Schon wieder ein Amoklauf

  • Zitat

    Die derzeitige gesetzliche Regelung ermögliche die Ausbildung an einer großkalibrigen Pistole bereits ab dem 14. Lebensjahr. Eine Heraufsetzung der Altersgrenze auf 21 Jahre sei unerlässlich, fordern die Hinterbliebenen. "Grundsätzlich muss die Frage erlaubt sein, ob der Schießsport nicht gänzlich auf großkalibrige Waffen verzichten kann." Der Gesetzgeber müsse Verstöße gegen das geltende Waffenrecht deutlicher und stärker ahnden.

    Trauerfeier: Opferfamilien aus Winnenden verlangen Killerspiel-Verbot (Spiegel Online)

    Gerhard Seemüller

    „Great minds discuss ideas;
    average minds discuss events;
    small minds discuss people.“

  • Hallo Erzwo,

    ich fühle mich nicht angegriffen aber jeder macht sich seine Gedanken. Wir sehen es ja hier wie uns das Thema beschäftigt und wir doch alle eins möchten, Schaden von uns zu halten. Wir müßen aufpaßen, dass wir uns nicht zu dem verleiten lassen was da so einige Trittbrettfahrer gegen unseren Sport treiben. Ich glaube Herr Ambacher hat uns bisher in der Öffentlichkeit gut vertreten und wird sicher die Hand am Puls haben und dementsprechend bei Bedarf reagieren.

    Kogge

  • Hallo kogge,

    du scheinst einer der wenigen zu sein, die sich Positiv über den Auftritt von unser aller Verbandspräsi äußert.
    Wenn ich mir das DSB Forum so anschaue dann finde ich da eher rücktritsrufe als zustimmung.

  • Hallo erzwo,

    ich brauch nicht wiederholen was das für eine Misere für uns alle ist. Auch unser Boss dort oben muß genau abwägen wie weit er zur Zeit gehen kann, denn wenn er Rambo spielt kann er mehr Porzelan zerbrechen als uns lieb ist. Hoffen wir das er zur richtigen Zeit den richtigen Schalter umlegt bei den dafür zuständigen Leuten, um noch größeren Schaden von uns abzuwenden.

    Kogge

  • Ich glaube dass der Ambacher das ganz gut macht. Damals bei der Sache in Erfurt hat er den Autofahrervergleich gebracht und wurde von den Medien, vom ADAC und sogar von der Politik in der Luft zerrissen.
    Die große Lehre damals war, dass man nicht nach Vergleichen suchen sollte - es gibt keine. Der Vergleich damals hat so viele Leute verärgert, dass der DSB das Mitspracherecht bei der Waffengesetzänderung fast komplett verloren hat.

    Damals hat er was gelernt und kann diesmal die Medien besser steuern.

    Mein Trainingsmotto:
    Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein. (Philip Rosenthal, Unternehmer, *1916)

  • Ich hab mir dazu mal die Diskussion durchgelesen. Ist ja interessant, was manche Leute für Meinungen haben. Ich respektiere, wenn andere Leute nichts mit unserem Sport anfangen können; ich kann mit Segeln auch nix anfangen (nur als Vergleich). Aber einer war ja am besten: "Meine Hobby sind Computerspiele. Also wenn entweder private Waffen oder Gewaltspiele verboten werden sollen, bin ich für ein Waffenverbot, weil mich das nicht interessiert. Hauptsache, ihr verbietet mir nicht mein Hobby. Es gibt Millionen von Computerspielern und nur einige Zehntausend Schützen" (sinngemäßes Zitat). Dass der DSB über 1,5 Millionen Mitglieder hat, hat er wohl noch nicht gehört. Und die Meinung, dass etwas verboten werden kann, nur weil es die Person nicht betrifft, halte ich für ziemlich ignorant.

    SG 1850 Wirsberg e.V.
    2. Mannschaft, Gauliga Ost

  • Hallo Ludwig

    So in etwa sehe ich die Sache auch, wenn er mit guten Agumenten die Presse gegen uns sprachlos macht sinnbildlich gesprochen dann wendet sich für uns das Blatt zu einem besseren.

    Kogge

  • Und die Meinung, dass etwas verboten werden kann, nur weil es die Person nicht betrifft, halte ich für ziemlich ignorant.

    Da hast du recht. Allerdings möchte ich nicht die Opferfamilien für ihre Forderungen kritisieren. Sie sind emotional am schwersten getroffen.
    Jedoch gibt es viele Trittbrettfahrer, die jetzt in die Medien treten und auf sich aufmerksam machen, eiligst Internetseiten aus dem Boden stampfen um Unterschriften zu sammeln. Die schlechten Journalisten, die für miese Recherche und fehlendes Hintergrundwissen bekannt sind tun sich hervor und reißen eine Schlagzeile nach der anderen. (Jüngstes Opfer ist jener namensgleiche Tim K., der nun auch noch seinen Job verloren hat, weil er sich entnervt über die ständige Verwechslung geäußert hat)

    Mein Trainingsmotto:
    Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein. (Philip Rosenthal, Unternehmer, *1916)

  • Den offenen Brief an Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Günther Oettinger finde ich äußerst bemerkenswert. Die sicher traumatisierten Familien von fünf getöteten Schülern gehen erstaunlich unaufgeregt auf alle wesentlichen Aspekte ein und stellen zahlreiche wohlüberlegte Forderungen zur Vermeidung solcher Amokläufe auf. Genau das hätte ich auch von der Presse erwartet.

