Schützenverband verbietet Auftritte schwuler Königspaare

  • „Ein Schützenkönig darf gerne schwul sein, er darf seinen Lebenspartner aber nicht mit auf den Thron nehmen - so hat es der Schützenverband Nordrhein-Westfalen jetzt beschlossen. Stattdessen muss er eine Frau mit ins Amt führen, der "christlichen Tradition" wegen.“ (Spiegel Online)


    So langsam wird's lächerlich. Klar, die katholische Kirche wird gleichgeschlechtliche Partnerschaften wohl niemals akzeptieren, aber vielleicht ist's höchste Zeit so manches etwas eingestaubtes Schützenbrauchtum einzelner „Trachtenvereine“ zu überdenken. Ein ausschweifendes Schützenfest, ein militärisches Auftreten mit irgendwelchen Phantasieuniformen und auch der übertriebene Glaubensbezug (die vermeintlich rein christlichen Werte), das lässt sich heute kaum mit Breiten- und Leistungssport verbinden. Oder sehe ich das vielleicht zu kritisch? Was meint ihr?

    Gerhard Seemüller


    „Great minds discuss ideas;

    average minds discuss events;

    small minds discuss people.“

  • Gab es das im letzten Jahr nicht auch schonmal?


    Da durfte das Paar aber dann doch öffentlich zu seinen '' Königswürden '' stehen, wenn ich mich recht erinnere.



    Ich finde auch, Tradition gut und schön, aber auch das Schützenwesen sollte mit der Zeit gehen.

  • Richtig Sarah, das war was ich meinte.


    Auf der einen Seite wünschen sich die Schützen mehr Tolleranz von dem Rest der Welt und dann sowas. Echt nicht zu fassen.........

  • Zur Toleranz gehört aber auch die Einstellung anderer zu tolerieren.


    Hier handelt es sich nun mal um einen katholischen Verband.


    Karl

  • Ich schäme mich gerade, dass ich solche Vorgänge mit meinem Mitgliedsbeitrag unterstützen 'muss'...
    Sowas gehört sich einfach nicht mehr, solche Engstirnigkeit und vorallem Diskriminierungen gehören sich einfach nicht!
    Katholisch hin oder her... da hat wohl der ein oder andere den Wandel der Zeiten und der Toleranz verschlafen!! Sehr traurig, vorallem weil das nur wieder Wasser auf die Mühlen derer ist die uns in die Rechte Ecke stellen.



    Zur Toleranz gehört aber auch die Einstellung anderer zu tolerieren.


    Hier handelt es sich nun mal um einen katholischen Verband.


    Karl


    Genau Karl und wenn damals die Leute nicht gegen die Inquisition vorgegangen währen würden wir heute immer noch Menschen auf den Markplätzen verbrennen. Oder wir würden immer noch glauben die Erde ist eine Scheibe...



    Dieses Hin und Her der, vormaligen religiösen, Ansichten und Ausrichtung von Verbänden und Institutionen ist heute in unserer mulit ethnischen und multi religiösen Gesellschaft absolut antiquiert und dient meiner Ansicht nach nur dazu Personen und Personengruppen auszuschließen!


    Ein von der Engstirnigkeit mancher Menschen verblüffter und angesäuerter
    Joker

  • Ich schäme mich gerade, dass ich solche Vorgänge mit meinem Mitgliedsbeitrag unterstützen 'muss'...

    Es zwingt Dich doch niemand bei diesem Verband Mitglied zu sein.

  • Leider Gottes bin ich mehr oder weniger dazu gezwungen, weil ich durch meinen Mitgliedsbeitrag an den DSB auch den WSB unterstütze- wenn auch indirekt.
    Und den DSB dafür verantwortlich zu machen ist für mich etwas weithergeholt, wobei u.U. ein paar klare Worte zum Thema vllt. wünschenswert wären... Aber darauf können wir vermutlich lange warten. ;)

  • @ Geronimo,


    ja, Geronimo, es ist schön lächerlich, was der Öffentlichkeit von uns Schützen wieder geboten wird.


    Wobei die Öffentlichkeit/die Medien nicht unterscheiden wird, ob es sich um einen traditionellen oder einem eher dem Schießsport zugewandten Verband handelt.


    In der Öffentlichkeit kommt an: Schützen sind unzeitgemäß und intollerant. Ein gefundenes Fressen für die Medien.

  • @ Geronimo,


    ja, Geronimo, es ist schön lächerlich, was der Öffentlichkeit von uns Schützen wieder geboten wird.


    ........................In der Öffentlichkeit kommt an: Schützen sind unzeitgemäß und intollerant. Ein gefundenes Fressen für die Medien.


    Da haben es die z. B. die Fußballer besser, bei denen traut sich kaum ein Schuwuler sich zu outen.


