunsch in einem Tischtennisverein), dann mußt Du natürlich je Spielabend 2 Euro Plattengeld bezahlen, und wenn Du auch im Winter trainieren willst (denn wir haben ja Spielzeiten in der gemieteten städtischen Sporthalle), dann zusätzlich einen Hallenheizungszuschlag !"
    Da fasst man sich doch an den Kopf! Und natürlich ist so etwas *nicht* normal.

    Zur weiteren Erläuterung: es gibt Mehrspartenvereine, bei denen es einen allgemeinen Grundbeitrag gibt, für den man auch nichts weiter bekommt außer dem Stimmrecht und vielleicht dem Vereinsblättchen. Und je nach Sparte oder "Abteilung" kommt dann der spezifische Abteilungszuschlag dazu, der dann oft je nach Sportart verschieden ist, und manchmal auch altersmäßig gestaffelt; beispielsweise für Fußball, Handball, Tischtennis, Basketball. Aber so ist es bei uns ja gerade NICHT.

    Carcano

    Als Schwimmer bezahlt man auch, wenn man ins Schwimmbad geht oder seh ich da was ganz falsch?


    Ja, und zwar in der Tat ganz falsch, siehe unten, da gehe ich darauf ein.

    Die Förderung des Schießsports, die sich viele Vereine auf die Fahne geschrieben haben, bedeutet doch nicht zwangsläufig ein All-Inclusive-Angebot für Sportschützen, oder?


    Hier wird man unterscheiden und trennen müssen.

    1. Mitglied in einem Verein zu sein, heißt erst einmal, dass ich nur einen Anspruch (subjektives Recht) auf Nutzung dessen habe, was _ist_. "All-inclusive" bedeutet dann natürlich nicht, dass ich erwarten kann, daß der Zimmerstutzenverein Edelweiß gerade für mich allein einen 50m-Laufende-Scheibe-Stand und einen 300m-Gewehrstand betreibt oder neu baut.

    2. Man kann, wenn man das denn will, einen Verein als Spartenverein unter einem einigenden Dach konstituieren. Dann hat das Mitglied einer Sparte das Recht nur auf Nutzung von _deren_ Anlagen. So könnte z.B. ein auch in der Unterhaltung relativ aufwendiger Jagdparcours eine eigene Sparte bilden, deren Mitglieder entsprechend mehr zahlen.

    3. Womit wir schon zu einer wesentlichen Abgrenzung kommen, Stichwort "Unterhaltungskosten":

    - Der Kernbetrieb, die Dauerunterhaltung und Wartung, die Reparatur und Sanierung, all das sind Grundkosten des Vereinsbetriebs schlechthin, die man auf alle Mitglieder umlegt oder ggf. durch einen Zweckbetrieb / Wirtschaftsbetrieb querfinanziert, wie oben umrissen, zuletzt auch von Donutsenior. Aus diesem Grund zahlt man im Schwimmverein eben auch *keinen* einzelnen Schwimmbadeintritt, wie man es normal täte, wenn man im Schwimmbad außerhalb der für den Verein reservierten Trainingszeiten schwimmt. Gerade deshalb _ist_ man ja im Schwimmverein.

    - Anderes ließe sich dagegen anführen für Kosten, die durch eine individuelle Benutzung erst _entstehen_. Dazu gehört z.B. Verbrauchsmaterial (Scheiben, Munition). Die kann ein Verein subventionieren, und tatsächlich wird das für die Jugend vielerorts getan; er braucht es aber nicht. Und wenn für den Betrieb des laufenden Keilers jedesmal eigens eine Dampfmaschine angeworfen werden müßte, dann wäre es auch legitim, diese ausscheidbaren Dampfmaschinenkohlekosten auf diese Schützen umzulegen.

