V0 einstellen ohne als Schwerverbrecher eingesperrt zu werden ?

  • Ich mache einen Faktencheck.

    Ich meine für die freien Luftdruckwaffen ist nur die maximale Energie von 7,5 J vorgegeben.

    Mit einfachen Mitteln kann man die Mündungsgeschwindigkeit messen.

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  • Es ist bei mir schon einige Jahrzehnte her, aber sollte die Gleichung nach v umgestellt nicht lauten:

    v=√(2*E_kin/m) ?

    Bei angenommenen Werten E_kin=7,5J und m=0,00053kg ergibt sich für v=168,23m/s.

    Nehmen wir nun ein 10x geringeres Geschossgewicht m=0,000053kg an, so erhalten wir eine Anfangsgeschwindigkeit von v=532m/s.

    Bei nochmals gezehntelter Masse, d.h. 1/100*0,53g ergibt sich v=1.682,3m/s

    Ich lese daraus, dass sich die Geschwindigkeit erhöht, wenn die Masse gegen 0 strebt. Richtig ist aber auch: Die Masse kann den Wert 0 niemals erreichen, weil Division durch 0 nicht möglich ist. Jedenfalls nicht in der klassischen newtonschen Mechanik.

    Denkfehler, oder habt ihr beide Recht?

  • Ich meine sie haben beide Recht und schreiben aneinander vorbei.

    Im Waffengesetz finde ich nur die Energie.

    Ich vermute wenn die Behörde oder der Büchsenmacher eine verdächtig hohe Geschwindigkeit messen,

    dann prüfen sie das Mal im Detail nach.

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  • Bei mehr als 7,5 Joule, welche, wie hier schon richtigerweise erwähnt wurde, bei einem 0,49 Gramm schweren Diabolo bei 175 Metern pro Sekunde erreicht werden, wird der vom Gesetz vorgegebene Wert überschritten. Ob und welche Toleranz hier in Bezug auf eine Überschreitung zugrunde gelegt wird, ist mir nicht bekannt.

    Die Toleranz, lieber Murmel, ist geregelt (ach ja, wie sind in Deutschland) in Anlage VI zur Beschussverordnung:
    https://www.gesetze-im-internet.de/beschussv/anlage_vi.html

    Carcano

  • Schönen Dank an Carcano, diese Stelle habe ich gestern nicht gefunden.

    Da waren hard core Statistiker am Werk.

    Das muss man zwei Mal durcharbeiten.

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  • Wir gehen aus von einer konstanten Energieabgabe von 7,5 J aus bei jedem Schuss.

    Bei den üblichen Diabolos ist die Mündungsgeschwindigkeit im Bereich 150 bis 170 m/s.

    Richtig soweit wir von üblichem Diabolos (Geschossen) ausgehen, wie man dem Verlauf der Diskussion folgend annehmen kann.

    Bei angenommenen Werten E_kin=7,5J und m=0,00053kg ergibt sich für v=168,23m/s.


    Nehmen wir nun ein 10x geringeres Geschossgewicht m=0,000053kg an, so erhalten wir eine Anfangsgeschwindigkeit von v=532m/s.


    Bei nochmals gezehntelter Masse, d.h. 1/100*0,53g ergibt sich v=1.682,3m/s


    Ich lese daraus, dass sich die Geschwindigkeit erhöht, wenn die Masse gegen 0 strebt. Richtig ist aber auch: Die Masse kann den Wert 0 niemals erreichen, weil Division durch 0 nicht möglich ist. Jedenfalls nicht in der klassischen newtonschen Mechanik.

    Hier sollte man aber dann wenn man sich so weit von der Eingangsfrage in die Theorie abgleitet, dass keinerlei Bezug zu einer Realität mehr besteht das auch mitteilen. Das war nun mal bei den Beiträgen nicht der Fall.

    Da können sich dann Leute die davon ausgehen dass mit den hier angesprochenen Waffen (Luftgewerhr) ohne besondere Modifikation nicht mal Geschwindigkeiten üblicher Büchsenmunition erreicht werden können, rechtzeitig ausklinken und den Unterhaltungswert des Forums genießen.

    Wenn mir der Spezialist am Motorradstammtisch erklärt dass es kein Problem ist aus seinem Superbike noch 50 km/h mehr rauszuholen mache ich das genauso.

  • @Karl Die Diskussion ist natürlich theoretischer Natur, lohnt aber gerade deshalb keinen Streit. Darum ging es mir.

    Im für uns relevanten Gewichtsbereich der Diabolos zwischen 0,45 bis 0,53g liegen bei konstanter E0=7,5J die theoretisch erreichbaren Anfangsgeschwindigkeiten zwischen 168 bis 182m/s.

    Nach der Formel für E_kin aus dem Physikunterricht verhalten sich Masse und Geschwindigkeit bei konstanter Energie im für uns relevanten Bereich umgekehrt proportional zueinander. Tribologische Effekte und Einflüsse, die sich aus den physikalischen Eigenschaften der Bleigeschosse ableiten, können in diesem schmalen Bereich vernachlässigt werden.

    Und, um den Bezug zum Thema herzustellen und dem TE zu helfen: in der Tabelle stehen die zu erwartenden v0 Messergebnisse für Geschossgewichte zwischen 0,53-0,33g. Das spart Rätselraten um die Einhaltung der 7,5J Grenze am Messgerät😉

  • Danke für das Shart. Habs nicht nachgerechnet. Gehe aber davon aus, dass die einzelnen Werte okay sind.

