Hallo Matze1965,
Mich nervt an diesen Likes oder Dislikes, dass man damit oftmals eher eine Bewertung der Person selber als eine wirkliche Zustimmung oder Ablehnung von Meinungen oder Standpunkten dokumentiert.
Man muss nur mal in eine etwas wildere Zeit der Beiträge schaun, da wusste man schon (egal wie der Inhalt eines Beitrags war) wer den Like oder Dislike gegeben hat.
Kollege
@Karl bestätigt gerade, warum wir dieses Bewertungssystem - das schließt die Likes mit ein - nicht für sinnvoll oder sogar für schädlich erachten:
Er sagt ja, er bewertet die Beiträge eben nicht nur aufgrund des jeweiligen Inhalts und ob der Argumente, sondern auch aufgrund des Bildes, welches er sich von der Person auch aufgrund vorheriger Beiträge gemacht hat. Anders ausgedrückt, da passt dann irgendwann mal etwas nicht zum eigenen Weltbild, zu den eigenen Vorurteilen oder manchmal sogar, weil einem diese Person ein Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit vermittelt usw. und schon wird diese Person dann in eine bestimmten Schublade eingeordnet, oft sogar wider besseren Wissens und oft auch nur, um Stimmung zu machen, die eigene Position oder gar Person zu stärken oder einfach auch nur, um die andere Person zu diskreditieren. Als Auslöser dafür reicht dann manchmal schon der gelegentliche Widerspruch.
Keine Frage, das ist sicherlich auch allzu menschlich. Die Frage ist nur, muss man solch ein Verhalten auch noch dadurch unterstützen, indem man den Nutzern ein Werkzeug anbietet, das solch ein Verhalten auch noch fördert?
Ein gutes Forum braucht so ein Bewertungssystem nicht. Man schaue sich Target Talk an. Die kommen auch ohne solch ein System aus und können dort selbst mit Usern wie dem Rover ganz gut umgehen.
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Ein gutes Forum braucht auch keine virtuellen Orden und auch die Anzahl der Beiträge muss nicht so plakativ hervorgehoben werden. Das sind alles keine Kriterien, die für die Bewertung des jeweiligen Beitrags taugen.
Und wem etwas nicht passt, der kann sich ja schriftlich äußeren. Es ist ja auch nicht so, dass man nicht um der Sache Willen streiten darf. Im Gegenteil, man soll und manchmal muss man es sogar. Und sollte der eine oder andere Zeitgenosse dann auch noch verstehen, dass die eigene Meinung keine heilige Kuh ist, der auf keinen Fall widersprochen werden darf, würde das die gepflegte Streitkultur hier im Forum sicher stark verbessern.
Ja, auch streiten will gelernt sein. Aber bitte doch nicht, indem man auf Knöpfchen drückt.
In diesem Sinne und mit bestem Schützengruß
Murmelchen