Beiträge von Murmelchen

    Es ist auch gar nicht so einfach, Gewehre wie das AR20 oder LG30 richtig einzuordnen und zu bewerten. Langzeiterfahrungen liegen noch nicht vor. Tatsache ist aber, dass die heutige Presslufttechnologie trotz der klaren Vorteile etwas empfindlicher ist, als noch die vorherigen Technologien. Es stellt sich daher auch die Frage, ob da bei der Technik noch viele Abstriche in Richtung Billigsektor möglich sind, ohne das die Zuverlässigkeit zu sehr leidet. Die Chinamänner kloppen dir ja heutzutage alles zusammen, wie lange das dann auch hält, ist aber eine andere Frage.

    Die alten Vorkomprimierer haben jedenfalls schon lange den Beweis ihrer Qualität erbracht.

    Aber keine Frage, ganz einfach ist es nicht, wenn man als Verein vor der Entscheidung steht. Deshalb ist es ja auch gut, dass hier möglichst viele Aspekte und auch Erfahrungen eingebracht werden.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Die ganz klar beste Empfehlung auch in Bezug auf die Zukunftsfähigkeit sind solide gebrauchte Pressluftgewehre mit Holzschaft und mit Abstrichen auch noch mit CO2. Nur wenn das Geld wirklich nicht reicht, sollte man auch über die Modelle mit vorkomprimierter Luft nachdenken, da diese auch oft schon für 300 - 400 EUR im gepflegtem Zustand zu haben sind. Diese Vorkomprimierer sind alle sehr hochwertig verarbeitet und wohl unterm Strich auch noch etwas robuster als die heutigen Pressluftwaffen. Von Hämmerli und auch Walther aus den Jahren würde ich aber eher abraten und die Diana 100 ist klobig und auch exotisch, sonst aber ein recht gutes Gewehr.

    Neben dem von sobigrufti schon angesprochenen Problem bezüglich 3-Stellung - 3-Stellung kann man im Prinzip in der heutigen Zeit keinem mehr mit einem Seitenspanner zumuten - kann es auch sein, dass deine Schützlinge auch bei nur Stehend wegen dem Spannvorgang maulen werden, wenn sie erst mal sehen, mit was die Konkurrenz so antritt. Manchmal ist es halt sinnvoller, lieber doch etwas länger zu sparen und erst dann zu kaufen, als zu große Kompromisse einzugehen.

    Aber hier noch einmal konkret die geeigneten Modelle mit vorkomprimierter Luft:

    Feinwerkbau Modell 601, 602 und 603, 600 mit leichten Abstrichen wegen der fehlenden Sperre

    Anschütz Super Air 2002, 2001 geht auch, aber da gab es auch einige mit Problemen wegen dem Schieber. Generell sollte man hier besser zu den späteren Modellen mit Kniegelenkverschluss greifen. Auch schon wegen möglicher Heißkisten als Aufsicht, da der alte Schieber sich eben nur zwangsgesteuert öffnen lässt.

    Feinwerkbau scheint mir von den Schäften her speziell für den Nachwuchs auch fast die bessere Wahl zu sein, da die Anschütz Schäfte analog zum 1907 KK-Schaft etwas klobiger ausfielen. FWB war auch damals klar die Nr. 1.


    Erdbeerjoe

    Das AR20 ist meiner Meinung einfach nicht robust genug, insbesondere nicht als Vereinsgewehr. ich hatte mal das Vergnügen, mit dem Walther LG30, also der noch besseren Ausführung des Hämmerli, schießen zu dürfen. Mit Verlaub, aber das ist ein Haufen billiges Plastik. Ein Bekannter meinte sogar, damit ernsthaft Auflage schießen zu wollen. Hat es dann aber auch ganz schnell eingesehen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Bei den Seitenspannern musst Du noch zwischen den von mir angesprochenen Vorkomprimierern und den Federspannern wie FWB 300 oder Diana 75 unterscheiden. Zwischen den klassischen Modellen und den Vorkompriniern wie FWB 60X oder Anschütz 200X besteht schon von der Schussabgabe her ein ziemlich krasser Unterschied. Ich würde fast sagen wollen, noch deutlich größer als zwischen den heutigen Pressluftgewehren und den Vorkomprimierern. Die alten Gewehre schießen sich, sagen wir mal, wie träge Dampfmaschinen, man fühlt richtig die ganze Mimik, die sich da erst in Bewegung setzen muss, während die Unterschiede zwischen Pressluft und Vorkomprimiern mal abgesehen vom Spannvorgang normalerweise erst Fortgeschrittene wirklich merken.

