Nach deiner Theorie reicht es also aus, wenn alle Vereine sich für alles und jeden öffnen. Das sichert dann das Überleben des einzelnen Vereins und letztendlich auch unseres Sports? Da kann ich nur sagen: leider etwas zu kurz gedacht. Sind es nicht eher all die Menschen, die sich (ehrenamtlich) engagieren, die Vereinsarbeit erledigen, als Schießleiter, Standaufsichten, Kampfrichter und Trainer zur Verfügung stehen, die die Vereine und damit auch den Sport an sich am Leben halten? Damit meine ich nicht nur die DSB-Disziplinen sondern alles querbeet. Auch für Blasrohr, Bogen und "moderne" Waffen werden genau all diese Menschen gebraucht. Aber die Bereitschaft der Menschen ganz generell, ihre "Freizeit zu opfern" um o.g. Tätigkeiten zu übernehmen, schwindet zusehends. Was machst du denn, wenn da eine Horte Schießwilliger (egal von welcher Fraktion) vor der Tür steht und du keine Standaufsicht, geschweige denn einen qualifizierten Trainer mehr hast? Das läuft dann bestimmt alles "von selbst", weil der Verein sich ja "geöffnet hat". Wer hier das gesamtgesellschaftliche Problem nicht erkennt oder erkennen will und seine Augen vor den tatsächlichen Herausforderungen und Problemen unserer Zeit verschließt, dem ist nicht zu helfen. Das ist ja auch kein exklusives Problem des Schießsports, das betrifft nahezu alle Bereiche der Freizeitgestaltung.
Ein schöner Satz fällt mir dazu noch ein: "Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein."
oder noch einer: "Nicht jeder, der aus dem Rahmen fällt, war vorher auch im Bilde."
Ich bin auch ein Freund von Offenheit und Toleranz, all die neuen Dinge und Disziplinen haben sicher auch ihre Daseinsberechtigung und einiges davon bieten wir inzwischen auch selbst an, das alleine ist aber definitiv kein Garant für die Zukunftsfähigkeit eines Vereins.