Warum gibt es so wenige Trainer bei uns im Schießsport ?

  • Ich habe mal nachgefragt und eine Antwort vom DSB zur Anzahl von Trainern/innen erhalten:

    "Der DSB hat insgesamt über 12000 DOSB-Trainerlizenzen im Sport- und Bogenschießen ausgestellt, wovon zurzeit 5873 gültig sind. Da Lizenzen nach Ablauf aber immer noch reaktiviert werden können und das immer wieder getan wird, werden es erfahrungsgemäß am Jahresende über 7000 Lizenzen sein. Schliesslich wollen sich die Vereine die entsprechenden Zuschüssse sichern.

    Die meisten Lizenzen haben wir auf C-Ebene im Gewehr- und Pistolenbereich als Basis- und als Leistungssportlizenz (ca. 3500). In der Disziplin Bogen sind es etwa 1200 Lizenzen auf dieser Ebene; Flinte haben wir 43.

    Nach oben hin wird es dann dünner. Für Pistole und Gewehr sind es auf B-Ebene noch insgesamt 300 Lizenzen, für Bogen 73 und für Flinte noch 3.

    Auf Trainer A-Ebene gibt es 32 Bogen-, 23 Flinten-, 45 Gewehr- und 40 Pistolentrainerinnen und Trainer."

    @ Geri,

    Du fragst jetzt "Ich drehe mal die Fragestellung etwas um und frage: Warum haben viele eine Trainerlizenz und arbeiten aber nicht (mehr) als aktiv als Trainer?" nach rund 5000 "Trainern/innen ohne Lizenzen"?

    Darauf werden wohl nicht viele Antworten.

  • Gehörst Du auch zu dieser Gruppe?

    Hansaxel Willst Du mir irgendwas unterstellen? Ich betreibe erst seit 04/2022 Schießsport (steht übrigens auch in meiner Signatur) und da dürftest Du sicher wissen, das man nach 1 Jahr wohl eher noch keinen Trainerschein hat. Aber schön, irgendjemand hier blöd was anzudichten.

  • Hansaxel Willst Du mir irgendwas unterstellen? Ich betreibe erst seit 04/2022 Schießsport (steht übrigens auch in meiner Signatur) und da dürftest Du sicher wissen, das man nach 1 Jahr wohl eher noch keinen Trainerschein hat. Aber schön, irgendjemand hier blöd was anzudichten.

    Anderen was unterstellen darst nur Du.

    Warum soll jemand der mit einem Jedemannlehrgang in drei Tagen für sich mehr lernen kann rund drei Wochen für einen teuren Trainerschein verschwenden?

    Wir hatten tatsächlich Absolventen beim Lehrgang die nicht mal Sportschützen waren.

  • Mir ist schon klar, das eine Trainerausbildung auch die eigenen Leistungen verbessern könnte…

    Geri,

    das dürfte bei einigen die einen Trainerschein machen der Hauptantrieb sein. Die Ernüchterung kommt nach Abschluss. Das Stück Papier allein bringt die wenigsten weiter. Wer es vorher nicht Ansatzweise begriffen hat ist im Trainerlehrgsng hoffnungslos überfordert. Weder die eigene Leistung noch die Fähigkeit andere zu trainieren wird da viel besser da vorher kaum eine Basis da war für eine ansprechende eigene Leistung. Wir erinnern uns dazu sollte der Lehrgang ja herhalten, da wird das nach Abschluss nicht viel besser sein. Um der Blamage aus dem Weg zu gehen zieht sich der eine oder andere ins Nirwana zurück.

    Es gibt relativ wenige Trainer die von der Sache etwas verstehen ohne eigene Erfolge nachweisen zu können. Wie auch, was möchte einer einem anderen beibringen das er selbst für sich nicht umsetzen konnte.

    Wie gesagt es gibt welche, das sind aber sehr sehr wenige.