    Gerhard Seemüller

    „Great minds discuss ideas;
    average minds discuss events;
    small minds discuss people.“

  • zu diesem thema
    wie währe es wenn der dsb mit seinen ganzen 20landesverbänden mal eine reportage finanzieren würde
    keinen werbefilm sondern der alltag im schützenhaus-auf meisterschaften oder wettkämpfen
    würden da aggresionen auf bild kommen????
    aber wenn ich bei manchen kriegervereinen zuschaue
    da wir mir angst da wird echt geballert da müssen ja gleich 20schuß im magazin sein
    sollte mannda nicht mal ehr darüber diskutieren???
    vieleicht verbieten sie ja auch noch den biathlon sport dort lernt mann ja das treffen und das flüchten gleich dazu...

  • wie währe es wenn der dsb mit seinen ganzen 20landesverbänden mal eine reportage finanzieren würde
    keinen werbefilm sondern der alltag im schützenhaus-auf meisterschaften oder wettkämpfen

    So etwas wäre sehr interessant, wie Leute darauf reagieren. Aber wer schaut dannd diesen Film an?
    Solche, die sich so und so nicht für das Schiessen interessieren oder es Ablehen werden sich so einen Film wahrscheinlich nicht anschauen...

    Gusti Sp.
    SG Diana Lorenzenberg
    Jugendsprecher
    Disziplin: LP(/LG)
    Gaujugendteam Ebersberg

  • So etwas wäre sehr interessant, wie Leute darauf reagieren. Aber wer schaut dannd diesen Film an?
    Solche, die sich so und so nicht für das Schiessen interessieren oder es Ablehen werden sich so einen Film wahrscheinlich nicht anschauen...

    bei dsf oder sonst wo wird der gröste schmarn manchmal gezeigt.
    währeda ein längerer bericht von der deutschen meisterschaft nicht mal angebracht auch wenn ihn der verband bezahlt.
    ich finde die verantwortlichen müssen umdenken
    ein altgedienter schützenmeister(sein tun in allen ehren) kann das nicht
    diese öffentlichkeitsarbeit müsten profis machen was medien angeht

  • Ich habe gerade den recht kritischen Artikel im Spiegel gelesen. Dort heißt es unter anderem „Experten taxieren die Zahl der Deutschen mit Lizenz zum Waffenbesitz auf rund zweieinhalb Millionen; von denen, die sich am kalten Stahl einer illegalen Knarre die Phantasie erhitzen, ganz zu schweigen. Was sie daran so fasziniert? Bei den Sportschützen hat das der Dortmunder Soziologe Arne Niderbacher zwei Jahre lang erforscht, sein Fazit: Der Sport allein, der Schuss in die Zehn, bringt ihnen nicht den Kick. Für allenfalls ein Viertel der Vereinsschützen, so hat es ein ehemaliger Verbandspräsident mal hochgerechnet, steht der sportliche Wettkampf im Vordergrund. Was aber ist es dann? Soziologe Niederbacher fand bei seiner Feldstudie keine Rambos, keine Machos, auch keine komplexverkrümmten Verlierertypen, die ihre Schwäche mit einer Waffe überspielen wollten. Wohl aber Fetischisten, die sich Konstruktionszeichnungen von Waffen besorgten, ständig über Verbesserungen fachsimpelten und einem starkten Sammeltrieb folgten: Eine Waffe ist den meisten nicht genug. So werden aus mehr Waffen irgendwann ziemlich viele Waffen, wie auch beim Vater von Tim Kretschmer“. Gerade die Aussage „Für allenfalls ein Viertel der Vereinsschützen [...] steht der sportliche Wettkampf im Vordergrund.“ halte ich für äußerst interessant. In den olympischen Disziplinen kann ich mir das nicht so recht vorstellen. In welchen Verbänden und in welchen Disziplinen sind solche Waffennarren und Waffensammler zu finden? Wir sollten es ihnen keinesfalls ermöglichen unter dem Deckmantel des Schießsports an ihren nicht ganz ungefährlichen Fetisch zu gelangen.

    Gerhard Seemüller

    „Great minds discuss ideas;
    average minds discuss events;
    small minds discuss people.“

  • Zitat

    Gerade die Aussage „Für allenfalls ein Viertel der Vereinsschützen [...] steht der sportliche Wettkampf im Vordergrund.“ halte ich für äußerst interessant. In den olympischen Disziplinen kann ich mir das nicht so recht vorstellen. In welchen Verbänden und in welchen Disziplinen sind solche Waffennarren und Waffensammler zu finden? Wir sollten es ihnen keinesfalls ermöglichen unter dem Deckmantel des Schießsports an ihren nicht ganz ungefährlichen Fetisch zu gelangen.


