Wie wäre es mit dem Besuch in Solingen Ohligs zur Schießsportwoche 2024? Hier die Ausschreibung:
Beiträge von Hans48
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Die Diskussion nimmt langsam Fahrt auf. Interessant sind aus meiner Sicht die Punkte: "Denken" und "NLP".
Denken bedeutet, daß der Schütze sich auf den Wettkampf gedanklich vorbereitet, indem er für sich einen Wettkampfplan aufstellt: wie bereitet er sich am Tage unmittelbar vor dem Wettkampf körperlich und mental vor, wie richtet er sich am Stand ein, wie nutzt er die Vorbereitungszeit, wie verhält er sich bei ungewöhnlichen Ereignissen (schlechter Schuß, Waffenstörung, technische Störung der Anlage, Störung durch die Aufsicht, Störung durch Nachbarschützen). Ein guter Wettkampfplan sorgt dafür, daß der Schütze gut vorbereitet den Wettkampf beginnt und durch nichts überrascht werden kann.
NLP müßte eigentlich LNP heißen. Der angestrebte Ablauf der Abgabe eínes Schusses wird im Training wiederholt sprachlich beschrieben. Es ist erwiesen, daß die sprachliche Beherrschung und Verinnerlichung der Vorgänge sich auf deren Durchführung positiv auswirken.
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Danach müßte man folgerichtig zunächst das beste Los der Matchmunition für jeden der Munitionshersteller ermitteln und anschließend das beste Los unter den Munitionsherstellern auswählen. Das wäre auf kurze Sicht doch sehr viel Aufwand.
Wenn man im Laufe der Zeit feststellt, daß die Pistole mit einer bestimmten Matchmunition harmoniert, wäre die Auswahl eines Loses mit einem relativ geringen Aufwand verbunden.
Meine Frage lautet, kann jemand an einem Beispiel (Pistole, Munition) zeigen, daß der Aufwand eines Munitionstests bei einem Herstller im Verhältnis zum Ergebnis vertretbar ist.
Wenn ich aus Erfahrung weiß, daß meine Pistole mit einer bestimmten Munitiossorte die Innenzehn hält, bringt mir die Auswahl eines Loses innerhalb dieser Munitionssorte nur einen geringen Vorteil. Dabei gilt es zu beachten, daß es auch innerhalb der Lose eine Streuung gibt.
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Kann jemand an einem Beispiel zeigen, welchen Vorteil eine eingeschossene KK-Munition der Fabrikate (Eley, Lapua, RWS, SK) aus dem Premium-Match-Bereich gegenüber einer nicht eingeschossenen KK-Munition beim Pistolenschießen bringt?
Beim LP-Auflageschießen ist die Sache eindeutig, vor allem weil das Ziel recht klein ist und die Wertung in Zehntelschritten erfolgt. Beim SP- und FP-Schießen ist die Zehn dagegen recht groß und es wird in vollen Ringzahlen ausgewertet. Ich gehe davon aus, daß die Pistolen der Spitzenklasse mit der passenden Matchmunition zumindest die Zehn - manche sogar die Innenzehn- halten können. Die Auswahl müßte sich demnach in erster Linie auf die Wahl der zur Pistole passenden Munitionssorte konzentrieren.
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Das Auge kann über eine kurze Zeitspanne eine fehlerhafte Korrektion des Schießbrillenglases ausgleichen. Über eine längere Zeitspanne führt die konzentration- und kraftraubende Adaption des Auges zu einer Ermüdung. Einige wenige Schüsse lassen sich unter solchen ungünstigen Bedingungen noch abgeben, eine Serie von 30-60 Schüssen in einer begrenzten Zeitspanne jedoch nicht. Das fachgerecht angepaßte Brillenglas schont das zielende Auge, indem es die Konzentration - in der Regel auf das Korn - ohne eine übermäßige Anstrengung ermöglicht.
