Beiträge von Hans48

    Hallo no.limits,

    Du liegst völlig falsch. Ganz unwissend - was KK-Sportpistolen und Schießtechnik angeht - bin ich nicht.

    Ich habe einiges an Literatur über die Konstruktion der früheren und der aktuellen Sportpistolen vorliegen. Sehr aufschlußreich sind die Beiträge der Nutzer der einzelnen Pistolen auf der Homepage www,targettalk.org . Auf der Homepage des ukrainischen Schützenverbandes findet befindet sich eine umfagreiche Sammlung von Aufsätzen über Schießtechnik und Training im Schießen. Auch der australische und der kanadische Schützenverband bieten über ihre Homepages einges an Fachliteratur an. Ich unterhalte ich mich bei jeder Gelegenheit gerne mit den Pistolenschützen über ihre Ausrüstung und mit Trainern über Schießtechnik. Leider habe ich nicht die Gelegenheit gehabt, alle Konstruktionen selbst zu testen.

    Daß ich die einzelnen aufgeführten Pistolen nicht favorisiere, hat sehr subjektve praktische Gründe.

    Die Sako Triace ist aus meiner Sicht eine gute Konstruktion in solider Ausführung gewesen, die leider nicht weiterentwickelt wurde.

    Deinen Ton empfinde ich übrigens als anmaßend. Du gehst mir zu sehr ins persönliche. Das geht hier gar nicht.

    MfG Hans

    Hallo,

    ich mußte leider feststellen, dass der Maßgriff von Rink nicht unbedingt paßt. Bei mir waren umfangreiche Anpassungen notwendig. Diese Erfahrung haben auch einge Schützen gemacht, die ich bei Wettkämpfen getroffen habe. Gegenteilige gute Erfahrungen sind mir aber auch begegnet. Sicher kann man von einem einigermaßen gut sitzenden Herstellergriff ausgehend durch geringe Nacharbeiten auch eine gute Lösung erzielen. Herr Ring hat allerdings bei den Standardgriffen eine Dimension dabei, welche die Hersteller - außer vielleicht neuerdings Steyer - nicht im Angebot haben: für große Hände die Dimension d wie dick. Es kommt aber - wie immer - auf den Einzelfall an.

    Rink hat übrigens vor einigen Tagen die Preise angepaßt. Die Preissteigerung bei den Standardgriffen ist maßvoll. (LP-Griff 209,47) Die Preise für Maßgriffe sind aber deutlich stärker gestiegen. Ein Maßgriff inclusive Anpasung kostet 340,67 Euro. Eine Kopie meines "Maßgriffes" würde 307,60 Euro kosten. Insofern ist diese Idee bei mir vom Tisch, mir der ich gelegentlich gespielt habe. Nur wenn das Ergebnis immer zufriedenstellend wäre, könnte man sich den Luxus gönnen.

    Die aktuelle Europameisterin mit der LP, Andrea Heckner, hat den Seriengriff ihrer Walther LP 500 gründlich angepaßt. Auf einigen verfügbaren Bildern kann man das Ergebnis dieser erfolgreichen Überarbeitung sehen.

    Hallo Greenhorny,

    ich habe mir im Jahre 2013 eine Walther LP 400 compact zugelegt, obwohl ich mit meiner Hämmerli AP 40 Balance zufrieden gewesen bin. Ich habe mir von der kürzeren Visierlinie eine schärferes Visierbild und zudem von der Gewichtverteilung eine bessere Balance, die mit meinen Sportpistolen vergleichbar ist, versprochen. Außerdem spielte das Aussehen der LP eine nicht unerhebliche Rolle.

    Meine Erwartungen bezüglich des Visierbildes und der Balance sind erfüllt worden. Dafür habe ich mir aber ein Problem mit dem schmalen Seriengriff der Walther LP 400 eingehandelt. Ich habe in einen Maßgriff von Rink und darüberhinaus in viel Zeit für Anpassungsrbeiten investieren müssen.

    Im Rückblick erscheint mir die Anschaffung einer zweiten, kürzeren Luftpistole aus rationalen Gründen überflüssig gewesen zu sein. Die Vorteile gegenüber einer Standardausführung sind minimal. Bei einer erneuten Anschaffung würde ich eine Standardausführung der LP wählen. Ich würde auf die Form des Griffes achten: paßt der Griff oder nicht. Ansonsten würde ich die LP - wenn es unbedingt ein bestimmtes Fabrikat sein soll - ohne Griff und dann einen Griff von Rink kaufen; nur einen Standardgriff, keinen Maßgriff.

