Mitgliederentwicklung im Deutschen Schützenbund

  • Bei uns in der Region wurde einem Verein der GK-Stand vor wenigen Monaten vom Schießstandsachverständigen nicht mehr abgenommen und der Verein will die nötigen Investitionen nicht mehr tätigen, weil die Nachfrage zu gering ist. Auch bei uns im Verein hören immer mehr mit GK auf, weil ihnen die Kosten für Munition und Neuwaffen langsam aber sicher zu hoch werden.
    Glaubt ihr denn, dass bis in zwanzig Jahren (ohne mögliches Verbot) noch so viele Schützen wie jetzt

    Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es - aus verschiedenen Gründen - in den nächsten zwei Jahrzehnten zu einem Konzentrationsprozess der Schießstände kommen. Auch eine Reihe kleinerer Vereine werden sich auflösen. Das wird den Sport zunächst (scheinbar) weniger betreffen, bedroht aber die Größe und das politische Gewicht des DSB. Und damit indirekt doch wieder den Sport.

    Carcano

  • Ja, sonst wurden die Mitgliederzahlen in den GK Verbänden insbesondere beim IPSC nicht steigen. Wie viele derer die bei euch mit GK aufhören sind den Wiederlader? Die Wiederladerei ist ein deutlicher Indikator wie stark jemand wirklich am GK Sport interessiert ist.

    BBF

    Ja, sonst wurden die Mitgliederzahlen in den GK Verbänden insbesondere beim IPSC nicht steigen. Wie viele derer die bei euch mit GK aufhören sind den Wiederlader? Die Wiederladerei ist ein deutlicher Indikator wie stark jemand wirklich am GK Sport interessiert ist.

    BBF

    Bei uns haben die allermeisten den Wiederladeschein. Dieser wurde natürlich zu einer Zeit gemacht, in der das Interesse der jeweiligen Aktiven noch höher war als heute.

    @ Carcano: Du gehst also von einem weiteren Schrumpfen des DSB aus. Wie schätzt du mögliche Zukunftentwicklung der anderen Verbände ein? Werden diese in Zukunft ähnlich wachsen wie in jüngster Vergangenheit, so dass sie diesen EInflussverlust ausgleichen können oder werden auch diese früher oder später ihren Zenit erreichen und wieder kleiner werden?

  • Das Kernproblem, das ich einfach in Sachen Mitgliederentwicklung sehe, ist der Punkt, dass der eigentliche Nschwuchs in den Vereinen, durchaus aber regional unterschiedlich, 30 Jahre aufwärts ist und nicht ab dem Kindes-/Jugendalter.
    Das bedeutet eigentlich, dass der eigentliche Nachwuchs im Leistungsbereich für die diversen Kader mit der Zeit ausbleiben wird.

    Für mich ist einfach, ohne das Thema SV aufgreifen zu wollen, das Problem, dass er Waffenbesitz zu sehr an den Sport, die Jagd und das Sammeln gekoppelt ist. Das macht den Waffenbesitz und damit auch den Sport mit der Zeit weniger Attraktiv.
    Das gilt für Jung wie auch für Alt.
    Die Vereinsalten sterben in höheren Raten aus, als das Nachwuchs, egal welchen Alters nachkommt. Die Mitgliederzahlen in den Vereinen sinken somit stetig, bis zu einem Punkt wo die Schützenvereine die selben Methoden anwenden müssen, wie z.B. im Jugendfußball. Wenn da ein Verein nicht genügend Spieler zusammen bekommt, um eine Mannschaft zu stellen, bilden sie eine Spielgemeinschaft mit anderen Orten.
    Selbiges könnte im Schützensport auch passieren. Nur irgendwann, sind keine weiteren Vereine vorhanden, mit denen man eine Gemeinschaft bilden könnte.

  • Dan

    Schön das ich das nicht alleine so sehe.

    Ich hab an verschiedenen Stellen, ich glaub sogar hier in dieser Diskussion, schonmal geschrieben, das in 10 Jahren ca wir 20 - 30% weniger Schützenvereine haben wie jetzt.
    Es geht ja schon los, die ersten vereine wickeln sich mehr oder weniger schon ab und die nächsten folgen mit sicherheit.
    Es fehlt die Basis in den Vereinen, die Schützen zwischen 18 und 45. Die ganzen Schützenvereine sind zu alt, geworden sozusagen.
    Es wurde ca 30 jahre lang versäumt etwas für die Mitgliedergewinnung zu tun und das fangen wir jetzt so langsam an zu spüren.

