Beiträge von Carcano

    Eines ist hier interessant und zeigt vielleicht die Volatilität der Nachwuchssituation. Das WSV-Talentzentrum in Aurich, das aktuell im Frühjahr 2012 besonders unter Nachwuchsmangel leiden soll, hatte noch 2010 einen Toto-Lotto-Preis der Sportjugend für seine Jugendarbeit eingeheimst; die Jugendgruppe war ja erst im Frühjahr 2008 neu ins Leben gerufen worden.
    Hier auf S. 17, große *pdf-File: projektbeschreibung-sjfp2010.pdf

    Carcano

    Diese Betonfertigelemente werden ja gerne für Keller und Garagen verwendet. Mein Keller zu Hause aus aus solchen Zweischaligen Betonelementen zusammengesetzt, die dann intern mit Beton verfüllt werden.
    http://www.livehausbau.de/keller.html
    Vorteil bei den Fertigelementen ist, dass man sie in allen Größen bekommen kann. Also auch nach Kundenvorgabe/-wunsch und können so optimal an die Standbegebenheiten angepasst werden.

    Ja, aber diese Flexibilität ist bei Fahrsilos auch immer so der Fall. Im Prinzip hättest Du bei Doppelwänden einer Geschoßfangkammer nur einen (überflüssigen) Arbeitsgang mehr.

    Zitat

    Natürlich wiegen auch die Fertigelemente einiges. Da hat ein Element locker mal gut über eine Tonne Gewicht, as aber auch von der Stärke und Größe abhängig sein wird. Ein weiterer Vorteil ist der Zeitfaktor, für das Stellen der Wände. Unser Keller wurde incl. Kellerdeckengießen in weniger als einem Tag errichtet und musste dann nur noch trocknen.

    Ein Fahrsilo besteht ja aus mindestens drei oder vier Fertigelementen (je nach Wandlänge können natürlich auch deutlich mehr aneinander gereiht werden). Diese sind immer geringer dimensioniert als es Kellerwände sind (sein müssen), da sie i.d.R. keine Auflast zu tragen haben. Die Aufstellung eines Fahrsilos dauert nur wenige Stunden, das Zeitaufwendigste ist wohl (?) die Fundamentierung, wenn man dafür nicht auch Fertigteile nimmt.

    * * *

    Ich glaube, es ist noch nicht für jeden Leser überhaupt anschaulich, wovon wir sprechen. Deshalb noch eine hoffentlich erläuternde Ergänzung:
    Die vorgefertigten Fertigteile sind weithin anpassbar und addierbar, entsprechen genau unseren Vorgaben und scheinen mir sowohl zur Ertüchtigung alter Stände (wo in den Wall hineingeschossen wird / wurde) wie auch für neue Anlagen brauchbar zu sein.

    Der große Vorteil ist wohl der sehr schnelle Aufbau in wenigen Stunden. Das rechnet sich freilich dann nicht mehr, wenn ein solches Modulkonzept um ein mehrfaches teurer wäre ggü. ortsfester Schalung (Fundamentguss, Sockel, Aufmauerung...) und die Arbeitszeit reine (ggf. bezuschusste) Eigenleistung des Vereins wäre. Hat irgendjemand hier inzwischen schon Erfahrungen damit gesammelt?

    Hier noch ein paar Links, damit mensch es sich besser vorstellen kann:
    Flexible Futtersilos bauen mit der Dennert Fahrsilowand | Dennert Baustoffwelt
    Silowaende.pdf
    HILLEN BETONWERK GMBH

    Sehr anschaulich zum schnellen Aufbau / Montage:
    Uhrle.eu

    Jetzt etwas besser?

    Carcano

    Ich kenne die Fahrsilos aus den Baumärkten, wo Schüttware (Kies, Schotter, etc.) angeboten wird.
    Die Idee an sich ist denke ich nicht verkehrt, glaube aber auch, dass diese Silos recht kostenintensiv wären.
    Wie sieh es mit der Gefahr von Abprallern und Querschlägern aus? Man kann zwar Sand oder Erde innen anfüllen, aber nicht bis oben hin, oder würde da noch Lamellen, bzw. Stahlplatten eingesetzt werden, um die Geschossen nach unten zu lenken?