    Wenn Du in einer der Seniorenklassen startest, könnte eine Kurzversion der von Dir favorisierten LP's durchaus sinnvoll sein. Ansonsten ist sie für Jugentliche zu empfehlen, die noch keine ausreichende Haltekraft entwickelt haben.

    Wenn Dir die Walther LP 500 gefällt, würde ich sie mit dem Standardgriff ausprobieren. Falls der Griff nicht paßt, wende Dich an einen Händler, welcher die LP ohne Griff zu einem etwas geringeren Preis anbietet. Die Griffe zu der Walther Pp 500 sind etwas voluminöser als die Griffe zu der Walther LP 400.

    Was die Frage des elektronischen Abzuges angeht, so würde ich davon abraten. Für mich ist das einzige nachvollziehbare Argument dafür: das unkomplizierte (ohne Spannen) Trockentraining. Ansonsten kann die Elektronik zu einer weiteren Baustelle werden. Bei Schnellfeuerpistolen sind die Spitzenschützen und die Hersteller wegen der gelegentlich auftretenden Probleme davon abgegangen.

    Übrigens hat die LP 10 von Steyr - wie auch die LP 500 von Walther einen Absorber, den man an die verwendete Diabolosorte anpassen kann. Meine Hämmerli AP 40 hat keinen (ebenso die Morini). Sie liegt aber gefühlt ebenso ruhig im Schuß wie die Walther.

    Gruß Hans

    Ich habe Erfahrungen mit der GSP altes Modell und auch der Feinwerkbau AW 93.

    Bei der GSP stört mich die Vorderlasigkeit, die Begrenzung hinsichtlich der Griffgestaltung bei Schützen mit großen Händen und die Munitionsfühligkeit. Dies dürfte auch für die GSP500 gelten. Die FW AW 93 hat dagegen eine sehr gute Balance und läßt viel Raum für die Gestaltung des Griffes. Der Abzug und die Visierung sind gut einstellbar. Allerdings bin ich nicht von der Wirkung des Dämpfungssystems überzeugt. Der Unterschied zur Hämmerli 208 ist gering.

    Ich selbst habe bereits zwei KK-Pistolen länger in Gebrauch. Beide sind mit Formgriffen ausgestattet. Ein neues Faß werde ich erst aufmachen, wenn ein erwartbarer größerer Nutzen dabei herausspringt. Übrigens trainiere ich nur Sportpistole, Standardpistole und KK-Pistole zweihändig.

    Meine Frage kommt von Schützen, die bereits mit den diversen älteren Vereinswaffen geschossen haben und sich eine neue Pistole anschaffen möchten. Was sollen Sie beim Händler testen? Ist die neue Hämmerli X-Esse für ein schmales Budget empfehlennswert - im Vergleich zu der Walther und der Feinwerkbau - oder nicht? Eine Benelli, MG, Morini, Pardini oder Tesro sind aus meiner Sicht nicht die geeigneten Produkte, auch wenn sie über etliche Anhänger verfügen.

    Hat jemand bereits praktische Erfahrungen mit dieser Pistole gemacht? Ist sie als einfache Sportpistole für die Disziplin "25m Pistole" zu empfehlen?

    Oder muß es gleich ein kompliziertes und teures Sportgerät im Bereich der Walther GSP500 oder der Feinwerkbau AW 93 sein?

    Von der Konstruktion kommt sie ja der Hämmerli 208 recht nahe. Lediglich die Befestigung der Kimme - auf dem Verschluß statt auf einer Visierbrücke - ist relativ einfach gehalten. Das war aber auch bei der High Standard Citation eines Freundes nicht anders, mit der ich vor Jahren meine ersten Erfahrungen gesammelt habe. Die Möglichkeiten zum Verstellen des Abzuges sind zumindest besser als bei den beiden ersten Varianten der Hämmerli 208. Mit der Hämmerli 208 wurden immerhin die noch bestehenden Weltrekorde in der Disziplinen "25 m Pistole der Frauen" (594 Ringe Qualifikation, Diana Jorgova, 1994 Mailand) und "Standardpistole" (584 Ringe, Erich Buljung, 1982 Caracas) geschossen.

    Ich interpretiere das jetzt mal so dass für Dich jemand der einen Teilbereich, hier die Präzision soweit es ihm möglich ist austestet und optimiert, während andere Bereiche dann mangels Zeit, Geld usw. zurückstehen müssen?