    Zum Gewicht: So schwer sind die FWB 60X oder Anschütz jetzt auch nicht, zumal das Gewehr ja nicht wirklich gehalten werden soll. Im Grunde ist es ja nur die Hubarbeit, die man ja auch noch durch ein Stativ minimieren kann. Probleme dürfte es erst bei ganz zarten Schülerinnen und Schülern geben. Aber dann ist es meisten auch eher weniger das Gewicht, sondern die Schaftlänge, welche Probleme bereitet. Da hilft dann wirklich nur ein angepasstes Jugendgewehr oder die Säge. Aber ganz klar, man ist da als Verein in der Verantwortung.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Dan,

    ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen wollen und auch noch die Vorkomprimierer als Alternative empfehlen wollen. Gewehre wie die FWB 60X oder Anschütz 200X sind im Gegensatz zu dem Plastikteil von Hämmerli/Walther sehr hochwertige und auch robuste Sportgewehre. Zwar hat man durch die Holzschäfte etwas weniger Einstellmöglichkeiten und muss auch beim Spannen die nötige Kraft aufbringen, aber das schaffen auch schon die meisten Schüler und die Vorteile, welche sich durch die noch schnellere Schussauslösezeit und die Erleichterungen beim Laden durch Pressluft ergeben, spielen im Bereich der Grundausbildung noch keine so große Rolle. Abgesehen vom Spannaufwand kann man auch noch mit diesen Gewehren sehr gut den Einstieg erlernen und damit auch auf einem durchaus auch hohen Level schießen. Mit den Teilen konnte man schließlich früher auch Olympiasieger werden, mit dem AR20 wohl weniger.

    Aber wie dingo schon sagte, auch mit Pressluft kann man gebraucht günstig fündig werden, wenn es denn nicht unbedingt ein Alu-Schaft sein muss.


    Noch eine kleine Anmerkung: Wichtiger als das perfekte Gewehr erscheint mir, dass ihr im Verein auch jemanden habt, der den Einsteigern die Grundlagen vermitteln kann. Wenn Du hier im Forum mal den einen oder anderen Beitrag nachliest, wirst Du erkennen können, das der sportliche Stehendanschlag durchaus eine komplexe Angelegenheit ist. Zwar auch kein Hexenwerk, aber durchaus anspruchsvoll. Und wenn man da gerade am Anfang zu viel falsch macht, wird es hinterher deutlich schwieriger, das wieder zu richten. Ich kenne leider sehr viele Vereine, welche durchaus immer wieder Nachwuchs haben, aber nie auf einen grünen Zweig kommen, weil eben bei ihnen keiner auch nur ansatzweise etwas Plan hat und helfen lassen wollen sich diese Vereine dann oft auch noch nicht einmal. Das Resultat sind dann hohe Fluktuationsraten und im schlimmsten Fall sogar vergeudete und oft sogar für immer verlorene Talente.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Zitat

    Einführung einer Waffensteuer prüfen - Welt Online vom 21.12.11

    „Die hohe Zahl der Schusswaffen in Hamburg finde ich besorgniserregend, vor allem, wenn man bedenkt dass nach Schätzungen von Experten hinter jeder legalen Schusswaffe zwei illegale Schusswaffen im Umlauf sind.“ sagt Arno Münster. Dabei wird auch an eine Steuer gedacht, wie nach dem Vorbild anderer Bundesländer den Besitz an Waffen reduzieren könnte. „In diesem Zusammenhang verfolgen wir die Bemühungen in Bremen zur Einführung einer Waffensteuer mit Interesse“, so Münster weiter.


