Schütze als Grüner?

  • Jemand, der noch nie eine Waffe in der Hand hatte, bekommt bei uns weder eine KK- noch eine GK-Pistole. Da gibt es nur eine Luftdruckwaffe, aufgrund bitterer Erfahrung. Als Verein will man erst einmal wissen, ob der Anfänger überhaupt die Scheibe trifft oder ob er den Stand zerschießt. Ich finde es jedenfalls erstaunlich, wieviele Leute trotz Einführung erst einmal in die Wand schießen. Wiederholt, wohlgemerkt. Daher bei Anfängern: Sicherheitsbelehrung, Handhabung der Waffe, praktische Einführung, erstes Schießen unter direkter Aufsicht. Danach zwar weitere Begleitung des Schießens, aber auch die Beobachtung, ob der Betreffende die Sicherheitsregeln beachtet.

    KK-Waffe, sobald der Interessierte die Mehrzahl der Schüsse im Spiegel unterbringt, also einen Schnitt von Sieben schießt und die Sicherheitsregeln intus hat.

    Klaas

  • Die Erfahrung, mit einer Kurzwaffe korrekt zu zielen teile ich: Ich habe aber gott sei dank ein Scatt am schießstand, das kurzerhand an die LP montiert wird, und ich so dem Schützen sagen kann, wann er richtig zielt!

    Die meisten anfänger sagen zwar ja-ja, wenn man ihnen erklärt, dass kimme und korn ineinanderstehen müssen (und gezeichnet wird),
    aber wenn sie dann selbst ran dürfen, sind sie mit >das korn unterm spiegel aufsitzen lassen< so sehr beschäftigt, dass die kimme nach unten wandert und dann wunderbare hochschüsse produziert werden..

    Deshalb scatt für die ersten 20 schuss, dann ist meist alles klar

  • Die meisten anfänger sagen zwar ja-ja, wenn man ihnen erklärt, dass kimme und korn ineinanderstehen müssen (und gezeichnet wird),
    aber wenn sie dann selbst ran dürfen, sind sie mit >das korn unterm spiegel aufsitzen lassen< so sehr beschäftigt, dass die kimme nach unten wandert und dann wunderbare hochschüsse produziert werden..

    Ich finde es immer wieder spannend zu sehen, dass es Leute gibt, die das sofort verstehen und umsetzen. Und dann gibt es welche, die das nicht auf die Kette bekommen. Auch nach zig-maligen Erklären wird es immer noch falsch gemacht.

    Reitschuster.de

  • Moinsen,

    als Anfänger mit LP/LG Vereinswaffen starten, ist der einfachste Weg. Es stellt sich schnell heraus, ob Kurz- oder Langwaffe besser geht. Luftdruck ist der konkurrenzlos günstigste und am wenigsten aufwendige Weg, Schießpraxis zu bekommen. Anfängerfehler mit Diabolos ausräumen.

    Wer bei uns als Neuling eine Feuerwaffe kennenlernen will, geht sowieso vorher mit dem FW-Referenten auf den Luftdruckstand und zeigt, ob er sein Geschäft beherrscht - auch ein Weg zu weniger Löchern in den Wänden.

    Keep calm

    and don‘t feed

    the Troll

  • Wir hatten nur bei uns schon mal einen Landrat aus unserem Ort, der bei uns MItglied war (wir sind auch der einzige Schützenverein im Ort), sich bei Versammlungen oder am Stand aber nie blicken lies und 3 Tage, nachdem er sein Amt aufgegeben hat, hatten wir die Abmeldung.

    Was spricht gegen einen Mandatsträger im Verein, die Angst dass er vielleicht mal einen Schein mehr locker macht?

    Jemanden der schon in anderen Vereinen keine Heimat fand werden wir auch genauer anschauen und ihm nicht vor dem ersten Training schon das Aufnahmeformular unterschreiben lassen.

  • Hallo miteinander,

    alles klar, ich danke euch für die vielen Ratschläge und die Unterstützung! Sehr nett!

    Mir bleibt eigentlich nur zwei letzte Fragen:

    Derzeit sind ja die meisten Vereine wegen Corona dicht, dann ist erstmal Weihnachtspause. Meint ihr, es ergibt Sinn, die Waffensachkundeprüfung derweil schonmal abzulegen bevor man einen Verein hat? Oder erst nachdem man erste Schießerfahrung hat?

