Trainingstagebuch eines Anfängers (und viele Fragen)

  • Dann in Gelb rumgezittert und nach rechts gewandert, dann abgedrückt und einmal quer über den Spiegel gerissen,zufällig auf 9.8 gelandet.

    Ja richtig ausgeführt.
    An diesem Ablauf ist gar nichts wie es sein soll.
    Der Einstieg nicht, das Kernstück nicht, das Finale nicht.
    Der ganze Bewegungsradius ist zu keiner Zeit dort wo er sein soll.
    Der Auslösevorgang ist genauso wenig schulmäßig, das allerdings ist bei sehr vielen so.
    So unkontrolliert wie die Bohnen umherfliegen ist eine gesamt Schussbildanalyse der größte Nonsens weil null Aussagefähig.
    Ist eine vermessene Aussage so ohne Face to Face Arbeit, aber ich denke das der Blick auf der Scheibe ruht oder sogar umher irrt also raus rein und kaum eine Kontrolle von Kimme und Korn erfolgt. Ein richtig strukturier souveräner zusammen wirkender Ablauf ist auch nicht zu sehen.
    Ich rätsle noch warum alles so deplatziert ist.
    Ich müsste Dich mal 1-2 Stunden unter Beobachtung stellen😇 dann wäre mehr klar.
    Du hast eigentlich dieselbe Aufgabe wie Ich glaube Proton war es. Struktur in den Ablauf zu bringen. Mit dem Gerät müsste das eigentlich schnell machbar sein. Ihr müsst die Diskrepanz heraus finden zwischen dem tun und der Realität, bzw was ihr meint zu tun und was sich tatsächlich abspielt.
    Ihr solltet das in kleine Sequenzen unterteilen, beginnen mit Startphase bis zum erreichen des vermeintlichen Halteraumes. So das ihr die senkende Bewegung ausführt und genau sauber in der Zahlenreihe herunter kommt zuerst mal ohne alles weitere. Also kein Druckpunkt keine große Aufmerksamkeit auf Atmung.
    Angekommen oder noch Fragen?

    No.limits

    Steyr EVO/E
    Match Gun MG2E / MG5E
    Felix Team 45 ACP
    SIG 210/6 Full Race Gun, Oschatz

    Ich habe Ecken und Kanten nur eine Null hat keine!

  • Okay, frustrierend.

    Dachte nicht, dass ich wirklich gar nichts richtig mache.


    Du meist also den Ablauf der Doppelatmung einmal nur hinsichtlich der Bewegungsabläufe zu üben?

    Die Abläufe gemäß DSB

  • Du meist also den Ablauf der Doppelatmung einmal nur hinsichtlich der Bewegungsabläufe zu üben?

    Hallo Florian,

    die einzelnen Elemente des Bewegungsablaufs sollten immer eigenständig geübt und erst am Ende zu einem Ablauf kombiniert werden.
    Du erinnerst Dich an meinen Tipp mit dem Bügelbrett und der weißen Wand?
    Da könntest du, losgelöst vom Ergebnisdruck, den Bewegungsablauf und auch das Abziehen erlernen.
    Mit dem scharfen Schuss ohne entsprechende Vorbereitung, egal ob auf die Scheibe oder mit dem Scatt, verfestigst Du nur Deine Fehler.

  • die einzelnen Elemente des Bewegungsablaufs sollten immer eigenständig geübt und erst am Ende zu einem Ablauf kombiniert werden.

    Genau das ist es, das beantwortet Deine Frage nach der Atmung.
    Wenn die jetzt schon automatisch mitläuft lasse sie laufen.
    Aber um einen Ablauf zu analysieren ist die kleinste Einheit am besten, je mehr Aufgaben damit verbunden sind je schwieriger wird es mit erkennen und verstehen.

    Ich hab dieses Bild nochmal überarbeitet, ich hoffe es ist nicht zu verwirrend.

    Man kommt bei der 1 auf die Scheibe und senkt den Arm in der persönlich angemessenen Geschwindigkeit, Blick auf Kimme und Korn,

    Das senkenden verläuft akkurat auf der Zahlenreihe bis zu 2 wenn der persönliche Halteraum erreicht ist. (Kann variieren)

    Spätestens jetzt wird der Druckpunkt aufgenommen.

    Der Aktionsradius ist jetzt im Zielbereich 3 und entspricht in Größe dem können und dem aktuellen Trainingstand vom Schützen.