    Steyr EVO/E
    Match Gun MG2E / MG5E
    Felix Team 45 ACP
    SIG 210/6 Full Race Gun, Oschatz

    Ich habe Ecken und Kanten nur eine Null hat keine!

  • Hier kommt es auch auf die Art des Trainings an. Nicht immer muss ein Trainer auch in dem Sport unterwegs sein.

    Wenn es um gezieltes Training von Geist, Muskulatur und/oder Kondition geht, braucht der Trainer nur am Rande einen Bezug zum Schießen an sich.

    Gute Physiotherapeuten z.B. wissen meist wie sie die für den Sport benötigten Muskeln und Gelenke trainieren müssen, ohne dabei ein Waffe auch nur anzuschauen.

    Geht es an das Schießen an sich, klar dann braucht es einen Trainer, der das Schießen beherrscht und das erforderliche Wissen auch vermitteln kann.

    Bedeutet, je nachdem wie hoch und weit der Schütze will, kann es erforderlich sein einen ganzen Trainerstab vorzuhalten. Dann bewegen wir uns aber im Kaderbereich und den Leistungszentren.

    Klar wird es auch den ein oder anderen Verein geben, der das bieten kann, aber das wird vermutlich eher selten sein. Somit müssen sich viele Vereine eher mit einzelkämpfenden Allroundern zufrieden geben, die zwar alles irgendwie kennen, aber nicht alles wirklich gut können. Diese fühlen sich schnell ausgenutzt und schmeißen irgendwann hin, weil es einfach zu viel wird (je nach Größe der Trainingsgruppen).

    Geld gibt es keins oder nur wenig. Kaum kostendeckend und hier spreche ich von den einfachen Vereinen, wo alle ehrenamtlich unterwegs sind.

    Will man das Training professionell gestalten, dann kostet das richtig Geld, dass viele Verein nicht haben.

  • : Warum haben viele eine Trainerlizenz und arbeiten aber nicht (mehr) als aktiv als Trainer?" nach rund 5000 "Trainern/innen ohne Lizenzen"?

    Darauf werden wohl nicht viele Antworten.

    Wenn ich bedenke dass die älteren meines ersten Lehrgangs heute, soweit sie noch leben, über 90 sind könnte auch das ein Grund für das nicht mehr vorhandene Engagement sein.

    Bei uns im Kreis bekommen die wenigsten Vereine wegen des zu geringen Beitrags überhaupt Fördermittel, da braucht es auch keine Lizenz.

    Ein Verein mit einer Vorstandschaft unter 40 braucht auch keine Rentner als Trainer.

  • Es gibt relativ wenige Trainer die von der Sache etwas verstehen ohne eigene Erfolge nachweisen zu können. Wie auch, was möchte einer einem anderen beibringen das er selbst für sich nicht umsetzen konnte.

    Wie gesagt es gibt welche, das sind aber sehr sehr wenige.

    Nun, ich bin schon ein nicht ganz talentfreier Sportschütze, jedoch sind die von mir vorrangig (und ebenfalls nicht erfolgfrei) trainierten Disziplinen - Luftpistole, mehrschüssige LP, Sportpistole, Schnellfeuer - nicht die Disziplinen, die ich selbst aktiv schieße. Aber ich weiß, worauf es ankommt und kann das auch didaktisch aufbereitet vermitteln. Du kennst mich ja bzw. meine Schützen. Wir sind seit ca. 10 Jahren jedes (ausgetragene) Jahr auf der DM in München, (aktuell Lizenz C Leistung Pistole, angestrebt B, sollte es klappen - aber ehrlich gesagt, der DSB macht es einem echt nicht leicht, überhaupt diesen Lehrgang BESUCHEN zu können.)

