alte RWS Munition

  • Hallo zusammen,

    ich hätte mal eine Frage hier in die Runde und an die erfahrenen Teilnehmer.

    Wir hatten gestern unser Königsschießen im Verein und aus Kostengründen, oder was auch immer, wird bei dieser Gelegenheit alte Munition verschossen. Auch schon mal welche aus dem Nachlass von verstorbenen Vereinskollegen.

    Ein Päckchen hat da meine Aufmerksamkeit erlangt, und wir haben uns gefragt, wie alt diese Munition wohl ist. VIelleicht weiß das ja einer hier.

    Und ja, sie hat noch funktioniert...8)

  • Servus Streukreis,

    achtet nur darauf, dass die Bleispitzen nicht oxidiert sind.... Wir hatten bei uns im Verein auch ein paar Sparfüchse die sich damit fast das Gewehr geschrottet hätten...

    Gruß Dominik

  • 6. März 1973.

    Die in kleineren Chargen gefertigte Munition, so auch die "Z"-Patronen, hatte am Ende (nach den beiden Buchstaben) oft keine Indikation der Lademaschine und der Schicht.

    R50 hatte seine eigene Codierung.

    Einmal editiert, zuletzt von Carcano (18. Mai 2025 um 22:56)

  • Servus Streukreis,

    achtet nur darauf, dass die Bleispitzen nicht oxidiert sind.... Wir hatten bei uns im Verein auch ein paar Sparfüchse die sich damit fast das Gewehr geschrottet hätten...

    Gruß Dominik

    Was heißt denn fast geschrottet ?

    Nur ein bisschen kaputt ?

  • Meine bisher älteste Randfeuermunition verschoss ich übrigens gestern, mit zwei 5-Schuss-Gruppen aus zwei Revolvern auf 25 m.

    Es handelte sich dabei um Zivilfertigung während des Zweiten Weltkriegs, die wohl irgendwann zwischen 1940-1944 stattgefunden hat,, und zwar bei der DWM in Karlsruhe, rote Schachteln (gewisse optische Grundähnlichkeit mit der frühen RWS der 1950er und der ganz alten Schönebeck). Verwendet sind jedoch Tombak-plattierte Eisenhülsen. Eisenhülsen wurden ja nicht nur für Militärpatronen verwendet, sondern in nicht unerheblichem Umfang auch für Jagd- und Sportmunition, und eben auch für KK-Munition.

    Interessant zu berichten ist:

    - Alle Patronen zündeten sofort und anstandslos,

    - Das Schmiermittel (wohl eine Talg-Wachs-Mischung) war noch hinreichend weich geblieben, also nicht etwa völlig verkrustet. Natürlich war es weißlich und etwas verhärtet, aber hatte immer noch eine gewisse Grundfettigkeit, was mich positiv beeindruckt hat. Ähnlich wie bei der weiß-roten Schönebeck.

    - Keine Patronenhülse wies nach dem Verschuss irgendwelche Schäden (Reißer) auf. Die Treibladungspulver für .22er waren - im Gegensatz zur Kriegsmunition für Handfeuerwaffen aus Sklavenarbeit unter KZ-Bedingungen, Vernichtung durch Arbeit - ordentlich gewässert und gegen die Säure behandelt. Mithin auch keinerlei Rost von innen.

    - Die Eisenhülsen liderten sehr stark (kein Rückspringeffekt). Mit einem metallenen Reinigungsstab ließen sie sich aber einzeln leicht aus der Trommel herausschlagen.

    - Die Präzision aus der Kurzwaffe war allerdings nach 80 Jahren nicht mehr gut. Aus zwei ordentlichen Revolvern geschossen (Sauer und Sohn, SR 3, Target-Modelle), beidhändig aufgelegt, aber ohne weitere Unterstützung, auch ohne Sandsack) hielt die Munition in beiden Fällen sicher den Achterring der ISSF-Pistolenscheibe (übrigens gut zentriert). Das ist ein schlechtes Ergebnis. Aber funktionsfähig war sie jedenfalls auch nach über 80 Jahren noch. Ach ja: der Anzündsatz war natürlich nicht korrosiv (weil Sinoxid wie üblich).

    Carcano

  • Unten angehängt noch ein gut photographiertes Beispiel für "ältere" Munition, wie mensch sie oft antrifft. Das vorliegende Päckchen aus einem 500-Brick von RWS R50 stammt aus dem 1990er oder früheren 2000er Jahren, wie das Schachteldesign ausweist. Das genaue Datum des Codes (i.d.R. eingeprägt, seltener gestempelt auf einer der seitlichen Innenklappen) ist nicht abgebildet.

    Für Munition, die 20 bis 40 Jahre alt ist, sind gerade die *hier* sichtbaren Alterungsspuren bei RWS sehr typisch und nicht selten. Die helle Farbe ist in erster Linie ausgetrocknete Geschossfettung. Das ist also nicht etwa alles "Bleioxid".

    In casu ist es dann in erster Linie ein Problem der dortigen Hülsentauchung, weil der allerletzte Blei-Geschossring (direkt über der Hülse, etwas dunkleres Grau) in der Regel nicht mehr gefettet ist, und dann genau dort auch wirklich ("echt") oxidiert. Die Idee dahinter ist zwar abstrakt nachvollziehbar, andere Hersteller folgen ihr aber nicht, und deren Pulver phlegmatisiert dann ja auch nicht durch den Hülsenmund. Nur das Hülsenmessing (z.B. bei der stark gefetteten alter Lapua Master) läuft ggf. etwas an.

    Solche Munition wie die abgebildete läst sich noch gut verschießen, auch noch mit ausreichender Präzision im Training der Kurzwaffe. Man muss nur darauf achten, ggf. den Verschluss der Pistolen manuell ganz nach vorne zu drücken, das ist wichtig. Aus dem Gewehr wäre das mit neuer R50 sicherlich nicht zu vergleichen; ich hatte mehrfach alte R50 Fünfziger-Einzelpacks, die ich normal verschossen hatte. Waren noch als Trainingsmunition passabel, aber keineswegs mehr besonders eng in den Gruppen udn daher mehrwertig.

    Das Bild entstammt einer aktuell laufenden eGun-Auktion. Der Preis liegt ggw. bei 61,00 € für die 500, was für dieses Alter deutlich zu teuer ist. Man kann Glück haben, aber es ist sicher keine besonders zu schätzende Wettkampfmunition mehr.

    https://www.egun.de/market/uploaded/1/19984986.534877799.jpg

    Carcano

  • 6. März 1973.

    Die in kleineren Chargen gefertigte Munition, so auch die "Z"-Patronen, hatte am Ende (nach den beiden Buchstaben) oft keine Indikation der Lademaschine und der Schicht.

    R50 hatte seine eigene Codierung.

    Hallöchen,


    danke für die fundierte Antwort, und auch für die Info das man erstmal keine Angst vor solchen Altertümchen haben muss.

    Auch der restliche Beitrag zur richtig alten Munition, sehr interresant. :)