    Dieser Herr Arno Münster scheint ja auch eine ganz große Kapazität zu sein. Glaubt er denn wirklich, dass sich die Anzahl der illegalen Waffen durch eine Steuer reduzieren lässt? Ja sicher doch, insbesondere die Kriminellen werden zukünftig in Hamburg ganz brav für ihre illegalen Schusswaffen Steuern zahlen und diejenigen, welche so eine Steuer nicht aufbringen können, die werden die Knarren natürlich ganz selbstverständlich abgeben und alles wird gut. Vielleicht sollt mal jemand diesem Herrn Münster erklären, dass es sogar eine gewisse Korrelation zwischen illegalen und legalen Waffen geben könnte, aber ganz anders, als er sich das so "denkt".


    Es ja fast schon unglaublich, mit welcher Unverfrorenheit die Leser heutzutage auch von vermeintlich noch halbwegs seriösen Zeitungen wie der Welt verarscht* und angelogen werden. Man beachte nur den verstümmelten Satz mit dem Vorbild. Das ist doch eine schlichte Lüge, wahrscheinlich deshalb auch so vermurkst formuliert.

    Eigentlich müssten doch alle Welt-Leser nur wegen so einem Artikel ihre Abos auf der Stelle kündigen. Das wäre mal ein deutliches Zeichen. Aber leider, leider ...


    Mit frustriertem Schützengruß

    Frank


    * Man sehe mir hier ausnahmsweise meine Wortwahl nach

    Seit dem Bestehen von WANDA wurde in Hamburg in keinem einzigen Fall eine bei Deutschlands größter Waffenbehörde registrierte Schusswaffe bei einer schwereren Straftat benutzt.

    WANDA steht für Hamburger Waffenachweisdatei und existiert jetzt seit 8 Jahren.


    Es wird höchste Zeit, dass wir Druck machen und den Staat auffordern (zwingen), endlich die tatsächlichen Missbrauchsfälle zu veröffentlichen. In Berlin und auch in Hamburg hat sich sehr klar gezeigt, dass die Fälle, welche tatsächlich auf private Legalwaffenbesitzer gehen, noch deutlich geringer sind, als die Statistiken des BKA jährlich suggerieren. Bisher wurden die Zahlen nur anhand des nicht immer ganz eindeutigen Begriffs Legalwaffe - Stichwort Behördenwaffe usw. - angegeben. Was wir brauchen, sind die konkreten Zahlen der widerrufenen Erlaubnisse nebst genauer Begründung. Ich bin mittlerweile ziemlich fest davon überzeugt, dass sich dann zeigen würde, dass es so gut wie keinen Missbrauch durch legal besessene Schusswaffen in diesem Land gibt. Selbst die wenigen Toten der jährlichen BKA-Statistik dürften wohl nur zu einen geringen Teil wirklich auf das Konto privater Legalwaffenbesitzer gehen.

    So, jetzt stellen wir uns mal für einen Moment ganz dumm und fragen uns, sollte das oben Gesagte zutreffen, warum werden denn dann diese Zahlen nicht vollständig und differenziert veröffentlicht?

    Auf abgeordnetenwatch.de wurde schon Mitte Juni an den Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU) die Frage nach den tatsächlichen Missbrauchsfällen gestellt, leider bisher ohne Antwort.

    Das wäre doch endlich mal eine gescheite Aufgabe für euch Bayern. Ihr sagt doch immer, ihr könnt es so gut mit euren Politikern. Da müsstet ihr es doch bei einem CSU-Mann auch hinkriegen, dass endlich mal Fakten auf den Tisch kommen und dieser ganze Spuk als Hexenjagd entlarvt wird, oder?