    Hallo Hansaxel,

    so habe ich es nicht gemeint. Ich habe von meinen freundlichen und fachkundigen Schützenkameraden damals die Möglichkeit bekommen, mit den damals verfügbaren Sportpistolen zu schießen. Ich bin auch nicht bei einer Patronensorte geblieben, sondern habe eine Sorte - eine knackige - für die Disziplin "25m Pistole" und eine andere Sorte - eine weiche - für die Disziplin "Standardpistole" verwendet. Später habe ich mir eine zweite KK-Pistole - speziell für die Disziplin "Standardpistole" - angeschafft. Bei meinen Entscheidungen waren die von den Schützenkameraden erzielten Testergebnisse sowie ihre Erfahrungen sehr hilfreich.

    Die von KAFKAS angeführten Gesichtspunkte - Funktionssicherheit und gefühler Rückstoß - spielten und spielen natürlich auch eine Rolle.

    Die Grenze zwischen den Pragmatikern und den Perfektionisten ist fließend. Ich lasse mich von beiden Seiten inspirieren und bin bestrebt in keinen der möglichen Extreme abzugleiten.

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    Auf jeden Fall tragen die Perfektionisten - insbesondere mit den selbst durchgeführten Experimenten genannt - zur Erweiterung der Datenlage mehr bei als die Pragmatiker, welche lediglich diese Informationen zur ihrer Entscheidungsfindung nutzen.

    Schützenkameraden meines früheren Vereins haben verschiedene Munitionssorten mit mehreren verfügbaren Pistolen getestet. Ich habe damals als Anfänger mir eine Pistole gekauft, welche u.a. gute Schußbilder mit den getesteten Munitionssorten geliefert hat, und mich regelmäßig an die Sammelbestellungen der entsprechend den Testergebnissen ausgewählten Sorten angeschlossen. Diese Munition lag im mittleren Preisbereich. Ich selbst hätte nicht die Geduld und den Aufwand zur Durchführung eines solchen Munitionstests aufbringen können.

    Ich verfolge die Munitionstests und Waffentests mit mit großem Interesse. Dies gilt auch für die hier laufende Diskussion.

    Bei der Wahl der Munition für die Sportpistole gehe ich aber sehr pragmatisch vor. Es kommen nur Erzeugnisse, die eine solide Qualität zu vernünftigen Preisen erwarten lassen. Die Spitzenerzeugnisse der Branche kommen für mich als Hobbyschützen aus finanziellen Gründen nicht in Frage.

    Gestern habe ich ein Video zum Webinar "Dynamisches Pistolenschießen" mit dem Bundestrainer Detlef Glenz über die Homepage des DSB gefunden. Nach seinem Vortrag ist er von den damaligen Zuschauern u.a. auf die Munitionstests angesprochen worden. Er führte aus, dass die Pistolenschützen des Nationalkaders im Training nur eIne Munition verwenden, deren Preis pro Schachtel 5 Euro nicht übersteigt. Für den Wettkampf wird eine Munition eingekauft, die höchstens 10 Euro pro Schachtel kostet. Detlef Glenz fügte aber hinzu, dass für das Auflageschießen Munitionstests von größerer Bedeutung sind.

    Christian Reitz ließ bei einer anderen Gelegenheit fallen, daß er pro Trainingstag so zwischen 300 und 600 Patronen verfeuert.

    Sowohl die Vorgehensweise der Perfektionisten als auch diejenige der Pragmatiker sind für mich nachvollziehbar.

    Den obigen Bericht von Snowpatrol über den selbst durchgeführten Munitionstest habe ich mit großem Interesse gelesen. Die Konstellation des Tests ist gleichwohl sehr speziell in Hinsicht auf die Sportpistole und die getesteten Munitionssorten.

    Ich möchte hier auf Munitionstests hinweisen, die norwegische Schützen mit mehreren unterschiedlichen Sportpistolen und mit einem größeren Sortiment an Munitionssorten zuletzt im Jahre 2017 durchgeführt haben. Auch diese Tests sind speziell und lassen sich nicht ohne Weiteres verallgemeinern. Jedoch deuten sie einerseits auf die Munitionssensibilität der verwendeten Sportpistolen und andererseits auf die Abhängikeit der Munitionsstreuung von der verwendeten Sportpistole hin. Von Interesse sind hier neben den Angaben der Munitionsstreuung noch die Angaben der durchschnittlichen gemessenen Geschoßgeschwindigkeit sowie deren Standardabweichung.

    http://ake-nordin.ownit.nu/frilans/22lr/17/index.html

    Viel Spaß beim Studium des Materials!

    MfG Hans

    Einen interessanten Vergleich einiger Sportpistolen im Kaliber 9 mm Luger gab es in der Zeitschrift Caliber (4/2012).

    Ferner enthält das Extraheft 8 des DWJ aus dem Jahre 2007 interessante Beiträge über einige solcher Pistolen.

