Zeigt doch mal eure bearbeiteten LP Griffe

  • Hallöle,

    wieder mal neues von der Griffefront:


    Das Hinterlegen des kleinen Fingers hat sich gelohnt. Alle "Hochschüsse" waren jetzt klar als Armbewegung zu identifizieren.

    Also ist die Kräftebalance der Finger untereinander nicht zu unterschätzen. Die Fingerlage wird anscheinend insgesamt schnell unterbewertet. Das Laufzittern der LP konnte ich noch weiter reduzieren indem ich die ersten Fingerglieder und die Fingerspitzen noch besser eingeschliffen habe. Hierbei ergab sich dann über den kleinen Finger und dem Handballen dass der Griff wie eingeklebt in der Hand liegt.

    Zusammenfassend:

    Die Rille für die Wurscht in Zusammenhang des Bürzels und des Flügels am Handballen ergeben Die Richtung in welche das Korn zeigt wenn man die Waffe aufnimmt und gen Ziel richtet ohne gleich mit dem Handgelenk zu korrigieren. Diese Balance MUSS unbedingt so eingestellt werden, dass das Korn gleich richtig steht.

    Weiterhin bestimmt die Rille wie weit die Finger um den Griff fassen können und ob die mittleren Fingerglieder 90 Grad zum Lauf stehen.

    Die Fingerlage untereinander bestimmt wiederum Tendenzen. Rechtsschuss Linksschuss. Oft korrigiert durch verschieben des Züngels nach rechts oder links. Auch Hoch- und Tieftendenzen können aus der Fingerlage herrühren. Also der "Druck" in der mitte der Fingerlage bestimmt die Höhe und die schrägen rechts und links davon bestimmen rechts links.

    Mein Eindruck ist, dass die Fingerlage fast wichtiger ist als der Rest der Handfläche. Also dort sollte viel mehr Sorgfalt aufgewendet werden um einen gleichmäßigen Anpressdruck zu erreichen. Natürlich sollte auch Rille, Bürzel und Flügel gut passen, aber dort werden kleine ungereimtheiten eher verziehen.

    Das scheint daraus zu kommen, dass die Finger immer aktiv "mitspielen" wollen und gut geparkt werden müssen, während die Rille eh passiv ist und eher als Fixpunkt wirkt. Der Bürzel kann sich auch schnell störend auswirken, was aber relativ schnell durch Druckpunkte zu Tage kommt. Der Flügel hinten ist relativ flexibel in der Gestaltung da der Handballen halt recht weich ist und sich gern anpasst. Aber aufgepasst. Auch hier ruhig mal Druckpunkte wegnehmen oder Spalten auffüllen. Gerade hier ist eine Korrektur schnell wieder entfernt.


    Viel Spass


    Matze

  • Hallo,

    dann schicke ich doch auch noch mal Bilder...

    Hier ein Benelli-SpoPi-Griff, mal recht preiswert bei Frankonia erworben, umgebaut für ein GSP. Das Aufwändige was doch die Innenbearbeiteung des einteiligen Pistolengriffs. Angefangen mit einem Forstner-Bohrer, einem Dremel mit biegsamer Welle ausgestattet mit einem Dremel Fugenfräser (Art.-Nr 570) sowie einer Raspel hat dass wirklich zig Stunden in Anspruch genommen, Eingeklebt habe ich eine gekürzte und durchbohrte 9-mm-Luger-Hülse als Lager für die 5-mm-Inbus-Schraube, die den Griff mit dem Gehäuse verschraubt. Von der Außenkontur habe ich jetzt ein paar Bilder. Ich arbeitete vorwiegend mit Holzkitt und verwende aus Lösungsmittel Aceton. Das Mischen mit Aceton funktioniert bei den Produkten Zweihorn Correct und Bindulin FugenPlast problemlos. Aceton verflüchtigt sich recht schnell, was den Trocknungsprozess stark verkürzt.

    Für den blauschwarzen Schichtholzgriff habe ich dann versucht den naturholzfarbenen Holzkitt schwarz einzufärben, etwas, was nicht so wirklich von Erfolg gekrönt war. Ich werde noch mal einen anderen Holzkitt ausprobieren, aber das steht noch aus. Drum sieht der Griff so scheckig aus... 

  • Dann habe ich vor drei Tagen einen 43 Jahre alten originalen GSP-Griff für einen Sportskameraden aufgekittet. Weil wir so ziemlich die gleiche Handgröße haben (L), konnten die ersten Schritte ohne ihn erfolgen. Die Verstellbarkeit der Handkantenauflagen sollte erhalten bleiben. Drum musste ein Stück von der Handkantenauflage abgetrennt und auf der Griffseite wieder angeklebt werden. Weil's auch schnell gehen sollte, mit UHU plus schnellfest.

    Um die vordere Grifffläche einbringen zu können, musste ein mit TesaKrepp umwickeltes Holzstück eingeklemmt werden. Und um eine Stützfläche über dem Mittelfinger modellieren zu können, hab ich zwei dünnen SPAX-Schrauben eingedreht und die Köpfe anschließend abgesägt. Ansonsten denke ich sprechen die Bilder für sich.


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  • Danke an den Themen Starter und allen die Ihre Erfahrungen hier mit eingebracht haben.


    Durch das hier gelesene habe ich mich gestern endlich aufgerafft um meinen Griff mal vernünftig anzupassen.

    Bisher war es eher nur etwas Spachtel zur Unterfütterung im Handballen Bereich.


    Gestern dann tabula rasa......alles weg und erst mal die Daumenwurzel anpassen.


     


    Der Daumen konnte nicht richtig liegen, da der Griff an der Wurzel einfach zu breit war.


    Nach abschleifen im hinteren Bereich liegt der Daumen jetzt ohne Spannung in der tiefer geschliffenen Daumenauflage.........ein ganz neues Gefühl.


    Dadurch kam jetzt aber die Hand weiter in den Griff und der "Berg" in der Handfläche war zu hoch.Also auch hier ran mit dem Multimaster.


    Jetzt war es Zeit für die "NoLimit-Kerbe" und dann die Stellen gekennzeichnet wo Masse aufgetragen werden soll.


    2K Autospachtel mit etwas schwarz abgetönt (hatte ich mir besser vorgestellt) und ran an die mit Creme eingeriebene Hand.


     


    Zum Schluss das verbleibende Holz noch mit dem guten Olivenöl meiner Frau eingerieben und trocknen lassen.



    Ein ganz neues Griffgefühl und ein super halt der Pistole ohne hohen Kraftaufwand.

    Die scharfen Kannten werde ich so behalten.....sieht komisch aus passt aber wie Arsch auf Eimer!


    Wenn jetzt das ganze noch so ausschauen würde..........:love:


  • Trifft nix : MMn fehlt noch ein wichtiges Element (oder ich erkenne sie nicht auf deinen Fotos). Du hast nicht die Rille für die "Handwurst" senkrecht zu den Fingerrillen. Schau dir mal meinen Beitrag #84 an, dort siehst du die Rille recht deutlich ( bei Matze sieht man die auch).

  • Hallo bigboreshooter,


    die Löcher dienen dazu, mit einem entsprechenden Schlüssel die innenliegenden Imusschrauben für die Griffwinkeleinstellung zu verwenden.


    Bei der P8X muss man den Griff für die einzelnen Einstellungen nicht mehr abnehmen wie bei einer Steyr z.B.


    VG


    Holger

    Wieder Walther LP400 - TOZ 35 mit Rink-Griff Mbd7 - Feinwerkbau AW 93 mit Rink-Griff SRb7