Beiträge von Lanfear

    ich glaube, dass hier manch einer noch keine Ergebnisse eines Munitionstests mit einer LP gesehen hat. Da gibt es teils enorme Unterschiede.

    Solange man keinen 9,5 Schnitt Freihand schießt, braucht man eher keine eingeschossene Munition. Da tut es auch die preisgünstigste Trainingsmunition bei Luftpistole. Aufgelegt kann ich nicht beurteilen.

    Beim Training mit Störfaktoren, sorgst Du für das Vorhandensein von Dingen, die Dich stören. Das kann schlechtes Licht, laute oder ablenkende Musik, Andere Geräusche, Gespräche von anderen in Deiner Nähe (am besten auch noch über Dich). Hinweise und Verwarnungen der Standaufsicht oder eines Betreuers. Dein Standnachbar steht zu nah an Dir oder stört Dich anderweitig. Standwechsel, Waffenstörung. Die Liste geht ewig so weiter.

    Alles was Dich aus dem Konzept bringen kann, kommt in Betracht. Die einfache Version steuerst Du selbst. Die anspruchsvollere Version ist zufällig. Das kannst Du am besten zu zweit umsetzen oder Du nur einen zeitgesteuerten Zufallsgenerator.

    Am Ende des Trainings schieße ich immer eine 40er Serie

    Das ergibt aus meiner Sicht keinen Sinn für Dich, wenn das genauso in jedem Training über den gesamten Trainingszyklus absolviert würde. Die Trainingsinhalte und -reize sind in den entsprechenden Trainingsabschnitten unterschiedlich. Das Konzept dahinter wäre die Periodisierung. Ich hatte in diesem Beitrag auch auf einen Verweis auf eine entsprechende Aufstellung gemacht. Es gibt sicherlich auch andere Konzepte oder Mischformen zur Erreichung der bestmöglichen Leistung zum Zielzeitpunkt. Da fehlt es mir aber an Kompetenz und Erfahrung.

    Im entsprechenden Trainingsabschnitt mag das ständige Schießen des Wettkampfprogramms vielleicht noch irgendwie zielführend sein. Machen würde ich es dennoch nicht. Davon ausgehend, dass das Schießern einer "40er Serie" im Bereich Leistungstraining/wettkampfnahes Training einzuordnen ist, würde ich die Trainingsreize unterschiedlich und vielfältiger setzen. In Frage kämen zum Beispiel Start- und Endphasentrainings, Stufenschießen, Zufallsorientierte Leistungsaufgaben mit variierenden Leistungsanforderungen, Training mit Störfaktoren.

    Also darf ich die Treffer gar nicht sehen wenn ich auf die weiße Scheibe schieße? :/

    Sorry, da habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Du darfst die Treffer sehen. Ist auch nur schwer zu verhindern. Man sieht die Treffer auf der Scheibe ja recht deutlich, wenn man hinschaut.
    Was ich meinte, bezog sich auf die Wahrnehmung einer entstehenden Schussgruppe nach ca. 20-30 Schuss. Je nach Verteilung der Gruppe und Anzahl der Schüsse, kann die Schussgruppe wie der Spiegel auf der normalen Scheibe beim Schießen wahrgenommen werden. Dann hast Du wieder den Bezugspunkt, den Du auf der weißen Scheibe nicht willst. Daher sollte man die weiße Scheibe auswechseln, bevor dieser Effekt zum tragen kommt.

