Gewehreinstellung

  • Hallo,


    ich suche nach einer möglichst auch für Anfänger verständlichen Anleitung wie man ein Luftgewehr auf den Schützen einstellt. Dabei soll der Schwerpunkt gar nicht so sehr auf den Feinheiten liegen. Wichtig wären mir da vor allem die Grundlagen wie die Position der Schaftbacke, Schaftkappe und auch des Diopters. Eine kleine Hilfe zur Selbsthilfe für die Schützen. Habt ihr da zufällig einen Tipp für mich?


    Beste Grüße


    Gerhard

    Wer will findet Wege. Wer nicht will findet Gründe.

  • Hallo,


    hier einmal eine kurze und hoffentlich verständliche Anleitung:


    Die Backe: Sie sollte so eingestellt werden, dass man mittig durch den Diopter schaut, wenn man den Wangenknochen auf die Schaftbacke legt.


    Die Kappe: Sie sollte etwas nach unten versetzt werden (beim Stehendschießen), sodass dass Gewehr etwas in die Höhe kommt, der Lauf vorne aber etwas nach unten geht. Hier ist die Feineinstellung Ermessenssache des Trainers bzw. Schützen.


    Der Diopter: Dieser sollte möglichst nah am Auge sein, dass nur wenig störendes Licht von der Seite hereinfällt, also möglichst nah an das Auge. Wenn der Schütze den Kopf weit nach unten bewegen muss, sollte man eine Visierlinienerhöhung benutzen.


    Länge des Gewehrs: Bei den meisten neuen Gewehren kann man auch die Länge des Gewehres einstellen. Hier gibt es einen einfachen Trick, natürlich kann auch hier die Feineinstellung abweichen. Das Gewehr mit der Schaftkappe in die Armbeuge am Ellenbogen einsetzen, nun sollte man den Griff des Gewehres schön umfassen können. Ist dies möglich, hat man die ungefähr richtige Länge.


    Gewicht: Hier darauf achten, dass das Gewehr gut austariert ist, d.h. dass wenn man es auf der Stützhand liegen hat und es nicht in der Schulter stützt, sollte das Gewehr darauf liegen bleiben und nicht nach vorne oder hinten kippen. Ansonsten Gewichte anbringen.


    Ringkorn: Auch hier ist wieder das Schützengefühl wichtig. Grundsätzlich gilt aber, bei Anfängern größer (ca. 4,0 oder mehr) und je besser der Schütze wird, desto kleiner kann auch das Korn werden.


    Ich hoffe, damit helfen zu können.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Puh... das ist ein richtig schwieriges Thema... den ich bin überzeugt, dass 80% aller schützen ihr Gewehr falsch eingestellt haben...


    Das kann man auch kaum vereinfachen... Dingo hat's versucht und so würde ich das auch formulieren, nur noch ein paar Anmerkungen zu Dingos post:


    1) Diopter: Abstand Iris zum Auge sollte um die 5-7 cm sein. Verstellbare Iris gibt hier auch noch ein wenig mehr flexibilität...


    2) Schwerpukt: Mir wurde immer gesagt der Schwerpunkt muss ein paar cm "vor" der Stützhand sein, so dass das Gewehr "leicht" Kopflastig ist, da der Schuss in der regel das Gewehr nach oben reissen will. Fragt sich ob das bei modernen LGs mit Absorbern noch nötig ist, bei KK Gewehren aber ganz sicherlich.

    Servus, habe die Ehre..
    Kloaner_Schütz


    Mein Gewehr: FWB 601
    Gehmann Iris/Gehmann Klarsicht-Ringkorn verstellbar/Visirlinienerhöhung (FWB)/Laufgewichte (FWB)/MEC III Contact Kappe/TEC-HRO Touch Abzug/TEC-HRO Schaftgewicht


    Meine Vereine:
    1. SG Immergrün Unterföhring (Bayern) 2. Sportschützen UBS Zürich (Schweiz) 3. SSG Wallisellen (Schweiz)