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Katja,

    ein sehr vernünftiger Rat. Ich habe gestern auch dreimal Anlauf genommen und dann doch keinen Beitrag abschickt.

    Allerdings würde ich es auch sehr begrüßen, wenn diejenigen unter uns mit ihren ganz speziellen Befindlichkeiten im Angesicht des immer stärker um sich greifenden Flächenbrandes (ausnahmsweise) etwas großzügiger reagieren könnten bzw. mal am besten gar nicht erst auf jede vermeintlich falsche Wortwahl aus unseren eigenen Reihen reagieren würden.

    Es ist nämlich mit Verlaub nicht besonders geistreich, im Angesicht eines Flächenbrandes mit den wenigen Löschkräften, welche noch den Mut und die Kraft zum Löschen haben, über die Temperatur des Löschwassers diskutieren zu wollen, damit der Rasen vor der eigenen Haustür auch ja keinen Schaden nimmt.

    Wenn nämlich der Schießsport in unserem Land erst mal komplett zerstört ist, dann können wir zwar im Nachhinein immer noch stolz auf unsere guten Umgangsformen sein, nützen tun die uns dann aber auch nichts mehr. Ja, man kann auch in Schönheit sterben, man ist dann aber hinterher auch auf jeden Fall tot. Und das wollen wir ja wohl alle nicht.

    Andere Frage: Haben uns unsere guten Umgangsformen etwa bisher vor Ungemach bewahrt? Ist es nicht vielleicht sogar so, dass wir bisher die idealen Ziele für diese ganzen grundlosen Angriffe waren, weil wir uns eben nicht gewehrt haben, ja zum Teil sogar Verständnis für die Angriffe signalisiert haben? Wir haben und wir bieten immer noch bestimmten Gruppierungen in diesem Land die Möglichkeit, sich auf unsere Kosten profilieren zu können. Damit muss jetzt endgültig Schluss sein und dazu ist es zwingend nötig, dass wir uns solidarisieren.

    Es ist auf jeden Fall besser, einen Michael Kuhn in unseren Reihen zu haben, als diesen komischen Präsidenten aus Bremen. Spaltpilze hatten wir nämlich leider schon oft genug.


    In diesem Sinne und mit solidarischem Schützengruß

    Frank - nicht wirklich Feuerwehrmann

    Hallo dingo,

    ist es eigentlich wirklich so schwierig, zwischen der Interessenvertretung prolegal und Individuen, welche durchaus auch Mitglied bei prolegal sein können, zu unterscheiden?

    Wenn jemand hier einen Beitrag liefert, dann ist das grundsätzlich erst mal seine private Meinung, auch wenn damit Werbung für prolegal oder andere Verbindungen verbunden ist. Du sprichst ja auch nicht für den BSSB oder den DSB, auch wenn Du in diesen Vereinigungen mittelbares Mitglied bist. Selbst wenn Du im Vorstand des DSB wärst, würdest Du damit nicht automatisch für den DSB sprechen. Stellungnahmen eines Verbandes oder einer Vereinigung ergeben sich erst aus der Legitimierung und sind auch immer als solche gekennzeichnet.

    Nach meinem Kenntnisstand hat sich hier im Forum bisher nur Steffen Schöps zu Wort gemeldet, aber eben auch als Privatperson und nicht in offizieller Form einer Stellungnahme von prolegal. Wobei aber eine Identifikation mit der Organisation bei Mitgliedern des jeweiligen Präsidiums sicher noch etwas anders zu werten ist, als bei ganz normalen Mitgliedern und manchmal auch nur Beitragszahlern.


    Warum ist es eigentlich so schwierig zu verstehen, dass wir alle die gleichen oder ähnliche Ziele verfolgen, nur mit teilweise unterschiedlichen Sichtweisen und Bewertungen und daraus resultierend auch unterschiedlichen Mitteln. Ich muss mich nicht immer distanzieren, wenn sich mal jemand eine Entgleisung leistet. Schon mal gehört, dass sich je ein Anti von bestimmten Entgleisungen distanziert hat? Wo ist denn der Unterschied, wenn wir pauschal als Waffennarren oder als zumindest leicht Gestörte tituliert werden, oder wenn z. Bsp. ein Michael Kuhn dann von subversiven Elementen spricht?