    Hintergrund meines Gedankens: Wenn ich als Gastschütze irgendwo hingehe und das vorweisen kann, vllt. wird man dann eher "akzeptiert" als ein kompletter Neuling, der dann vllt. erst ein paar Mal nur zusehen muss. Mit WSK darf man dann vllt. auch sofort mal LuGewehr oder LuPistole schießen.

    Zweitens: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ich in etwa einem Jahr beruflich bedingt den Wohnort wechseln muss. Würdet ihr dann an meiner Stelle einfach immer als Gastschütze irgendwo auftauchen? Ich will ungern den Verein belasten wenn ich weiß, dass ich ohnehin gehen werden muss. Oder sehen das die Vereine sehr ungern, längere Zeit Gastschütze zu sein?

    Danke schonmal vorab!

    Liebe Grüße,

    NavierStokes

  • LG/LP braucht doch gar keine WSK. Einfach anfangen, sobald der Verein wieder aufmachen darf!

    Wenn Du später doch auf eigene Feuerwaffen gehen willst, solltest Du wissen, dass das Bedürfnis vom Landesverband Deines Vereins bescheinigt wird. Wenn also ein Wechsel des Bundeslandes ansteht, wäre es besser, das alles am neuen Standort zu machen (nur mal so überlegt).

    Plink!

    Keep calm

    and don‘t feed

    the Troll

  • Meint ihr, es ergibt Sinn, die Waffensachkundeprüfung derweil schonmal abzulegen bevor man einen Verein hat? Oder erst nachdem man erste Schießerfahrung hat?

    ich denke es wird ein ziemlicher Kraftakt, ohne Anschluss an einen Verein. Es werden sich viele Fragen auftun die im Verein relativ leicht zu recherchieren oder zu beantworten sind. Auch sicherlich mit viel Praktik und Veranschaulichung. Vieles ergibt sich einfach aus dem Tun, das würde ja alles entfallen und muss recherchiert werden. Das wird in der vielfalt eine heftige Aufgabe das alles nur im Kurs zulernen. Unmöglich ist es aber nicht.

    Steyr EVO/E
    Match Gun MG2E / MG5E
    Felix Team 45 ACP
    SIG 210/6 Full Race Gun, Oschatz

    Ich habe Ecken und Kanten nur eine Null hat keine!

  • no.limits Hinweis ist goldrichtig. Ohne Praxis wird das unnötig schwer, und ich z.B. habe mehr zutrauen zu jemandem mit Praxis als mit vorrangig nur theoretischem Wissen.

    Da die Erfahrung zeigt, dass die WSK einiges erleichtert, darf man die trotzdem gerne frühzeitig angehen.

    Wegen Wohnortwechsel - feag doch mal wie der/die Vereine an Deinem jetzigen Wohnort das so sehen. Vielleicht wirst Du das Angebot für eine vergünstigte Jahreskarte statt einer Vereinsmitgliedschaft erhalten?

    Worauf Vereine auch oft sehr positiv reagieren, ist eine bestehende Verbandsmitgliedschaft, egal ob wie z.B. beim DSB indirekt oder in manchen Landesverbänden des BDS auch direkt.

    Vielleicht trittst Du schon jetzt in einen Verein an Deinem zukünftigen Wohnort ein? Oder suchst Dir einen nicht-DSB Bundes- oder Landesverband mit direkter Einzelmitgliedschaft?

    Da kann man ja mal Preise und Sportangebot der Verbände vergleichen. Ich bin z.B. zusätzlich zu meiner Vereinsmitgliedschaft in einem kleinen DSB-Verein noch beim BDS eingetreten. Da wir die BDS-Mitgliedschaft über den Verein organisiert haben, sind die zusätzlichen Kosten für den BDS mit um die 30 Euro sehr überschaubar. Als Einzelmitglied kostet das glaube ich etwa das doppelte.

    In die Gesamtbetrachtung sollte man die Aufnahmegebühren natürlich mit hineinnehmen.

  • Worauf Vereine auch oft sehr positiv reagieren, ist eine bestehende Verbandsmitgliedschaft, egal ob wie z.B. beim DSB indirekt oder in manchen Landesverbänden des BDS auch direkt.

    Da wird sich der Oberschützenmeister aber freuen wenn Ihm der Neuling erstmal die Strukturen im Verband erklärt. Wenn ihm die Referenzen aufgedrängt werden ruft vielleicht sogar mal jemand beim früheren Verein an und das scheint ja hier nicht auf Lobeshymnen für das frühere Mitglied hinauszulaufen.