    Ansonsten ist die Frage: "Darf ich mir die Treffer ansehen?" völlig berechtigt. Schaut man sich die Treffer nicht an, dass nennt man das Schießen ohne Beobachtung. Das Gegenstück ist "mit Beobachtung". Grundsätzlich gilt: Je früher in der Saison, desto eher trainiert man ohne Beobachtung. Den Einstieg in die jeweiligen Trainingsinhalte im Techniktraining sollte man lieber ohne Beobachtung schießen. Training ohne Beobachtung erleichtert das Bewegungslernen. Ich entkopple das Ergebnis von meiner Bewegung/Handlung. Auch eine Art Reduzierung der Freiheitsgrade. Besonders bei größeren Technikanpassungen kann es frustrierend sein zu sehen, dass der Umstieg nicht sofort zu verbesserten Ergebnissen führt. Der gesundere Menschenverstand legt einem das nahe: Ich brauche eine substanzielle Anzahl von Wiederholungen, um einen Bewegungsablauf zu automatisieren. Bevor diese Automatisierung zu wirken beginnt, würde ich eher bei Schießen ohne Beobachtung bleiben.

    Als Orientierung haben sich bei mir 1.000 Schuss bewährt, um einen Grad an Automatisierung zu erreichen, an dem man dann das nächste Thema aufgreifen kann. Kann man sich wie Blocktraining vorstellen. Ein bis wenige Themen in hoher Intensität. Die Intensität wird nicht über die Schusszahl, sondern über die Qualität der Ausführung gesteuert.
    Das würde ich als Grundsatz für das Techniktraining immer empfehlen: Qualität geht vor Quantität. Bei Erarbeitung der Automatisierung ist Techniktraining auch mental sehr fordernd. Gerade weil der Ablauf bisher nicht automatisiert ist, muss der Schütze sich sehr konzentrieren und viel Aufmerksamkeit auf den neuen Ablauf legen. Das ist mental anstrengend. Die Pausen zwischen den Schüssen werden größer, es muss öfter abgesetzt werden, die Konzentrationsfähigkeit lässt nach. Es wird immer schwieriger, den Ablauf wie geplant umzusetzen. Auch wenn die körperliche Kondition weiteres Trainings zulassen würde, ist es nicht zu empfehlen, das Training dann noch fortzusetzen. Die Kompromisse im Ablauf werden zu groß, automatisierte Muster gewinnen die Oberhand. Jetzt würde es kontraproduktiv werden. Das muss man eine Pause machen oder das Training beenden. Im Techniktraining gilt dann: Lieber öfter trainieren als lange am Stück trainieren.

    Training mit "Beobachtung" kann auch in einer frühen Phase des Techniktrainings zielführend sein. Allerdings beobachtet man da nicht sein Trefferergebnis, sondern Messdaten, die Auskunft über den Teil der Bewegung geben, die man trainieren will. Man benutzt ein Messsystem als Feedbackgeber im Training. Das kann die Druckverlaufskurve einer Steyr evo 10 E SX sein oder auch die Zielwegskurve eines Scattsystems. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das insbesondere bei Anpassungen des Bewegungsablaufs den Einstieg erleichtert. Als Schütze bekommt man sofort eine Rückmeldung über die Wirksamkeit des eigenen Handels. Der Schütze kann eigenes Handeln und Steuern mit dem gewünschten Ablauf koppeln. In visuell leicht erkennbarer Form, liefern diese Systeme das, was ein Trainer ansonsten an Feedback gegen müsste. Beim Training von Zielen, kann z. B. Scatt Daten liefern, die auch ein guter Trainer nicht rückmelden könnte.

    Auch hier gilt: Die richtige Dosis erhöht die Wirkung. Ausschließliches Trainieren an Messystemen führt im Wettkampf zu nicht erreichbaren Perfektionismusansprüchen oder bereits zu Verzweiflung im Techniktraining.

    Sorry, bin inhaltlich ein wenig abgedriftet.

    Die weiße Scheibe ist ein Hilfsmittel, um den Schwerpunkt im Techniktraining besser umsetzen zu können und andere Aspekte einfacher außen vor lassen zu können. Das gleiche gilt auch für die anderen Technikscheiben. Sie dienen der Reduzierung von Freiheitsgraden im visuellen und kognitiven Bereich.