    Wir schwächen uns und unsere Positionen doch nur selbst, wenn wir hier und anderswo dämliche Grabenkämpfe führen, statt uns zu solidarisieren und mit einer Stimme zu sprechen, wie es unsere Gegner auch tun.

    Ich bin jedenfalls der festen Überzeugung, dass es die Schießsportverbände wie der DSB und dessen Landesverbände in der heutigen Situation alleine nicht (mehr) schaffen können, mit den vielfältigen Bedrohungen und Angriffen fertig zu werden. Sieht man ja auch jetzt wieder am Beispiel des NWDSB in der leidigen Sache mit Bremen. Von dort kam bisher zumindest öffentlich nur "betroffenes" Schweigen und der Präsident des Bremer Schützenbundes betätigte sich auch nur wieder scheinbar reflexhaft als Spaltpilz. Vielen von uns scheint leider einfach immer noch nicht klar zu sein, dass Eingrenzungen und Einschränkungen auf bestimmte Disziplinen (olympisch) oder Waffenarten letztendlich nur bei den Lichtgewehren oder einem Totalverbot enden können, denn das ist das Ziel der Gegner. Wenn man immer wieder ein Stückchen von der Wurst abscheidet, dann hat man irgendwann keine Wurst mehr, um es mal etwas bildlich zu formulieren.

    wegi82

    Dich verstehe ich in dem Zusammenhang auch schon länger nicht mehr. Wie bewertest Du denn bei euch die IWÖ oder ProTell bei den Nachbarn?


    Mit bestem Schützengruß

    Frank


    und dingo, bitte tu mir einen Gefallen und lass bei einer möglichen Antwort das "ihr" weg.

    Hallo OldGunner,

    vielen Dank für deinen Tipp mit dem Mirror.

    Bei mir ist es aber wohl eher das Problem, dass ich in letzter Zeit nicht mehr immer ein bequemes Plätzchen auf der Schaftbacke finde und so dann ins "Schwimmen" mit dem präzisen Durchblick komme. Das Problem wird durch meinen 1813-Schaft noch insofern verschärft, weil bei diesem die Backe nur in der Höhe, aber nicht seitlich oder schwenkbar einstellbar ist. Ich glaube, ich muss mir da mal was einfallen lassen. Früher hatte ich da keine Probleme mit.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Wilhelm,

    was ihr (wir) dringend braucht, wäre eine kleine Anfrage an die Bremer Regierung analog zu Berlin, wie viele erteilte waffenrechtliche Erlaubnisse an Privatpersonen in den letzten Jahren, sagen wir ab 2003, wegen Missbrauch widerrufen wurden, am besten noch mit genauer Angabe des Grundes. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dabei ähnlich niedrige Zahlen wie in Berlin herauskommen könnten. Zur Erinnerung, in Berlin waren es im Zeitraum von 2003 - 2011 genau sieben Fälle, diese Zahl sollte man sich mal durch den Kopf gehen lassen. Dann hätte man ein schlagkräftiges Argument gegen diesen ganzen Wahn. Habt ihr da denn keinen Politiker mit geeignetem Rückgrat für?

    Der von Dir verlinkte Artikel spricht ja auch schon wieder Bände: Amok in Lüttich, zu viele Waffen im Umlauf, Entwaffnung, Verbot GK-Kurz, Biometrisierung* usw.