  • @ Carcano: Du gehst also von einem weiteren Schrumpfen des DSB aus. Wie schätzt du mögliche Zukunftentwicklung der anderen Verbände ein? Werden diese in Zukunft ähnlich wachsen wie in jüngster Vergangenheit, so dass sie diesen EInflussverlust ausgleichen können oder werden auch diese früher oder später ihren Zenit erreichen und wieder kleiner werden?

    Ja zur ersten Aussage, und dieser Prozess hat nicht nur demographisch-altersstatistische, sondern auch siedlungsgeographische und soziale Gründe. Ich finde die eigene Zielvorgabe des DSB "1,5 Millionen" im übrigen gar nicht falsch, im Gegenteil. Als Ziel und Motivation ist es vernünftig. Der DSB hat die Zeichen erkannt und bemüht sich tatsächlich, etwas zu tun. Da freilich die falschen Leute daran arbeiten, wird auch (teilweise) das Falsche unternommen, und die Fragen werden bisweilen schon falsch gestellt, wie Wilhelms referierende Postings sehr anschaulich aufzeigen. Mit verfehlten Ansätzen läßt sich aber ein Ziel nur sehr viel schwerer erreichen. (Nötig ist so oder ein SWAP - sector wide approach program).

    PS: Den einfachsten und effizientesten Weg, die Mitgliederzahlen wieder anzuheben, hat noch kein Verband offen ausgesprochen, obwohl er auf Vereinsebene und in anderen Verbänden (z.B. bei der DSU) schon praktiziert wird. Das geht aber nur dann in der Fläche, wenn der Landesverband das mit seinem Gewicht in alle Vereine hineinträgt und durchdrückt. Sonst bleibt es Kleckerleskram.

    Nein zur zweiten Fragen: die Leute, die beim DSB wegsterben oder austreten oder nicht eintreten, kommen in der Masse *nicht* zu uns. Auch nicht zum BDS. Die drei anderen GK-Verbände müssen vielmehr daran denken, sich in der einen oder anderen Form mehr im Schulterschluss anzunähern (bei Wahrung des eigenständigen Profils, versteht sich). Das könnte z.B. eine einheitliche (kollegial verfasste, nicht monarchische) Führungsspitze sein. Die GK-Verbände haben zwar noch etwas Wachstumspotential, aber das liegt meiner Einschätung nach bei 10-25 %.

    Carcano

  • ...
    Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es - aus verschiedenen Gründen - in den nächsten zwei Jahrzehnten zu einem Konzentrationsprozess der Schießstände kommen. Auch eine Reihe kleinerer Vereine werden sich auflösen.
    ...
    Carcano

    Sehe ich auch so, zumindest regional.
    Der Schießsport würde seinen Breitensport Charakter verlieren und Betätigungsfeld von wenigen Individualisten werden.
    Das ist im Prinzip dann genau so wie im Ausland. Länder die liberalere Waffengesetze haben, haben zwar mehr Waffenbesitzer aber auch deutlich weniger Schießsporttreibende, auf die ISSF Disziplinen bezogen. Deutschland ist das Land mit der höchsten Vereinsdichte.

    ...
    das Problem, dass er Waffenbesitz zu sehr an den Sport, die Jagd und das Sammeln gekoppelt ist. Das macht den Waffenbesitz und damit auch den Sport mit der Zeit weniger Attraktiv.

    Daraus lässt sich aber auch ableiten daß es wohl dann vielen weniger um den Sport sondern vielmehr um den eigentlichen Waffenbesitz geht, oder ?


    ... bis zu einem Punkt wo die Schützenvereine die selben Methoden anwenden müssen, wie z.B. im Jugendfußball. Wenn da ein Verein nicht genügend Spieler zusammen bekommt, um eine Mannschaft zu stellen, bilden sie eine Spielgemeinschaft mit anderen Orten.
    Selbiges könnte im Schützensport auch passieren. Nur irgendwann, sind keine weiteren Vereine vorhanden, mit denen man eine Gemeinschaft bilden könnte.