    Wenn der Aktionsradius aber bei 4 ist, dann befindet sich der Halteraum bei 5 !?

    Es gibt wie oben angerissen mehrere Möglichkeiten, die Visierung ist radikal falsch justiert. Es kann eine Hornhautkrümmung vorliegen, ist bei mir und meiner Frau fast so krass.

    Es kann aber auch eine radikale Missachtung von Kimme und Korn sein und der Arm und oder das Handgelenk läuft in die 0 Position, es kann auch eine Mischung anteilig von allem sein.

    Richtig lustig wird es wenn jedes Bild eine andere Wirklichkeit aufzeigt.

    Suchet so werdet ihr finden……

    Hier wirst Du geholfen🤩

    Es geht vorrangig darum warum Dein Tun und die Wahrnehmung so different ist zum Geschehen. Dazu muss der Ablauf erstmal so schlank wie möglich sein. Dazu benötigst Du keinen Druckpunkt und schon gar keinen Schuss.
    Erstmal gutes Gelingen.

    No.limits

    sorry,
    Du benötigst den Schuss vermutlich zur Aufzeichnung, wenn es für die Erkennung der Aufzeichnung reicht, dann stelle auf trocken das es Klick macht.

    Bilder

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    Ich habe Ecken und Kanten nur eine Null hat keine!

    Einmal editiert, zuletzt von no.limits (22. Oktober 2025 um 11:36)

  • Okay,


    ich werde das Thema mal etwas ruhen lassen: Eure Ausführungen haben mich ganz ehrlich sehr demotiviert. Noch dazu steht morgen mein erster Wettkampf an, will da den Kopf eher klar bekommen und nicht weiter an mir zweifeln.

    Meine Ergebnisse liegen nun bei +-330, gerade, wenn ich im Verein Zeit, Ruhe und Konzentration finde. Also ganz so falsch kann ich ja nicht unterwegs sein, dass gar nichts stimmt.


    Training auf die weiße Wand geht nur ohne Scatt, dies braucht die Scheibe und das Klicken um aufzuzeichnen, muss ja dabei aber auch nicht unbedingt sein.

  • und nicht weiter an mir zweifeln.

    Du sollst nicht zweifeln sondern aufbauen in kleinen Einheiten.
    Und vor allem keine Programme mit 330 schiessen

    Der Einsatz kollidiert wohl etwas mit den Erwartungen.
    Es funktioniert nicht mit 2-3 so lieblosen Aktionen so nach dem Motto vor dem Ofen sitzen und sagen gib mir warm dann bekommst Holz.
    Dein Statement ist frustrierend, weil ganz offensichtlich andere es sind die Du in Haftung nimmst.

    No.limits

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  • inwiefern

    Euere Ausführungen haben mich sehr demotiviert….

    Das ist ein unterschwelliger Vorwurf, und gleichzeitig ein Eingeständnis der eigenen Unfähigkeit.
    Es ist alles negativ und sehr weit weg von einem positiven Denkansatz.

    Du hast relativ gute Aktionen gestartet z.B. mit dem Kauf vom Scatt. Du hast Deine Probleme bezüglich schiessen hier eingestellt und wolltest Antworten.
    Du hast aber irgendwann den Blick aufs wesentliche verloren.

    Dein bisheriges Vorgehen hat Dich an den Punkt gebracht wo Du jetzt stehst.
    Dieses Vorgehen hat natürlich auch Fortschritte gebracht allein durch die ständigen Wiederholungen gab es einen Muskelaufbau und einen besseren Umgang in der Sache als zu Beginn.
    Es sind aber Ablaüfe in dem gesamten tun die ein zügiges und souveränes Fortkommen so gut wie unmöglich machen.
    Du wirst Dich von vielem wenn Du gut werden möchtest verabschieden müssen. Und Du wirst wenn Du gut werden willst technisch und psychisch auch mit Rückschlägen umgehen lernen müssen. Punkt!
    Du trägst die Alleinverantwortung, für Deine Denke, für deine Ideen, für Dein Tun, für Deine Entscheidungen.

    Ein Beispiel, die Hochspringer waren zu Anfang alle vorwärts über die Latte gesprungen, irgendwann hatte einer die Idee das Rückwärts zu tun, Aussicht auf Erfolg fraglich. Er musste Rückschritte in Kauf nehmen und alles neu aufbauen um in der Konsequenz weiter zu kommen als es mit der alten Technik jemals denkbar war.

    No.limits

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  • inwiefern?

