Hallo Karl,
der Beitrag des vermeintlichen Jägers - ist er wirklich ein Jäger und Waffenbesitzer - mag Dir verständlich erscheinen. Die Ursache für das Verständnis mag aber auch darin begründet sein, dass wir alle dazu neigen, nur das sehen, was wir sehen wollen. Hinzu kommt noch, dass im Internet im Prinzip erst mal jeder seinen Senf dazutun kann. Du natürlich auch. Nicht immer sind die Dinge so, wie sie uns scheinen.
Für mich zählt nicht die vermeintlich 'richtige' Gesinnung, für mich zählen erst mal nur Fakten. Die Missbrauchsrate durch Legalwaffenbesitzer ist nachgewiesenermaßen seit Jahrzehnten so gering, dass weitere Verschärfungen nicht nur völlig unverhältnismäßig wären, sondern auch der mögliche Erfolg weiterer Maßnahmen, wenn überhaupt, nur minimal sein kann.
Man beachte, den wenigen Toten durch Legalwaffen - nach Herrn Grafes Zählweise 120 Tote in 20 Jahren - pro Jahr, stehen ca. 4000 Tote durch den alltäglichen Straßenverkehr gegenüber, ca. 7000 Suizide und je nach Zählweise ca. 10 - 20 000 Tote alleine durch mangelnde Hygiene in unseren Krankenhäusern. In Klartext bedeutet das, ca. 12 Tote täglich auf den Straßen, ca. 20 Suizidtote täglich, welche sich auf alle möglichen Arten umbringen, nur ganz selten durch Schusswaffen, und ca. 50 Tote täglich, die nur deshalb sterben müssen, weil unser Gesundheitssystem versagt. Ein schlimmer Zustand, der durch einfachste Maßnahmen behebbar wäre.
Wer jetzt meint, das könne man doch alles nicht miteinander vergleichen, dem sei gesagt, dass es im Prinzip völlig egal ist, wodurch ein Mensch stirbt. Es ist jedenfalls unsinnig, ja fast schon zynisch, sich nur und fast ausschließlich auf den Bereich zu konzentrieren, wo nur ein minimales Risiko besteht. Zumal die Waffen immer nur (austauschbares) Tatmittel sind, aber nie die Ursache.
Mit bestem Schützengruß und freue mich auf einen Dialog
Frank