    Karl

  • Joker, die katholische Kirche kennt halt einmal keine Kompromisse, ein katholischer Homosexueller ist schlichtweg ein irrgeleitetes Kirchenmitglied das bekehrt oder ggf. auch ausgesondert wird. Ist denn der Bund Historischer Schützenbruderschaften überhaupt Mitglied im DSB / WSB? Die große Herausforderung ist hier mal wieder der Facettenreichtum: Christliche Brauchtumspflege bis anspruchsvoller Leistungssport. Ein katholischer Schützenverband, der Homosexuelle oder generell auch Andersgläubige ablehnt bzw. einschränkt, ist grundsätzlich nicht unglaubwürdig oder überholt, sollte das allerdings auch kommunizieren. Das wird auf Vereinsebene scheinbar weder gelebt noch gewusst.

    Gerhard Seemüller


    „Great minds discuss ideas;

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  • Ein katholischer Schützenverband, der Homosexuelle oder generell auch Andersgläubige ablehnt bzw. einschränkt, ist grundsätzlich nicht unglaubwürdig oder überholt, sollte das allerdings auch kommunizieren. Das wird auf Vereinsebene scheinbar weder gelebt noch gewusst.


    Ja, Geronimo, deshalb greifen auch die Medien diese Kommunikationslücke auf.

  • Ist denn der Bund Historischer Schützenbruderschaften überhaupt Mitglied im DSB / WSB?


    Tut mir leid, da bin ich wohl der wirren Berichterstattung auf den leim gegangen... Der Bund Historischer Schützenbruderschaften ist so wie es ausschaut nicht Mitglied im WSB. Darum trifft den WSB auch keine 'Schuld'!!
    Ist schon nett wie man mit der richtigen-falschen Formulierung die Leser aufs Glatteis führen kann.


    Trotzdem finde ich den ganzen Vorgang an sich immer noch nicht besser deswegen...

  • Ich finde das auch lächerlich...und von vorgestern.



    Bei uns im WDR haben sie einen Beitrag gezeigt, wo 2 Deligierte interviewt worden sind. Ihre Aussagen:


    "Schwule sind zwar auch Menschen" und "Unser Außenminister hat ja auch dieses Problem"


    Das ist dann schon nicht mehr nur lächerlich, sondern peinlich...wobei, unseren Außenminister finde ich auch nicht gut ,aber das ist eine andere Baustelle ;)




    MFG

    Wir suchen hier mit Müh und Fleiß, den Schützen, der keine Ausrede weiß.

  • Hallo,


    dass Ganze ist doch ein Witz,wenn es nicht so traurig wäre. Vom Gesetz her hat der Schwule das Recht zu heitaten und ist dem nicht Schwulen gleich gestellt. Was nimmt sich die Kirche heraus, sie sollten erst mal ihre Altlasten aufarbeiten, siehe Umgang mit Jugendlichen. Dieses scheinheilige Getue und überall gibt es Elend wo die Kirche mehr tun könnten. Ob das nun der Bund der Historischen Bruderschaft ist, oder sonst ein Schützenverein, vor Gott und dem Gesetz sind wir alle gleich. Die Kirche jammert ja schon über Mitglieder schwund, so fördert sie ihn nur.


    Kogge

  • Das klingt erstmal alles schlüssig, bei genauerer Betrachtung wäre allerdings eine solche Duldung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften eine Aufgabe essentieller Glaubensgrundsätze. Der katholische Glaube bedeutet halt schlicht bedingungslosen Gehorsam nach Vorbild von Jesus. Das kann man gut finden oder nicht.

    Gerhard Seemüller


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  • Ich finde diesen Ausschluss auch Schwachsinn, trotzdem will ich sagen: Es sind nun mal die Regeln in diesem Schützenbund und dann ist das auch zu respektieren. Ich kann auch nicht sagen, Pfarrer sollen nun alle heiraten, weil das Zölibat nicht mehr zeitgemäß ist.


    Das ist beides Schwachsinn und antiquiert, aber so ist es nunmal und jeder weiß, dass die katholische Kirche diese antiquierten Züge hat. Wer also nun bei diesem "Verein" dabei ist, muss sich auch mit seinen Spielregeln zufrieden geben.
    Soll der schwule Schützenkönig doch in den WSB kommen. Ich denke mal, dass es hier keine solchen Probleme gibt, bzw. ich habe noch nie etwas davon gehört!

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • bei genauerer Betrachtung wäre allerdings eine solche Duldung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften eine Aufgabe essentieller Glaubensgrundsätze. Der katholische Glaube bedeutet halt schlicht bedingungslosen Gehorsam nach Vorbild von Jesus.


    Erfreulicherweise sieht die katholische Kirche _selbst_ das anders.
    Wär' ja auch schlimm, wenn das römische Lehramt Deinem augenzwinkernd hier präsentierten Opus-Dei-Zerrbild von "Katholizismus" anhinge. Näheres nachzulesen im Weltkatechismus, Nr. 2358.


    Carcano

  • Wobei man sich da fragt wer denn nun "die Kirche selbst" ist, Pfarrer, Bischöfe und auch der Papst kommunizieren das jedenfalls nicht und die Mehrheit der Gläubigen (mal abgesehen von Festtagschristen) ist was das angeht sehr konservativ.

    Gerhard Seemüller


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