    Ich muss nicht besser als meine Schützen sein. Sagt übrigens auch Detlev Glenz über sich (mit dem ich mich sonst in keinster Weise vergleichen will, dem ich aber nacheifere). Aber ich muss (nur) die Zusammenhänge verstehen, Abweichungen erkennen und Lösungen erarbeiten können. Ansonsten mental positiv auf die Schützlinge einwirken. Was nützt ein Superklasseathlet, der seine Schießschüler mit seinem Können düpiert und diese mental zusammenfaltet?

    Zurück zur Frage, warum bei derart vielen Trainerscheinen so wenig zurückkommt: Um Trainer zu sein, muss man selber sportlich zurückstecken. Als Sportler wäre ich viel besser, wenn ich die Trainingszeit nicht in andere, sondern in mich investiert hätte. Aber ich habe einen Traum: Möglichst viele junge Menschen an den Schießsport heranführen, dafür begeistern und sie auch dabei zu halten. An den Schießsport mit erlaubnispflichtigen Waffen, wohlgemerkt. Erst heute war ich mir 4 meiner Jugendlichen auf der Landesmeisterschaft BDS Speed (ist OSP ein klein wenig ähnlich), nächste Woche Fallschiebe Büchse mit einer noch größeren Auswahl unseres Nachwuchses. Es geht mir wirklich um Begeisterung - "I have a dream".

    Wahrscheinlich haben zu wenig Schein-Trainer einen solchen Traum.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

    Einmal editiert, zuletzt von Califax (22. April 2023 um 22:25)

  • Wahrscheinlich haben zu wenig Schein-Trainer einen solchen Traum.

    Hi Califax,

    hier gibt es sicher nicht nur eine Wahrheit, in dem Fall führen viele Wege nach Rom. Ich hab das schon auch Klar gemacht das es Trainer gibt die als Schützen nicht so erfolgreich waren. Es sind wenige, mein ehemaliger Co ist so einer, Du bist auch so einer. da gibt es sicher noch mehr. Gott sei Dank gibt es diese Leute, aber eine Referenz ist das eher nicht. Man muss in dem Fall etwas vermitteln was man salopp gesagt selbst nicht gebacken bekam. Die meisten bringen eher etwas vermittelt das sie selbst gut können oder konnten. Die Frage die ich mir stelle vorrangig, wie vermittle ich erfolgreich etwas an andere das ich selbst nicht umsetzen könnte?

    Ich bin hier schon der Meinung das es andere Stärken verlangt eine Truppe erfolgreich zu machen wenn man selbst nicht erfolgreich war. Nochmal es ist nicht unmöglich aber eher selten. Übrigens ist es auch sicher so das nicht jeder gute Schütze auch zwingend ein guter Trainer ist oder es werden kann. auch hier entscheiden gewisse Merkmale.


    no.limits

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  • Dieser Trainermangel ist auch vor allem ein regionales Problem. Es gibt Bundesländer (wie hier im Saarland), da gibt es glaube ich eigentlich überhaupt keine Trainer, geschweige denn solche, die größere Erfolge nachweisen können.

    Da haben es andere Bundesländer viel viel einfacher. Dort wird man fast erschlagen vor lauter Trainern und Stützpunkten (diese Erkenntnis beruht bei mir auf meinem durchforsten des Internets, ist also nicht repräsentativ!).

    Somit haben es saarländische Schützen ungleich schwerer, höhere Ziele zu erreichen.....

    Gruß,

    Michael

    -------------------------------------------------------------------------------------------------------

    ......Männer werden nicht älter.....nur die Spielsachen werden teurer.......

  • Da haben es andere Bundesländer viel viel einfacher. Dort wird man fast erschlagen vor lauter Trainern und Stützpunkten (diese Erkenntnis beruht bei mir auf meinem durchforsten des Internets, ist also nicht repräsentativ!).

    Somit haben es saarländische Schützen ungleich schwerer, höhere Ziele zu erreichen.....

    Bei den anderen ist immer alles besser! Das ist nun mal ein Naturgesetz.