    Der Vergleich noch einmal zum Schwimmverein: da gibt es auch keine Extragebühr für die Benutzung des Einmeterbretts, bloß weil der Mehrzahl der Startsprung vom Block ausreicht; es wäre albern, dort auch nur so etwas zu denken. Und schon gar nicht gibt es eine "Beckengebühr" für alle, die tatsächlich ins Wasser gehen! Was etwa Dingos Überlegung entspricht.
    Freilich die Sauna, die kann auch im Schwimmverein extra kosten, schon wegen der jeweiligen zusätzlichen Heizkosten durch die Benutzung.

    Carcano

    P.S.:
    Wer die sonst überall erwünschten "Jugendlichen" unter den Begriff "die nur Ärger machen" oder "Kratler" subsumiert, der hat persönlich bzw. dessen Verein hat in der Tat noch ein ganz anderes und viel gravierenderes - mentales oder soziales - Problem, das sich dann aber auch nicht durch Vereinstoilettenbenutzungsentgelte, Handwaschbeckenzuschlag und Standgebühren lösen lässt. :(

    Ein Verein ist kein Wirtschaftsbetrieb, sondern ein Zusammenschluss von Menschen mit bestimmten Interessen. Bei einem Schießsportverein besteht dieses gemeinsame Interesse nun mal in der Ausübung und Förderung des Schießsports. Zusätzlich zu den Beiträgen auch noch Gebühren für die tatsächliche Ausübung dieses Vereinsziels zu erheben, steht daher auch konträr zum Sinn und Zweck eines solchen Vereins.

    Apropos, wenn Schwimmbäder von Vereinen genutzt werden, gibt es auch unterschiedliche Regeln. Ein Sportschwimmer wird aber sicher nicht pro Bahn zur Kasse gebeten.


    Genau das ist der Punkt. Als müßte man in einem Gesangsverein noch zusätzlich (!) eine "Jahressingkarte" erwerben, um den Mund öffnen zu dürfen. Absolut spinnert (und kontraproduktiv), auch nur an so etwas zu _denken_. Man langt sich an den Kopf.

    Standgebühren für nicht vereinsangehörige Gäste sind etwas GANZ anderes - die *sind* nämlich in der Tat üblich. Überall.
    Und da kann man sich dann auch über deren Höhe und Angemessenheit austauschen, wenn Bedarf besteht.

    Aber hier geht es um den Kern des Vereinsbetriebs selbst, und dessen Abgeltung heißt - o staun ! - "Mitgliedsbeitrag". Wo der zur Ausgabendeckung nicht ausreicht, wird der Rest entweder über einen Wirtschaftsbetrieb erwirtschaftet - typisch sind z.B. die Vereinswirtschaft, sei es selbstbetrieben oder verpachtet; sowie die Unterverpachtung von Räumen an Außenstehende für Festlichkeiten etc.; und natürlich auch ein Aufschlag beim Verkauf von Munition oder Scheiben - oder man erhebt eine zweckgebundene Umlage, letzteres typisch z.B. bei Sanierungen und Umbauten / Erweiterungen.

    Carcano

    Weil Sondergebühren, Zuschläge oder Abgaben für Dinge (Leistungen, luxuries, faculties) erhoben werden, die etwas Zusätzliches oder Besonderes darstellen; die nicht zum KERNBESTAND der Vereinstätigkeit und des Vereinszwecks gehören.
    Nicht jeder Verein hat einen (in der Unterhaltung wegen der Rasenflächen aufwendigeren) 300-Meter-Stand. Nicht jeder Verein hat einen Mehrdistanz-Indoorstand oder einen Chronographen. Aber jeder schießsportliche Verein hat als elementaren MINDESTbestand zumindest einen 10m-Luftdruckwaffenstand. Und dafür erhebt man keine Extra-Gebühr, weil die Mitglieder genau dafür den *Beitrag* zahlen.

    Für Renovierungen etc. gibt es das rechtlich solide Mittel der UMLAGE. Genau die ist dafür da. Und die kann ein Mitglied auch nicht verweigern.

