Schützenwesen im NWDSB

  • Hypothetisches Beispiel:
    Der Gartenzwergezuchtverein X ist überschuldet. Der allein vertretungsberechtigte Obergartenzwergemeister versammelt die 12 Zwergenmeister des Erweiterten Vorstandes um sich. Er teilt (zutreffend) mit, dass große Schulden bestehen und weitere Kredite unsicher seien, selbst die Rückzahlung der bisherigen z.Zt. bedroht erscheine, dass er aber persönlich zuversichtlich sei, dass sich alles irgendwie wieder bessern werde. Man habe schon schlimmere Stürme durchgestanden. Er sei bereit, Insolvenzantrag zustellen, wenn dies gewünscht würde, dies würde aber den Untergang des Gartenzwergewesens in der Region zur Folge haben. Es wird förmlich abgestimmt. Wie erwartet, wird der OGZM mit 12 Stimmen bei seiner eigenen nominellen Gegenstimme beauftragt, so wie bisher weiterzumachen. Dem kommt er nach und stellt keinen Insolvenzantrag.

    Der Verein wird später insolvent.

    Dann haften alle 12 (vermutlich sogar der OGZM selbst, weil seine gesetzliche Pflicht dem internen Vereinswillen vorgeht), unabhängig davon, ob sie gleich am Tag nach der Sitzung von ihren Zwergenämtern zurückgetreten wären oder nicht.

    Zum Verschuldensmaßstab aller (!) Vorstandsmitglieder siehe Reichert, Rn. 3433-3435:
    Man kann sich nicht (!!) damit entlasten, dass man alles auf den Schatzmeisterzwerg abwälzt, dieser sei ja verantwortlich und sachkundig und habe den besten Durchblick.
    Hilft nicht, der Gesamtvorstand ist kollektiv und jeder für sich voll in der Haftung. Er muss darauf hinwirken, dass der Vertretungsberechtigte den ihm obliegenden Insolvenzantrag stellt. Nur durch solches aktives Tun kann sich der Gesamtvorstand entlasten (Beispiel: der besorgte Zwergenkompostmeister Y beantragt förmlich auf der Zwergensitzung, den OGZM durch Gesamtvorstandsbeschluss zu verpflichten, den Insolvenzantrag zu stellen. 11 seiner Kollegen stimmen jedoch dagegen, der OGZM kommt dem "erklärten Mehrheitswillen" nach und tut nichts. Dann ist nur Y aus dem Schneider, alle anderen nicht.)

  • Wenn es um Geld geht , vor allem um das Geld anderer, hört irgend wann jede Solidarität auf und es bringt der Sache garnichts,
    wenn man versucht die Sache unter dem Tisch zu halten oder schön zu Reden.

  • .... und dagegen könnte man sich auch nicht schützen, wenn man jetzt seine Aufgaben im erweiterten Vorstand abgibt, aus dem Gremium ausscheidet?

    Wilhelm,

    es kommt darauf an, ob die Überschuldung schon eingetreten ist, wenn ja ob sie auch erkannt werden konnte.
    Wenn ich das bei unserem Verein richtig verstanden habe haftet allerdings nur der "geschäftsführenden Vorstand, also der 1. und 2. Vorsitzende.

    Karl

  • Wenn ich das bei unserem Verein richtig verstanden habe haftet allerdings nur der "geschäftsführende Vorstand", also der 1. und 2. Vorsitzende.

    Nein, hast du nicht. Die Haftung kann weiter sein. Ich habe es oben in mehr Detail erklärt.

  • Nein, hast du nicht. Die Haftung kann weiter sein. Ich habe es oben in mehr Detail erklärt.

    Dann haften alle 12 (vermutlich sogar der OGZM selbst, ........

    Wer haftet dann, auch die gesamten Mitglieder, wenn sie auf der zu diesem Thema einberufenen Versammlung anwesend waren?

    Karl

  • Man muss es anders herum aufziehen. Auch wenn - beispielsweise - ein Delegiertentrag oder eine Mitgliederversammlung dem Verein oder Verband förmlich aufgäbe (als Willensbekundung der Mitglieder), *keinen* Insolvenzantrag zu stellen, so könnte das den Vorstand nicht von seiner Pflicht entbinden und ihn nach außen hin (ggü. Insolvenzgläubigern) nicht persönlich haftungsmäßig entlasten. Siehe Reichert, Rn. 3433 am Ende.

    Nach innen hin (Haftung der Vorstandsmitglieder ggü. dem eigenen Verband) wäre ein solcher vorangegangener Beschluss, wenn aufgrund zutreffender und umfasssender Informationen gefasst, allerdings wohl entlastend. Aber darin liegt bei einer (hypothetischen) Insolvenzlage weniger das Problem.