    Dass es mit der Mitgliederzahl zusammenhängt scheidet aus?

  • Dass es mit der Mitgliederzahl zusammenhängt scheidet aus?

    Nein, natürlich nicht ;) .

    War auch - ich hatte es bereis erwähnt - lediglich eine nicht repräsentative Empfindung meinerseits aufgrund meiner Nachforschungen im Internet.

    Das bezieht sich allerdings auch auf viele andere Dinge und Hobbies, bei denen das Saarland "unterbelichtet" ist.

    Soll aber nicht heißen, dass man nicht trotz dieser Widrigkeiten was aus sich machen kann. Es ist halt nur aufwändiger.

    Gruß,

    Michael

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    ......Männer werden nicht älter.....nur die Spielsachen werden teurer.......

  • Dieser Trainermangel ist auch vor allem ein regionales Problem. Es gibt Bundesländer (wie hier im Saarland), da gibt es glaube ich eigentlich überhaupt keine Trainer, geschweige denn solche, die größere Erfolge nachweisen können.

    Da haben es andere Bundesländer viel viel einfacher. Dort wird man fast erschlagen vor lauter Trainern und Stützpunkten (diese Erkenntnis beruht bei mir auf meinem durchforsten des Internets, ist also nicht repräsentativ!).

    Somit haben es saarländische Schützen ungleich schwerer, höhere Ziele zu erreichen.....

    Hallo zusammen,

    Meiner Meinung nach gibt es im Saarland eher ein Problem im Landesverband.

    Es sind gute Trainer vorhanden (mit und ohne Trainerschein). Aber bei dem Mindset im Verband wundert es mich nicht, dass diese nur in kleinen Trainingsgruppen tätig sind.

    Wie man an den durchaus talentierten Jungschützen im Altersbereich von 14-18 Jahren sehen kann. Von denen es aktuell mehrere gibt.

    Hier wäre sicherlich noch mehr möglich, bei entsprechender Unterstützung durch den Verband.

    Der hat aber leider genügend Probleme mit sich selbst und verpasst es einfach die Infrastruktur für den Sport zu schaffen.

  • bei entsprechender Unterstützung durch den Verband.

    Der hat aber leider genügend Probleme mit sich selbst und verpasst es einfach die Infrastruktur für den Sport zu schaffen.

    Das wäre natürlich auch eine Erklärung........schade eigentlich.

    Man kommt sich hier meist vor, als ob man in der Wüste segeln wollte.....

    Gruß,

    Michael

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  • hier gibt es sicher nicht nur eine Wahrheit, in dem Fall führen viele Wege nach Rom.

    Auf jeden Fall!

    Und es ist oftmals hilfreich, ein ANDERER erklärt das Gleiche nochmal und plötzlich ist es verstanden.


    das es Trainer gibt die als Schützen nicht so erfolgreich waren. Es sind wenige, mein ehemaliger Co ist so einer, Du bist auch so einer. da gibt es sicher noch mehr. Gott sei Dank gibt es diese Leute, aber eine Referenz ist das eher nicht.

    Das liegt u.a. an der Sozialisation. Als Sportschütze habe ich erst mit ca. 40 Lenzen begonnen und ich hatte keinen Trainer. Ich habe mir damals alles mühsam selber beigebracht und dann habe ich Kurse besucht. So geht es heute vielen Schützen. Leider!

    Die Frage die ich mir stelle vorrangig, wie vermittle ich erfolgreich etwas an andere das ich selbst nicht umsetzen könnte?

    Ich bin Berufsschullehrer. Mein täglicher Job ist es, Berufsschülern Dinge zu vermitteln, die ich selbst nie praktisch getan habe oder höchstens im Ansatz. Dazu analysiere ich Vorgänge theoretisch und bereite diese didaktisch auf. Ich hinterfrage sie und suche nach der jeweils besten Lösung. Das mache im Schießsport nicht anders. Der Vorteil dabei ist, man hat ein weiteres Betrachtungsfeld ("nicht nur eine Wahrheit, in dem Fall führen viele Wege nach Rom."). Ketzerisches Beispiel: Wer z.B. 20 Jahre lang stets ohne Doppelatmung erfolgreich war - warum soll er heute die Doppelatmung vermitteln?

