Nachdem ich diese Diskussion in Gnag gesetzt habe, muß ich mich wohl oder übel noch einmal zu den letzten Beiträgen äußern.
In einem haben Frank, Siegfried u.a. völlig Recht: Es hilft uns nicht, den Kopf in den Sand zu stecken. Im Vergleich zu anderen Sportarten ist der Schießsport erheblichen rechtlichen Reglementierungen unterworfen. (Welche besonderen Gesetze muß denn z.B. ein Golf- oder Handballspieler beachten?) Dies führt naturgemäß dazu, daß Sportschützen (ebenso alle anderen Legalwaffenbesitzer) besonders politikanfällig sind. In den letzten zwei Jahren wurde weder über ein Totalverbot des Fußballs oder anderer Sportarten diskutiert, sehr wohl aber über ein Totalverbot des privaten Waffenbesitzes und damit implizit des Schießsports. Die im o.g. Artikel entahltene Kritik am Lichtpunktschießen von Kindern und Jugendlichen ist nur ein - wichtiger - Baustein dieser Debatte. Davor dürfen wir nicht die Augen verschließen.
Andererseits empfinde auch ich die übermäßige Politisierung, wie sie auf WO und neuerdings auf Gun-Forum.de zu beobachten ist, als schädlich. Schädlich insofern, als darunter der gesamte Diskussionsstil, auch in den rein technischen und schießsportlichen Unterforen, leidet. An die Stelle des Gesprächs treten oft pauschale Beschimpfungen, man setzt sich gegenseitig auf Ignorierlisten usw. usf. In dieser Hinsicht ist das Meisterschützenforum wirklich vorbildlich, was jedoch auch mit der relativ kleinen Zahl von Nutzern zu tun haben mag.
Richtig ist auch, daß wir uns von Waffenrechtsdiskussionen unser Hobby und unseren Sport nicht vermiesen lassen sollten. Ein Bekannter von mir hat dies einmal so formuliert: Die Politiker werden uns eines Tages vielleicht unsere Waffen wegnehmen; sie können uns jedoch nicht die Erinnerung an viele schöne Stunden auf dem Schießstand nehmen. Dem stimme ich zu und so sollten evtl. auch hier im Forum die Prioritäten gesetzt werden: Erst der Sport und als Ergänzung das Waffenrecht. Ohne Waffenrecht kann es freilich nicht gehen (s.o.).
Insoweit verstehe ich die letzten Beiträge von Erzwo und Dingo als vermittelnde Position, der ich mich gern anschließe.