  • Wenn es um Geld geht , vor allem um das Geld anderer, hört irgend wann jede Solidarität auf und es bringt der Sache garnichts,
    wenn man versucht die Sache unter dem Tisch zu halten oder schön zu Reden.

    Blöd nur wenn entsprechende Personen selber in anderen Verbänden selbiges tun!

  • na. nu bin ich ja mal gespannt....

    Und wenn Etwas passiert, dann bist du eh wieder die erste Person, die informiert ist und dieses ins Forum schreibt.
    Hier erfährt man heute ja teilweise Sachen, die erst morgen besprochen werden.
    Faszinierend.

  • Hallo Quell,

    ich weis nun wirklich nicht was an diesen Informationen so sensationell neu ist.

    Wenn man im "richtigen" Bezirk Mitglied ist, werden einem solche Informationen zur Verfügung gestellt,
    damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann.

    Offensichtlich ist dass bei Dir nicht der Fall, sonst würdest Du nicht so reagieren. Offensichtlich werden in einigen Verbänden immer noch
    Information nur "gefiltert" weitergegeben.

  • Filtern kann man auf verschiedene Art und Weise. Man kann auch gezielt für schlechte Stimmung sorgen.

    Warum überrascht mich Dein Kommentar nicht.

    Ich weis, es ist manchmal unbequem der Realität ins Auge zu sehn, aber in dieser Situation helfen schöne Worte und Durchhalteparolen nicht mehr.

    Was ist daran negativ, die Sachverhalte, die der Landesschatzmeister festgestellt hat, der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Es hilft dem NWDSB/LLZ nicht, diese Tatsachen unterm Tisch zu halten.

    Diese Sache weiter auszusitzen führt unweigerlich dazu, dass der NWDSB über kurz oder lang in die Insolvenz geht und unser Geld zum Teufel ist.

    Es liegt an Dir und den andere Befürwortern des NWDSB uns („die Miesmacher“) durch positive FAKTEN ! zu widerlegen. Leere Phrasen braucht keiner mehr.

    In bin gespannt auf Deine Fakten.

  • Es geht nicht darum, ob es Fakten sind....
    Seit Monaten wird alles was man gerade eben erst erfahren hat, schleunigst weitergegeben. Das ist "Herr Lehrer, Herr Lehrer... ICH weiß was!" Und dabei sind gern positive Dinge, die es sicher auch gibt unerwähnt geblieben. Zufall?

  • Moin moin,

    @Schnecke wie lange sollte man den warten bis die Daten weitergegeben werden?
    wenn es Positive Dinge gibt (ich gehe davon aus das es die gibt) warum werden die dann nicht auch gleich von Leuten die bei den Sitzungen waren weitergegeben? das ist für mich die eigentliche Frage!

  • Artosch stimme ich zu und ergänze es noch etwas.
    Als Mitglied in zwei Schützenvereinen bin ich vermutlich besser informiert, als das jeweilige Präsidium.
    Es fehlt überhaupt an Informationen, auf allen Ebenen.
    Es bleibt viel zu viel Wissen und Information auf der Strecke und erinnert mich immer wieder an das Kinderspiel "Stille Post".
    Das einfache Mitglied ist am Ende der Kette und der Empfänger von mehrfach inhaltlich verändertern Sachverhalten.
    Gruß
    Joacim

    Stammschießen?
    Ich bin dabei!

  • deswegen erhällst du ja hier infos.. ;)

    Bei dem Thema ist das Schreiben des alten Schatzmeisters lesenswert..:

    "An den Bezirksschützenverband Bremerhaven-Wesermünde und dem Bezirkspräsidenten Jürgen Wintjen!

    Sehr geehrter Herr Wintjen, lieber Jürgen!
    In letzter Zeit melden mir Vereine unseres Bezirks, dass sie Mails von Dir bzw. demBezirkssschützenverband Bremerhaven-Wesermünde e.V. erhalten.In diesen Mails sind Falschaussagen,(...) enthalten sind.
    Diese Meldungen verbreiten eine, von Dir gewollte Unsicherheit, in den Vereinen.
    Im Namen des Bezirksschützenverbandes Stade e.V. untersage ich Dir und Deinem Verband hiermitMails an die Vereine unseres Bezirks zu senden. Im Widerholungsfall werden wir eine einstweilige gerichtlicheUntersagungsverfügung beantragen.

    Mit freundlichen Grüßen

    H.Kruse
    Bezirkspräsident"

  • Was soll man jetzt dazu sagen, außer dass vermutlich beide Recht haben?

    Karl

  • Wir halten fest: Viele dieser Leute sind nicht in der Lage einen Spam-Filter zu bedienen.

    Bemerkenswert ist auch die kommunikative Website http://www.bsv-stade.de

    Wir lernen daraus: So kommuniziert man heutzutage nicht mehr.

    Hat Herr Wintjen sich wirklich einen Maulkorb verpassen lassen?

    Axel