    Lass es mich so sagen: bislang hast Du jeden Hinweis ignoriert, der da gesagt hat, mach etwas anderes als Serien zu schießen.
    Nochmals mein Vergleich mit Turnern: hängen sich die als Anfänger an's Reck und versuchen sich an einer schweren Kür?
    Nein. Sie lernen vom leichten zum schweren.

    Die schwere Kür ist bei uns der scharfe Schuss.
    Schau Dir doch den von Dir eingestellten Ablaufplan des DSB an.
    Als Anfänger ist noch nichts gefestigt oder automatisiert, Du musst eine Million Dinge gleichzeitig im Blick haben.
    Das wird nicht klappen.

    Also bricht man den Ablauf herunter in einfache, überschaubare Einheiten und trainiert diese getrennt, bis sie sitzen.
    Dann erhöht man schrittweise die Schwierigkeit.

    Die gute Botschaft: Du kannst jederzeit damit starten.
    Das sollte motivieren, nicht demotivieren.
    Oder demotiviert es Dich, wenn man Dir sagt, dass Du bisher nicht alles richtig gemacht hast?

  • Sorry ich war versehentlich auf den sende Button gekommen.


    Du musst Versuche einleiten von Zeit zu Zeit um vorwärts zu kommen wo nicht garantiert ist das es was bringt.
    Wobei bringen tut es immer was, auch wenn Du nur die Gewissheit erlangt hast einen Punkt abgehakt zu haben. Die Erfahrung hast gemacht, das treibt Dich schon nicht mehr um.
    Ich habe aber auch solche Dinge ab und an wieder aufgegriffen wenn ich ein Stück weiter in meiner Technik war um zu prüfen ob es mit mit dem aktuellen Stand immer noch dieselbe Erkenntnis ist.
    Das konnte zum Beispiel ein engerer oder weitere Lichthof sein in der Visierung, das konnte ein weiter entfernter oder näherer Halteraum sein und vieles mehr. Ich hab dann mehrfach dadurch meinen Schießstiel verändert.
    Der ganzen Sache lag aber ein unbändiger Wille vor, mit positiven Gedanken geführt, Bremsblockaden zu finden.
    Solange es einen Schützen in meiner Klasse gab der besser war, war bewiesen das es A) geht, und B) er etwas anders macht als Ich. Mein Tun führte zu einem Ergebnis wo immer es auch gerade war, seines führte zu einem Ergebnis wo er stand.
    Die Ausgangsituation war, was muss ich tun um dort hinzukommen, was macht er anders. Welche Wege muss ich gehen, wo bekomme ich den Input her.
    Ich war und bin mit Ferrari sehr verbandelt, ich hatte die Gelegenheit mehrfach mit dem ganzen F1 Rennteam öfter zum Skifahren gehen zu können. Wir waren auch auf Evants wo die Jungs von Ducati mit den Feuerstühlen zugegen waren, Rossi, Capirossi, Sete Cibernau, und viele aus der F1 Szene. Da kann man lernen und live erleben wie analytisch und direkt die Denke von absoluten Heros ist. Schumi hat mir manchmal Gänsehaut verursacht wenn er so im Gespräch war.
    Zurück zum Thema. Im Frust ertrinken bringt gar nichts, es bringt aber die Erkenntnis und der muss man sich stellen, die Ringe auf der Scheibe stehen für meinen Einsatz für mein Können, fertig.
    Wo fang ich an!?

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  • Das sollte motivieren, nicht demotivieren.
    Oder demotiviert es Dich, wenn man Dir sagt, dass Du bisher nicht alles richtig gemacht hast?

    Nein. Aber wenn ges wird, dass man ALLES - von Anfang bis Ende falsch macht.


    Dazu noch eine Theorie - auch zur SCATT Auswertung. Ich habe das gerade getestet: Ich bekomme ein deutlich „saubereres SCATT wie dieses hier:

    …wenn ich Den oberen Halteraum, also den Umkehrpunkt und die Pause nach dem ersten Anheben der Pistole noch Außerhalb der Scheibe setzte.


    Anders sieht es aber aus, wenn Dich (und so bin ich es gewohnt) meinen Umkehrpunkt einfach über dem Spiegel setzte und von dort aus erst in den richtigen Haltwpunkt gehe:

    So wirken die beiden Verläufe gleich ganz anders, sind aber eigentlich fast gleich!?

  • Nein. Aber wenn ges wird, dass man ALLES - von Anfang bis Ende falsch macht.