    Inzwischen sind einige Jahre vergangen und einige der beschriebenen Sportpistolen werden nicht mehr produziert. Ich bedauere am meisten, dass die besprochenen Sportpistolen von SIG-Sauer (P210 Super Target, P220 X-Six und P226-X-Six) sowie die Sportpistolen aus dem Performace Center von S&W (M 952 und M 5906 Target Champion) aus dem Programm genommen worden sind .

    Der Produktionsstop hat zunächst nur die Auswirkung, dass diese Pistolen nicht mehr neu angeboten werden. Langfristig wirkt er sich aber leider auch auf die Versorgung mit Ersatzteilen aus. Eine großkalibrige Sportpistole kann auch bei intensiven sportlichen Einsatz einige Jahrzehnte überstehen. Dabei müssen jedoch Brüche von Kleinteilen und Federn im Laufe der Zeit in Betracht gezogen werden. Eine gute Ersatzteilversorgung ist bei Sportpistolen, die sich noch in Produktion befinden, sowie bei weit verbreiteten Sportpistolen gegeben. Das Vohalten von Ersatzteilen nach dem Auslauf der Produktion ist bei den Herstellern nicht immer hoch ausgeprägt. Bisweilen scheiden Hersteller einfach aus dem Markt.

    Wenn ich mir eine weitere großkalibrige Sportpistole zulegen dürfte, würde ich auf ein Produkt zugreifen, das zum einen auf einer Großserie basiert und zum anderen kein Tuning erfordert. In den vorangegangenen Beiträgen sind einige solcher Produkte genannt worden. Ich würde zu der CZ 75 Sport II tendieren, die in der Konstruktion (Verriegelung, Abzug) der mir vertrauten SIG P210-6 nahekommt und die zudem in Deutschland relativ stark verbreitet ist. Eine gebrauchte SIG-Sauer oder S&W aus dem Performance Center käme zwar in Frage, aber nur, wenn der Preis stimmt, d.h. eine eventuelle Überholung oder Ersatzteilbeschaffung damit abgedeckt würde.

    Hallo,

    ich habe mit meiner Walther LP400 Compact die Auswirkung des Einsatzes und der Lage der Laufgewichte ausprobiert. Es hat mich überrascht, welch große Auswirkung die kleinen Gewichte auf die Balance der LP haben. Mit der Befestigung am Laufende ist die Wirkung wegen des langen Hebels am größten. Die LP wird vorderlastig. Mit der Befestigung in der Laufmitte wird eine ausgewogenere Gewichtsverteilung erreicht.

    Die Auswirkungen der Gewichte auf die Schußergebnisse lassen sich bei mir - auch über einen längeren Zeitraum - nur schwer abschätzen.

    Ich bin am Ende zu dem Ergebnis gekommen, daß in meinem Falle der Einsatz von Laufgewichten kontraproduktiv ist. Die LP wiegt schon etwas über 1 kg. Dieses Gewicht reicht aus, insbesondere wenn man es über 1 Stunde mit ausgestrecktem Arm mehrmals heben und halten muß. Die Walther LP400 Compact ist relativ leicht und sehr gut ausbalanziert. Sie läßt sich lange und ruhig im Zielbereich halten. Wenn beim Auslösen des Schusses plötzliche und unerwartete Bewegung in die Waffe kommt, so liegt es nicht an der Mechanik oder dem Gewicht der LP, sondern an den unbewußten Handrefexen des Schützen. Diese gilt es durch Training zu reduzieren.

    Die Frage, die sich beim LP-Schießen stellt, ist, wie stark soll die Kraft sein, mit welcher der Schütze den Griff umfaßt. Sie darf nicht so stark sein, daß auf die Dauer ein Zittern der Hand eintritt. Sie darf aber auch nicht so schwach sein, dass die geringste seitliche Abweichung der Abzugsbewegung von der Ideallinie zu einem störenden Impuls auf die Ausrichtung der LP führt. Immerhin muß ein Abzugsgewicht von über 500 g überwunden werden.

    Genauso wichtig ist es, daß die Haltekraft während des Vorgangs des Zielens und Auslösen des Schusses konstant bleibt. Im Laufe des Traings bzw. des Wettkampfs stellt sich eine muskulöse und mentale Ermüdung ein, die dazu führt, daß das Brechen des Schusses wie eine Erlösung wirkt. Das frühzeitige Nachlassen der Spannung, das unweigerlich zu Ausreißern führt, gilt es durch Nachhalten nach dem Schuß zu vermeiden.