    Zu deiner Frage: Hat sich der NWDSB überhaupt schon in der Sache geäußert? Vielleicht möchte er das ja gar nicht oder fühlt sich irgendwie nicht richtig zuständig. Auf der Internetseite findet man dazu jedenfalls nichts. Vielleicht denken die ja, soll der Kohlheim doch alleine machen. Du hast ja sicher schon mitgekriegt, dass es hier auch einige Foristi gibt, bei denen gerade der Präsident des NWDSB nicht immer für totale Begeisterungsausbrüche sorgt.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    * Die Firma, dessen Name nicht genannt werden darf, ist wohl auch schon wieder aktiv

    Hallo Robin,

    ich kann frank17 hier nur zustimmen. Ich habe deine Beiträge und Bilder bisher zwar nur kurz überflogen, aber speziell das Bild mit deiner Rückansicht ist mir auch aufgefallen und auch ich vermute da eine zu starke Verdrehung. Ich muss mir das aber noch einmal in Ruhe anschauen und durchlesen, um zu einer etwas fundierteren Aussage zu kommen.


    Mach Dich aber wegen deiner Formkrise nicht verrückt. Das haben wir alle mal und davon geht auch die Welt nicht unter. Und deine Mannschaftskameraden und dein Trainer sollten besser keinen zu hohen Erwartungsdruck aufbauen. Du bist schließlich noch sehr jung.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Der Königstiger hat schon zwei wichtige Anmerkungen zum Thema Libelle oder Wasserwaage gemacht, hinzu kommt auch noch wegis Hinweis, wonach die Libelle beim LG nicht zulässig ist, bei KK-100m übrigens auch nicht.

    Aber man darf Fehler oder besser Abweichungen vom jeweiligen Verkantungswinkel auch nicht vernachlässigen. Bei KK 50m führen schon jeweils Abweichungen von knapp 4 Grad in beiden Richtungen dazu, dass die 10 nicht mehr gehalten wird. Wenn man jetzt auch noch bedenkt, dass man ja im KK nicht mit Murmeln schießt, die immer eine 10,9 ergeben, dann bleibt da nicht mehr viel Luft für eigene Fehler.

    Beim LG hingegen sieht die Sache etwas entspannter aus. Hier kann man sich noch Fehler bis zu knapp 8 Grad erlauben und 8 Grad Abweichungen müsste man eigentlich auch mit dem Auge und vom Anschlagsgefühl wahrnehmen.


    Jedenfalls gilt, wenn jemand mit Wasserwaage schießt, dann darf die nur als Kontrollinstrument angesehen werden, nicht um einen schon aufgebauten oder eingenommen Anschlag noch zu korrigieren. Wer da dann nämlich anfängt zu drücken oder zu drehen, insbesondere mit dem Stützarm, der landet, wie der Königstiger schon sagte, ganz schnell im Chaos.

    Apropos, Visierlinienerhöhungen vergrößern den Verkantungfehler nicht, auch wenn das oft angenommen oder behauptet wird.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo tiger69,

    ... frag ich nach bevor ich da rumstelle.


    ums rumstellen wirst Du wohl nicht vorher kommen, ist ja irgendwie der Sinn der Sache. :D

    Aber kurz anfragen erspart im Zweifel langwieriges Probieren. Dafür ist das Forum ja auch da. Wie war das noch, nur wer nicht fragt, bleibt dumm.

    Noch ein kleiner Tipp:

    Nach meiner Sichtweise kann man sich die richtige Drehrichtung am einfachsten merken, indem man die Schrauben immer dort hin dreht, wo die Schüsse hin sollen. Sollen also die Schüsse tiefer liegen, dann dreht man die obere Schraube (Rechtsgewinde) im Uhrzeigersinn rein und damit runter. Sollen die Schüsse weiter rechts liegen, dreht man die seitliche Schraube raus und damit weiter nach rechts, also gegen den Uhrzeigersinn. Dabei muss man den jeweiligen Verkantungswinkel mitberücksichtigen oder aber durch Rotation des Diopters ausgleichen, wenn dieser wie deiner diese Möglichkeit dazu bietet.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Carsten,