    Das könnte nicht nur passieren, genau das passiert schon seit vielen Jahren.

  • Ich hab an verschiedenen Stellen, ich glaub sogar hier in dieser Diskussion, schonmal geschrieben, das in 10 Jahren ca wir 20 - 30% weniger Schützenvereine haben wie jetzt.
    Es geht ja schon los, die ersten vereine wickeln sich mehr oder weniger schon ab und die nächsten folgen mit sicherheit.
    Es fehlt die Basis in den Vereinen, die Schützen zwischen 18 und 45. Die ganzen Schützenvereine sind zu alt, geworden sozusagen.
    Es wurde ca 30 jahre lang versäumt etwas für die Mitgliedergewinnung zu tun und das fangen wir jetzt so langsam an zu spüren.

    Ich finde die Entwicklung in Mitteldeutschland (Ostdeutschland gibt es nicht mehr, das weiß ich) überaus interessant, wiewohl auch besorgniserregend. Michael Eisert hat darüber einen ganz ungewähnlich guten und lesenswerten, geradezu spannenden Artikel in der DSZ 6/2011 geschrieben. Den sollte sich jeder zu Gemüte führen. In den meisten neuen Bundesländern - Ausnahme Sachsen - brechen die nach 1990 zunächst optimistisch neu konstituierten Schützen inzwischen schneller weg als die Dorfkirchen. Das gilt in der Breite *und* in der Spitze (letztere braucht halt erstere).

    Carcano

    Einmal editiert, zuletzt von Carcano (21. Juli 2011 um 12:37)

  • Daraus lässt sich aber auch ableiten daß es wohl dann vielen weniger um den Sport sondern vielmehr um den eigentlichen Waffenbesitz geht, oder ?

    Und was wäre so schlimm daran? In anderen Ländern funktioniert das schließlich auch. Was ist so sverkehr daran, wenn jemand zwei, drei oder viermal im Jahr ode reinfach nach Belieben auf den Schießstand geht, ohne Leistungszwang, nur aus Spaß an der Freude und dabei seine eigenen Waffen schießen darf? Warum muss alles immer mit einem Bedürfnis oder einer Begründung hinterlegt werden?




    Das könnte nicht nur passieren, genau das passiert schon seit vielen Jahren.


    Und Vereinsbezogen ungefährlich ist das nicht.
    Ich sehe das gerade bei meinen beiden Kindern. Vor den Schulferien stand noch fest, dass die C-Jugend Mannschaft nach den Ferien weiterspielen wird. Und wir haben schon in einer Spielgemeinschaft gespielt. Vorgestern haben wir dann vom Ex-Trainer die Mitteiling erhalten, dass kein C-Jugendtraining mehr stattfinden wird, da nicht genügend Spieler vorhanden sind. Bei Nachfrage kam dann ehraus, dass auch die anderen Vereine, mit denen wir eine Spielgemeinschaft vereinbart hatten, zwei Wochen vor Meldeschluß wieder zurückgezogen haben.
    Damit stirbt in unserem Ort die Fußballjugend nun aus, denn wer jetzt den Verein wechselt, kommt erfahrungsgemäß nicht zurück und in der nächsten Saison werden sie wieder nicht genügend Kinder zusammenbekommen, um eine Mannschaft stellen zu können.

    Das selbe kann dann, oder passiert schon, in den SV`s auch passieren. wenn die Jugend zunehmend ausbleibt, platzen auch die Spielgemeinschaften und die Jugend stirbt im SV aus.

  • Ein vereinskollege hat in seiner Diplomarbeit zum Diplomtrainer ein interessantes Konzept entwickelt das sich zumindest auf einen großteil der Vereine umsetzen lässt.

    Bevor ich zum Konzept komme noch eine kleine tatsache die er festgestellt hat und an der leider auch sehr vieles wahr ist: DIe Vereine sind mit ihren Beitragssturkturen mehr oder weniger im jahre 1950 stehengeblieben, soweit ich mich erinnern kann. Und viele Vereine Nutzen ihr Eigentum kaum, als Beispiel Montags 2h Herrentraining, dienstag 2h Damentraining und Freitags 2h Jugendtraining. Die restliche Zeit in der Woche oxidiert das gebäude/das gelände ungenutzt in der Gegend rum.