    In der Tat sollte der Beton keinem direkten Beschuß ausgesetzt sein. Die Schüttungsschräge (Reibungswinkel) beträgt bei Sand um die 30°, kann auch etwas höher sein. Das bedeutet, dass der "Fahrsilo" (also der Geschossfangtrog aus Beton) hinten so hoch [und so tief] sein muß, dass in der Haupttrefferzone die Geschosse schon allein vom Sand abgebremst und aufgenommen werden. Bestimmt wird das letztlich (Strahlensatz) durch die davor liegenden Hochblenden.

    Zitat

    Eine andere Alternative wären auch Betonfertigelemente, wie die der Fa. Knecht. Hier wird man zwar das selbe Prinzip des Fahrsilos erreichen, aber a) könnte man es so den örtlichen Begebenheiten anpassen, b) könnte es ggf. kostengünstiger sein, als die fertigen Silos und c) der Aufbau etwas einfacher sein, als ein komplettes Silo zu stellen, sofern das Silo aus einem Teil besteht.
    Es wäre nur ein Betonboden erforderlich und drei Einzelwände auf Maß, ggf. mit einer oben liegenden, schrägen Decke, die Geschossen nach unten lenken können.

    a) Ja, die Fahrsilos werden ja i.d.R. am Aufstellungsort aus den Einzelelementen zusammengesetzt. Der Boden muss nur dann betoniert sein (Platte oder Guss), wenn er tatsächlich befahren wird, wie typischerweise bei echten Fahrsilos. Beim Kugelfang wäre das nicht nötig, ist auch schießstättenrechtlich nicht vorgeschrieben; nötig ist nur ein wie auch immer gearteter Abschluß der gesamten Geschossfangkammer zur Umgebung. Teichfolie reicht für diesen Umweltschutzzweck völlig aus.

    b) Im Kontrast hierzu wäre 1 vollständiges Fertigelement wegen seiner Größe und Sperrigkeit aufwendig in der Anlieferung. Man wird einen größeren Kran brauchen, der aufgestellt werden muss. Bei Einzelteile (= Platten / Wänden) dagegen reicht unter Umständen ein LKW mit Kranarm, je nach den Verhältnissen und der Anfahrtmöglichkeit. Sie werden bei unserer Verwendung seitlich ja durch Erde abgestützt.

    c) Ein Geschoß_splitter_fangdach ist erforderlich. Meist wird das aus Holz gemacht. Dem direkten Beschuss ist es ja nicht ausgesetzt.

    Carcano

    Die Überschrift sagt zwar alles, ist aber sehr knapp zusammengeschnurrt. Deshalb die Frage noch ein klein wenig epischer ausgebreitet:

    Relevant ist die Überlegung (nur) für Großkaliber-Kugelfänge. Bekanntlich fordern die Schießstandstandrichtlinien seit einiger Zeit eine separate, ggü. dem gewachsenen Erdreich (auch einem Wall) und ggü. dem Grundwasser abgegrenzte Geschoßfangkammer. Nun habe ich zu meiner Überraschung festgestellt, dass ein "Fahrsilo" den Anforderungen eigentlich genau entspräche. Hinstellen, an drei Seiten Erden drumherum anschütten, als Füllung kommt hinein unten/hinten Erde (resp. Aushub) und darüber Sand.
    Ein Beispiel (kann man auch breiter haben):
    baustoffe-produktbild-fahrsilo-5a.png

    Hat ein Vereinsverantwortlicher hier diese Fertigteil-Überlegung (ist ja in wenigen Stunden aufzustellen und zu montieren) vielleicht schon einmal umgesetzt?

    Gruß, Carcano

    Dass einen vor wichtigeren Wettkämpfen auf einmal die Nerven im Stich lassen, *kann* vorkommen. Ein berühmtes aktuelles Beispiel habe ich oben genannt; ein ebenfalls instruktives Beispiel der lange Zeit besten deutschen Pistolenschützin (aus meinem Landesverband) ist hier:

    Quelle: artikel_printpdf_new.php?db=news_lokales&table=artikel_sport&id=7527

    Das entscheidende ist, dass sich diese negative Erfahrung nicht verfestigt, als unbewusste negative Suggestion. Bloße Wiederholung der traumatisierenden Situation kann zwar helfen, kann aber genauso gut kontraproduktiv wirken, weil sie eine Erwartung und ein Muster innerlich verfestigt. Darauf habe ich oben hingewiesen.
    Und genau hier, also an der inneren Einstellung, setzt Mentaltraining an; das hatte ich ja in meinem anfänglichen Posting erläutert. Sonst wird die schlechte Erfahrung und die Unsicherheit gerade vor großen Wettkämpfen Dir wieder einen Streich spielen, während die Gaumeisterschaften und die Rangliste noch sehr gut liefen; so wie - nach Auffassung des DSB-Sportdirektors - bei Sonja Pfeilschifter.

