Hallo Freunde,
ein paar kleine Anmerkungen zum Legalstatus einer Waffe sein mir hier noch gegönnt.
Eine Waffe ist erst mal weder legal noch illegal, es ist einfach ein Gegenstand.
Aber eine Waffe kann schon illegal gefertigt werden, wenn der Hersteller dafür keine Genehmigung besitzt.
Eine Waffe kann legal oder auch illegal in den Verkehr gebracht werden. z. Bsp. wenn sie schon illegal gefertigt wurde, wenn bei der Fertigung bei einem berechtigten Hersteller der normale Weg nicht eingehalten wird, oder wenn eine Waffe nicht auf rechtlich zulässige Art in den Geltungsbereich des Gesetztes gebracht wird.
Weiter bedarf es für den Besitz bestimmter Waffen immer einer Berechtigung. Wer diese Berechtigung nicht hat, nimmt eine Waffe immer illegal in Besitz. Der waffenrechtliche Begriff Besitz unterscheidet sich zudem noch vom rechtlichen Begriff des Eigentums.
Daher ist es schon wichtig, bei der Betrachtung, ob bestimmte Personengruppen wie Sportschützen auch weiterhin legal bestimmte Waffen besitzen dürfen, nach der tatsächlichen Berechtigung zu fragen und diese auch korrekt anzugeben. Wenn jemand eine Schusswaffe entwendet und damit Missbrauch betreibt, dann zählt dieser eben nicht zur Gruppe der Berechtigten. Es ist immer noch ein gewaltiger Unterschied, ob ein Berechtigter wie im bekannten Fall seiner Sorgfaltspflicht bei der Aufbewahrung nicht nachkommt, oder eben selbst zum Täter. wird.
Dazu noch eine Anmerkung. Warum wird denn nie die Frage nach der Legalität gestellt bzw. davon ausgegangen, wenn eine Waffe aus Behördenbeständen entwendet wird und damit dann kriminelle Taten begangen werden? Selbst wirkliche Konsequenzen auch bei ganz offensichtlich mangelhafter Aufbewahrung gab und gibt es in diesem Bereich nicht wirklich.
Tim konnte nur deshalb an eine Waffe gelangen - legal oder illegal ist völlig egal - weil sich sein Vater bewusst über grundlegende eigentlich selbstverständliche Aufbewahrungsregeln hinwegsetzte.
Dieser Satz ist so zumindest formal nicht richtig und das ist hier keine Haarspalterei. Er konnte an diese Waffe kommen, aber zumindest theoretisch hätte er (bei der hohen Dichte der vermuteten illegalen Waffen) auch an andere Waffen kommen können. Also weder das 'nur' noch der Begriff 'eine' sind hier wirklich zulässig. Ja, das ist wichtig und deshalb auch keine Haarspalterei. Siehe dazu auch die Anmerkung mit den Behördenwaffen. Ist denn wirklich auszuschließen, dass er nicht auch bei korrekter Aufbewahrung mit einer Flex nebst 10er-Pack Trennscheiben aus dem Baumarkt und ein paar Stunden sturmfreier Bude an eine Waffe aus dem Besitz des Vaters hätte gelangen können?
Man beachte, dieser Täter hat irgendwann (aus welchen Gründen auch immer) den fatalen Entschluss gefasst, andere Menschen (und wohl auch sich selbst) töten zu wollen. Erst danach hat er nach Möglichkeiten und Tatwerkzeugen gesucht, diesen Plan auch umzusetzen.
So war das übrigens bei dem Täter im Rheinland in den Sechzigern auch. Der bastelte sich dann einen Flammenwerfer und ging damit in eine Schule. Das Resultat war dann auch fast genauso wie bei Tim, wurde nur damals (noch) anders aufgearbeitet, auch medial. Für diesen Täter und ehemaligen Soldaten wäre es noch deutlich leichter gewesen, sich dafür eine Schusswaffe (auf der Straße) zu holen, denn in den Sechzigern lag davon ganz sprichwörtlich noch überall genug rum. Aber wie gesagt, er benutzte einen selbst gefertigten Flammenwerfer. Warum nur?
Es sind immer die Täter, welche irgendwann diese fatalen Entschlüsse treffen. Die Tatwerkzeuge sind dabei fast beliebig austauschbar. Wer das nicht berücksichtigt, entfernt sich schon sehr weit von der Realität und wird dadurch auch keine wirkliche Lösung für das Problem finden können.
Es ist wichtig, sich mit diesen Sachverhalten (und Fakten) genau zu beschäftigen, weil die (mittlerweile fast schon zum Selbstläufer gewordene) These, wonach der vermeintlich einfache Zugang zu bestimmten Tatmitteln solche Taten erst ermögliche, so einfach nicht stimmt.
Noch viel wichtiger ist aber, dass trotz der hohen Dichte legal besessener Schusswaffen eben überhaupt kein signifikanter Missbrauch stattfindet und dieses war auch schon zu Zeiten deutlich geringerer Anforderungen an die sichere Aufbewahrungspflicht so. Selbst die illegalen Schusswaffen spielen bei kriminellen Taten in unserem Land nur eine untergeordnete Rolle.
Bliebe also nur noch die berechtigte Frage, worum geht es also wirklich?
Mit bestem Schützengruß
Frank