Hallo Frank,
gut daß Du die Zahlen ins Spiel bringst. Allerdings fehlt mir hier dazu der Hintergrund, es ging in dem genannten thread ja schließlich um die Pro-Waffenlobby. Und dazu kann ich stehen, es stimmt, wie man hier, in diesem thread, ganz deutlich sieht.
Vom allergrößten Teil der Druckluftschützen wird man (noch?) nicht erwarten können, daß er den Erhalt des legalen Waffenbesitzes unterstützt. Einfach deswegen, weil es ihm egal ist, er hat ja keine Waffen die es betrifft. Ich sage: Noch!
Die "passiven" Mitglieder, also diejenigen, die nur im Verein sind weil's so Sitte ist (und das sind die weitaus meisten) kümmert das Waffenrecht einen Dreck. Die kommen -wenn überhaupt- auf ein Bier an den Stammtisch und das war's dann auch. Waffenrecht ist für die kein Thema, weshalb auch, besitzen sie doch keine.
Du solltest meine Einstellung aber besser kennen, oder verfolgst Du meine Beiträge bei WO nicht? Ich meine nicht nur die, welche Dir aufstoßen, sondern alle, im Gesamtanblick. Wo gehobelt wird, da fallen Späne, meine sind wahrscheinlich etwas größer.
Aber machen wir mal weiter Zahlen"spielchen": Weshalb sind bei der DM Luftpistole nur 408 erwachsene Teilnehmer zu verzeichnen gewesen? Da gibt es mindestens die dreifache Anzahl an Ständen, ergo mehr Startplätze. Wegen der Limits? Ganz sicher nicht. Für die LuPi lagen die bei nur 373/363, für GK-Gebrauchspistole im Schnitt bei 380. Als einer, der beide Disziplinen mit großem Erfolg schoß und z.T noch schießt, kann ich Dir sagen, es ist vom Schwierigkeitsgrad absolut vergleichbar. Die meisten GK-Schützen haben damit Probleme, genauso wie die meisten LP-Schützen.
Nur zur Info: Ich vergleiche "Erwachsene", weil GK nur von diesen auch geschossen werden darf. Und weiter: Auch wenn der eine oder andere GK-Schütze Mehrfachstarts hatte, zeigt dies doch nur zu deutlich, daß hier großes Interesse vorliegt.
Zitat
Die Realität in unseren Dörfern und Städten ist der Druckluftstand. Schon bei KK gibt es ein deutliches Gefälle, was die Anzahl der Stände angeht. GK-Stände sucht man dagegen in manchen Regionen vergeblich und bei Gewehrständen über 100m wird es hierzulande erst recht ganz dünn. Wer diese Realität durch seltsame Zahlenspielchen in Frage stellen möchte, diskreditiert sich selbst.
Hier stimme ich Dir vollumfänglich zu (was DSB-Stände betrifft), wie schon gesagt, ich reise seit 39 Jahren "im Auftrag des Herrn" durch die Schützen-Lande. Tausende Kämpfe quer durch die Republik, ich kenne viele Stände, auch die anderer Verbände als des DSB. Da sieht es nämlich komplett anders aus. Diese Stände kennt das gemeine DSB-Mitglied gar nicht.
Aber geh' doch mal nach Phillippsburg (BDS), da ist täglich Hochbetrieb, ganz anders als in Hochbrück, wo noch nichtmal die BSSB/DSB-Mitglieder trainieren dürfen, obwohl sie den Stand bezahlt haben.
Von Mitgliedern anderer Verbände habe ich aber bis zum heutigen Tag noch kein schlechtes Wort über Druckluftschützen sagen hören, umgekehrt um so mehr. Das liegt wohl daran, daß die aktiven Schützen oftmals in mehreren Verbänden Mitglied sind, also auch das andere Leben kennen, über den Tellerrand schauen können.
Die größte Hetze wird von den Funktionären, ab der kleinsten Ebene, veranstaltet. "Du sollst keinen anderen Herrn neben mir haben". Schau mal nach Hessen, die schmeissen Vereine aus dem Verband, nur weil diese sich einem weiteren Verband angeschlossen haben! Die Disziplinen und Schützen anderer Verbände werden schlechtgeredet, verächtlich gemacht. Ich habe das sehr oft erlebt, aber nur beim DSB.
Aus dem von Dir o.g. thread, eine weitere Aussage von mir:
Zitat
Die schlimmste Erfahrung durfte ich mit einem Kollegen machen, der mir tatsächlich vorwarf: "Ihr mit euren Ballermännern macht uns noch den ganzen Sport kaputt". Nicht irgendjemand - es war der Vater eines mehrfachen Deutschen/Europa-Meister in einer olympischen KK-Disziplin, selbst erfolgreicher Schütze und ehemaliger Mannschaftskollege. Er war so extrem aufgebracht, ich erkannte ihn gar nicht wieder. "Euer Schießen ist kein Sport, niemals!!!!!"
Was glaubst Du wohl, wo man solche Sprüche lernt? Bei uns auf dem Stand sicher nicht. Das hat er vom Kadertraining mitgebracht.....
Einzelfälle? Nein. Ich komme ziemlich viel rum, wer mich kennt weiß, daß ich ein starker Verfechter eines liberalen Waffenrechts bin. Ich habe aber gelernt, wo ich mein Maul zu halten habe - diese Situationen werden immer mehr.
Es geht auch anders: So wird in Bamberg alle zwei Jahre ein Vergleichsschießen BBS(BDS)/BSSB sehr erfolgreich durchgeführt. Was meinst Du wohl, wen man dort so alles trifft? Wer Spaß daran hat und jammert, daß der BSSB solche "Klasse-Disziplinen" nicht anbietet?
Also, so, wie sich die Situation heute darstellt, wird das nichts. Sieht man an diesem thread. Es muß ein Umdenken stattfinden, hauptsächlich bei den DSB-Schützen. Das ist meine leidvolle Erfahrung. Dabei möchte ich gerne ein bischen helfen. Darf ich?
Mit Schützengruß
Michael