    Carcano

    Find ich recht unpassend deinen Kommentar @ Carcano


    Eine Unverschämtheit als solche zu charakterisieren und damit selbst zu beschämen, ist immer passend.

    Zitat

    Bei uns ist es unumgänglich, auch für die Benutzung des Luftstandes, Standgebühren zu verlangen, sonst könnten wir den Stand, und wohl auch unseren Verein Dicht machen.


    Dann macht ihn dicht. Der Zweck deines Vereins ist der Schießsport. Wenn die Mitglieder diesen Zweck nicht finanzieren wollen oder können, gehört er dichtgemacht. Oder in einen Gesangsverein bzw. Weinbruderschaft umgewandelt, je nach Gusto.

    Carcano

    Ich finde es schon einen guten Weg etwas zu verlangen, denn was nichts kostet, ist auch nichts wert.


    Ja klar, und die Vereinsmitgliedschaft ist kostenlos und niemand zahlt je Mitgliedsbeitrag. Und natürlich ist "Schießen" auch nicht etwa der (die steuerliche Gemeinnützigkeit begründende) Zweck eines Schützenverein, nie nimmer nicht. Sowieso.

    Hm. Es ginge vielleicht, noch dümmer zu argumentieren, aber es wäre schon schwer...

    Carcano

    bei mir tat sich in letzter Zeit die Frage auf, wieviel Euros wohl die ideale "Standgebühr" bzw. der Schießobulus auf 10-Meter Luftdruckbahnen ist.
    Mir geht es nur da drum, um etwas Vergleichbares zu haben: Was kostet bei euch eine 40 Schuss-Serie, wenn man an einem normalen Trainingsabend LG oder LP schießen möchte und was ist da dann dabei?

    Dreiste Unverschämtheit. Sonst geht's aber noch gut oder nicht?

    Carcano

    Das Urteil ist formal und inhaltlich furchtbar. Auch der DSB prüft es gerade unter diesem Gesichtspunkt.

    Viele Passagen darin sind absolut inakzeptabel für *jeden* anerkannten schießsportlichen Dachverband, teilweise ist es von krassen Elementarfehlern getragen (der Verfasser verkennt etwa den gebundenen Charakter fast aller waffenrechtlichen Erlaubnisse, auf deren Erteilung ja im Regelfall ein Rechtsanspruch besteht; zudem werden präventives und repressives Verbot verwechselt, auch das ein proton pseudos).

    Carcano

    Tage der offenen Tür im Schützenhaus gab es ja immer schon. Deren Wirkung schwankte von "immer wieder gerne angenommen" bis "lockt keinen Hund hinterm Ofen hervor". Das hing sowohl vom Angebot (und dessen Werbung / Präsentation) wie von örtlichen Verhältnissen an.

    „Tag der Schützenvereine“ im Oktober - Deutscher Schützenbund e.V.
    Das neue an dieser DSB-Initiative ist die bundesweite Koordination; ähnlich wie der Tag des Offenen Denkmals. Dazu kommt die versprochene Unterstützung durch den Verband. Leider erscheinen die bisherigen (!) Ansätze für eine Umsetzung undurchdacht, schlecht konzipiert und vorläufig hundsmiserabel formuliert ("Tag der Schützenvereine" statt "Wochenende des Schiesßsports").

    Was niemanden groß verwundern wird, der weiß, wer beim DSB nach interner Aufgabenverteilung dafür zuständig ist. Das kann sich aber alles noch ändern. Das hier liegende Potential erscheint mir jedenfalls interessant und unterstützenswert.

    Carcano

    Ich schieße auch ohne Schießgewand auf sehr hohem Niveau.
    Ursprüngliches Schießen ist z.B. noch das Feuerstutzen-/Wehrmanngewehrschießen.
    Oder Luftpistole/Sportpistole/Standardpistole/Freie Pistole.
    Oder Ordonnanzgewehr, wobei die jüngsten SpoO-Änderungen schon wieder in die falsche Richtung gehen.