    Vorgabe war dass er Luftgewehr oder KK-Gewehr/Pistole bedienen und keine eigene Waffe haben will, das sind Bedingungen die kaum ein BBS Verein bieten kann.

  • Was spricht gegen einen Mandatsträger im Verein, die Angst dass er vielleicht mal einen Schein mehr locker macht?

    Ich möchte keinen Mandatsträger im Verein, der für uns "mal einen Schein mehrlocker macht" (von Geld, was ihm eh nicht gehört), sondern möchte Mitglieder, die sich auch mit dem Verein identifizieren, egal ob als Passive oder Aktive. Wenn er aber nur benutzt wird um bei Festbesuchen sagen zu können "Ich bin auch ein Schützenbruder" und sobald ich das nicht mehr benutzen kann, trete ich aus, dann kann ich auf solche MItglieder gut verzichten. Erst Recht, wenn sie das eigene Fest noch nicht mal besuchen, weil es zu klein ist um daraus Popularitätsvorteile erzielen zu können.

  • Ich möchte keinen Mandatsträger im Verein, der für uns "mal einen Schein mehrlocker macht" (von Geld, was ihm eh nicht gehört), sondern möchte Mitglieder, die sich auch mit dem Verein identifizieren, egal ob als Passive oder Aktive.

    So unterschiedlich sind da die Vorstellungen.

    Wo wären unsere Vereine, nicht nur die Schützenvereine, wenn sich jeder erst einer Aufnahme und weiteren Mitgliedschaft als würdig zu erweisen hätte?

    In verschiedenen Gegenden ist es einfach Voraussetzung bei Vereinen oder Organisationen Mitglied zu sein wenn man in der Gemeinde einen Fuß auf den Boden bringen will. Auch dass ist die schützenswerte Tradition.

    Das heute nicht mehr zulässige Verfahren z.B. Geschäfte von Spenden/Vereinsmitgliedschaften abhängig zu machen galt sogar in unserer Jugend noch als besonders vorbildlich.

    Es wäre ja schön wenn sich alle mit dem Verein identifizieren und einbringen nur würde dann mancher Verein völlig anders aussehen.

  • In verschiedenen Gegenden ist es einfach Voraussetzung bei Vereinen oder Organisationen Mitglied zu sein wenn man in der Gemeinde einen Fuß auf den Boden bringen will. Auch dass ist die schützenswerte Tradition.

    Filz als schützenswerter Tradition? Dafür ist in einer offenen, multikulturellen Gesellschaft kein Platz mehr. Das kann also weg.

  • Ach Gott, der schon wieder.

    Will uns wieder die pseudo-weltoffene Toleranz der grünen Verbotspartei propagieren.

    Toleranz ist wenn man was anderes akzeptiert. Warum akzeptieren die ach so toleranten und weltoffenen Grünen dann nicht, dass andere Menschen schießen als Hobby und Sport betreiben ohne böse Absichten?

    Das einzig gute daran, wenn die Grünen auf Bundesebene in die Regierung kommen ist, dass sie dann nicht nur gescheit daher reden können sondern liefern müssen. Und dann sieht man mal, dass das alles heiße Luft von ein paar wenigen Träumern ist.

    In Berlin sieht man ja, was so eine Politik anrichtet.

    Viele Grüße

    Markus

    Der Lauf schießt, aber der Schaft trifft ;)

  • Toleranz ist wenn man was anderes akzeptiert. Warum akzeptieren die ach so toleranten und weltoffenen Grünen dann nicht, dass andere Menschen schießen als Hobby und Sport betreiben ohne böse Absichten?

    Ich glaub damit hat Sergej gar kein Problem. Sondern damit, daß man "in manchen Gegenden" wohl faktisch gezwungend ist da mitzuschunkeln, wenn man "in der Gemeinde einen Fuß auf den Boden bringen will". Und diese Zustände dürfen in der Tat gerne "weg", denn die haben nichts mit Schießsport zu tun, sondern sind eben nur "Klüngel".

    Schunkeltruppe als opt-in ist völlig OK (jeder wie er/sie/es Spaß hat), aber nicht als Zwangsveranstaltung mit Alternative "soziale Ächtung".

  • Soziale Ächtung ist echt finster.

    Die hat z.B. um 1920 dann ein Pärchen zum gemeinsamen Selbstmord getrieben, weil beide noch Schüler, in der thüringischen Kleinstadt keine Zukunft mehr sahen, weil sie schwanger war.

    1949 war das Urteil des Gemeindepfarrers auf dem z.B. unterfränkischen Dorf immernoch sozusagen Gesetz.

