Probleme Visierung

  • Auch selbst ein Trainer hat Probleme :). So zu mir, ich hab damals mit Ausnahmegenehmigung mit 10 Jahren angefangen mit dem Schießsport, nur leider war nie einer bei uns damals da der einem als Trainer zur Seite gestanden ist bzw. die nötigen Förderungen die man als Jungschütze braucht. Das heist ich habe mir im Prinzip alles selber beigebracht irgendwie. Mittlerweile bin ich leider schon 28 (alter Sack :) ) aber immernoch der Ehrgeit vorhanden.Im Wettkampf schieße ich um die 370 oder auch mal ein paar Ringe mehr (PB im Wettkampf dieser Saison 379) im "selbst Training" hatte ich schon 386.


    Mein Problem bei mir ist die Visierung, d.h. die Zehn im Korn zu halten. Hat jemand eine Idee wie man dies mit spezielle Trainingseinheiten trainieren kann?

  • Ohne irgendwas gesehen zu haben ists natürlich schwer zu sagen. Der richtige Stand wird wohl die Lösung sein. Wenn man richtig steht kann man eigentlich machen was man will, und der Schuss wird eine 10.


    Probier, dass du einfach mal in den Anschlag gehst, und diesen dann 5-10min hältst. Tut es irgendwo weh? ziehts irgendwo in den Muskeln? spürst du deinen linken Arm(als rechtsschütze)?... Wenn ja, dann machst du was falsch.


    Machst du beim Schießen auch einen Blindanschlag, um den Stand zu verbessern?


    Dann kanns natürlich auch die Atmung sein. Atmest du aus dem Bauch? hältst du die Luft vor dem abziehen an? Wie lange hältst du die Luft an?...


    da gibts tausend dinge, die möglich sein könnten... wie bei deinem jungschützen wären hier einfach auch Bilder recht ;)

  • Blindanschlag mach ich. Ich fahre langsam von oben ins Ziel dabei Atme ich aus. Ok und Bild folgt. Werds mal machen mit den 5 min.

  • wir machen das bei uns im Kader mit großem Erfolg ganz anders.....


    Für Spitzenschützen (kann man bei 370 + ) ruhig sagen ist das jedoch etwas schwierig wegen der Umstellung auf dieses Verfahren...


    Vorwort:


    Es gibt nur sehr wenige Schützen welche ich persönlich kenne die auf der 10 stehen (Haltepunkt); Das Manko ist, von Anfang an wird einem Anfänger eingetrimmt 10 er zu schiessen und das ist blödsinn. Natürlich will man die Zehn treffen, aber darauf halten, wie soll das gehen.


    Methode:


    Wir machen folgendes.... Als erstes wird dem Schützen aufgemalt (auf eine Scheibe/Tafel) wie groß der Halteraum für eine Acht, Neun oder Zehn ist (je nach Leistungsstand). Dann werden die Grundelemente (Äußerer Anschlag/Einsetzen/Zielen/Abziehen....) geübt und die Vorgabe ist, wenn du wackelst von 8 nach 8 und sauber Abziehst triffst du immer noch eine 10 oder zumindest eine Neun. Wenn man das ausprobiert muss man schon ganz nett "eiern" um die 9 zu verlassen. Nach jeder Trainingsstufe wird der Halteraum kleiner und man lernt "spielerisch" die Zehn zu treffen ohne krampfhaft zu versuchen diese zu treffen. Mann konzentriert sich viel mehr auf die wesentlicheren Dinge wie Anschlag, Kopfhaltung Muskeln..... usw. Nur das Umschalten auf diese (von mir erdachte) Methode ist schwierig für gestandene Schützen.


    Aber nicht vergessen. Wer 40, 60 Schuß macht hat geschossen aber nicht TRAINIERT... deshalb einfach mal im Training was probieren



    Dieter

  • @ sobigrufti das Verfahren hört sich sehr interessant an und das für dich ab 370 die Leute zu den Spitzenschützen zählen find ich gut. Kannst du mir das Verfahren mal näher erläutern und wie schon oft genannt dazu ein paar Bilder?


    Wie stark ist in deinem Verfahren die Korngröße berücksichtig oder ist dies unabhängig? Weil ich persönlich habe seit dieser Saison ein verstellbares Ringkorn von Centra auf meinem Anschütz. Und da bin ich zu der Erkenntnis gekommen das ich mit nem 4,2 besser zurecht komme wie mit einem 3,6 bzw. 3,8.

  • sobigrufti: Deine Methode hört sich interessant an, aber wie lässt sich das Umsetzen? Also worauf lässt du deine Schützen dann zielen? Auf einen kleinen Punkt oder wie läuft das "spielerisch die 10 finden" ab?


    Quigon: Eine Faustformel lautet: Je weniger ich wackele, desto kleiner soll das Korn sein. Da du ja von Schwankungen erzählt hast, denke ich, dass ein größeres Korn da sicherlich die bessere Alternative ist.
    Wichtig ist, dass du nicht zu viel Kontrollweiß hast, also dass du noch siehst, wann das Schwarze mittig ist. Trotzdem soll das Korn so groß sein, dass du nicht viel zu lange zielen willst, weil du jeden kleinsten Wackler noch ausgleichen willst, weil dann führt das auch zum Gegenteil.