    Also in den olympischen Disziplinen geht es fast ausschließlich um den Wettkampf, allerhöchstens noch um Geselligkeit etc. Zumindest hab ich das bisher so erlebt. Das ist mal wieder typisch mit den Studien. Die Studie wird wohl (nach meiner Meinung) von irgendwelchen Leuten von den Medien in Auftrag gegeben worden sein, um damit ein Klischee zu erfüllen. Es klingt eben schon besser, wenn man seine Behauptungen mit Psychologe Dr. XY abstützen kann. Wahrscheinlich wurde auch extra ein dubioser Verein gewählt, in dem nur solche Leute sind. Ich kenne solche Fetischisten nicht, und ich kenne viele Schützen.

    SG 1850 Wirsberg e.V.
    2. Mannschaft, Gauliga Ost

  • Hallo,

    Nun hat man sich einen Prügelknaben ausgeguckt, in diesem Fall die Schützen und nun hau drauf was das Zeug hält. Ich glaube wir werden in nächster Zeit noch viel aushalten müßen.

    Kogge

  • Gerade die Aussage „Für allenfalls ein Viertel der Vereinsschützen [...] steht der sportliche Wettkampf im Vordergrund.“ halte ich für äußerst interessant. In den olympischen Disziplinen kann ich mir das nicht so recht vorstellen.

    So abwegig ist diese Aussage garnicht. Nehmen wir doch einfach mal einen etwas "älteren" Verein. Mit alt meine ich hiermit das Durschnittsalter der Schützen. Hier steht oftmals nicht mehr der Wettkampf im Vordergrund, aber dennoch das Interesse am Schießsport. Die Vereinskollegen bringen ihre neu erworbene Waffe mit in den Verein. Präsentieren diese Stolz. Die Begeisterung anderer ist groß. Es wird mit der Waffe geschossen und die Disziplin findet ein paar Anhänger mehr. Es folgen Waffenanträge der anderen Vereinskollegen für eine ähnliche Waffe, vielleicht sogar das gleiche Modell. Hier geht es nicht um Ergebnisse. Es geht um die Freude am Schießsport. Um die Vielfalt der Disziplinen. Sicher sammeln sich so durchaus Waffen an, die nur noch im Tresor herumliegen. Aber warum sollte man sie verkaufen? Es zwingt einen niemand dazu. Schießsport ist eben nicht nur ein Leistungssport! Vergesst das nicht! Es ist ebenso ein Breitensport.

    Das Gesetz regelt wie die Waffen aufbewahrt werden müssen. Wenn ein unbefugter Zugriff darauf hat, macht es keinen Unterschied, ob man im Besitz von ein/zwei oder "einer Hand voll" Waffen ist. Selbst wenn der Besitzer mit den Waffen eine Straftat begehen möchte, macht das keinen Unterschied. Er hätte lediglich eine größere Auswahl.

  • Das Gesetz regelt wie die Waffen aufbewahrt werden müssen. Wenn ein unbefugter Zugriff darauf hat, macht es keinen Unterschied, ob man im Besitz von ein/zwei oder "einer Hand voll" Waffen ist. Selbst wenn der Besitzer mit den Waffen eine Straftat begehen möchte, macht das keinen Unterschied. Er hätte lediglich eine größere Auswahl.

    Interessante Ansicht, damit hast du meiner Meinung nach Recht. Ob jetzt noch 15 andere Waffen bei Tims Vater daheimlagen oder nicht, die eine hat ausgereicht. Die anderen wären jetzt unmittelbar für die Tat gar nicht nötig gewesen.

    SG 1850 Wirsberg e.V.
    2. Mannschaft, Gauliga Ost

  • Interessante Ansicht, damit hast du meiner Meinung nach Recht. Ob jetzt noch 15 andere Waffen bei Tims Vater daheimlagen oder nicht, die eine hat ausgereicht. Die anderen wären jetzt unmittelbar für die Tat gar nicht nötig gewesen.

    Richtig. So sehen es aber auch diejenigen, die den privaten Waffenbesitz komplett verbieten wollen.

    Mein Trainingsmotto:
    Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein. (Philip Rosenthal, Unternehmer, *1916)

  • Womit das Problem der illegal beschafften Waffen aber auch nicht gelöst wäre. Dummerweise lassen sich auch andere Dinge für Straftaten diesen Ausmaßes nutzen. Und nun? Nicht nur Privatpersonen bieten solche Szenarien. Es gibt ebenfalls Beamte/Soldaten/Sicherheitsdienste/... die austicken können.

    Es gibt nunmal seit Jahrzenten unseren Sport. Ein plötzliches verbieten bringt keinem etwas. Wenn es darum geht, dass jeder mit einer Waffe lernen kann zu schießen - das geht genauso gut beim Militär. Da schläft man sogar mit seinem Maschinen-/Sturmgewehr in einem Schlafsack.