    Ich glaube der Schützenverein konnte aber nur dort weit greifen (aber nicht so weit dass es bis zu sozialer Ächtung ging), wo er auch tief in den Gemeinden verwurzelt war.

    Insbesondere die katholischen Traditionsvereine denke ich waren es dann aber auch, die sich von totalitären Regierungen unter NsDAp oder später SED nicht vereinnahmen lassen wollten und von den Machthabern und ihren Organisatiinen unterdrückt, aufgelöst oder an der Neugründung gehindert wurden.

    Die verknöcherten, strengen Traditionsvereine ließen sich dann wohl nicht so einfach zu Handlangern von durchaus zu ihrer Zeit revolutionären (und wie wir spätestens heute wissen menschenverachtenden) Ideologien umformen.

    Da fällt mir ja auch gerade bei auf, wie ähnlich sich in Süddeutschland z.B. CDU/CSU und Grüne sind, und dass Herr Kretschmann und Herr Söder nicht wenig verwunderlich gerade in diesen sehr traditionell geprägten Ländern sehr autoritäre Ministerpräsidenten sind.

    Dem entgegen stehen die für mein Empfinden intoleranten Landesverbände der Grünen in z.B. Bremen und Berlin. Bei manchen von den Grünen Politikern dort habe ich das Gefühl, sie sind genau die reaktionären Typen vor denen mich die meisten Medien immer bei der AFD warnen.

    Aber ja, es sind halt wieder die Typen die sich nicht unbedingt in allen ihren Ansichten aber in ihrem totalitären Habitus sehr ähnlich sind.

    Und genau deswegen, weil ich weiss, dass weder die Parteien noch deren Wähler monolithische Blöcke sind, deswegen schau ich mir einfach die Leute genauer an und versuche zumindest nicht gleich nach dem Äußeren oder einer vermuteten oder geäußerten Parteizugehörigkeit eine stumpfe, nicht das Individuum betrachtende Einordnung vorzunehmen.

    Das hat mir schon mehr als einmal eingebracht, als „liberaler Scheißer“ oder ähnliches tituliert worden zu sein, aber wenn ich mir meinen Freundes- und Bekanntenkreis anschaue, und wie da schon früher z.B. eigentlich so unterschiedlich sie sie ja eigentlich nur aussehen können Punks und „Spießer“ zusammensaßen und wunderbare Abende hatten, dann weiss ich dass es von Vorteil ist, möglichst seine Vorurteile über Bord zu werfen.

    Insoweit, ist Grün oder was auch immer überhaupt ausschlaggebend ob jemand Schütze wird oder werden kann?

    Ich glaube wenn jemand sich emanzipiert hat und tolerant ist, ist alles gut. Und das muss auch nicht heißen alles hinzunehmen, klar heisst das auch sich abzugrenzen.

    NavierStokes macht das schon richtig - viel Erfolg!

    Einmal editiert, zuletzt von Strindberg (16. November 2020 um 01:42)

  • Ich glaub damit hat Sergej gar kein Problem. Sondern damit, daß man "in manchen Gegenden" wohl faktisch gezwungend ist da mitzuschunkeln, wenn man "in der Gemeinde einen Fuß auf den Boden bringen will". Und diese Zustände dürfen in der Tat gerne "weg", denn die haben nichts mit Schießsport zu tun, sondern sind eben nur "Klüngel".

    Schunkeltruppe als opt-in ist völlig OK (jeder wie er/sie/es Spaß hat), aber nicht als Zwangsveranstaltung mit Alternative "soziale Ächtung".

    Zum Schunkeln ist keiner gezwungen, bei uns gibt es keinen Vereinszwang, wem schunkeln nicht liegt der soll sich halt sechs weitere Idealisten suchen und einen eigenen Verein gründen.

    Schon mal daran gedacht dass ein Verein einfach nur

    Zitat von Wikipedia

    Der Verein (etymologisch aus vereinen ‚eins werden‘ und etwas ‚zusammenbringen‘) bezeichnet eine freiwillige und auf Dauer angelegte Vereinigung von natürlichen und/oder juristischen Personen zur Verfolgung eines bestimmten Zwecks, die in ihrem Bestand vom Wechsel ihrer Mitglieder unabhängig ist.

    ist und die Leute genau deswegen dort sind.

    Wenn unser Sergej Navier damit Probleme hat finden sich für beide bei den Schützen ja genügend alternative Vereine bei denen sie ihrer sportlichen Betätigung in der reinen Form nachgehen können.