    Dieses Shart zu Beginn eingestellt hätte 3 Seiten Diskussion erspart.

    denn bis denn

  • Hallo,

    da kann ich nicht viel zu sagen,

    aber meine neue LP50RF liegt auch leicht über den 7.5J. Ich hab mir das Video vom Airghandi nochmal angeschaut, dort macht er auch einen Chrony Test. Seine LP liegt auch leicht über den angegebenen 7.5J.

    Ich werde auch bestimmt nicht daran rumschrauben. Wenn das Teil so aus dem Werk kommt, denke ich wird es wohl in der Toleranz sein.

    Gruß

  • Viel hilft nicht unbedingt viel.....

    Es hat schon seinen Grund wenn Steyr eine gewisse Vo empfiehlt und Voreinstellt. Natürlich kann es sein dass dann das Verhältnis Reichweite zu Treffsicherheit bei Zielen weiter als 10 m leidet weil einfach nicht genug Geschwindigkeit da ist, wobei langsame Projektile weniger Seitenwind einfangen als schnelle. Aber wenn die Kurve nicht gestreckt genug ist........

    Mit 7,5 j ist man zumindest erst mal nicht direkt im Fokus der Behörde.

    TESRO hält es wiederum anders herum,....der steht voll auf Geschwindigkeit. Die meisten seiner Waffen sind recht flott eingestellt. Dafür wird es je nach Einsatzgebiet etwas schwerer ein gutes Los Diabolos zu finden. Das hatten wir mehr als einmal dass für eine frisch gewartete Waffe kein sinnvolles Los gefunden werden konnte. Also Knarre wieder eingepackt,..zu ihm auf den Stand,...etwas langsamer stellen lassen,.....und schon fand sich auch ein akzeptables Los an Projektilen.

  • Hi Matze,

    es ist wie bei Dir ersichtlich wird, ein Unterschied was man darf oder kann mit der Einstellung oder was Sinnvoll ist. Das können Welten sein.

    Im übrigen war es mal so das dass Serienmäßig verbaute Ventil mit der Feder nicht großartig mehr als die 7,5 Joule hergab.

    Es ist nur Sinnvoll hier an Grenzen zu gehen wenn der Absorber tatsächlich auch damit fertig wird und die Waffe ruhig bleibt beim Schuss. Der Umkehrschluss ist man kann nicht endlos die Geschwindigkeit reduzieren weil das Geschoss länger im Lauf verweilt und das auch Auswirkungen auf das Ergebnis haben kann.

    Die Joniskeit LP aus den 80iger Jahren war da ein Beispiel, langer Lauf und nur so etwa 125m Geschossgeschwindigkeit machte das Ding schwer zum schießen. Es gilt hier einen guten Mix zu finden.

    no.limits

    Steyr EVO/E
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  • Ich vermute wenn die Behörde oder der Büchsenmacher eine verdächtig hohe Geschwindigkeit messen,

    dann prüfen sie das Mal im Detail nach.

    Ich denke, wenn die Forensik die Waffe auf dem Tisch hat, dann messen sie eh alles durch und bei einem guten Büchsenmacher gehört der Geschwindigkeitkeitstest dazu wie beim Handwerker der "Zollstock" im Hosenbein.

    Bei mir wurde beim Munitionstest LG/LP immer passend zu jeder Munitionssorte die Geschwindigkeit eingestellt, dass sie sich in den jeweils vorgegebenen Bereichen der Hersteller befinden. Das gehört halt dazu 🤷🏼‍♂️ und auch vor Reparaturen wurde gefragt, mit welchen Diabolos man denn schießt, damit die Geschwindigkeit am Ende halt wieder passend zur R10 etc. eingestellt wird. Ich will doch nicht die Geschwindigkeit haben, die gerade so erlaubt ist, ich will die Geschwindigkeit eingestellt bekommen, die der Hersteller empfiehlt.

  • Ich will doch nicht die Geschwindigkeit haben, die gerade so erlaubt ist, ich will die Geschwindigkeit eingestellt bekommen, die der Hersteller empfiehlt.

    Ich würde die Geschwindigkeit so haben wollen, das mein Gewehr die kleinsten Streukreise erreicht, um möglichst präzise Treffer zu platzieren.

    Bei mehreren Versuchen habe ich festgestellt, das mit einer Verringerung der V0 von 170 m/s auf 165 m/s die Streukreise enger wurden. Das kann man aber leider nicht pauschal für jedes Gewehr oder jeder Sorte Diabolos sagen.

    Man muss das tatsächlich austesten. Jeder Lauf ist anders, jede Charge Diabolos ist anders.

    Das Zusammenspiel aller einzelnen Komponenten muss passen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

    Man muss die 7,5 Joule also nicht immer ausreizen. Manchmal reichen auch 6,5 Joule.

  • Ich will doch nicht die Geschwindigkeit haben, die gerade so erlaubt ist, ich will die Geschwindigkeit eingestellt bekommen, die der Hersteller empfiehlt.

    Der Hersteller kann aus Erfahrung max. ein Fenster empfehlen das sich darstellt bei deren Hauseigenen Tests, da ein Hersteller nicht wissen kann was Du reinstopfst. Selbst dann kann es passieren das wenn es sich aus der Kombination Waffe/ Munition ergibt, das Du bestenfalls außerhalb des Fensters liegst.

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