    Hör auf mimimi zu machen, sondern sei froh, das dir u.a. no.limits so gute Tipps gibt. Wer in einem Forum nach Hilfe schreit, darf nicht erwarten, das er gebauchpinselt wird, sondern muss mit den Fakten umgehen können. Alles andere ist Blödsinn. Als Beispiel: ich muss seit ca. 11 Jahren wöchentlich zur Physio, weil ich 4 Bandscheiben Op´s und einen Bandscheibenvorfall habe. Wenn mir mein Therapeut weh tut beim lösen von Blockaden, dann sagt er: "Wenn Du gestreichelt werden willst, dann geh zu deiner Frau aber jammer nicht." Er bewahrt mich seit dem vor der 5ten OP, was versteifen hieße.

    Also, nimm einfach die Tipps an und tritt dir selbst in den Hintern und fang an, deine "angelernten" Fehler wieder abzutrainieren und es richtig zu machen. Denn wenn du jetzt auf mimimi machst, wirst du das an Tipps schnell wieder vergessen und so weitermachen wie bisher. Das nur zu deiner Aussage

    Meine Ergebnisse liegen nun bei +-330, gerade, wenn ich im Verein Zeit, Ruhe und Konzentration finde. Also ganz so falsch kann ich ja nicht unterwegs sein, dass gar nichts stimmt.

    Es ist vvlt nicht schlecht, aber wenn es gut wäre, hättest du deine Fragen hier nicht gestllt.


    Also....

    Viel Erfolg

    Gruß Mike

    ohne Training kein Vorankommen ;)

    Erfolg muss man sich erarbeiten, Neid kommt von allein :)

    KK 500 E Auflage, LG500itec E Auflage :)

  • ich kann nur sagen, dass mich viele Punkte als Gewehrschütze hier in diesem Thread haben aufhorchen lassen und ich habe daher in den letzten Wochenzusätzlich zudem hier erklärten ganz bewusst auf Ratschläge eines Mannschaftskollegen gehört, der zusätzlich zu unserer LG-A Mannschaft noch LP schießt und was soll ich sagen.... DAS hat mich wirklich gut voran gebracht!!!


    daher auch ein Dank von mir, an alle (insb. no.limits ) , die dir hier Tipps geben!

    und wenn du sie nicht mitnimmst, ich nehme sie dankend an!!!!!

    Feinwerkbau 800 W

    + Gehmann + Grüdl + Korn-Optik Adlerauge + MEC/Centra + MESHPRO + TEC-HRO +

  • Mal so allgemein. Beim Schießen verliert man immer gegen sich selbst. Die äußeren Umstände sind nicht schuld, die anderen schießen am selben Stand. Es fällt nichts vom Himmel.

    Ich gehörte noch nie zu den Überfliegern, was anderen leicht/leichter von der Hand ging musste ich mir erarbeiten, dabei Jahrzehnte alte Fehler abtrainieren. Nach einem absoluten Tiefpunkt, so Anfang 30, da habe ich quasi von vorne begonnen. Die Belohnung war 1. Mannschaft und mit 45 das erste Mal die Quali für die Bayrische zu schaffen. Das waren damals 383 Ringe. Da lagen ein paar intensive Jahre davor. Mit dem Schießen im Bundesligamodus wurden die Nerven auch deutlich besser. Man gewöhnt sich daran auf selbigen herumzulaufen 😃. Das Fundament beim Gewehr (ich traue mich zu sagen auch bei der Pistole) ist der Anschlag und die Nullstellung. Beides muss sitzen, vor jedem Schießen absolut sauber eingerichtet werden. Bei während des Probeschießens weitere Nullpunktkontrollen, die Muskulatur wird warm, es muss ggf. korrigiert werden. Vor jedem Schuß, den Körper auf Verspannungen und Muskelanspannungen abfühlen. Man bekommt schnell die Achillesfersen raus. Stimmt was nicht, absetzen von vorne, gerade als Anfänger tut man sich oft schwer im Anschlag zu korrigieren. Kommen ein paar schlechte Schüsse hintereinander, läuft es einfach nicht, raus aus dem Stand und komplett neu einrichten. Es kann nicht schlechter, es kann nur besser werden. Nach jedem Schuss darüber nachdenken was habe ich gut oder schlecht gemacht, liegt der Schuss dort wo ich ihn im Nachzielen gesehen habe.