    Und nun zum Konzept:
    Beitragserhöhung auf einen Betrag zwischen 250 und 350€ im Jahr, kann für Familien und co auch anders geregelt werden.
    Einstellung eines Trainers der den Stand wochentags Täglich ab 14 uhr öffnet und dann für die kommenden Schützen als Trainer da ist.
    ein bis zwei Gymnasiasten auf 400€ basis für die hausaufgabenhilfe.
    Für die Kinder und Jugendlichen gibt es dann im Sommer zwei wochen Zeltlager uund im Winter evtl eine Woche Skiurlaub umsonst. Alles Bezahlt von den Beiträgen aller Mitglieder.

    Das Konzept wurd mittlerweile in einigen Vereinen umgesetzt und die haben einen enormen zulauf wie man mir sagte.

  • Das Konzept selbst, ohne auf die Details einzugehen, klingt erstmal schlüssig und auch plausibel. Nur ist das Problem dabei der Mitgliedbeitrag.
    Du darfst dabei eines nicht vergessen, es gibt Familien mit mehr als einem Kind und wo die Eltern auch im Verein unterwegs sind.
    Nehmen wir mal als Beitrag € 250,- im Jahr. Wenn meine beiden Jungs und ich im Verien Mitglied sind, wäre das € 750,- im Jahr. Das wären knapp über € 60,- im Monat, was in der heutigen Zeit, schon ein netter Batzen Geld ist. Dann kommen die Fahrtkosten zum Training und zu den Wettkämpfen dazu.
    Icg glaube, da würden sich sehr viele Mitglieder zwei oder dreimal überlegen, ob sie eine Mitgliedschaft eingehen würden, oder nicht.

  • Meiner Meinung liegt das an dem mittlerweile temporären Waffenbesitz.

    Die gesetzlichen Grundlagen UND die Rechtssprechung bzgl. Aberkennung von Zuverlässigkeit und Bedürfnis haben in den letzten 10 Jahren dazu geführt, dass viele Gelegenheitsschützen sich einfach von ihren Waffen trennen, sowie neue Schützen aufgrund der Auflagen gar nicht mehr anfangen wollen.

    Wir müssen es schaffen in der Evaluation zu zeigen, dass die Mindestveraussetzungen für die Zuverlässigkeit und das Bedürfnis vom Runden Tisch 2001 völlig ausreichen, um hohe Missbrauch-Risiken auszuschließen. Jeden Missbrauch kann man nicht verhindern: der Mensch ist fehlbar.

    Die Ziele der Waffenrechts-Reform 2000 : die Bevölkerung besser schützen.
    Kernpunkte waren dabei die verbesserten Aufbewahrungsregelungen, höhere Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Waffenträger, Ausschluss von Waffenerwerb durch Extremisten, der so genannte „kleine Waffenschein“ für Reizstoff-, Schreckschuss– und Signalwaffen und restriktive Regelungen für Spring- und Fallmesser, Butterflymesser und Wurfsterne
    2001 einigte sich der runde Tisch sich auf

    • Meldepflicht für Gas- und Alarmwaffen mit Registrierung des Altbesitzes (Begründung: Bei 60 % der Gewaltdelikte sind diese Waffen beteiligt)
    • Kleiner Waffenschein für das Führen von Gas- und Alarmwaffen (Begründung: wie Punkt 1)
    • Kein Verbot für das Führen von Messern (Begründung: unpraktikabel)
    • Sichere Aufbewahrung in Tresoren der Klasse A bzw. Widerstandsgrad 0 (Begründung: Verhinderung von Diebstahl)
    • Strengere Anforderungen bei der Prüfung der Zuverlässigkeit : Die Annahme der Unzuverlässigkeit wurde auf die Fälle erweitert, in denen Personen wegen eines Verbrechens oder einer sonstigen vorsätzlichen Straftat zu einer mindestens einjährigen Haftstrafe verurteilt wurden. Zugleich orientiert sich die Annahme der Unzuverlässigkeit nicht mehr primär an der Art der begangenen Straftat, sondern an der Strafhöhe. Auch die erwiesene Gewalttätigkeit beziehungsweise gewaltbereite extremistische Betätigung soll die Annahme der Unzuverlässigkeit begründen. Regelüberprüfungen hinsichtlich der Zuverlässigkeit sollen künftig alle drei statt bisher alle fünf Jahre stattfinden
    • Erhöhung der Anforderung für das Bedürfnis eines Sportschützens: Anerkennungsverfahren für Schießsportverbände und mindestens einjährige Teilnahme am Schießsport
    • Generell anerkanntes Bedürfnis für Sportschützen mit Regelkontingenten, z.B. fünf Lang- und zwei Kurzwaffen oder alternativ drei halbautomatischen Langwaffen und zwei Kurzwaffen, sowie Einzellader-Langwaffen ohne Begrenzung