    Die weiße Scheibe kann so eingesetzt werden wie Hugo165 es in seinem Beitrag dargestellt hat. Im Rahmen einer methodischen Reihe wird das Technikelement Abziehen (aka Druckverlauf) bearbeitet. Die weiße Scheibe hat keinen Spiegel. Daher spielt das äußere Zielen (Visier zu Spiegel) keine Rolle. Die Aufmerksamkeit kann einfacher auf das Technikelement Abziehen gelegt werden. Insbesondere in frühen Phasen der Saison, wo das Technikelementetraining im Vordergrund steht, spielt die weiße Scheibe ihre Stärken aus.

    Die weiße Scheibe kann auch gut für das Technikelement Zielen eingesetzt werden. Hier steht dann das Positionieren des Korns im Kimmenausschnitt (inneres Zielen) im Vordergrund.

    Die weiße Scheibe kann auch dazu genutzt werden, um aufzuzeigen, dass man als Schütze nicht immer einen Spiegel als Bezugspunkt braucht, um eine vergleichsweise enge Gruppe von Treffern zu platzieren. Das ist aber eher eine randständige Nutzungsoption.

    Die weiße Scheibe verliert ihre Wirkung dann, wenn die Treffer so deutlich zu erkennen sind, dass eine Bezugnahme des Visiers zur Schussgruppe möglich wird.

    Ich hatte hier mal was zu möglichen Trainingsinhalten geschrieben:

    Lanfear
    3. Januar 2025 um 22:42

    Danke, ich nehme an, der Feinwerkbau-Griff sieht ähnlich aus? Ich habe einen Rink-Griff an meinem LP400 und mir gefällt es nicht, dass die Kimme so weit über der Hand liegt. Bei Feinwerkbau scheint das besser zu sein.

    Bin ein bisschen begriffsstutzig. Was meinst Du mit "Kimme so weit über der Hand liegt"? Welcher Abstand ist da gemeint? Hast Du vielleicht ein Bild, wo ich das erkennen kann?

    Das kommt wie gesagt auf das Alter und die Waffenart an mit der geschossen wird:

    Schießen/Altersgrenzen (§ 27 WaffG)

    Außerhalb von Schießstätten bedarf das Schießen mit Schusswaffen einer Erlaubnis.

    Auf Schießstätten darf ohne behördliche Erlaubnis geschossen werden:

    • ab 12 Jahren: mit Druckluft-, Federdruck- und CO2-Waffen
    • ab 14 Jahren: mit sonstigen Waffen im Kaliber bis zu 5,6mm (.22, .22 lfb) für Munition mit Randfeuerzündung und einer Mündungsenergie bis 200 Joule, für Einzellader-Langwaffen mit glatten Läufen mit Kaliber 12 oder kleiner.

    Voraussetzung ist, dass eine schriftliche Einverständniserklärung des/der Sorgeberechtigten vorliegt oder diese anwesend sind.

    Das Schießen darf für Druckluftwaffen bis zum 14. Lebensjahr und für sonstige oben genannte Waffen bis zum 18. Lebensjahr nur unter Obhut einer zur Kinder- und Jugendarbeit geeigneten Person (z.B. Inhaber der Jugendbasislizenz) oder des zur Aufsichtführung berechtigten Sorgeberechtigten - neben der Schießstandaufsicht - durchgeführt werden.

    Das kann ich so nicht stehen lassen. Bitte den § 27 Abs. 3 WaffG genau lesen.

    Korrekt ist, dass die besondere Obhut durch JuBaLi- oder VÜL-Inhaber bei Druckluft nur bis 13 Jahre (ab 14 nicht mehr) erforderlich ist.
    Bei dem Schießen mit den sonstigen Waffen, ist die besondere Obhut bis 15 Jahre (ab 16 nicht mehr) erforderlich. Das ist nicht korrekt wiedergegeben.