  • Ich halte es für sehr wichtig absolut systematisch vorzugehen. Es wird auf jeden Fall nur genau ein Punkt verändert. Auch wenn ich mich als Übungsleiter-J in erster Linie auf unsere Anfänger konzentriere musste ich gestern doch eingreifen. Schon seit längerer Zeit befinden sich die Ergebnisse eines sehr talentierten Nachwuchsschützen im freien Fall. Er spielte mittlerweile schon mit dem Gedanken für ein Jahr zu pausieren oder den Schießsport an den Nagel zu hängen. Von unseren beiden Jugendleitern kam leider keine Reaktion. Nach dem gestrigen Wettkampf habe ich die Reißleine gezogen und den Anschlag mit Hilfe unseres Gauübungsleiters komplett neu aufgebaut. Ein ungünstiger Zeitpunkt. Aber die einzige Möglichkeit um Enttäuschung und Selbstzweifel aus der Welt zu schaffen. Wir mussten das Gewehr um gefühlte zwei bis drei Größen verändern und auch auf eine andere Schießhose umsteigen. Man mag es kaum glauben aber der Schütze ist über den Sommer schlicht und ergreifend ein Stück gewachsen. Morgen gehen wir beiden noch ein paar Korrekturen an und versuchen die Grundlagen für ein gutes Anschlagsgefühl zu legen. Die vielen Feinheiten brauchen allerdings Zeit. Das geht sicher nicht von heute auf morgen. Schon am Freitag ist der nächste Wettkampf. Ich habe mir dafür aber extra Zeit genommen und stehe mit Rat und Tat zur Seite. Ein guter Neuanfang. Das ist alles was ich mir wünsche. Für unsere Schützen wäre eine „Checkliste“ mit der sie Veränderungen selbst erkennen und beheben können enorm hilfreich. Gerade diese Aspekte kommen in unserem Training viel zu kurz.

    Wer will findet Wege. Wer nicht will findet Gründe.

  • Da stimme ich dir Zu Geronimo. Im training werden Gewehreinstellungen total vernachlässigt. Selber lernen ist also die einzige möglichkeit und auch das lernt man nur, wenn man sich mit der Thematik auseinandersetzt. Wenn ich daran denke wie lange ich alleine schon gebraucht habe um meinen Abzug und die Schaftkappe richtig einzustellen... es braucht Zeit und Gedult.

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    Kloaner_Schütz


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  • Hallo,


    also was du hier schreibst, widerspricht dem, was ich "gelernt" habe. Unser Bezirkstrainer hat die Diopter immer möglichst nahe an das Auge geschoben, da damit einfach weniger Streulicht von der Seite hereinfällt. 5-7 cm halte ich hier für deutlich zu weit, was aber nicht heißt, dass einer mit so einem Abstand gar nichts trifft. Es ist halt anders besser (so wurde es mir gesagt).


    Die Regel mit dem Schwerpunkt leicht vorne kenne ich auch vom KK-Schießen. Da sich aber ein Luftgewehr beim Abziehen kaum bis gar nicht mehr bewegt, sollte hier das Gewehr schon wie beschrieben vom Gewicht her ausgeglichen sein.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Auch das hängt stark vom Schützen ab. Wenn der Raum zwischen Korn und Tunnel sowie Tunnel und Diopter eine gleichmäßige Helligkeit hat und der Rand des Diopters keinen oder nur noch einen geringen Grauverlauf aufweist hat man die richtige Entfernung gefunden. Hab' gestern aufgepasst. :D

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  • Re Diopter:


    @ Geronimo, ja und ich vermute kaum dass dass direkt am diopter ist.


    @ Dingo, mir wurde gesagt man braucht den Abstand weil sonst die Gefahr grösser ist, falsch zu zielen, macht ja auch Sinn weil man dann weniger merkt wo die Kopfposition ist. Zudem verstärkt der Abstand die Ideallinie, Auge, Diopter, Korn... Gegen Licht schiessen ja heute alle mit Kappe und abgedeckten Seiten... Zudem gibt es ja noch Gummiaufsätze für die Iris die einen Tunnel bilden falls dich der Lichteinfall wirklich stört...


    Ok, vielleicht irre ich mich aber ich habe es in diversen Lehrgängen und Lehrbüchern so gelesen.

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  • Schön zu sehen, dass es bei dem Thema doch so unterschiedliche Meinungen gibt. Ich werde dann mal den Ratschlag von "Kloaner Schütz" ausprobieren und sehen, ob es dann so besser läuft. Dafür ist das Forum ja da, wirklich toll.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Schön zu sehen, dass es bei dem Thema doch so unterschiedliche Meinungen gibt. Ich werde dann mal den Ratschlag von "Kloaner Schütz" ausprobieren und sehen, ob es dann so besser läuft. Dafür ist das Forum ja da, wirklich toll.


    Schau mal da Dingo:


    http://llzbw.de/download.php?s=download&id=33


    Für mehr so Anleitungen:


    LLZ-BW - Downloads


    Ich geh mal davon aus, dass die Badenwürtmberger Kader schon wissen wie's geht :D

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    Kloaner_Schütz


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