    Dieses Training setzt nicht rational an - Du machst ja keine Psychoanalyse - sondern tiefer, nämlich einfach bei den Erfahrungen und emotionalen Verknüpfungen. Man trainiert nicht deshalb Abstürze, technische Defekte und Maschinenversagen im Flugsimulator, weil *genau diese trainierte Situation* sich dann irgendwann programmgemäß in der Luft wiederholen wird - das kann freilich passieren - sondern weil Fähigkeiten, Reaktion, Besonnenheit auch unter hohem Stress und Selbstvertrauen dadurch aufgebaut und gestärkt werden.

    Dafür brauchst Du freilich sinnvollerweise einen Trainer, weil eben diese Art des Trainings und der unerwarteten Herausforderung selbst nicht zu leisten ist.

    Carcano

    du schreibst, dein "normales" Ergebnis ist um die 372 (Lupi ? - Das ist schon mal eine Ansage)


    Marco ist Schüler, schießt in der Jugendklasse, und eingestellt hat er seine Anfrage selbst unter dem Präfix "Gewehr". MIt der Luftpistole hat er 310 geschossen. Die 347 im Luftgewehr brachten ihm Platz 41 von 52, und damit ist er unzufrieden; 372 hätten ihn auf Platz 3 gehoben.

    Ganz wichtig ist sein "mal wieder wie üblich [sc.: in nem einigermaßen wichtigen Wettkampf versagt]". Das gibt's zwar auch bei Sonja Pfeilschifter auf Olympialevel :-P, aber von dieser doch eher ungewöhnlichen Parallele abgesehen, haben die meisten Kommentatoren diesen ganz wichtigen Hinweis überlesen. Leute, wie wollt ihr Schützen Trainingsratschläge geben, wenn ihr ihnen nicht einmal ZUHÖRT ?!
    Ich _habe_ zugehört.
    :(

    Carcano

    Wettkampferfahrung und -gewöhnung ist durch nichts zu "ersetzen". Im Kleinen zeigt das schon jeder Rundenwettkampf. Training ist Vorbereitung, aber keine Substitution. Man lernt Fliegen ja auch nicht *nur* am Simulator. :)
    Selbst Ralf Schumann behauptet, er sei _vor_ jedem Wettkampf erst einmal sehr nervös. Man beachte den Ausdruck "erst einmal". Und wer Atmosphäre, Stände, Beleuchtung, lokale Eigenheiten, die üblichen Mitkonkurrenten kennt und wiederfindet, dem hilft diese Gewöhnung, diese Vertrautheit *insoweit* auch schon ganz direkt, als das Element der zusätzlich verunsichernden Neuheit und Andersartigkeit jedenfalls wegfällt. Jeder, der mal in München war, weiß, dass sich das "zweite Mal" schon deutlich anders anfühlt. :D

    Und trotzdem. Trotzdem übergeht Dingo doch noch - obwohl er sich schon deutlich von Krümelgirls zu kurzem und letztlich oft sogar kontraproduktivem Rat absetzt - ein zweites wesentliches Element meines Hinweises. Es steht schon da. Man muss es nur lesen.

    Carcano

    Ach Carcano, deine sprachliche Berücksichtigung mit dem "auch im Training" in deinem Satz habe ich gelesen und dies ist die einzige Berücksichtigung in dem Satz.


    Nein, hast du nicht [sc. gelesen]. Und ist es nicht [sc. die einzige]. Und du beweist es mit dieser Replik nur noch ein drittes Mal. Steht woanders. Ausführlich in drei (3) Sätzen.
    Zurück an den Start, noch einmal.

    C.

    du hast aber in dem Satz die Unterscheidung zum Wettkampf schlichtweg unterschlagen.


    Nein. Gerade nicht. Weil ich den von Anfang an bedacht *und* auch sprachlich berücksichtigt habe. Du hast es nur überlesen.
    Zurück an den Start und lesen lernen. Das braucht man im Netz.

