... für einen Link wäre ich SEHR dankbar.
Schießkleidung
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- Gewehr
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Tom91 -
26. November 2024 um 03:17
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Zum Beispiel bei Heinz Reinkemeier auf Facebook.
Er hat dort das ISSF-Dokument eines Workshops veröffentlicht.da habe ich es auch gelesen ....
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... für einen Link wäre ich SEHR dankbar.
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Hier mal eine komplette Übersetzung des ISSF Dokumentes
1. Allgemeines
Dieser Workshop wurde aufgrund des zunehmenden Drucks durchgeführt, der vom ISSF-Vorstand und EXCO ausgeübt wurde, um Lösungen für die wahrgenommenen technischen Vorteile zu finden, die durch Hersteller von Gewehrbekleidung entstehen. Dies betrifft insbesondere immer dickere und steifere Schießjacken, Hosen und Schuhe, die Spitzenathleten und unseren Sport auf einen Weg des vermeintlichen technischen Dopings führen. Ziel des Workshops war es, eine Reihe der bekanntesten Herstellerkleidungen zu testen, sie mit bestehenden und beabsichtigten ISSF-Regeln zu vergleichen und Maßnahmen zu erörtern, die ergriffen werden sollten, um diese Bedrohung für die Zukunft der Gewehrdisziplin zu mindern.
2.
Kleidung und Schuhe verschiedener Hersteller wurden getestet. Aktuelle ISSF-Regeln und Messtoleranzen wurden verwendet, um jedes Kleidungsstück in drei Zuständen zu testen: 1) direkt nach dem Auspacken, 2) nach dem Zuschneiden auf einfache Dicke, und 3) nach Manipulation (Tragen, Erwärmen), um den realen Zustand nach Gebrauch zu simulieren.
3.
Diese Notizen stellen eine grobe Übersicht über die Workshop-Aktivitäten und Diskussionen sowie getroffene Entscheidungen dar. Detaillierte Formulierungen für das ISSF-Regelwerk 2026 folgen, einschließlich Erklärungen und Leitlinien zur Vorbereitung auf die Saison 2026.
4. Hintergrund
Alle Teilnehmer waren sich der aktuellen Situation bewusst, bei der immer steifere Kleidung und Schuhe die Leistungen von Athleten beeinflussen. Der Vorsitzende und ISSF-Sportdirektor betonten, dass zur Lösung dieses Problems ein zweistufiger Ansatz erforderlich sei:
- Phase 1 (2026–2028): Erste Maßnahmen zur Reduzierung des Einflusses der Kleidung auf die Leistung.
- Phase 2 (ab 2029): Überprüfung nach LA 2028 mit ggf. strengeren Maßnahmen (nach Analyse und Umsetzungszeit für Industrie und Athleten).
Die Hauptanliegen gliedern sich in drei Bereiche:
a. Leistung
Athleten an der Leistungsspitze rücken eng zusammen, und die Kleidung beeinflusst die Ergebnisse stark. Technisch ist es nicht möglich, die Punktegrenzen weiter anzuheben. Eine Lösung muss her, um den Einfluss der Kleidung zu minimieren.
b. Kosten
Die hohen Kosten für Kleidung stellen auf allen Ebenen ein Problem dar, besonders für Nachwuchsathleten und Teams mit begrenztem Budget. Das gefährdet das Wachstum und Ansehen des Sports.
c. Sportliche Darstellung
Das Ansehen der Disziplin litt. Athleten können sich kaum bewegen, was bei IOC und ISSF-Führung bereits Thema war. Anzüge, die an eiserne Rüstungen erinnern, bringen den Sport in Verruf.
5. Schießjacken
Nach Tests wurde Folgendes vereinbart:
a. Steifigkeit
Doppelte Leinwand im Schulterbereich bleibt erlaubt (Schutz und Unterstützung beim Zielen).
- Rest der Jacke: nur einfache Leinwand erlaubt.
- Keine weiteren Änderungen oder Verstärkungen erlaubt.
- Ärmel bleiben unverändert.