    Ich denke, es ist hauptsächlich der Wille und der Spaß, ANDERE als sich selbst erfolgreich zu machen. Natürlich ist es für einen ehemals erfolgreichen Sportler einfacher, sein Wissen und Können auf nachfolgende Generationen zu übertragen, als für einen, der sich erst alles aneignen muss. Ich kenne da so einige Supersportler, die aus ihrem Können eine Geheimwissenschaft machen: "Warum soll ich mir Konkurrenz heranzüchten!"

    Meine Frau und ich sind in erster Linie Trainer geworden, weil unsere Kinder hier Input wollten. Meine beiden Wänster sind inzwischen so gut, dass sie Vati und Mutti i.d.R. alt aussehen lassen. Soll ich mich darum grämen? Nein, ich bin stolz. Und meine Kinder hatten in uns Eltern wesentlich schlechtere (unerfahrenere) Trainer als unser aktueller Schießsportnachwuchs im Verein. Aber warum werden unsere schießsportlich erfolgreichen Kinder nicht selber Trainer? (heutiger Stand): "Ach, das ist langweilig, als Trainer erzählt ihr doch immer wieder das selbe!"

    Um jemanden erfolgreich zu trainieren bedarf es keines Scheines. Es bedarf m.M.n.
    a) Wissen (und Können)
    b) Beobachtungsgabe
    c) vor allem dem Wollen, andere weiter zu bringen und dafür selber zurückzustecken.

    Vielleicht muss man auch einfach nur blöd sein.

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  • Ich denke es ist Vor allem ein großer zeitlicher Aufwand, der viele Abschreckt. Mal von der eigentlichen Ausbildung abgesehen, aber wer gut sein will muss Zeit reinstecken und Berge versetzten, hat bei mir viel Zeit und Aufwand gekostet den Wirt von einem zusätzlichen Träiningstag zu überzeugen. Aber die Mühe hat sich gelohnt für die Kids.

    Ein Zweites Problem sind die Lehrgänge an sich, alle 2 Jahre wird ein Kurs Trainer C Basis und das Jahr drauf Leistung angeboten, ob man persönlich Zeit hat oder nicht, ansonsten klappt es halt nicht. Da nicht jeder Beruflich immer sagen kann ich bin da jetzt mal nicht da, muss man leider wieder zwei Jahre warten. Das ist teilweise echt frustrierend. Ich verstehe ja den Grund dahinter, für 2 Teilnehmer würde ich auch keine Schulung halten wollen, aber dadurch fallen bestimmt einige raus.
    Viele Grüße

    Thorsten

    Never give up. With zero you still can reach 390.8)

  • Vielleicht muss man auch einfach nur blöd sein.

    ne sicher nicht, aber leidensfähig......

    ja, es stimmt ja alles ich bin da auch voll bei Dir. Der springende Punkt bei Dir ist Dein Beruf der hier vieles nicht nur egalisiert sondern auch eine besondere Konstellation ergibt die diesen Erfolg dann auch möglich macht.

    So wird das bei jedem Trainer sein, das Umstände Merkmale da sind die besonderes schaffen. Mal so rum mal so rum. Die einen haben eine Gabe, Talent wie auch immer mit weniger Sachkenntnis trotzdem super Ergebnisse zu produzieren in dem sie Rahmenbedingungen so anpassen wie du in Deinem Fall.

    Wie gesagt die Realität zeigt es dass es wenige sind die das gebacken bekommen, leider. Andere können das auch aber nur für sich, werden gute Schützen haben aber kein Talent und keine Muse zum Trainer.