    Zum Schussablauf haben der Pistolenprofis ausführlich geschrieben. Dein Job ist es, die ganzen Ratschläge zu sortieren und die Schwerpunkte zu setzen. Was gehst du wie, in welcher Reihenfolge an. Überlegungen, wenn ich lt. Scatt einen Ticken schneller Abziehe habe ich ein paar Ringe mehr, helfen m. E. nicht weiter. Da machst du eine nutzlose Baustelle auf.

    Auch wenn du viel schießt, es dauert, gib dir Zeit, da reden wir nicht von Wochen sondern von Monaten und Jahren. Zwischendrin ist es auch mal gut eine Schießpause zu machen. Meine Erfahrung, konsequentes Training ist unersetzlich, das kann man nicht ersetzen. Da muss jeder durch.

    Also, Kopf nicht hängen lassen, Krone richten, weitermachen.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

  • mach etwas anderes als Serien zu schießen.

    Danke, ich hab dazu noch 2 Fußnoten, einmal hab ich vor langer Zeit mal ein Statement abgegeben zum Thema, kann man hier finden unter ,, wer kennt Resi,,

    Ein zweites Erlebnis war in meiner Eigenschaft als Landestrainer Damen im Olympiazentrum Sportschiessen in Pforzheim.
    Ich hatte eine meiner Mädels im Blick, es war auffallend das sie in der Präzision mit der Sportpistole deutlich mehr Ringe erwirtschaftete als im Duell. Klar war schiessen konnte sie nur eben nicht gut Duell. Klar war aber auch ( mir war klar ) das im Duell dadurch viel mehr viel schneller was zu holen war als in der Präzision, weil der Abstand zu ,,voll,, viel größer war.
    Weil sie aber mit ihren Präzi Ergebnissen eher glänzen konnte trainierte sie im freien Training mehr Präzi. Sie kam nicht von alleine auf den Trichter das man viel mehr Einsatz benötigt von 142-144 sicheren Ringen auf 145-146 zu kommen als in ihrem Duell von 135 auf 145. schiessen können war da, nur nicht unter Zeit und nicht strukturiert.
    Gut ist, der 10er ist viel größer, man muss nur den Faktor Zeit strukturieren, fertig.
    Ich nahm Sie beiseite und erklärte ihr Haarklein um was es geht, wie die Schritte dazu sind. Das alles aufgebaut werden muss in möglichst kleinen Erkenntnisreichen gut zu lernenden Schritten.
    Als wir so zum Ende gekommen sind, wir hatten noch ne halbe Stunde Schießzeit, war meine Frage, auch wirklich voller Erwartungen? wie gehst das jetzt an, was machst mit der halben Stunde? Die Antwort war kurz und knackig ,,ich schieße noch ein paar Serien,, ich bin Heute noch frustriert, es begleitet mich bis Heute.
    Es gibt Menschen die machen aus nichts viel, weil sie Ideen haben, kreativ sind Schaffenskraft haben und alleine mit Kombinationsgabe vieles lösen, es gibt andere die brauchen einen oder zwei Schubs dann geht was und es gibt welche denen kannst mit dem Nürnberger Trichter Galonen einflößen da läuft alles ungefiltert unten raus.

    Wie gesagt es ist messbar, alles!
    In diesem Sinne no.limits!

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  • Etwas off topic, muss aber mal gesagt werden:

    Ich lese hier seit es den Thread gibt mit und muss einfach mal DANKE sagen für die
    vielen und konstruktiven Tips die hier von einigen gegeben werden.
    Werde das Ein oder Andere ins Training einbauen und denke das es mein Training voran bringt.

    Es muss mehr geschossen werden!
    Schießsport ist Vielfalt: Mitglied im DSB, BDS, BDMP

  • Du erinnerst Dich an meinen Tipp mit dem Bügelbrett und der weißen Wand?
    Da könntest du, losgelöst vom Ergebnisdruck, den Bewegungsablauf und auch das Abziehen erlernen.

    Leider habe ich - das liegt aber sicher an mir - den Tip nie verstanden.

    Wenn die Tapete weiß ist (jedenfalls monochrom, sie also keine Muster hat, auch keine Bilder an der Wand hängen etc.), dann ist sie ja bereits der neutrale Hintergrund, auf den das Auge sich dann mangels Anhalts nicht "automatisch fokussiert" (oder auch nur zu fokussieren sucht), so dass man dann der Pupillenakkomodation auch nicht bewusst und willentlich durch neues Re-Konzentration auf das Korn entgegen wirken müsste. Was dann anstrengt und ermüdet.