Die Anpassung eines Schießbrillenglases erfordert von dem Brillenoptiker ein höheres Maß an Präzision als beispielsweise die Anpassung eines Lesebrillenglases. Das betrifft zunächst den sogenannten Schießbrillenzuschlag. Der Schütze kann die Entfernung zum Korn nicht - wie ein Leser - regulieren ohne seinen gewohneten Anschlag zu verändern. Um insbeondere das Korn scharf zu sehen, muß die Hornhautverkrümmung in Hinsicht auf die Zylinderstärke und die Achse sehr genau bestimmt werden. Die senk- und die waagerechten Kanten des Blockkorns dürfen keine Verzerrungen aufweisen, das Ringkorn muß scharf und rund wahrgenommen werden.
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Die Beschwerden bei der Benutzung der Brille deuten darauf hin, daß die Refraktion - d.h. Bestimmung der Augenwerte - nicht fachgerecht durchgeführt worden ist. Um die Augen- bzw. Brillenwerte zu bestimmen, muß man nicht unbedingt zum Sportoptiker gehen. Die Refraktion sollte aber von einem Augenoptikermeister durchgeführt werden. Ein Augenoptikermeister kann auch die Anpassung eines Brillenglases für einen Sportschützen durchführen, wenn ihm die speziellen Bedürfnisse des Sportschützen mitgeteilt werden. Natürlich geht es einfacher und schneller, wenn der Augenoptiker bereits über große Erfahrung auf diesem Spezialgebiet verfügt.
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Hansaxel: "Von der Verwendung extra starker Munition (für Jagdzwecke) soll Abstand genommen werden." (Bedienungsanleitung Hämmerli 208S)
"Die Verwendung von HV-Munition und wiedergeladener Munition mit harten Ladungen wird aufgrund des erhöhten Verschleißes nicht empfohlen." (Bedienungsanleitung Walther GSP500)
Murmelchen: OK, reinigen klingt vielleicht besser, aber das Werkzeug dazu heißt doch immerhin Putzzeug.
MfG Hans
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Die verkupferten KK-Patronen sind für die Verwendung in Gewehren bestimmt. Dort erreichen sie eine Geschwindigkeit an der Mündung von 385 m/s. Die normalen KK-Patronen - d.h. die mit gefetteten Bleigeschossen - erreichen nur eine Geschwindigkeit von 330 m/s, wenn sie aus Büchesn verschossen werden. Das Kupfer soll als Schmiermittel einer Verbleiung des Laufes vorbeugen. Bei höheren Geschoßgeschwindigkeiten versagt die Schmierung mit Geschoßfetten.
KK-Sebstladepistolen verfügen normalerweise über einen Masseverschluß, der auf Standardpatronen ausgelegt ist. Aus Gründen der Sicherheit sollten aus KK-Selbstladepistolen keine HV-Patronen verschossen werden. Bei KK-Revolvern entfällt diese Einschränkung.
Beim Putzen der Läufe, aus denen HV-Patronen verschossen werden, sollte man so vorgehen wie beim Putzen von Läufen, aus denen Mantelgeschosse verschossen werden. Das Kupfer der Geschoßummantelung setzt sich teilweise im Lauf ab. Es sollte regelmäßig unter Verwendung eines entsprechenden Lösemittels entfernt werden. Beim Putzen von Läufen, aus denen gefettete Bleigeschosse verschossen werden, genügt normalerweise eine regelmäßige Reinigung mit einem Waffenöl.
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Ich würde einem Pistolenschützen, der noch am Anfang seiner sportlichen Entwicklung steht, raten, mit einer Kleinkaliberpistole zu beginnen. Die Techniken des Großkaliberschießens lassen sich auch mit KK-Pistolen einüben, dazu noch zu deutlich geringeren Kosten. Eine Schachtel mit 50 KK-Patronen kostet etwa 5 Euro, eine Schachtel mit der gleichen Anzahl 9 mm Luger-Patronen etwa das 2,5-fache.
Ich kann beispielsweise die DSB-Diszplin 2.53 (4 Serien a 5 Schuß in 150 Sekunden auf die Präzisionsscheibe und 4 Serien a 5 Schuß in 20 Sekunden auf die Schnellfeuerscheibe) mit einer KK-Pistole trainieren. Wenn ich ein bestimmtes Niveau erreicht habe, kann ich auf das bei dieser Disziplin vorgeschriebene Kaliber 9 mm Luger umsteigen. Mit der gleichen Technik kann ich auch die DSB-Disziplin 2.43 (KK-Pistole, 6 Serein a 5 Schuß in 150 Sekunden auf die Präzisionsscheibe) bestreiten. In beiden Disziplinen wird gewöhnlich beidhändig geschossen.
Mit einer KK-Pistole lassen sich aber noch weitere DSB-Disziplinen ausüben, auch solche, die nach der Sportordung einhändig geschossen werden.
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Am Anfang der Suche nach einer gebrauchten Sportpistole sollte geklärt werden, welche Disziplinen damit geschossen werden sollen. Die CZ 75 und die Beretta 92 - beispielsweise - sind im Grunde Gebrauchspistolen, von denen es allerdings Varianten gibt, die für schießsportliche Zwecke angepaßt worden sind. Ähnlich verhält es sich bei verschiedenen Modellen von Colt, S&W, SIG-Sauer und Walther.
Wenn ich nach einer gebrauchten Sportpistole Ausschau halten würde, würde ich nach einer Waffe suchen, die bereits von einem Sportschützen genutzt worden ist. In dieser Hinsicht interessante Waffen werden beispielsweise auf eGun angeboten. Auch Waffenhändler haben gelegentlich ein interessantes Angebot. Bei fehlender eigener Erfahrung sollte man möglichst auf die Erfahrung eines vertrauten Sportkameraden zurückgreifen.
Um einen Eindruck über für den Sport brauchbare Modelle zu bekommen, würde ich mich zunächst bei den Schützenvereinen in der Nähe und bei regionalen Wettkämpfen in den entsprechenden Disziplinen umschauen.
Wegen des behördlichen Regularien und des Aufwandes beim Erwerb sollte ein Fehlkauf möglichst vermieden werden. In den Schützenvereinen kann man gelegentlich die Beobachtung machen, daß Sportkameraden sich mit ungeeignetem Sportgerät abmühen.
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Wir haben es hier ja zum einen mit der Qualitätsmessung der Munition und der Waffe zu tun, zum anderen aber auch mit dem Matching von Munition und Waffe. Möglicherweise wird uns die KI in naher Zukunft helfen, das Matching-Problem ohne einen aufwendigen Munitionstest zu lösen. Die KI soll ja zur Lösung so vieler Probleme beitragen.
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Die Qualität einer Charge wird anfags von dem Hersteller geprüft und klassifiziert. Bei der Prüfung spielen Faktoren wie Gewicht, Maße und Toleranzen eine Rolle. Die Klassifikation erfolgt in die mehrere Klassen, die den entsprechenden Qualitätsstufen entsprechen. (Unter Umständen gibt es auch Ausschuß.) Der Hersteller ist bemüht, die Qualität innerhalb der Klassen gleich hoch zu halten, um sein Markenimage nicht zu schädigen. Die Qualitätsprüfung erfolgt produktionsbegleitend.
Die Läufe der Waffen sind bei aller Präzision sehr sensibel. Sie verarbeiten die Munition auch einer - von der Herstellung her gesehen - gleichen Qualitätsklasse unterschiedlich. Die Differenzierung erfolgt deshalb tiefergehend nach Chargen. Dabei spielen offensichtlich auch derzeit noch nicht meßbare Faktoren eine Rolle. (Auf der andeen Seite kann die Qualität der Läufe - was die Steuung angeht - auch nur relativ grob eingeordnet werden.)
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Es wird beim Munitionstest mit einer bestimmten Waffe nicht etwa die Qualität der Munition getestet, sondern die Kompatibilität der getesteten Minition mit der Waffe. Aus ökonomischen Gründen beginnt man mit einer groben Vorauswahl der Chargen. Dabei begnügt man sich mit einer relativ geringen Anzahl an Schüssen. Nach der Vorauswahl konzentriert man sich auf die besseren Chargen. Dabei wird eine größere Anzahl an Testschüssen abgegeben. Die Größe der Streuung entscheidet darüber, ob der Test beendet werden kann oder der Testumfang ausgeweitet werden muß.
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Das Testen von Munitionnschargen beruht auf der Annahme, daß die Herstellungsbedingungen nicht über die Zeit gleich bleiben. Es wird neues Material angeliefert. Die Maschinen laufen nicht rund um die Uhr. Die Wartung erfolgt nach bestimmten Regeln. Die Chargen werden also unter unterschiedlichen Bedingungen gefertigt. Die Bedingungen bei der Herstellung der Munition einer bestimmten Charge werden aber als gleichbleibend angenommen.
Es ist bekannt, daß die Chargen zu Beginn des Werktages nicht zu den Besten gehören. Die Maschinen sind noch nicht eingelaufen. Folglich werden zuerst die einfacheren Sorten produziert. Die Premiumsorten sind später dran.
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Die hohen Summen, die für dir sportlichen Höchstleistungen aufgebracht weren, kommen hauptsächlich von den Steuerzahlern, die aber dabei nicht mitreden dürfen. Nutznießer sind neben den Sportlern, den Sportartikelherstellern und der Politik einschließlich der Funktionäre hauptsächlich die Medien, die das Material für ihre Tätigkeit sehr günstig erhalten. In D müssen die Gührenzahler noch etwas dazuzahlen.
Das Produkt, das dabei zustandekommt, kann diejenigen, die sich für bestimmte Sportarten interessiern, nicht zufriedenstellen. Es ist einfach zu viel in kurzer Zeit. Es gab zuletzt über 230 Wettbewerbe. Nervig sind die Konferenzschaltungen, die es nicht erlauben, einen Wettbewerb durchgehend zu verfolegn. Zweifel sind in etlichen Disziplinen angebracht, was das Doping und die Geschlechtszugehörigkeit angeht. Hinzukommt die Medaillenwertung nach Nationen und das Abspielen von Nationalhymnen. In Zeiten der mehrfachen Staatszugehörigkeit ist das fragwürdig, insbesondere angesichts der Argumente, die auf die Friedenswirkung der Olympiade unter den Nationen hinweisen.
Der Wahnsinn soll - wenn es nach der Politik und den Funktionären geht - auch in D iin den nächsten Jahren stattfinden. Hoffentlich wehrt sich die Bevölkerung dagegen. Sport ist gut und gesund, vor allem der Breitensport, nicht aber der Berufssport - auch Spitzensport genannt.
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Die Disziplin "Standardpistole" ist in den siebziger Jahren auf Anregung des tschechischen Verbandes eingeführt worden. Das Motiv dazu war, eine Disziplin für junge Schützen zu schaffen, für welche die OSP anfangs zu schwierig ist, die aber im Laufe ihrer Entwicklung zur OSP übergehen. (vgl. Buno Brukner, Fausfeuerwaffen - Technik und Schießlehre, ...) Interessant ist,, daß einige Frauen in dieser Distiplin antreten und dabei beachtliche Erfolge erzielen.
Als olympische Disziplin kann ich mir sie mittlerweise nicht vorstellen. Die Geräuschkulisse ist tatsächlich extrem, insbesondere wenn 8 Schützen im Finale antreten würden. Vor einem großen Publikum und im Fernsehen wäre das für das Image des Schießsports kontraproduktiv.
Ich habe heute das Finale im TV gesehen. Florian hat eigentlichim Hinblick auf die Plazierung nicht schlecht abgeschnitten. Er ist als sechster in Finale gekommen und ist Vierter geworden. Das Shoot Out war aber in der Tat unglücklich. Ich vermute, daß er mit der großen Kulisse noch nicht vertraut ist.
Ich würde es begrüßen, wenn man zumindest die Ringzahlen der Treffer verfolgen könnte. Ansonsten ist die aktuelle Wertung eine Art von undurchsichtiger Lotterie. Beim Tontaubenschießen ist das eine andere Sache.
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Mit dem Begriff der offenen Visierung lag ich nicht richtig. Ich meinte die Visiereinrichtung, die im sportlichen Gewehrschießen nach den internationalen Regeln vorherrschend ist. Das Ordonnanzgewehrschießen ist eine andere Disziplin. Sie wurde vom Königstiger treffend dargestellt.
Das man mit einer Brille sowohl Pistole als auch Gewehr schießen könnte, wäre für mich eine Überraschung. Ich vermute eher, daß man mit zwei, den Disziplinen angepaßten Schießbrillen besser fährt. Der Preis der Schießbrille von M-M ist schon gewaltig. Ein Vereinkollege hat sich diese Brille kürzlich angeschafft. Ich bin gespannt, ob er alle Disziplinen mit ihr gut abdecken kann.
Die abgebildete Brille kommt m.E. aus dem Bereich des Arbeitsschutzes. Die angebrachten Schutzblenden sind eine einfache und gute Lösung. In diesem Bereich gibt es Brillen, die von der Form (große Gläser, Doppelsteg, stabiler Rahmen) der K5 von Klnobloch näherkommen. Ich habe die Kataloge von 3M studiert, aber keine Bezugsquelle für Private gefunden. Also habe ich eine Brille aus Metall mit einem Doppelsteg und großen Gläsern gesucht und gefunden. An ihr könnte ich die Schutzblenden befestigen, wie es die Sportordnung des DSB bei bestimmten Pistolendisziplinen verlangt. Ich habe zwei Sicherheitsbrillen von Peltor, die ich bei F zu einem Preis von jeweils etwa 20 Euro gekauft habe. Die eine hat eine starke braune Tönung, die andere eine schwache gelbe Tönung. Die gelbe Tönung verbessert den Kontrast. Die Gläser dieser Brillen bestehen aus Polycarbonat. Leider gibt es sie nicht mit Korrekturgläsern.
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In der Filiale einer großen Optikerkette, in der ich zuletzt ein neues Schießbrillenglas habe anfertigen lassen, werden auch Schutzbrillen für Mitarbeiter lokal ansässiger Industrie- und Handwerksunternehmen nach strengen arbeitsschutzrechtlichen Richtlinien angefertigt. Da kommen vermutlich die Brillengestelle von Knobloch und Champion nicht in Frage. Die Gläser der Schutzbrillen müssen auch besonderen Anforderungen genügen. Als Materialien kommen da Polycarbonat und Trivex in Frage.
Wenn der Sportschütze nicht diese hohen Anforderungen an die Schießbrille stellt, kommt ein Brillengestell wie das Modell K5 von Knobloch doch in Frage, insbesondere wenn das Brillengestell mit seitlichen Blenden oder Blenden aus dem Arbeitsschutz versehen wird. Als Material für das Brillenglas kommen Minarelgläser und das Kunsstoffglas CR39 nicht in Betracht, denn diese Gläser bilden bei einem Bruch scharfe Kanten. Die modernen, höherwertigen Kunststoffgläser sind da weniger risikobehaftet.
In der deutschen Literatur zum Sportschießen wird zumeist ein Schießbrillenglas mit einem Schießbrillenzuschlag von 0,75 dpt für Pistolenschützen und 0,5 dpt für Gewehrschützen empfohlen. Ich habe lange gerätselt, wie diese Empfehlung zustandekommt. Ein in der Anpassung von Schießbrillen tätiger Optiker hat mir die Antwort geliefert. Es ist nicht möglich, drei Dinge in unterschiedlicher Entfernung - wie Kimme, Korn und Scheibe - gleichzeitig scharf zu sehen. Also muß man einen Kompromiß suchen. Bei Pistolenschützen ist die Kimme etwa 0,65 m vom zielenden Auge entfernt und die Scheibe mindestens 10 m. Der Schießbrillenzuschlag für das scharfe Sehen der Kimme müßte 1,5 dpt betragen, derjenige für das scharfe Sehen der Scheibe 0,0 dpt. Der Kompromiß besteht in dem Durchschnitt dieser beiden Werte, d.h. 0,75 dpt. Ein junger Schütze kann damit arbeiten, da seine Augen die unpassende Refraktion überspielen. Er kann Kimme und Korn einigermaßen scharf sehen. Ein älterer Schütze hat damit Schwierigkeiten
Ähnlich läuft die Argumentation im Falle des Gewehrschießens mit offener Visierung, wobei das Korn etwa 1 m vom Auge und die Scheibe 10, 50, 100 oder 300 m entfernt ist. (Die Entfernung der Scheibe spielt keine große Rolle, da das Auge in allen Fällen auf unendlich akkomodiert.) Der Kompromiß wird also zwischen den Werten 1,0 dpt und 0,0 dpt gebildet. Der Wert beträgt 0,5 dpt. Die Gewehrschützen können bis zu einem bestimmten Alter gut damt arbeiten, da ihre Augen durch Akkomodation den Kompromiß kompensieren können. Mit dem Alter wird das schwieriger. Die Alkkomodaztion an die unterschiedliche Entfernung der betrachteten Objekte wird langsamer.
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Christian Reitz schießt LP mit der Knobloch K1 P und OSP, SP und StP mit der Knobloch K5.
OK, das zeigt nur, daß man mit Knoblochbrillen zurechtkommen kann.
Ansonsten sollte sich der Interessent auf dem Markt umsehen und das Brillengestell aussuchen, das ihm am besten zusagt. Den Rest sollte ein Optiker besorgen. DIe meisten Optiker führen keine Schießbrillen. Ich habe mit einem Optiker, der etlichen Schützen die Schießbrillengläser angefertigt hat, schlechte Erfahrungen gemacht. Das lag möglicherweise nicht an seinem Können, sondern an den Umständen. Er paßt die Brillengläser regelmäßig nach Feierabend auf dem Schießstand an. Damit sind etliche Fehlerquellen eingebunden: Müdigkeit des Schützen insbesondere der Augen und schlechte Beleuchtung. Niemand käme auf die Idee, unter solchen Umständen eine Alltagsbrille anzupassen. Einige hundert Kilometer Anfahrt zum renommierten Optiker verspricht auch nicht von vornherein ein gutes Meßergebnis. Das Meßergebnis für die Brillenglasanpassung ist von sehr vielen objektiven und subjektiven Faktoren abhängig. Mögliche Fehlerquellen sollten - so gut es geht - vermieden werden. Ich habe in den vergangenen Tagen - einmal beim Augenarzt und zweimal beim Optiker - Messungen vornehmen lassen. Es gab keine zwei gleiche Ergebnisse. Die Unterschiede lagen im Bereich von 0,25-1,0 dpt bei Sphäre und Zylinder und bis zu 27 Winkelgrad in der Achse. (Leider führt die Durschnittsbildung hier nicht zum Ziel.) Die Optiker sind sich der Schwankungen in den Meßergebnissen bewußt. Es gibt empirische Untersuchungen über die Bandbreite der Meßtoleranzen in der Praxis.
Eine Erfahrung, die ich bei der Anpassung der Lesebrille und der Schießbrille gemacht habe, war, daß der kleine Optiker mir die einfachsten Gläser (Kunsstoff CR39, Brechindex 1,5) zu höheren Preisen verkauft hat als die Filiale einer großen Kette für die besseren Gläser (Kunsstoff, Brechindex 1,6) verlangt.
Ich kenne das Gewehrschießen nur aus früheren Tagen: LG 10m und KK liegend 50m. Um einen guten Schuß abzugeben, mußte ich das Ringkorn und die Scheibe klar in den Umrissen sehen. Das ging damals sehr gut, auch ohne Brille. (Die Ringzahlen konnte ich aber schon damals nicht ablesen.) Als Pistolenschütze sollte ich die Scheibe nicht fixieren, um eine guten Schuß abzugeben. Ich sollte sie nicht als schwarzen Punkt wahrnehmen, sondern schemenhaft dunkelgrau, wenn ich den Anzug drücke. Das ist schon ein großer Unterschied zum Gewehrschießen.
Zur Vergrößerung der Schärfentiefe wird häufig die Irisblende eingesetzt. Das ist aber ein anderes Kapitel.