    Carcano

    Zitat von wegi82


    Simulieren ja aber doch Nö weil es im Training um rein gar nichts geht bzw. gehen muss. Man hat nichts zu verlieren, dies sieht aber in einem Wettkampf ganz anders aus.

    [X] Du hast nicht gelesen, was ich schrieb, und was ich sehr präzise differenzierte.

    Bitte gehe zurück auf Los und das Ganze nochmal. Danke.

    Carcano

    Da gibt es leider nicht viel zu zu sagen, außer Wettkämpfe, Wettkämpfe, Wettkämpfe schiessen.

    Nö.
    Nö.
    Schlichtweg nö.
    Stressfaktoren, Schwierigkeiten und Umstellungsnotwendigkeiten lassen sich auch alle im Training sehr gut (und unvorhergesehen) simulieren. Ganz wichtig im Training ist auch das plötzliche, abrufbare schnelle Schießen unter Zeitdruck.
    Was dann die Auswirkung auf Dich selbst ausmacht, ist die "innere Übersetzung". Dadurch, dass Du mehrfach erfährst, dass Du damit zurecht kommen kannst, wirst Du insgesamt gelassener und ruhiger, auch physiologisch. Vor 60 Jahren hätte man gesagt "nervenstärker".

    Automatisierter Ablauf: ist eine gute Sache, also Drill wie man das auch mal früher nannte. Aber nicht für sich allein; dieses sich-Verlassen auf das sorgfältig und minutiös Gelernte wird nämlich kontraproduktiv, wenn es irgendeine Störung des Gewohnten gibt.

    Carcano

    Angeblich (Pardini schämt sich und versucht es geheim zu halten, denn bei Bekanntwerden könnten ja zügellose Horden vom Käufern den Hügel hinan zu den Burgmauern stürmen und von unten mit Aufträgen drohen) haben die 7,65mm-Modelle in den USA ihre ersten Wettkampferprobungen in Camp Perry ausgesprochen erfolgreich bestanden:

    Zitat von Chris

    I had a conversation with Pardini USA yesterday trying to find out if they had a 22 LR Mag for my old SP which could work good in slightly longer 22 ammo. They do not.

    The conversation turned to talking about the 32. We have all known the challenges of getting the 32 S&W to shoot good groups at 50 yds. The solution has been a new barrel. He told me they have a conversion kit developed so you can shoot 32 ACP and the accuracy results are much better then what they have seen with the 32 S&W. I cannot remember the group size he was getting but he did mention 2 people shooting the Pardini 32 ACP had won the CF match at Perry.

    I did not get a cost in lead time since I shoot 45 for CF but I thought someone may find this interesting.


    Quelle: TargetTalk :: View topic - Pardini 32 ACP

    Carcano

    Banal, einfach ... und trotzdem gut. Gemeint ist das Training (nicht "Üben") auf weiße Scheibe. Gesagt wird es oft ("Du solltest mal... man müsste eigentlich"), getan wird es seltener. Wie sich jede Schützin hier im kurzen Rückblick auf die letzten 10 Übungstage mit anderen leicht bestätigen kann.

    Ich habe heute meine Übung mit etwas Training eingeleitet. 20 Schuss weiße Scheibe (4x5) für Standardpistole, 20-Sekunden-Serien; und 20 Schuss Duell (4 x 7-3 Serien). Das Ergebnis war erstaunlich. Jedenfalls für mich; die Weisen hier werden's eh' wissen.

    1. Man kann in den 150 Sekunden der Präzisonsserie Standardpistole ohne weiteres vier 5-Schuss-Serien unterbringen, und zwar *mit* jeweiligem Nachladen des Magazins. Allerdings kenne ich das schnelle (und hoffentlich sichere) Laden im Wettkampf bei laufender Zeit auch schon aus der DSU (z.B. Disziplin K36).

    2. Das Gesamtaggregat war gut zentriert und unwesentlich größer als der Neunerring. Keine Ausreißer, sehr ebenmäßige Verteilung über die Fläche.

    3. In der Duellsequenz war die Seitenstreuung sogar noch etwas geringer, dafür die Höhenstreuung etwa größer (jaja, die alte Duellscheibe hatte vielleicht doch ihren Grund ;) ); insgesamt war die Gruppe aber nicht viel größer als die vorige, bis auf 2 Ausreißer, die im Ernstfall wohl in der 8 gelandet wären, vielleicht auch gerade noch in der 9. Jedoch war das gesamte Aggregat etwa links versetzt ggü. dem vorigen, was an meinem Anschlag (Fußstellung) gelegen haben dürfte; es waren nämlich 2 Scheiben, die nebeneinander hingen.