Toleranzgrenzen:
- Doppelte Dicke: 3,0 mm in 30 Sekunden
- Einfache Dicke: 3,0 mm in 15 Sekunden
Hinweis: Verzierungen oder Kantenverstärkungen müssen aus leichtem Stoff bestehen und unterliegen den gleichen Prüfungen.
b. Knopflöcher
Toleranz von 70 mm auf 80 mm erweitert – Jacke sitzt dadurch weniger eng.
6. Schießhosen
Nach Tests wurde Folgendes beschlossen:
Doppelte Leinwand bleibt im Lenden- und unteren Rückenbereich erlaubt, bis knapp unterhalb des Schritts.
- Exakte Bestimmung: Hose wird gefaltet, und die Ausrichtung des Gummibandes dient als Maß.
- Ziel: Schutz des Rückens und Komfort.
- Rest der Hose: nur einfache Leinwand.
Toleranzen:
- Doppelte Dicke: 3,0 mm in 30 Sekunden
- Einfache Dicke: 3,0 mm in 15 Sekunden
7. Schießschuhe
Normale Sportschuhe oder solche, die den Flexibilitätstest bestehen, dürfen weiterhin genutzt werden.
- In Zukunft: keine speziellen „Rifle“-Schuhe mehr erlaubt.
- Nur modifizierte „Pistol“-Schuhe erlaubt, bei denen der Knöchel sichtbar ist.
- Ziel: normale menschliche Beweglichkeit → kein „Pinguin-Gang“ mehr.
8. Schuhsohlen
Wenn Schuhe aufgrund steifer Sohlen den Test nicht bestehen, dürfen Sohlen angepasst werden, um die notwendige Flexibilität zu ermöglichen.
9. Knie- und Fußstützen
Um den Wegfall der hohen „Rifle“-Schuhe auszugleichen:
- Kniepolster beliebiger Größe erlaubt (sofern sie den Boden berühren).
- Eine Stützunterlage darf zwischen Ferse und Boden verwendet werden.
10. Nachkontrollen
Bekleidungskontrollen müssen strenger und häufiger durchgeführt werden, vor allem bei Qualifikationsrunden.
11. Präsentation
Richter müssen künftig strenger sein, was Bewegungen und Verhalten auf dem Wettkampffeld betrifft.
- Pinguin-Gang = gelbe Karte bei Finals möglich.
- Gemeinsame Verantwortung von Jury und Regeln für sportliche Präsentation.
12. Neue Siegel
Neue Kontrollsiegel und gelbe Karten werden ab 2026 verpflichtend.
- Alte Siegel gelten bis Ende 2025.
13. Zukunftsaktionen
- Vorschlag: Produktion eines YouTube-Videos zur Erklärung der neuen Maßnahmen und Anpassungen.
- Möglicherweise Neubewertung von Weltrekorden unter alten Bedingungen.
- Kommunikation an die Öffentlichkeit zur Erklärung der Maßnahmen zum Schutz des Olympischen Schießsports.
14. Abschluss
Der Vorsitzende des Technischen Komitees bedankte sich bei allen. Die Notizen dienen der Information und möglichen Änderungsvorschlägen. Nächster Schritt: Weiterleitung an das Technische Komitee zur Prüfung und dann an EXCO/ISSF-Rat.
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Das würde ja bedeuten, dass Capapie mit ihrem Material Capitex in Zukunft verboten ist. Es oll ja nur noch Leinen verwendet werden. Oder versteh ich das falsch.
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Das wird ja sehr interessant ... bin mal gespannt wie der DSB das umsetzt.
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Das sind natürlich erst einmal Empfehlungen, aber spielen wir doch mal ein mögliches Szenario durch:
Die ISSF passt die Regeln entsprechend oben stehender Vorschläge an, dann würden ausnahmslos alle Hersteller ihre Kleidung anpassen. Somit ist der DSB fast gezwungen die ISSF-Regeln zeitnah zu übernehmen, da sonst ein Ungleichgewicht bei nationalen Meisterschaften entsteht. Alle die sich noch alte Klamotten gekauft haben räumen ab und der Rest mit neuen Klamotten hat das Nachsehen.