    Wo auf der indifferenten Tapetenfläche dann die Visierung (also Kimme und Korn, mit dem Schwerpunkt auf das scharf gesehene Korn) „hinzeigt", ist dann für diesen *Teilschritt* oder für dieses Einzelelement erst einmal wurscht.
    Denn es kommt in diesem Übungsfeld nur darauf an,
    - dass der Schütze das Korn scharf sieht,
    - die Kimme eher etwas unscharf sieht,
    - das Ziel noch unschärfer sieht,
    - dass das Korn immer mittig im Kimmenausschnitt bleibt und nicht nach links oder rechts geklemmt wegkriecht,
    und dass der Schütze für einen mehr oder minder begrenzten Zeitraum (ich empfehle immer, dies am Anfang recht kurz zu machen) auch so hält und während dieses Haltens den Abzugsdruck ruuuuuhig, aber zügig erhöööööööht -- bis "es" (! und nicht er) auf einmal Plopp macht.

    Das bedeutet, der Finger kriecht nicht in minimaler, vorsichtigster Langsamkeit am Abzug entlang, der dabei immer schwerer und schweeerer wird und anscheinend blockiert (bekanntes psychisch-sensitives Problem), der Schütze reißt ihn auch nicht durch, und er trifft auch gedanklich (wie gesagt, in dieser frühen Phase des Elemente-Trainings) keine bewusste Entscheidung "und jetzt, zack". Wohlgemerkt, dass ist der Handlungsansatz in der Elementarisierung. [Später, mit weiterem Trainingsfortschritt, muss man das in so einigen Fällen wieder aufgeben...]

    Die Bügelbretter, die ich kenne, sind mit ihrem Bügelbezug entweder cremeweiß, oder haben sehr oft auch sogar ein Muster. Jedenfalls hätte es aus meiner Sicht keinen Sinn, bei diesem Training irgendein andes Element, gar eine andere Farbe oder gar Musterung zu haben, als auf der weißen Wand.

    Aber möglicherweise hättest du etwas Anderes im Sinn gehabt. Denn die Waffe soll ja nicht im Zickzack oder in eleganten Bewegungen raumgreifend, pirouettierend und oder auch nur im Zickzack wackelnd die Wand hochgeführt werden, sondern sie sollte in einer relativ geraden Linie lotrecht von unten nach oben gehen, jedenfalls in dem zu übenden Teil(!!!)element des Präzisionsschusses "klassischer Art" (gilt für Luftpistole, Freie Pistole und den reinen Spopi-Präzisionsschuss).
    Vielleicht hattest du dir dann dabei gedacht, diese senkrechte Aufrechtbewegung sollte irgendwie innerhalb einer begrenzten „Breite" erfolgen, sodass man beim Hochführen schon merkt: "Okay, die Waffe bewegt sich jedenfalls nicht allzu weit aus dem Zielfeld."

    Der Gedanke als solcher wäre ganz richtig. Denn wenn am Ende der Bewegungsphase die Waffe irgendwo links oder rechts von der Zielfläche steht, dann ist das natürlich schlecht, denn dann muss man innerhalb sehr kurzer Zeit auf dem Ziel gegenkorrigieren, und das führt üblicherweise zum Verwackeln oder Verreißen, jedenfalls zu einem unguten Spannungsaufbau in der Haltung, und dann können Armmuskeln und Fingermuskeln unter Umständen sogar gegeneinander wirken. Das will man nicht.

    Aber ich halte es für falsch, dass von Anfang an schon so zu üben, so wie wird du es sprachlich darstellt.
    In der ersten Trainigsphase ist es völlig wurscht, ob die Visierung etwa 50 cm links der nicht vorhandenen Scheibe auf der Wand steht, oder 50 cm rechts. Da ist es vielmehr erst einmal entscheidend, dass die Bewegung ruhig und hundertfach geübt senkrecht nach oben verläuft und das der Schütze darauf achtet, dass die Visierung nicht nach links oder rechts ausschlägt und das Korn in ihr mittig bleibt. Und das kann einfach nur durch sehr viel Üben verfestigt werden.

    Das spätere zweite Trainingselement, nämlich die Notwendigkeit, dass sich am Ende dieser Aufwärtsbewegung die Visierung sich eben über - oder danach dann im - Halteraum befindet, und nicht etwa links und rechts daneben, dieses 2. Element ist natürlich auch noch wichtig. Aber später.