    4. Nach diesen 40 Schuss Training schoss ich noch ein volles Programm Standardpistole, und kam an meine persönliche Bestleistung heran (542, kann auch etwas mehr sein je nach Auswertung): 179 - 179 - 184. Tja, schon wieder so eine gute 10-Sekunden-Serie. :whistling:

    Carcano

    GK-Sportgewehr? Liegend? Wird das auf 100m geschossen? Liste B?

    Das ist diejenige Disziplin, -entfernt- verwiesen werden sollten, die das Ordonnanzgewehr mit Diopter und Matchriemen und Schießjacke aufrödeln wollen. Ich habe schon unglaublich oft darüber geschrieben. Immer wieder und wieder. -entfernt-

    Carcano

    Aufgrund beleidigender Äußerungen teilweise gelöscht. dingo

    Pustefix, die Einstufung in Kategorien finde ich interessant (ist ja auch in den USA so, die NRA-Einteilung). Ein Blick auf den Schießsport in Italien ist für uns Deutsche immer interessant im Kontrast. (Gehört Novara nicht historisch zu Reichsitalien?)
    Deshalb dankeschön für Deine reichhaltigen und informativen Berichte. Die UITS-Website bietet zwar auch einigen Inhalt (und das zweimonatliche UITS-Journal in digitalisierter Form), aber sie wendet sich eigentlich stark nach innen, nicht nach außen. Wer dem Laden nicht schon angehört, wird vieles kaum verstehen.
    Interessant (und bemerkenswert) ist z.B., dass alle Trainer nachlesbar und namentlich aufgeführt sind; aber auch der hohe Jugendanteil von 40 % (!!!) in der UITS.

    Migliori saluti,
    Carcano

    [quote='Carcano','index.php?page=Thread&postID=34877#post34877']nein war jetzt eigentlich gar nicht so gemeint nur würden mich dort halt schon die Strukturen interessieren. Ein Vereinstrainer für alle Disziplinen (also die eierlegendewollmilchsau) oder getrennte Struktur? Wie geht es denn dann nach oben hin weiter oder ist da bald das Ende der Fahnenstange erreicht?

    Das ist der gewünschte (weiß Gott vielfach noch nicht erreichte) Ausgangspunkt in Frankreich, in Südbaden, inzwischen auch im Saarland, und auch bei der DSU. Es ist ein sehr bescheidenes Mindestmaß. Und selbst das fehlt vielfach. Verglichen mit vielen anderen Sportarten sieht es bei uns Deutschen in dieser Hinsicht im Schießsport auf Vereinsebene katastrophal aus.

    Frankreich hat im Trainerbereich ebenso wie Deutschland eine hierarchisierte Struktur, die sich ähnlich bürokratisch liest ;-), aber in der tatsächlichen Umsetzung deutlich vernünftiger, praxisnäher und besser strukturiert ist.

    Bei der DSU haben wir einige (wenige) Spitzentrainerleute wie Evelyn Höller, aber keine aufgebaute eigene Trainerhierarchie. Das hat auch seinen Grund: du musst dabei ja bedenken, dass so gut wie alle DSU-Vereine auch Zweit- bzw. Erstmitgliedschaften in einem anderen Verband (meist DSB und BDHS) haben.
    Die DSU hat seit wenigen Jahren erst einmal damit begonnen, bei den Schützen selbst eine Master-Klasse zu inaugurieren.

    Carcano

    Die ist in der DSU - trotz ihres nicht gar so großen Umfangs mit ca. 14.000 Mitgliedern - besser als bei den anderen beiden Verbänden (BDS, BDMP), gerade in dem _hier_ angesprochenen Bereich des anzustrebenden Vereinstrainers. Aber noch lange nicht gut genug, wie wir finden, und auch noch nicht "ausreichend".