    Schießstandaufsicht ist die gleiche Ausbildung wie auch der Schießleiter. Ein Schießleiter leitet halt das schießen, eine Aufsicht beaufsichtet die selbige. Also kann auch ein bestelleter Schießleiter eine Aufsicht durchführen. Achso, unter 18 Jährige können Standaufsicht werden, aber kein Schießleiter.


    wie wäre es denn, wenn Du dir erst mal in Ruhe durchlesen würdest, was andere hier schon geschrieben haben. Eine Ausbildung zum Schießleiter sieht der Qualifikationsplan des DSB nicht vor, jedenfalls nicht direkt, wohl aber eine Ausbildung zur Standaufsicht und zum Schießsportleiter. Nochmal, der Schießleiter nach DSB ist der Leiter einer Meisterschaft.

    Minderjährige dürfen keine Standaufsicht übernehmen, nicht in diesem unseren Deutschland.

    Alles nachzulesen in den SpO des DSB und des BDHS.


    Da das ja alles nicht ganz unwichtig ist, wären Belege deiner Thesen schon ganz sinnvoll. Es gibt keine fest vorgeschriebene Maximalzahl an Schützen, welche eine Aufsicht alleine beaufsichtigen darf. Die Anzahl hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem auch von den örtlichen Gegebenheiten, aber auch von der jeweiligen Disziplin und von der Erfahrung und vom Profil der jeweiligen Schützen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Kogge,

    der entscheidende Unterschied zwischen der verantwortlichen Aufsichtsperson und dem Schießsportleiter ist, dass nur ersterer gesetzlich vorgeschrieben ist. Der Schießsportleiter, welcher in machen Gegenden und in manchen eher traditionell ausgerichteten Vereinen auch schon mal Oberschützenmeister oder ähnlich heißen kann, ist hingegen nicht zwingend nötig, in den meisten DSB-Vereinen aber eine feste Größe und oft auch durch die Vereinssatzung vorgeben. Er ist für die Organisation des Schießbetriebs zuständig und muss dafür noch nicht einmal zwingend zur Aufsichtsführung berechtigt sein. Er muss für diese Aufgabe auch nicht zwingend eine formale Ausbildung mitbringen, auch wenn das natürlich schon einen gewissen Sinn machen kann. Da der Qualifizierungsplan des DSB - man beachte, es handelt sich dabei um einen Plan und keine verbindliche Vorschrift* - als Voraussetzung für den Schießsportleiter die Vorstufenqualifikation (Sachkunde und Schießaufsicht) vorsieht und das so wohl auch in den meisten Landesverbänden so gehandhabt wird, kann man wohl davon ausgehen, das ein ausgebildeter DSB-Schießsportleiter auch zur Aufsichtsführung berechtigt ist.

    Oft wird der Begriff Schießleiter auch synonym für die Aufsicht und/oder für den Schießsportleiter verwendet, aber streng nach Sportordnung ist der Schießleiter der Leiter einer DSB-Meisterschaft. Er sollte für diese Aufgabe natürlich auch hinreichend qualifiziert sein, also z. Bsp. in Form der Schießsportleiter-Ausbildung. Kampfrichter ist wieder eine leicht andere Schiene, schadet aber auch nicht. ;)

    So, hoffe ich habe jetzt nicht noch mehr Leser verwirrt. :D


    Mit bestem Schützengruß

    Frank


    * Ja, ich weiß, der Qualifizierungsplan ist Teil des Anerkennungsverfahrens, aber deshalb trotzdem noch lange kein Gesetz.

    Hallo Frank,

    Die Bestimmungen gem. Nrn. 4.4 und 8.8.1 der WaffVwV stellen anders als Gesetz und Verordnung jedoch explizit auf die Verbandszugehörigkeit ab und erweitern die Problematik daher tatsächlich auf bereits anerkannte Bedürfnisse


    Aber selbst die Verwaltungsvorschrift schließt die Möglichkeit, den Schießsport auch ohne Verbandszugehörigkeit in einem Verein nachzugehen, nicht aus. Das ist ja auch so gelebte Praxis, schließlich gibt es nicht gerade wenige Vereine ohne anerkannte Verbandszugehörigkeit. Ganz spitzfindig könnte man natürlich argumentieren, wie Du es ja auch schon ansprachst, dass die Erlaubnisse (nur) aufgrund der Zugehörigkeit zum Verband erteilt wurden und daher nach Austritt keinen Bestand mehr haben können. Ist aber auch nicht ganz unproblematisch, da es sich ja nach wie vor in der Regel um unbefristet erteilte Erlaubnisse handelt.