    Korrigiert wird das bekanntlich (jedenfalls im theoretischen und elementaren Idealfall des "tiro academico", IPSC- und IDPA-Praxis ist etwas ganz anderes) nicht durch Arm- oder Handgelenksbewegungen, sondern allein durch eine Änderung der Fußstellung. Lediglich am Rande nehme ich schon vorweg, dass natürlich im Lauf eines längeren Wettkampfes durch unterschiedliche Muskelspannungszustände und -ermüdungen die Fußstellung tatsächlich auch nachzuführen oder nachzuarbeiten sein wird.
    Jedenfalls geht es vielen Schützen und Schützinnen so, dass die anfängliche Fußstellung und Körperhaltung im Laufe des Wettkampfs nicht mehr so gut funktioniert, dass man merkt, dass man aus dem Halteraum irgendwie herausgleitet, und dass dann eben die Fußstellung neu adjustiert und angepasst wird. Aber das nur im Vorgriff.

    Carcano

  • Gut,


    das soll nun bitte nicht heissen, dass ich undankbar bin - ganz im Gegenteil - ich bin sehr froh dass ihr so gute Tipps auf Lager habt und versicht mich zu unterstützen.


    Ich denke, dass ich ob der vielen unterschiedlichen Aspekte im Moment einfach überfordert bin und gar kicht weiss, mit welchem Schritt ich nun beginnen soll - das kleinteiligere Zerlegen des Ablaufs ist mir ja klar - aber wo nun konkret als erstes ansetzen? Und idealerweise: wie hier den Fortschritt auch irgendwie messbar machen um einen Erfolg zu erkennen?

  • das kleinteiligere Zerlegen des Ablaufs ist mir ja klar - aber wo nun konkret als erstes ansetzen

    vllt. solltest Du erstmal zu diesem Thema keine Fragen mehr stellen, sondern dich mit dem verarbeiten der bisherigen Tipps befassen, ansonsten trittst du wahrscheinlich wieder eine neue Welle los, was dich evtl. weiter überfordert. Jede Veränderung braucht seine Zeit, bis sie im Unterbewusstsein verankert ist.

    Such dir das raus, was dir am wichtigsten erscheint, egal ob Nullpunkt, Atmung etc. nur halt nicht alles auf einmal. Das geht nach hinten los.

    Gruß Mike

    ohne Training kein Vorankommen ;)

    Erfolg muss man sich erarbeiten, Neid kommt von allein :)

    KK 500 E Auflage, LG500itec E Auflage :)

  • Ich denke, dass ich ob der vielen unterschiedlichen Aspekte im Moment einfach überfordert bin und gar nicht weiss, mit welchem Schritt ich nun beginnen soll - das kleinteiligere Zerlegen des Ablaufs ist mir ja klar - aber wo nun konkret als erstes ansetzen?

    Richtige Frage.

    Und hier die gedanklich - wie zumeist bei diesen Dingen - zwar unscharfe und vor allem auch gar nicht ein-eindeutige, aber dennoch sinnvolle Antwort:

    Es gibt auch beim Training und bei der Elementarisierung unter den einzelnen Elementen natürlich eine gewisse halblogische Reihenfolge, also eine Priorisierung.
    Das Problem hier ist genau das gleiche wie beispielsweise im Tanzsport. Viele Elemente müssen gleichzeitig zusammenwirken. Der Anfänger wird zwangsläufig damit am Anfang überfordert. Er wird noch mehr überfordert, wenn in jeder Lektion etwas Neues kommt und wenn irgendwie vom Trainer oder Übungsleiter erwartet wird, dass die paar Sätze und Erklärungen aus der vorigen Lektion nicht nur gehört und verstanden worden wären (allein das ist schon meist eine viel zu optimistische Annahme !), sondern auch bereits in der nächsten Woche, nbeim nöchsten Treffen, durch Üben gelernt, umgesetzt und verfestigt worden wären. Sind sie natürlich alle nicht.