    Ich mag die "Ritterrüstungen" und das Wettrüsten bei den Waffen im LG- u. KK-Bereich nicht.
    Eine LG-Disziplin mit Straßenkleidung-Vorschrift würde ich gerne schießen. Aber so wie es jetzt ist, ja, das stimmt, das mag ich nicht.

    In dem ZUsammenhang möchte ich eine eigene Antwort von mir aus einem anderen Forum zitieren:

    Zitat

    (Ralf Künne @ 04.01.2012 - 14:11) *
    Noch mehr nervt mich als ambitionierten Ordonnanzschützen die "Erlaubnis", diese Disziplin wieder in Rüstung zu schießen. Gerade da trennt sich die Spreu vom Weizen, wenn man eben nicht gepanzert und fast bewegungsunfähig auf dem Stand sein Ordonnanzgewehr benutzt.

    Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn ambitionierte leistungssportliche Gewehrschützen ihre Großkaliberdisziplin wegen der wenigen zivil verfügbaren 300-m-Stände auch auf 100 m schießen möchten. Das sollte man als Verband ruhig unterstützen. Egal ob sie dafür eine maßstäblich verkleinerte 300-m-Scheibe (ja, gibt es) nehmen wollen, oder die normale 25/50/100 m Ringscheibe. Sie sollen auch ruhig ihre Dioptervisierung dafür nehmen, Schießriemen, Schießhandschuh, Schießjacke. Tut man beim 50-m-KK-Liegendkampf ja auch.

    Was überhaupt nicht in Ordnung ist, ist aber, diese Disziplin dann "Ordonnanzgewehr" nennen zu wollen. Leute, das gehört dort nicht hin. Schießt gerne Eure Disziplin 100 m GK-Sportgewehr, die gibt es im DSB nämlich schon, und zwar sowohl in der Sportordnungstabelle (!), als auch in verschiedenen Listen B der Landesverbände. Aber lasst das Ordonnanzgewehr ein Ordonnanzgewehr bleiben, dafür ist diese Disziplin nämlich geschaffen worden. Und für nichts Anderes.

    Carcano

    Heute wurden es 495 Ringe (173, 170, 152; mit einem Fehler in der ersten Scheibe der 4er-Serie), unter Verwendung besserer Munition: nicht mehr die alte und harte RWS Standard, sondern SK Pistol Match.
    Der Rhythmus wird besser, vor allem mit der 4er-Serie kam ich subjektiv (Zeiteinteilung) besser zurecht. Allmählich rücken die 500 in Reichweite. Was besser werden muß, ist die erste Scheibe der 8er-Serie; und außerdem kann ich auf Dauer natürlich nicht mit der SpoPi-Visiereinstellung (= Präzision Spiegel aufsitzend) schießen, das ist zu ungenau im Schwarzen. Dafür gibt es ja die weißen Visierstriche auf der Scheibe. :D

    Carcano

    Das wäre jetzt *vielleicht* auch etwas kürzer gegangen, Wilhelm. :P

    Frank17 hat zu Recht auf einige der ins Auge fallenden Schwächen des Urteils hingewiesen. Die 20. Kammer des VG Köln ist im Waffenrecht durchaus nicht schlecht, aber hier war der Berichterstatter oder die Berichterstatterin deutlich überfordert, wie auch die konfuse Abfassung des Urteils zeigt - leider !

    Carcano

    Vielleicht verstehen jetzt einige allmählich, was meine wiederholten Hinweise auf IOC, ISSF und ggf. zu ändernde olympische Schießsportarten beabsichtigen. Wenn ich die Wahl hätte, welche Disziplin olympisch bleiben oder werden darf, nämlich die Freie Pistole / Schnellfeuerpistole (wie bisher) oder die Zentralfeuerpistole, dann ist ja hoffentlich die Wahl klar.

    Carcano