    Und was ist daraus geworden?
    2002
    - Altersgrenzen zum Waffenerwerb für Jäger und Sportschützen angehoben
    - Unter 25-jährige müssen ein medizinisch-psychologisches Gutachten vorlegen für Großkaliber-Waffen
    - Waffenhändler müssen jeden Verkauf (Überlassen) der Behörde des Erwerbers melden
    - Erwerbsstreckungsgebot (2/6-Regel) für grüne WBK
    2008
    - Erwerbsstreckungsgebot (2/6-Regel) für alle WBKs
    2009
    - Verdachtsunabhängige Kontrolle der sicheren Aufbewahrung
    - Strafbewehrung des Verstoßes gegen die sichere Unterbringung, wenn durch den Verlust eine Straftat begangen wurde
    - Drei Änderungen betreffen die Bedürfnisprüfung:
    o Fortwährende Bedürfnisprüfung
    o Die Vereinsmitgliedschaft in einem Sportverein bzw. ein gültiger Jagdschein werden als Bedürfnis nicht mehr generell anerkannt.
    o Überschreiten des Regelkontingents: Die Befürwortung von mehr als drei halbautomatischen Langwaffen und mehr als zwei
    mehrschüssigen Kurzwaffen setzt künftig die regelmäßige Teilnahme an Schießsportwettkämpfen voraus
    - Die Behörden dürfen eingezogene Waffen vernichten
    - Die Anhebung des Mindestalters für das Training mit großkalibrigen Sportwaffen auf 18 Jahre wurde beschlossen

    Wir müssen die Fragen stellen, ob die Einschränkungen WIRKLICH etwas bewirkt haben oder nur einen einzigen Sinn hatten: die Entwaffnung.

    Es steht ausser Frage, dass der ERSTE Waffenerwerb einer gründlichen Prüfung unterliegen muss bzgl. Sachkunde und Zuverlässigkeit. Ob jemand nun aber 1 oder 100 Waffen hat, erhöht doch nicht das Risiko. Erstens kann man nur 2 Waffen auf einmal bei sich führen und zweitens sind LWBs doch rechtstreuer als der Bundesdurchschnitt.

    WENN - was ich mir in unserem aktuellen Rechtssystem nicht vorstellen kann - mehrere LWBs auf den Gedanken kämen, ihre Bekannten illegalerweise mit ihren Waffen auszurüsten, um gegen den Staat vorzugehen, DANN hätte der Staat dem Volk zuvor einen solchen Bärendienst geleistet, dass GG Art. 20 sie dazu sogar verpflichten würde. Alles andere ist doch Humbug und zeugt von mangelndem Vertrauen in die mündigen Bürger.

    "Eine angstfreie Gesellschaft braucht weniger Kontrolle" sagt Walter Perron, Professor für Strafrecht an der Uni Freiburg sowie Direktor der Forschungsgruppe "Centre for Security and Society" im Interview mit der TAZ vom 14.07.2010.

    Daher müssen wir zeigen, dass man vor Privatwaffenbesitz keine Angst haben braucht.

  • Das Konzept selbst, ohne auf die Details einzugehen, klingt erstmal schlüssig und auch plausibel. Nur ist das Problem dabei der Mitgliedbeitrag.
    Du darfst dabei eines nicht vergessen, es gibt Familien mit mehr als einem Kind und wo die Eltern auch im Verein unterwegs sind.
    Nehmen wir mal als Beitrag € 250,- im Jahr. Wenn meine beiden Jungs und ich im Verien Mitglied sind, wäre das € 750,- im Jahr. Das wären knapp über € 60,- im Monat, was in der heutigen Zeit, schon ein netter Batzen Geld ist. Dann kommen die Fahrtkosten zum Training und zu den Wettkämpfen dazu.
    Icg glaube, da würden sich sehr viele Mitglieder zwei oder dreimal überlegen, ob sie eine Mitgliedschaft eingehen würden, oder nicht.