    Daraus geht auch hervor, dass tatsächlich das Üben zu Hause und das Trockentraining sehr viel wichtiger sind, als das Herumstehen und frohsinnige Knallen auf dem Schießstand. Sie sind aber auch oft langweiliger, weniger erfreulich, ermüdend, und nicht selten frustrierend.
    Und natürlich widerstreben sie auch dem ganz ursprünglich-kindlichen Empfinden eines "Oh, jetzt hat es geklappt! Toll! Dann KANN ich das ja jetzt schon!" (Mami, Papi, Coach, schaut mal !!)
    Diesen Anteil Kindlichkeit haben sich die meisten von uns noch irgendwo erhalten, so tief innen.
    [Die anderen sind hoffnungslose Langeweiler. Die sehen auch konzentriert der Farbe beim Trocknen zu ;) :P ]

    Tatsächlich kann man die einzelnen Grundelemente auseinandernehmen, und man muss sie nicht unbedingt nur in einer zwingenden Reihenfolge abarbeiten und verfestigen. Man kann und man soll abwechseln, mal so und mal so. Ich gebe hierfür nachher noch einige einfache Beispiele, und der Trainierende kann sich dann selbst aussuchen, was er wann lernt und natürlich immer wieder kritisch überprüft, wiederholt und nochmal wiederholt.

    Denn der einmalige scheinbar erfolgreiche Vollzug ist immer eine gewisse positive Erholung. Bringt aber nix außer einem ephemeren Micro-High. So wie ein einziges (!) Pringles-Scheibchen.

    Repetition dagegen ist langweilig, vor allem für kluge Leute. Aber bei solchen Bewegungsabläufen ist sie leider zwingend.

    Deshalb darf man sich nicht von der Versuchung eines scheinbaren Erfolgs verführen lassen, um zu schnell zum nächsten zu hüpfen. Man sollte vielmehr die immer erneute Wiederholung als solche (also in der Sprache der scholastischen Pädagogik: "ruminatio") ganz bewusst als ein positives Element seelisch aufladen und sich konditionieren, dies als eine angenehme Ruhe und Meditation zu empfinden. Wir kennen hoffentlich alle den schöne Spruch, wonach der "Schießsport eine laute Art der Meditation" sei.

    Die Eile wäre falsch. Wenn man also etwas immer wiederholt und noch mal und noch mal, obwohl man doch glaubt, es eigentlich schon zu können ("es hat doch geklappt!"), muss einem erstens klar sein, dass nur das Verfestigen und Einschleifen hilft, und dass zweitens dafür die gerade die Wiederholung als solche (!), und NICHT etwa die erzielte 10,8, irgendwie positiv belohnt und aufgeladen worden sein muss.

    Sehr viele Trainer sind leider zu ignorant, um die Wichtigkeit der kleinen Zwischenbelohnungen, die man aus dem Training als Aktivität zieht oder sich danach selbst erteilt (ich empfehle dafür Königsberger Marzipan), richtig zu verstehen. Sie glauben ernstlich, mit nur negativem, frustrierendem oder einem die eigene Unvollkommenheit aufzeigenden Training sei irgendetwas zu erreichen.
    Das ist natürlich Blödsinn.
    Das klappt nicht einmal bei Masochisten.
    Aber Trainer sind halt so. Ein gutes Beispiel dafür, wie man es meiner Auffassung nach (viele sehen das anders) nicht machen darf, ist das Training auf die in der Mitte rund ausgeschnittene Ringscheibe. Man gibt also mit möglichst hoher Konzentration und möglichster Anspannung 10, 20 oder 40 Schüsse ins Nichts ab, und jeder einzelne Schuss, der dann nicht in Nichts gelandet ist, sondern sichtbar in dem weißen Umfeld des Spiegels liegt, als kleines Löchlein dort, ist dann ein dunkel strahlend eindringlicher, immer wiederholter Misserfolg ("hätte nicht sein dürfen, Mist").

    Ich muss das wiederholen, damit es wirklich verstanden wird:
    Die Abwesenheit eines Misserfolges, also nur die Feststellung, dass der gerade abgegebene Schuss eben nicht negativ und damit "schlecht" im Weißen liegt, sondern Gottlob noch in dem ausgeschnittenen und daher nicht mehr sichtbaren schwarzen Bereich, diese bloße Abwesenheit ist kein positiver Verstärker. Wie denn auch? Wer hielte es denn schon für einen "Erfolg" und für eine "schöne Sache", wenn der Lehrer einem die ganzen 6 Stunden hindurch noch keine Kopfnuss gegeben hat, wenn man sich doch am Ende kurz vor dem Mittagsklingeln die Ohrfeige noch einfängt?! (Aber Gott sei Dank gibt es inzwischen ja keine körperliche Züchtigung in den Schulen mehr).

    So, etwas später geht's mit Beispielen weiter.