    Wenn die zur Aufsichtführung berechtigten Sorgeberechtigten die verantwortliche Aufsichtsperson sind, dann braucht es keine weitere Schießstandaufsicht.

    Das habe ich mir fast gedacht ... Finde ich persönlich traurig das so ein großer Verband in Deutschland das nicht hinbekommt. Andere Länder wie zB Frankreich, Norwegen, Österreich etc. schaffen das.

    Du kannst Dir gerne mal Präsentation zum Deutschen Schützentag dieses Jahr zum Thema Beitragserhöhung anschauen. Da bekommt ein Gefühl dafür für was und in welchen Größenordnung der DSB Geld ausgibt und ausgeben will.
    Hier ab Seite 119
    https://www.dsb.de/fileadmin/dsb/dst/2025/118-119/

    oder geht das beim DSB nicht so einfach ? zb Kosten usw.

    Kosten ist das zentrale Thema. Für alle Maßnahmen im nichtolympischen Bereich gibt es keine externe finanzielle Unterstützung. Maximal noch ein bisschen was für die World-Games-Disziplinen. Also für 300m gibt es kein Geld. Das muss alles aus eigenen Mitteln des DSB finanziert werden.
    Also wird nicht alles bestückt, was sportlich machbar wäre.

    Wir haben in Hessen gerade ein konkrete Anfrage aus Bayern wegen der TN an der Ausbildung C-Trainer Basis Breitensport. Der Anfragende hat den VÜL, aber wohl keine Sachkunde. Bei uns ist die Sachkunde meines Wissens nach nur beim Schießsportleiter als Voraussetzung.
    In Hessen muss normalerweise vor der eigentlichen überfachlichen und fachlichen Trainerausbildung die Vorstufenqualifikation Jugendbasislizenz und Schießsportleiter erworben werden. Wir werden nun im Bildungaussschuss darüber beraten, für was der VÜL ausreicht.
    Ich wäre dafür zu gewinnen, dass er der Schießsportleiterausbildung gleichgestellt wird. Damit hätte sich dann auch das Sachkundethema erledigt.

    Wenn ich das mal probieren wollen würde ist nur die Frage wo man sowas herbekommt?

    Ich habe das gezeigte Korn für eine Schützin mit dem 3D-Drucker im FDM-Verfahren erstellt. Mit einer 0,2er Düse ist das Ergebnis so gut gewesen, dass die Schützin bis jetzt immer noch mit dem Kunststoffkorn schießt. Sie hat allerdings noch 2 Stück als Ersatz.

    Ich könnte Dir so ein Korn im 3D-Druck zum Testen anfertigen, wenn ich mir die Kornaufnahme an der LP500 zum Testen und anschauen vor mir habe. Muss ich mir aber ausleihen. Details gerne per Persönlicher Nachricht.

    Seid Ihr sicher, dass das was mit dem Griff und/oder Kreuzdominanz zu tun hat?
    Wenn das Korn beim Schießen mittig im Kimmenausschnitt positioniert ist und die Schüsse immer noch rechts sind, dann muss gedreht werden.

    Wenn sich die Kimme nicht mehr weiter drehen lässt, braucht Du eine andere Kimme oder ein seitlich versetztes Korn. Andere Kimme wird eher schwierig. Versetztes Korn ist machbar.

    Hier ein Beispiel für ein nach links versetztes Korn für eine Feinwerkbau P8X.

    Die Kurse ihrer Tochter Evelyn schienen mir immer sehr interessant. Gibt diese sie immer noch?

    Ich bin mir recht sicher, dass Evelyn Höller nicht die Tochter von Margit Höller ist. Ich wage eine Prognose: Die beiden sind auch nicht verwandt oder verschwägert.

    Sie hat früher mal für den Pistolenclub Sinzig geschossen und mal im Nachbarverein 2013 einen Großkaliber-Trainingstag gemacht. Seitdem habe ich nichts mehr von ihr gehört.