    Wie ich schon geschrieben habe, für Familien und co kann es andere Regelungen geben.
    Aber ganz ehrlich, würdest du dann wirklich 2x überlegen wenn deine beiden Jungs in den Sommerferien 2 wochen für lau an die Ostsee kommen und dabei betreut werden? Sie nach der Schule ihre Hausaufgaben machen, sie mit anderen spielen und trainieren können? Sie nach der Schule also nicht alleine zu hause rumsitzen oder blödsinn anstellen? Würdest du für zu hause so jemanden einstellen kostet dich das im Monat mehr wie der mögliche Jahresbeitrag von euch dreien zusammen.

  • Respekt wenn so etwas funktioniert !
    Ich glaube aber daß dies die Ausnahme obgleich eine gute Maßnahme ist.
    Bedenke: Meistens besteht der Verein aus passiven Mitgliedern die durch die Beitragszahlungen den Aktiven die Ausübung des Sports erst möglich machen.
    Viele passive Mitglieder sieht man überhaupt nur ein - zweimal im Jahr bei irgendwelchen Festivitäten geschweige denn auf der Jahreshauptversammlung. Unwahrscheinlich daß diese dann den Verein weiter unterstützen wenn der Beitrag sich vervier- oder gar verfünffacht.

    Und was wäre so schlimm daran? In anderen Ländern funktioniert das schließlich auch. Was ist so sverkehr daran, wenn jemand zwei, drei oder viermal im Jahr ode reinfach nach Belieben auf den Schießstand geht, ohne Leistungszwang, nur aus Spaß an der Freude und dabei seine eigenen Waffen schießen darf? Warum muss alles immer mit einem Bedürfnis oder einer Begründung hinterlegt werden?

    Verkehrt deshalb da in Deutschland die Verknüpfung des Waffenbesitzes mit dem Bedürfnis Fakt ist. Daran wird sich nichts ändern !
    Man trägt mit dem Verhalten nur 3-4 im Jahr schiessen zu gehen zum allgemeinen Niedergang der Vereine doch bei, oder etwa nicht ?
    Insofern halte ich die 18 Pflichttermine zur Erhaltung des Bedürfnisses für vollkommen i.O.



    Und Vereinsbezogen ungefährlich ist das nicht.
    ...
    Damit stirbt in unserem Ort die Fußballjugend nun aus, denn wer jetzt den Verein wechselt, kommt erfahrungsgemäß nicht zurück und in der nächsten Saison werden sie wieder nicht genügend Kinder zusammenbekommen, um eine Mannschaft stellen zu können.

    Das selbe kann dann, oder passiert schon, in den SV`s auch passieren. wenn die Jugend zunehmend ausbleibt, platzen auch die Spielgemeinschaften und die Jugend stirbt im SV aus.

    Die traurige Realität, hängt aber natürlich auch mit dem Verhalten der anderen Vereinsmitglieder zusammen. Wenn im Erwachsenenbereich keine Mannschaft mehr zusammenkommt, wie will man dann die Jugendlichen motivieren wenn keine Vorbilder da sind ?

  • Respekt wenn so etwas funktioniert !
    Ich glaube aber daß dies die Ausnahme obgleich eine gute Maßnahme ist.
    Bedenke: Meistens besteht der Verein aus passiven Mitgliedern die durch die Beitragszahlungen den Aktiven die Ausübung des Sports erst möglich machen.
    Viele passive Mitglieder sieht man überhaupt nur ein - zweimal im Jahr bei irgendwelchen Festivitäten geschweige denn auf der Jahreshauptversammlung. Unwahrscheinlich daß diese dann den Verein weiter unterstützen wenn der Beitrag sich vervier- oder gar verfünffacht.

    Es mag sein das einige Mitglieder den Verein verlassen, das will ich auch gar nicht verneinen. Aber in erster Linie werden es dann die querulanten sein die den Frieden im Verein stören. Was die Passiven Mitglieder angeht, die sind dann froh das Ihre Enkel so gut versorgt werden und zahlen dann den beitrag gerne. So ein verein ist ja eine art Solidaritätsgemeinschaft wo jeder auf jeden angewiesen ist. Man muß es den Personen nur verkaufen.