    Die Passagen in der Verwaltungsverordnung sind aber zumindest aus meiner Sicht in Bezug auf § 8 so schwammig formuliert worden, dass es hier zu einem großen Teil davon abhängt, wie die jeweils zuständige Behörde vor Ort die Sache auslegt. Im ungünstigsten Fall bleibt dem Betroffenen dann nur noch der Weg durch die Instanzen.


    Sagte ich eigentlich schon, dass (für mich) diese Geschichte mit den anerkannten Schießsportverbänden neben den verschärften Auslegungen bezüglich Bedürfnisbestand und natürlich den verdachtsunabhängigen Kontrollen die problematischsten Kröten sind, die das Gesetz so enthält.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    „Zuerst verwirren sich die Worte, dann verwirren sich die Begriffe, und schließlich verwirren sich die Sachen.”

    Weder im WaffG noch der AWaffV findet sich der Begriff Schießleiter. Und nu?

    Zugegeben, die SpO des DSB kennt den Begriff des Schießleiters. Dieser tritt dort aber erst im Zusammenhang mit einer Meisterschaft auf. Etwas problematisch finde ich in dem Zusammenhang, dass die Aufsichten dann laut SpO dem Schießleiter weisungsgebunden sind und nur dieser (wieder laut SpO) disqualifizieren darf. Hier sollte deutlicher zwischen der sportlichen und der rechtlichen Seite bezüglich Sicherheit unterschieden werden, denn verantwortlich im Sinne des WaffG bleibt die verantwortliche Aufsichtsperson.

    Man beachte bitte auch noch § 11 (3) AWaffV.


    Und da ich heute wieder meinen großzügigen Tag habe, hier noch die Vereise auf Gesetz und Verordnung:

    http://www.gesetze-im-internet.de/waffg_2002/index.html

    http://www.gesetze-im-internet.de/awaffv/index.html


    Wenn die Begriffe unklar sind, muss man sie definieren. Hier mal eine kleine Auswahl:

    Verantwortliche Aufsichtsperson WaffG

    Schießleiter

    Schießsportleiter


    Und weil es ja auch Spaß machen soll, nehmen wir dann auch noch den Oberschützenmeister. Schießmeister soll es auch noch geben. Apropos, gibt es eigentlich auch Hauptschützenmeister, Stabsschützenmeister oder sogar Oberstabsschützenmeister?


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Ich habe auch so meine Zweifel, ob man ohne Hilfsmittel oder ohne fremde Hilfe wirklich erkennen kann, ob das Glas zentriert und und auch gerade vor dem Diopter steht. Zentriert mag ja noch halbwegs gehen, aber ob es dabei auch gerade steht, kann man so sicher nicht erkennen. Neben dem Mirror von MEC/Centra ? gibt es aber von Knobloch einen Aufsatz mit einer zentrierten Bohrung ähnlich einem kleinen Diopter, mit der man das Glas seht gut und auch alleine einstellen kann. Da das Teil aber auch eine gewisse Ausdehnung hat, muss man den Diopter, wenn man sonst sehr nahe mit dem Glas vor diesem steht, eventuell etwas nach vorne schieben, was aber auch kein großes Problem ist, zumindest dann nicht, wenn man einen Diopter mit großen Rändelschrauben hat, welche man auch von Hand lösen kann.

    Apropos, man sieht übrigens recht oft Schützen, auch gute, bei denen das Glas nicht richtig gerade steht.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank