Welche Munition für Walther GSP 500?

  • Den obigen Bericht von Snowpatrol über den selbst durchgeführten Munitionstest habe ich mit großem Interesse gelesen. Die Konstellation des Tests ist gleichwohl sehr speziell in Hinsicht auf die Sportpistole und die getesteten Munitionssorten.

    Ich möchte hier auf Munitionstests hinweisen, die norwegische Schützen mit mehreren unterschiedlichen Sportpistolen und mit einem größeren Sortiment an Munitionssorten zuletzt im Jahre 2017 durchgeführt haben. Auch diese Tests sind speziell und lassen sich nicht ohne Weiteres verallgemeinern. Jedoch deuten sie einerseits auf die Munitionssensibilität der verwendeten Sportpistolen und andererseits auf die Abhängikeit der Munitionsstreuung von der verwendeten Sportpistole hin. Von Interesse sind hier neben den Angaben der Munitionsstreuung noch die Angaben der durchschnittlichen gemessenen Geschoßgeschwindigkeit sowie deren Standardabweichung.

    http://ake-nordin.ownit.nu/frilans/22lr/17/index.html

    Viel Spaß beim Studium des Materials!

    MfG Hans

  • Mit diesem Satz möchte ich auch denen entgegentreten, die meinen, "es kommt ja nicht so drauf an" und "die halten ja eh alle die Zehn".

    Solche Sprüche über Munition, wie auch über Waffen:

    Zitat

    Die meisten Schützen können bereits das Präzisionspotential einer XYZ nicht ausreizen.

    Zitat

    Die Präzision meiner Waffen war immer besser, als ich schieße und ich schieße nicht schlecht.

    kann ich einfach nicht nachvollziehen. Fehler addieren sich, das scheinen viele nicht zu begreifen. Der Schütze produziert einen Fehler, und DAZU kommt noch jeweils der Fehler der Waffe und der Munition. Die Minimierung des Materialfehlers ist unabhängig von Schützenfehler und kann eben genau den Unterschied machen obs doch noch Ring X oder X-1 ist.

  • Die Minimierung des Materialfehlers ist unabhängig von Schützenfehler und kann eben genau den Unterschied machen obs doch noch Ring X oder X-1 ist.

    In der Theorie....

    In der Praxis bist du mit der Rotation deines Haltepunkts zum Zeitpunkt des Abziehens in der 9 und die Streuung einer nicht optimalen Muniton trifft die 10.

    Mit einer präziseren Patrone wärs vielleicht nur ne 9 gewesen. Das gleiche kann natürlich auch andersrum passieren.

    Wie oft was passiert und in welcher Konstellation interessiert vielleicht einen Mathematiker. Grundsätzlich hast du natürlich Recht.

    Aber viele erhoffen sich nach einem Munitionstest und mit "ihrer perfekten Sorte" dann wahre Wunder. Wunder passieren nicht.

    Seh ich immer wieder bei einem Schützenkollegen, der sich sündteure Eley für seine SpoPi kauft und 242 Ringe (von 300) schießt. Ob der jetzt mit der Eley drei Ringe mehr schießt als mit der CCI macht das Kraut nicht fett.

    "The pure and simple truth is rarely pure and never simple"

  • Du sprichst von unterdurchschnittlichen Schützen. Bei denen ist es (nahezu) egal. Aber schon bei jemandem der mit etwa 260 halbwegs weiß was er tut, wirkt sich die von Parallax angesprochene Fehleraddierung mit einer schlechten Munition deutlicher aus. Dazu kommt der positive psychologische Effekt: ich habe die Gewissheit, das beste Material zu haben!

    Und genau darum ging es Jader35! Mit welcher Munitionssorte schießt die GSP 500 am besten? Es ging ihm nicht um irgendein Geschwurbel sondern um Fakten und echte Erfahrungen. Dass mein Test nur für meine Pistole spricht, sollte dabei klar sein. Dass aber die Erfahrung eines Waffenhändlers, der täglich etliche Munitionstests in seinem Hause durchführen lässt, eine gewisse Richtung vorgibt (85% SK) dürfte ebenso klar sein - obwohl es sein kann, dass Jader35's GSP 500 zu den anderen 15% gehört... Wenn er's genau wissen will, kommt auch er um einen Munitionstest mit definiertem und Fehler ausschließendem Setup nicht herum. 8)

  • Du sprichst von unterdurchschnittlichen Schützen. Bei denen ist es (nahezu) egal. Aber schon bei jemandem der mit etwa 260 halbwegs weiß was er tut, wirkt sich die von Parallax angesprochene Fehleraddierung mit einer schlechten Munition deutlicher aus. Dazu kommt der positive psychologische Effekt: ich habe die Gewissheit, das beste Material zu haben!

    Und du sprichst von Leuten, die zwar wissen, wie rum sie das Ding halten müssen aber mit 260, selbst auf der Bezirksebene, keinenBlumentopf gewinnen.

    Mit solchen Ergebnissen spielt die Mun keine Rolle. Das ist so! Zumindest nicht wenns um irgendwelche Siege geht.

    Aber....

    Vielleicht gehts auch gar nicht darum, sondern rein um die Gewissheit, von der du sprichst.

    Immerhin weiß man mit einer Topwaffe, der durch den Test ermittelten besten Munition und den 260 auf dem Stand, dass die Pfeife hinter der Waffe steht.

    Und nur damit wir uns nicht falsch verstehen... Ich finds gut, wenn jemand einen Mun-Test macht. Hab ich auch. Aber ich hab mich vor über 20 Jahren für die CCI entschieden, weil mir die minimal besseren Schußbilder der Top-Marken den damals herrschenden Preisunterschied (teilweise 100%) nicht wert war.

    Und ich kann bezeugen, dass auch eine CCI (die ja angeblich so schlecht abbrennt) für 290 gut ist.

    "The pure and simple truth is rarely pure and never simple"

  • Du sprichst von unterdurchschnittlichen Schützen. Bei denen ist es (nahezu) egal. Aber schon bei jemandem der mit etwa 260 halbwegs weiß was er tut, wirkt sich die von Parallax angesprochene Fehleraddierung mit einer schlechten Munition deutlicher aus. Dazu kommt der positive psychologische Effekt: ich habe die Gewissheit, das beste Material zu haben!

    Und genau darum ging es Jader35! Mit welcher Munitionssorte schießt die GSP 500 am besten? Es ging ihm nicht um irgendein Geschwurbel sondern um Fakten und echte Erfahrungen. Dass mein Test nur für meine Pistole spricht, sollte dabei klar sein. Dass aber die Erfahrung eines Waffenhändlers, der täglich etliche Munitionstests in seinem Hause durchführen lässt, eine gewisse Richtung vorgibt (85% SK) dürfte ebenso klar sein - obwohl es sein kann, dass Jader35's GSP 500 zu den anderen 15% gehört... Wenn er's genau wissen will, kommt auch er um einen Munitionstest mit definiertem und Fehler ausschließendem Setup nicht herum. 8)

    Deine Ausführungen insgesamt waren sehr interessant.

    Meine GSP500, die ich mir gegönnt habe weil sie mich total begeisterte, werde ich jetzt aber dann wohl wieder verkaufen müssen.

    Ich schiesse jetzt seit rund einem Jahr und nähere mich erst langsam Schnitt 9.

    So wie Du und einige andere das hier formulieren gehöre ich wohl zu denen, die nur halbwegs wissen, was sie tun.

    Und bei denen ist´s egal. O.K. Termin bei Henning gespart, auch ich wollte mal in Maschine eingespannt checken, welche Munition

    gut zu meiner GSP passt.

    Unterdurchschnittlich Geld gespart...

  • Auch wenn das jetzt ein wenig Off-Topic ist: Nicht den Kopf hängen lassen! Wenn du erst seit einem Jahr schießt, ist fast-Neuner-Schnitt nicht schlecht!

    Wie dein Schnitt zustande kommt, hängt von vielen Faktoren ab. Wie alt bist du? Schießt du z.B. nur SpoPi oder auch LP oder FP? Welche Betreuung/welchen Trainer hast du? Alles Weitere per PN, wenn du interessiert bist.

  • Und du sprichst von Leuten, die zwar wissen, wie rum sie das Ding halten müssen aber mit 260, selbst auf der Bezirksebene, keinenBlumentopf gewinnen.

    Mit solchen Ergebnissen spielt die Mun keine Rolle. Das ist so! Zumindest nicht wenns um irgendwelche Siege geht.

    Es geht bei 260 Ringen nicht darum, ob du gewinnst sondern darum, ob du nachvollziehen kannst, wo deine Treffer liegen und woran es liegt, dass du eben jetzt dort und nicht woanders hin getroffen hast. Ab ungefähr diesem Ergebnis fängt es an, dass man bei SpoPi auch den Unterschied von bestschießender Munition oder eben schlecht treffender Munition bemerkt. Nur darum geht es. Damit bist du dann aber auch in der Situation, dass du dein Material hinterfragst. Und da kommen dann erste psychologische Effekte ins Spiel...

  • Ich verfolge die Munitionstests und Waffentests mit mit großem Interesse. Dies gilt auch für die hier laufende Diskussion.

    Bei der Wahl der Munition für die Sportpistole gehe ich aber sehr pragmatisch vor. Es kommen nur Erzeugnisse, die eine solide Qualität zu vernünftigen Preisen erwarten lassen. Die Spitzenerzeugnisse der Branche kommen für mich als Hobbyschützen aus finanziellen Gründen nicht in Frage.

    Gestern habe ich ein Video zum Webinar "Dynamisches Pistolenschießen" mit dem Bundestrainer Detlef Glenz über die Homepage des DSB gefunden. Nach seinem Vortrag ist er von den damaligen Zuschauern u.a. auf die Munitionstests angesprochen worden. Er führte aus, dass die Pistolenschützen des Nationalkaders im Training nur eIne Munition verwenden, deren Preis pro Schachtel 5 Euro nicht übersteigt. Für den Wettkampf wird eine Munition eingekauft, die höchstens 10 Euro pro Schachtel kostet. Detlef Glenz fügte aber hinzu, dass für das Auflageschießen Munitionstests von größerer Bedeutung sind.

    Christian Reitz ließ bei einer anderen Gelegenheit fallen, daß er pro Trainingstag so zwischen 300 und 600 Patronen verfeuert.

    Sowohl die Vorgehensweise der Perfektionisten als auch diejenige der Pragmatiker sind für mich nachvollziehbar.

  • Die Grenze zwischen den Pragmatikern und den Perfektionisten ist fließend. Ich lasse mich von beiden Seiten inspirieren und bin bestrebt in keinen der möglichen Extreme abzugleiten.

    -

    Auf jeden Fall tragen die Perfektionisten - insbesondere mit den selbst durchgeführten Experimenten genannt - zur Erweiterung der Datenlage mehr bei als die Pragmatiker, welche lediglich diese Informationen zur ihrer Entscheidungsfindung nutzen.

    Schützenkameraden meines früheren Vereins haben verschiedene Munitionssorten mit mehreren verfügbaren Pistolen getestet. Ich habe damals als Anfänger mir eine Pistole gekauft, welche u.a. gute Schußbilder mit den getesteten Munitionssorten geliefert hat, und mich regelmäßig an die Sammelbestellungen der entsprechend den Testergebnissen ausgewählten Sorten angeschlossen. Diese Munition lag im mittleren Preisbereich. Ich selbst hätte nicht die Geduld und den Aufwand zur Durchführung eines solchen Munitionstests aufbringen können.

  • Die Grenze zwischen den Pragmatikern und den Perfektionisten ist fließend. Ich lasse mich von beiden Seiten inspirieren und bin bestrebt in keinen der möglichen Extreme abzugleiten.

    Ich interpretiere das jetzt mal so dass für Dich jemand der einen Teilbereich, hier die Präzision soweit es ihm möglich ist austestet und optimiert, während andere Bereiche dann mangels Zeit, Geld usw. zurückstehen müssen?

  • Hallo zusammen,

    ich habe schon x Tests mit Sportpistolen durrchgeführt und muss sagen, dass es am Ende folgende Fakten am wichtigsten sind:

    -Die Patrone sollte so weich wie möglich sein (Kontrolle im Schuss) und auf der anderen Seite so hart wie nötig (sichere Funktion aus der Hand) sein. Im eingespannten Zustand repetieren eigentlich alle Sorten/Lose einwandfrei, aus der Hand sieht das schon anders aus.

    -99,9% der Sorten/Lose sind um Längen besser als der Sportler, der dahinter steht (nehmen wir mal die handvoll Spitzenschützen davon aus).

    - ein Test aus der Hand reicht in vielen Fällen aus, man holt verschiedene Sorten /Lose (ich habe gute Erfahrungen mit RWS Rifle Match, SK Rifle Match und SK Standard plus gemacht) und schiesst damit 10er Gruppen aus der Hand, guckt, ob das Gefühl aus der Hand passt und die Kugel sauber repetiert.

    Wenn man die Lose /Sorten durchprobiert hat, nimmt man die beszen 3 und schiesst daraus den Favoriten aus. Davon wird dann gekauft.

    Ich weiss, dass jetzt der eine oder andere (und Murmelchen) hier seinen Senf dazugeben wird, denke aber trotzdem, dass das für einen Grossteil der Sportler ausreicht!

    Viele Grüße

    TAFKAS

  • Gestern habe ich ein Video zum Webinar "Dynamisches Pistolenschießen" mit dem Bundestrainer Detlef Glenz über die Homepage des DSB gefunden. Nach seinem Vortrag ist er von den damaligen Zuschauern u.a. auf die Munitionstests angesprochen worden. Er führte aus, dass die Pistolenschützen des Nationalkaders im Training nur eIne Munition verwenden, deren Preis pro Schachtel 5 Euro nicht übersteigt. Für den Wettkampf wird eine Munition eingekauft, die höchstens 10 Euro pro Schachtel kostet. Detlef Glenz fügte aber hinzu, dass für das Auflageschießen Munitionstests von größerer Bedeutung sind.

    Das sagt doch schon alles.

    Mache ich bei 25m genau so, nur dass ich selbst auf der Landes und der Deutschen immer noch mit der günstigen Geco Rifle schieße, auch bei Auflage 25m :coffee:

    Bei den 50m/100m Disziplinen sieht es schon anders aus. Da sind Munitionstest ein Muss !

  • Ich interpretiere das jetzt mal so dass für Dich jemand der einen Teilbereich, hier die Präzision soweit es ihm möglich ist austestet und optimiert, während andere Bereiche dann mangels Zeit, Geld usw. zurückstehen müssen?

    Hallo Hansaxel,

    so habe ich es nicht gemeint. Ich habe von meinen freundlichen und fachkundigen Schützenkameraden damals die Möglichkeit bekommen, mit den damals verfügbaren Sportpistolen zu schießen. Ich bin auch nicht bei einer Patronensorte geblieben, sondern habe eine Sorte - eine knackige - für die Disziplin "25m Pistole" und eine andere Sorte - eine weiche - für die Disziplin "Standardpistole" verwendet. Später habe ich mir eine zweite KK-Pistole - speziell für die Disziplin "Standardpistole" - angeschafft. Bei meinen Entscheidungen waren die von den Schützenkameraden erzielten Testergebnisse sowie ihre Erfahrungen sehr hilfreich.

    Die von KAFKAS angeführten Gesichtspunkte - Funktionssicherheit und gefühler Rückstoß - spielten und spielen natürlich auch eine Rolle.

  • Hallo Hansaxel,

    so habe ich es nicht gemeint. Ich habe von meinen freundlichen und fachkundigen Schützenkameraden damals die Möglichkeit bekommen, mit den damals verfügbaren Sportpistolen zu schießen. Ich bin auch nicht bei einer Patronensorte geblieben, sondern habe eine Sorte - eine knackige - für die Disziplin "25m Pistole" und eine andere Sorte - eine weiche - für die Disziplin "Standardpistole" verwendet. Später habe ich mir eine zweite KK-Pistole - speziell für die Disziplin "Standardpistole" - angeschafft. Bei meinen Entscheidungen waren die von den Schützenkameraden erzielten Testergebnisse sowie ihre Erfahrungen sehr hilfreich.

    Die von KAFKAS angeführten Gesichtspunkte - Funktionssicherheit und gefühler Rückstoß - spielten und spielen natürlich auch eine Rolle.

    Das habe ich schon verstanden, ich würde das, nach Deinen Beiträgen als pragmatische Entscheidung bezeichnen.

    Meine Frage war aber was Du als Perfektionist bezeichnest?