    Ist zwar hörensagen was ich jetzt von mir gebe aber ich denke das wird so wirklich passiert sein.
    Ein verein wo das ganze auf eier Mitgliederversammlung vorgestellt wurde hatte die entsprechende Sitzung wo es um die Vorstellung und der möglichen Absegnung des Konzepts für den verein um 18 uhr angesetzt gehabt, die Sitzung war dann um 3 uhr nachts zuende.

  • Zitat

    Verkehrt deshalb da in Deutschland die Verknüpfung des Waffenbesitzes mit dem Bedürfnis Fakt ist. Daran wird sich nichts ändern !
    Man trägt mit dem Verhalten nur 3-4 im Jahr schiessen zu gehen zum allgemeinen Niedergang der Vereine doch bei, oder etwa nicht ?
    Insofern halte ich die 18 Pflichttermine zur Erhaltung des Bedürfnisses für vollkommen i.O.

    Warum soll solch ein Schütze zum Niedergang der Vereine beitragen, wenn sie im Verein Mitglied sind und ihren Beitrag leisten?
    Viel eher, nicht aus finanzieller Sicht, schaden die ganzen passiven Mitglieder, wie Du sie erwähnt hast, den Vereinen, da sie zwar noch den Beitrag bezahlen, der Verein an sich aber zunehmen ausblutet und nicht wirklich genutzt wird.
    Bei uns sind von knapp 90 Mitgliedern gerade mal 10 aktive Schützen, weitere 5 oder 6 kommen zum trinken und würfeln und das wars. Den Rest kenne ich nicht mal.
    Da fragt man sich, warum man überhaupt noch die Türen vom Verein aufmacht.

  • Das Konzept klingt für mich sehr logisch und nachvollziehbar und geht auch in die Richtung dessen, was seit einiger Zeit auch in meinem Kopf rumgeistert. Es wird ein Mehrwert für die Mitglieder dargestellt, der für Beruftstätige (Hausaufgabenbetreuung) sehr praktisch ist und zugleich die Sportliche Ausbildung und auch der Leistungsniveau gesteigter werden kann. Durch den Hauptamtlichen Trainer würde auch das Suchen nach einem ehrenamtlichen Jugendleiter und Traienr wegfallen und somit wäre auch die Nachwuchsarbeit gesichert und nicht mehr vom freiwilligen Arbeitseinsatz einiger weniger abhängig.

    Es stimmt auch, dass die Vereinsheime oftmals zu wenig genutzt werden und einige auf die alten Strukturen beharren, als Heizöl fast nichts gekostet hat. Da unser Vereinsheim mit 1200 m2 überdachter Fläche in den letzten Jahren auch zu einem sehr großem Kostenfaktor geworden ist, haben wir uns auch für neue Wege entschlossen und haben es für andere Vereine geöffnet. Mittlerweile kommt neben den Reservisten, dem Städtepartnerschaftsverein, einer Landsknechttrommelgruppe auch eine russischen Bauchtanzgruppe regelmäßig zu uns. Unserer Haus ist mittlerweile an fünf bis sieben Tagen die Woche belegt mit unterschiedlichen Gruppierungen, was zum einen die Kosten für uns als Betreiber senkt und zugleich wieder einen gewissen Werbeeffekt hat, weil jeder mit Schützen konfrontiert wird und diese zum Teil "hautnah" kennen lernen darf.
    Wovor wir uns aber nach wie vor streuben sind die Mitgliedsbeiträge wie sie in der Diplomarbeit beschrieben sind. Eine zu schnelle Anhebung würde viele Mitgliesder abschrecken und zahlreiche Sympathien zerstören.

  • ...haben wir uns auch für neue Wege entschlossen und haben es für andere Vereine geöffnet. Mittlerweile kommt neben den Reservisten, dem Städtepartnerschaftsverein, einer Landsknechttrommelgruppe auch eine russischen Bauchtanzgruppe regelmäßig zu uns. Unserer Haus ist mittlerweile an fünf bis sieben Tagen die Woche belegt mit unterschiedlichen Gruppierungen, was zum einen die Kosten für uns als Betreiber senkt und zugleich wieder einen gewissen Werbeeffekt hat, weil jeder mit Schützen konfrontiert wird und diese zum Teil "hautnah" kennen lernen darf.