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Das würde ja bedeuten, dass Capapie mit ihrem Material Capitex in Zukunft verboten ist. Es oll ja nur noch Leinen verwendet werden. Oder versteh ich das falsch.
Warten wir erstmal ab was tatsächlich ins Regelwerk geschrieben wird.
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Das sind natürlich erst einmal Empfehlungen, aber spielen wir doch mal ein mögliches Szenario durch:
Die ISSF passt die Regeln entsprechend oben stehender Vorschläge an, dann würden ausnahmslos alle Hersteller ihre Kleidung anpassen. Somit ist der DSB fast gezwungen die ISSF-Regeln zeitnah zu übernehmen, da sonst ein Ungleichgewicht bei nationalen Meisterschaften entsteht. Alle die sich noch alte Klamotten gekauft haben räumen ab und der Rest mit neuen Klamotten hat das Nachsehen.
Ich glaube nicht daß der DSB die ISSF Regeln 1:1 übernimmt da er sonst Gefahr läuft daß viele Schützen nicht mehr antreten würden wenn diese gezwungen wären sich für viel Geld neue Schießbekleidung anzuschaffen. Auch die Hersteller wären vermutlich damit überlastet binnen relativ kurzer Zeit diese zu fabrizieren.
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7. Schießschuhe
Normale Sportschuhe oder solche, die den Flexibilitätstest bestehen, dürfen weiterhin genutzt werden.
In Zukunft: keine speziellen „Rifle“-Schuhe mehr erlaubt.
Nur modifizierte „Pistol“-Schuhe erlaubt, bei denen der Knöchel sichtbar ist.
Ziel: normale menschliche Beweglichkeit → kein „Pinguin-Gang“ mehr.
verstehe ich das richtig, man will hohe "Gewehrschuhe" verbieten?
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verstehe ich das richtig, man will hohe "Gewehrschuhe" verbieten?
Ja!
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Das sind natürlich erst einmal Empfehlungen, aber spielen wir doch mal ein mögliches Szenario durch:
Die ISSF passt die Regeln entsprechend oben stehender Vorschläge an, dann würden ausnahmslos alle Hersteller ihre Kleidung anpassen. Somit ist der DSB fast gezwungen die ISSF-Regeln zeitnah zu übernehmen, da sonst ein Ungleichgewicht bei nationalen Meisterschaften entsteht. Alle die sich noch alte Klamotten gekauft haben räumen ab und der Rest mit neuen Klamotten hat das Nachsehen.
Bis der DSB diese Regeln vollständig übernehmen wird, werden Jahre vergehen. Bis sie dann umgesetzt sind nochmal einige. Man denke nur mal an die letzte Änderung bei den Schuhen vor gut zehn Jahren zurück:
Wie viele Schützen haben denn immer noch eckige Sohlen,die vorne zwei cm überstehen?
Die Steifigkeit der Klamotten betrifft im Endeffekt nur Junioren sowie Herren/Damen 1 und das auch nur in den Olympischen Disziplinen. In allen anderen sind keine Bekleidungskontrollen lt. Sportordnubg vorgesehen und werden dementsprechend auch nicht durchgeführt. Hier sehe ich also bei Meisterschaften also grundsätzlich kaum Probleme.
Größeres Spannungspotenzial sehe ich da bei "einfachen" Rundenwettkämpfen. Stellen wir uns folgendes Szenaria vor: Verein A verliert in der Holz-Klasse um 50 Ringe gegen Verein B. Da allerdings ein Schütze von Verein B die alten Gewehrstiefel anhatte, wird nun von Verein A Einspruch gegen das Ergebnis eingelegt. Das Sportgericht muss, unabhängig von der niedrigen Liga, dem Einspruch statt geben.
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Wenn sie denn überhaupt übernommen werden. Besagte Schießschuhe mit den eckigen Sohlen sind bei der ISSF schon bestimmt 10 Jahre nicht mehr zulässig, genauso wie der Anti Rutschbelag auf dem Hintern der Schießhose.
Laut der deutschen SpO weiterhin zulässig wie auch das tragen der Schießhose beim liegendschießen.
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(...)