    Erschwerend kommt hier hinzu das viele Schützen schon nicht aus der Komfortzone kommen für ihren eigenen Erfolg wie sollen die sich motivieren und aus den Startblöcken kommen für andere.

    Das sind oft die mit der besten Ausrüstung und den größten technischen Defiziten.

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  • mit weniger Sachkenntnis trotzdem super Ergebnisse zu produzieren

    Ich bezweifle, dass ich so viel weniger SachKENNTNIS habe als ein erfolgreicher Leistungssportler (der keine Erfahrung im Coaching hat). Ich kann diese nur nicht mehr für mich körperlich so umsetzen als "alter Mann" - und als junger hatte ich diese Sachkenntnis (und Gelegenheit, diese zu trainieren) einfach nicht.

    Wobei ich nicht in Abrede stelle, dass ein vorheriges Leben als Leistungssportler nicht sehr nützlich und extrem praktisch für die Tätigkeit eines Trainers ist.

    Aber vielleicht ist ja auch das aktuelle Lizenzkonzept kontraproduktiv?
    1) Ich machte zuerst meinen Schießsportleiter. Da wurde in einem WE-Lehrgang vermittelt, wie eine Luftpistole und ein Luftgewehr aussehen und wie man diese hält. Ziel war: Blutige Anfänger an den Sport heranführen. Bezüglich LP hatte ich diesbezüglich keinen wirklichen Erkenntnisgewinn und für LG war es einfach zu wenig Tiefgang.
    2) Ich machte den Trainer C-Basis. Sehr viel drumrum, aber Schießtechnikvermittlung blieb m.E. immer noch viel zu flach, zu rudimentär. Ja, es wurden die Technikleitbilder kurz angesprochen, aber nicht wirklich, wie diese didaktisch zu vermitteln seien. Es wurde nur Präzision (LP und SpoPi) vermittelt, kein Schnellfeuer.
    3) Trainerausbildung C-Leistungssport (Pistole) - ein wirklich super Lehrgang mit viel Praxis, den ich in Dortmund absolvierte. Hier habe ich erst wirklich von Hans Bohne (+) die Didaktik der Technikvermittlung gelernt. Ich werde Hans nie vergessen! Hier erstmals Vermittlung der Schnellfeuertechnik. Habe dann Hans´ Mädels mit meinem Mädel geschlagen. Leider keine Vermittlung von Olympisch Schnellfeuer.
    4) Wie Olympisch Schnellfeuer funktioniert und wie man das trainiert, habe ich zuerst von Jürgen Wiefel (2-facher Olympia-Silbermedalliengewinner) gelernt. Verfeinert habe ich das dann
    5) bei einem Lehrgang bei Detlev Glenz zu OSP. Ein genialer Trainer und Lehrmeister! Leider habe ich zur Zeit keine OSP-Nachwuchsschützen, ist meiner Jugend zu teuer und zu aufwendig.

    Bis man also überhaupt ein echtes didaktisches Konzept vermittelt bekommt, ist mal also bereits beim 3. Lehrgang, also nach 3 bis 5 Jahren. In sofern haben die es einfacher, die schon von klein auf die Schallplatte der Trainer gehört haben und die diese nur wieder abspielen müssen.

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    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Dieses ganze Konzept ist unflexibel, ineffizient und teuer. Ja, ist so vorgegeben, so werden dann den Vereinen Fördergelder ausgereicht - aber dieser Bürokratiewahnsinn erstickt jegliche Eigeninitiative. Und was passiert: Der Verein verdonnert ein paar halbwegs erfolgreiche Mitglieder, den Schein zu machen, um die Förderkohle abzugreifen. Wenn er lieb ist, bezahlt er dann den Basislehrgang - alles Höhere ist ja fördergeldtechnisch irrelevant. Und daher kommen nicht wenige Schein-Trainer.

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