    Da du ein verstellbares Ringkorn hast, kannst du ja ausprobieren, welche Größe dir am besten passt und wenn dein Anschlag ruhiger wird, kannst du es ja wieder etwas kleiner drehen.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Schöne Trainingseinheit. die gefällt mir :)
    dass es blöd ist, wenn man den Schüler sofort die 10 eintrimmt stimmt genauso. Leider machen das die kleinen oft auch schon von selbst. wir lösen das ab und zu, in dem wir einfach auf Lochscheiben schießen, bei denen ein bestimmter Ringbereich (je nach Leistungsstand) ausgestanzt ist, und die kleinen einfach 20 Schuß in das Loch bringen müssen. Wenn man Ihnen dann im nachhinein ausrechnet was sie da dann geschossen haben, dann sind sie meist sehr überrascht.


    Die 10 zu halten finde ich für mich jetzt ehrlich gesagt nicht schwer. Bei mir ist eher das Problem in die zehn zu kommen... Ist ja auch ein riesiger Bereich eigentlich so eine 10.

  • Hallo


    über das Korn hat Dingo alles gesagt; Sehe ich genau gleich


    über meine Methode


    Zuerst die Grundelemente langsamer Aufbau des Anschlages (eigenes Thema)


    DANN


    am Anfang auf den richtigen Ablauf achten


    ganz grob


    einsetzen Grobanschlag Atmung Kopfdrehung Zielen (von "Oben" in die SCheibe fahren) Druckpunkt und am Anfang muss der Schuß in den ersten 5 Sekunden "fallen". Geht viel daneben am Anfang aber spätestens nach 5 Abenden sieht das ganz passabel aus. Wichtig ist allerdings sauber abziehen und vor allem nachzielen (nicht nachhalten) So wird in relativ kurzer Zeit der Halteraum immer kleiner und vor allem die Ausreisser seien es jetzt 6er oder 8er sind sehr sehr selten. Und prompt steigt das erzielte Ergebnis. Wobei ich am Anfang darauf achte einrichten Probe 10 Schuß. Raus aus dem Anschlag und wieder von vorn. Das prägt sich dann ein. Und wenn der Ablauf stimmt ist es egal ob Probeschiessen, Ligamodus, Stechschuß oder normaler WEttkampf.. immer die gleiche (konzentrierte) Leier. Ein Jungschütze hat in aller Seelenruhe eine 10,9 im Stechschuß abgeliefert. Das geht


    Ach ja, mit der Zeit wird dann länger gezielt aber nicht bewusst abgezogen - aber das ist das nächste Trainingselement. Deshalb gebe ich für den Kader oder meine Jungschützen einen Trainingsplan heraus der aber nur ganz grob strukturiert ist


    Dieter

  • über das Korn hat Dingo alles gesagt; Sehe ich genau gleich


    Jein, ich halte die Formulierung von dingo so sogar für etwas missverständlich.


    Es gibt für jeden Schützen ganz individuell eine bestimmte (nicht immer konstante) Ringgröße, bei der Abkommen und Trefferlage am besten korrelieren und womit der Schütze auch die höchsten Ergebnisse erzielen kann. Aufgrund unserer Wahrnehmung wird es aber nicht beliebig genauer, je kleiner wir das Korn wählen. Diese Korngröße variiert zudem bei den Schützen aufgrund der jeweiligen Wahrnehmung sehr stark. Wo der eine Schütze noch deutlich das Weiße sieht, ist für den anderen schon alles schwarz.


    Es ist aber nicht so, das eine weitere Verkleinerung bei wachsendem Leistungsvermögen auch immer zu einer weiteren Steigerung führt. Unabhängig vom Leistungsstand (und auch Visierlänge, Stand, Beleuchtung, Tagesform) gibt es für jeden Schützen auch eine Korngröße, bei deren weiterer Verkleinerung sich die Wahrnehmung der Trefferlage und damit auch das Ergebnis wieder verschlechtert.


    Bestimmte Probleme, Blockaden oder Hürden lassen sich sogar oft lösen, wenn das Korn 1 oder 2 Zehntel größer gewählt wird.


    Ich gehe zwar davon aus, dass Du und dingo das auch so meint, halte es aber auch nicht für verkehrt, das auch noch einmal etwas deutlicher anzumerken.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • ganz grob einsetzen Grobanschlag Atmung Kopfdrehung Zielen (von "Oben" in die SCheibe fahren) Druckpunkt und am Anfang muss der Schuß in den ersten 5 Sekunden "fallen".


    Hallo Dieter,


    Du hattest es mir diese Methode ja schon mal persönlich empfohlen und sie dann hier im Forum auch mind. 2 Mal gepostet. Ich habe mal den Mut zur Veränderung aufgebracht und diese Methode am Freitag und heute praktiziert. Durch Mitzählen habe ich mich dazu gezwungen, jeweils innerhalb von 5 Sekunden auszulösen. Ich musste an beiden Tagen nur einen Schuss der Serie absetzen, d.h. jeweils 39 Mal hat es funktioniert. Ergebnis in beiden Fällen 364 und damit über meinem Vorjahresschnitt. Ich bleibe dran. Danke.


    Gruß
    Frank

    Jede Schießsport-Disziplin hat ihre Existenzberechtigung. Zusammenhalt ist wichtig - über die Grenzen von Disziplinen und Verbänden hinweg.