Die Steifigkeit der Klamotten betrifft im Endeffekt nur Junioren sowie Herren/Damen 1 und das auch nur in den Olympischen Disziplinen. In allen anderen sind keine Bekleidungskontrollen lt. Sportordnubg vorgesehen und werden dementsprechend auch nicht durchgeführt. Hier sehe ich also bei Meisterschaften also grundsätzlich kaum Probleme.
(...)
wo in der SpO findest Du das?
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Das würde ja bedeuten, dass Capapie mit ihrem Material Capitex in Zukunft verboten ist. Es oll ja nur noch Leinen verwendet werden. Oder versteh ich das falsch.
Würde eigentlich alle Hersteller betreffen.
Aber ich habe da keine Angst. Funktionäre welche Youtube nicht richtig schreiben können unterstelle ich mal nicht die Fähigkeit "Leinen" bestimmen zu können. Als Leinen wir hier der "feste Stoff" an sich bezeichnet. Aus was der besteht war ja bisher schon den Herstellern überlassen solange diese sich im Regelwerk bewegt haben.
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wo in der SpO findest Du das?
Beim Querlesen habe ich es jetzt nicht kaufen. Kann aber auch die Ausschreibung zur Deutschen Meisterschaft gewesen sein, in der ich das gelesen hatte.
Wir hatten vor einigen Jahren den Fall, dass bei Vorderlader ein Senior eine Jeans unter der Schießhose getragen hatte bei der Deutschen, was aber geahndet wurde, weil es nicht Schützenklasse in einer Olympischen Disziplin war.
Fänden die Bekleidungsregeln konsequent über alle Disziplinen und Klassen Anwendung, könntest du außerhalb der genannten Klassen bei der Deutschen 1/3 aller Gewehrschützen disqualifizieren.
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...wäre für mich auch neu gewesen, wenn das irgendwo verbindlich so steht...schade eigentlich...ich weiß auch, daß es weder in Hannover noch in Dortmund Bekleidungskontrollen gibt, zumindest habe ich das noch nie mitbekommen, jedoch stellt sich mir gerade die Frage, ob das auch so bleiben würde, wenn bestimmte Schiesskleider zwar fleissig genutzt, aber nicht mehr zulässig wären...
Und die ganz große Frage ist nämlich: wenn ich mir jetzt für meine 25 Jahre alten Thune Klamotten endlich mal HighTec kaufen will, für was entscheide ich dann sinnvoller Weise...könnte sich ja schnell als Fehlkauf herausstellen
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Als Leinen wir hier der "feste Stoff" an sich bezeichnet. Aus was der besteht war ja bisher schon den Herstellern überlassen solange diese sich im Regelwerk bewegt haben.
Fairerweise muss man sagen, dass im englischen Original auch nur von "canvas" also Tuch gesprochen wird.
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...wäre für mich auch neu gewesen, wenn das irgendwo verbindlich so steht...schade eigentlich...ich weiß auch, daß es weder in Hannover noch in Dortmund Bekleidungskontrollen gibt, zumindest habe ich das noch nie mitbekommen, jedoch stellt sich mir gerade die Frage, ob das auch so bleiben würde, wenn bestimmte Schiesskleider zwar fleissig genutzt, aber nicht mehr zulässig wären...
Und die ganz große Frage ist nämlich: wenn ich mir jetzt für meine 25 Jahre alten Thune Klamotten endlich mal HighTec kaufen will, für was entscheide ich dann sinnvoller Weise...könnte sich ja schnell als Fehlkauf herausstellen
Ich sehe das Ganze ehrlich gesagt sehr entspannt. Erstmal abwarten, was es tatsächlich in die Sportordnung schafft.
Mir stellt sich aber eine ganz andere Frage, vielleicht kann die einer von den aktiveren hier beantworten. Werden die für die Bekleidungskontrollen eingesetzten Geräte eigentlich inzwischen vom irgendeiner anerkannten Prüfinstitution regelmäßig geeicht?
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Zu Beitrag # 6,
ich denke es ist zu trennen, ob ich die Auflagedisziplin im stehenden Anschlag oder im sitzenden Anschlag schieße.
Es grüßt
Max 319
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