    Im Übrigen habe ich auch eine Hämmerli LP 40 Balance, die ich als aureichend vorderlastig empfinde, so daß ich das zugehörige Zusatzgewicht erst gar nicht ausprobiert habe. Die Gewichtverteilung wird hier durch die Drucklufkartusche stärker dominiert. Mit der Walther LP400 Compact läßt sich das gestrichene Korn vergleichsweise leichter halten.

    Die Ergebnisse der vom 5. bis zum 18. Oktober 2022 in Breslau stattfindenden Europameisterschaft in den 25m und 50m Disziplinen lassen sich über die Homepage des Internationalen Schützenverbandes (ISSF) vefolgen.

    http://www.issf-sports.org

    Dabei sollte man am besten über die Überschrift "Wroclaw, Poland, 5. - 18. 09.2022" gehen. Dann das Thema "Results" rechts anklicken.

    Neben den Ergebnissen lassen sich auch Livestreams zu den Finals der einzelnen Disziplinen aufrufen.

    Für Pistolenschützen ist das Finale der Frauen in Sportpistole (Gold für Doreen Vennekamp) und das Finale der Männer in Schnellfeuerpistole (Silber für Oliver Geis) besonders interessant.

    Christian Reitz hat bei der DM 2022 in der Disziplin "Luftpistole" mit der einglasigen Schießbrille von Knobloch Modell K1 geschossen, die mit der transparenten Irisblendenhalterung über dem Schießbrillenglas versehen war. Dies läßt sich auf dem Livestream über die Homepage des DSB verifizieren.

    In der Disziplin "Schnellfeuerpistole" schoß er mit der zweiglasigen Schießbrille von Knobloch Modell K5 ohne Irisblende, nur mit einer Abdeckung für das nichtzielende Auge.

    Bei dem Gebrauch der Irisblende kommt es wesentlich darauf an, wie stark die Blende eingestellt wird.

    Wenn die Blende nur einen dünnen Lichtstrahl auf das Auge durchläßt, kann es - besonders über einen längeren Zeitraum - zu übermäßiger Ermüdung und Irritation der Sehnerven kommen. Mit einer starken Abblendung wird gelegentlich versucht, Kimme, Korn und Scheibe gleich scharf zu sehen. Dieses Ziel sollte der Pistolenschütze nicht anstreben. Es ist auf Dauer kontraproduktiv.

    Mit einer geringen Abblendung kann neben eine schärferen Abbildung der Visiereinrichtung bis zu einem gewissen Grad eine schärfere Abbildung der Kontur der Schießscheibe erreicht werden. Die Scheibe sollte nicht völlig schwarz abgebildet werden. Es genügt, wenn sie im Hintergrund grau erscheint. Ansonsten wird der Schütze dazu verleitet, sich zu stark auf die Scheibe statt auf die Visierung zu konzentrieren.

    Durch den Einsatz der Irisblende wird auch bei einer geringen Abblendung der Einfall von störendem Fremdlicht vermindert.

    Die optimale Einstellung der Irisblende sollte von dem Schützen durch Versuch und Irrtum ermittelt werden.

    Interessant ist, daß einige Schützen des DSB-Nationalkaders nur eine transparente Halterung der Irisblende statt der kompletten Irisblende bei den LP-Wettbewerben einsetzen. Das nichtzielende Auge wird dabei durch eine transparente Blende abgedeckt.

    Wenn die Halterung der Irisblende schwarz ist, sollte die Blende für das nichtzielende Auge auch schwarz sein. Dadurch soll der Lichteinfall auf beide Augen in etwa gleich sein.

    Der DSB hat - wie auch andere Schießsportverbände - eine Schießstandordnung entworfen. In der Schießstandordung für die Kugeldisziplinen lautet der erste Satz:

    "Jeder Schütze ist den Bestimmungen dieser Schießstandordnung, der jeweils gültigen Sportordnung und der Ausschreibung, die er durch seine Teilnahme anerkennt, unterworfen."

    In der Sportordnung steht in dem Allgemeinen Teil über die Sicherheitsbestimmungen Folgendes zum Augenschutz:

    "Bei den Wettbewerben VL, Zentralfeuerwaffen (Wettbewerb 2.45 und 2.50 bis 2.59 ist ein Augenschutz aus Sicherheitsgründen zwingend erforderlich. Der Augenschutz muss einen Schutz des Auges mindestens von vorne und seitlich gewährleisten. Der Sportler trägt die Verantwortung für die Art des Schutzes seiner Augen selbst."

    Ich gehe davon aus, daß die einzelnen Schützenvereine in ihren Schießstandordnungen auf die Schießstandordnung ihres Verbandes Bezug nehmen.