    GENIAL ;))

  • Warum soll solch ein Schütze zum Niedergang der Vereine beitragen, wenn sie im Verein Mitglied sind und ihren Beitrag leisten?
    Viel eher, nicht aus finanzieller Sicht, schaden die ganzen passiven Mitglieder, wie Du sie erwähnt hast, den Vereinen, da sie zwar noch den Beitrag bezahlen, der Verein an sich aber zunehmen ausblutet und nicht wirklich genutzt wird.
    Bei uns sind von knapp 90 Mitgliedern gerade mal 10 aktive Schützen, weitere 5 oder 6 kommen zum trinken und würfeln und das wars. Den Rest kenne ich nicht mal.
    Da fragt man sich, warum man überhaupt noch die Türen vom Verein aufmacht.

    Zum einen wird ein nicht aktiver Schütze (dazu ist meiner Meinung nach auch jemand zu zählen der sich nur 3-4 mal im jahr im Verein blicken lässt) in den seltesten Fällen jemand Fremden bewegen in den Verein einzutreten.
    Desweiteren ist bei kaum vorhandener Aktivität auch keine Medienpräsenz vorhanden. Wenn man nicht weis daß da oder dort ein SV ist kann auch u.U. kein Interesse geweckt werden.
    Das bedeutet nichts anderes daß nur Neueintritte zu erwarten sind wenn Aktivität im Verein ist, wenn wenn daß Schützenhaus zu ist kommt auch keiner.
    Ein rein passives Mitglied kostet den Verein außer den Verbandsabgaben nichts. Sie sind aber in einem gewissen Maße für den Verein Lebensnotwendig da sie mit ihren Beiträgen u.a. zB. die Wettkampf Startgelder der Aktiven ermöglichen sofern diese nicht vom Aktiven selbst getragen werden.
    Idealerweise wäre es m.M. nach wenn ein Verein nur Aktive hätte, allerdings würde es dann zwangsläufig für jeden auch teurer.
    Es ist ein sagen wir mal zweischneidiges Schwert mit dem aktiv/passiv, es geht nicht ohne das eine oder das andere.

  • prinzipiell stimme ich Dir hier zu, nur trifft das, was Du über die passiven Mitglieder sagst, auch auf die Gelegenheitsschützen zu.
    Man darf auch nicht vergessen, dass einige Schützen Mitglieder in verschiedenen Schützenvereinen sind.

    Ich selber bin in einer SLG des BDMP, einem DSB Verein und in einer RK Gruppe. Wenn ich nun in einem Monat bei allen Schießen wollte, würde das mächtig Stress mit der Holden geben. Also teilt man sich das ein wenig ein und einer der Gruppen fällt immer hinten runter.

    Ich stimme Dir aber prinzipliel darin zu, dass die 12/18 Regel für einen Schützen kein Thema darstellen sollte, wenn er einmal im Monat auf den Stand geht. Wenn ich dies nun auf mein Beispiel runterbreche, wären das drei Termine pro Jahr für jede Gruppe, Wettkämpfe jetzt mal außen vor gelassen.
    Wenn man jetzt noch den ein oder anderen Spaßschießtermin, wie kommenden Samstag bei mir im Verein dazu nimmt, fallenwieder einige Termine für die ein oder andere Gruppe unter den Tisch.
    Somit ist die Theorie mit dem Gelegengeitsschützen gar nicht so abwägig und unüblich.

    Wie läuft das denn in Ländern wie den USA, wo der Schießspotrt zwar vorhanden aber nicht Vordergründig ist.
    Die Schießstände sind dort meist kommerziell, haben professionelle Trainer anBoard, einen Waffenhandel mit allem Schnick/Schnack und oftmals eine Büchsenmacherwerkstatt dabei.
    Warum gibt es das so selten bis gar nicht hier in Deutschland?
    Klar gibt es die gewerblichen Stände, die sich aber oftmals wegen der hohen Standgebühren weniger lohnen, finde ich.
    So ein Modell wäre doch durchaus Denkbar auf einem Schießstand die Trügleben, Phillipsburg oder Alsfeld. Die Anlagen sind groß, der Betreiber würde so zusätzliche Gelder einnehmen können und der Stand wäre ausgelastet.