    Ich habe deine berechtigte Frage (auch wenn sie hier als reine ablenkende Retourkutsche instrumentalisiert wird, ist sie in der Sache vollauf berechtigt) woanders schon mal beantwortet, lass mich mal suchen, damit ich mich selbst zitieren kann, so als ewiger Born währender Weisheit :D .... ah ja, hier, das war am 7.12.2011 in Waffen-Online:

    Zitat

    Ich bin ja in drei Verbänden. Wir haben einige schöne Ansätze für Jugendarbeit in der DSU (wesentlich befeuert durch das Ehepaar Horn - ein großes Dankeschön !), aber es sind Ansätze. Und wenn Du hier nun gerechterweise auf Sägespäne im eigenen Auge vs. Balken in anderen verweisen willst, gebe ich Dir völlig recht.
    In der nicht gerade großen DSU bemühen wir uns z.B., darauf hinzuwirken, dass jeder Verein wenigstens einen kurz geschulten "Vereinstrainer" haben soll, was bei uns weniger ist als ein DSB-Schießsportleiter und DSB-Trainer-D (Vereinsübungsleiter in anderen Landesverbänden). Schon das ist nicht leicht, und geht nur schrittweise.

    Eine "vernünftige, strukturierte Schulung" (gute Forderung !) im Kontrast hierzu gibt es im DSB in der Tat. In Bayern. Partiell auch schon in Württemberg. Die stelle ich anderen DSB-Landesverbänden gegenüber auch gerne als Vorbild hin.

    Danke für Berichtigungen und Widerspruch,

    Carcano

    So, ich habe noch etwas weiter gesucht. Zum Thema "Talentzentren" entnehme ich einer Webseite eines Bezirksschulungsleiters aus dem Unterland, dass es verschiedene Auffassungen oder Empfindungsweisen gibt. Eine solche Sicht ist zum Beispiel:

    Zitat

    Mit dem Thema Talentzentren wurde ich zum ersten Mal im August 2011 in einer Email von Kathrin Hochmuth konfrontiert. Um in Bezug auf die vom WSV geplanten Veränderungen bei den Talentzentren des Landes (einige sind wegen Teilnehmermangel sogar von der Schließung bedroht) ein wenig mitreden zu können, habe ich – bis auf das ohnehin problemlos laufende Pistolen-Talentzentrum in Leingarten – die im Bezirk Unterland befindlichen Zentren besucht und Gespräche mit Dr. Walter Horlacher (TZ Gewehr, Möglingen), Bernd Silberhorn (TZ Pistole, Aurich) sowie Tilo Pürmayr (TZ Bogen, Sternenfels) geführt.
    Große Probleme sehe ich in der Größe der Einzugsgebiete (welche Eltern aus Backnang fahren ihre Sprösslinge zum Bogentraining nach Sternenfels), in den Animositäten zwischen den benachbarten Vereinen (Angst, die Jugendlichen könnten abwandern) sowie in dem nicht nur in Schützenvereinen zu beobachtenden Nachwuchsmangel (unter dem besonders das TZ in Aurich leidet).
    Hier ergeht meine Bitte an die Verantwortlichen der Schützenvereine im Unterland, die dankenswerte und aufopfernde Arbeit der Trainer zu unterstützen und förderungswürdige junge Schütz(inn)en in den Talentzentren trainieren zu lassen. Letztlich kommt dies nicht nur den jungen Schütz(inn)en, die durch Trainingsfortschritte und gute Resultate in Wettkämpfen wieder Spaß am Schießsport finden, sondern auch unserer durch schlechte Presse arg gebeutelten Sportart zu Gute.


    Quelle: BSCHL

    Andere sehen das sicherlich anders. Sobigrufti könnte wohl die andere Position nachvollziehbar darlegen.

    Carcano

    Noch ein Nachtrag:
    Irgendwo (vielleicht in einer der Landesverbandswebsites) las ich die etwas hemdsärmelig-selbstgestrickt anmutende Einschätzung oder Charakterisierung, der Trainer-C "Breitensport" beinhalte eher die Anleitung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen, der Trainer-C "Leistungssport" eher die wettkampforientierte Anleitung Erwachsener.

    Die Schiefheit in der etwas überspitzten Wiedergabe des Erinnerten ist sicher erst einmal mir zuzuschreiben; aber irgendeine mentale Fehleinschätzung stand auch schon ursprünglich dahinter. Der Hauptfehler war wohl, dass die inhaltliche Kategorie "Interessierte / Einsteiger / neue Schützen / neue Vereins- und Verbandsmitglieder" vom ursprünglichen Schreiber kurzschlüssig (und inzwischen völlig falsch) mit der Altersgruppe "Kinder und Jugendliche" gleichgesetzt wurde.

    Carcano