Beiträge von Wilhelm

    Ich habe heute die Satzung meines Heimatvereins erhalten.

    Es ist zwar nicht die lt. Vereinsregister aktuellste Satzung, ich gehe jedoch davon aus, dass diese Version 02/2008 der eingereichten Version als direkte Vorlage diente 08/2009.

    Wie befürchtet, fährt der Verein auch bezüglich der Anwendung der Satzung neben der Spur.

    Austritt aus dem Deutschen Schützenbund kann m. E. nicht ohne Satzungsänderung erfolgen (§ 3 Zweck 4.)

    Wer würde zudem diese "Kündigung" denn rechtsverbindlich erklären, wenn es nach der Versammlung keinen handlungsfähigen Vorstand mehr gibt? Wobei, irgendwie geht es ja dann doch weiter, wenn "ein Beitritt mit den "alten" Rechten zu beiden Bünden jederzeit möglich ist"

    Aus der Satzung geht nicht hervor, dass das Stimmrecht auch über ein schriftliches Verfahren möglich ist (hier Widerspruch zur möglichen (auch wahrscheinlichen) Auflösung des Vereins. D. h. von aktuell 106 Mitgliedern müssen für eine beschlussfähige außerordentliche Mitgliederversammlung mindestens 1/3 der stimmberechtigten Mitglieder (§10 Nr. 5.) anwesend sein (z. B. 35). Um die Vereinsauflösung zu beschließen, müssen gem. § 17 Auflösung Nr. 1. 9/10 (z.B. 32) für die Auflösung stimmen.

    Die der Einladung zur ao MV beigefügte vorbereitete Widerspruchserklärung muss wohl im Zustand einer Wahrnehmungsstörung zur Anwendung kommen:

    Nach Jahren des vorhergesagten und dokumentierten Niedergangs und mehreren Mitgliederversammlungen mit erfolglosen Wahlen des Vereins wird jetzt am Ende angemerkt:

    "Wir gehen davon aus, dass die Mitglieder, die einer Auflösung widersprechen zu einer Mitarbeit im Vorstand/erweiterten Vorstand zur Verfügung stehen."

    Sollte die zum 9.12. einberufene ao MVersammlung um 19:15 Uhr nicht beschlussfähig sein, kann auch nicht wie im Kleingedruckten mitgeteilt, 19:30 Uhr eine beschlussfähige Versammlung durchgeführt werden, ohne Rücksicht auf die Anzahl der stimmberechtigten Mitglieder. Eine entsprechende Passage ist in der Satzung nicht enthalten.

    Es ist in vielerlei Hinsicht wohl auch ein Generationenproblem.

    Immer weniger die ein aktives Vereinsleben suchen, und immer mehr die nur konsumieren wollen.

    Auch die Generationenproblematik spielt hier eine Rolle.

    Gelingt es jedoch einem Verein, ein Generationen gerechtes Angebot zu erstellen, relativiert sich die Problematik.

    Ich war gestern als Fördermitglied der Freiwilligen Feuerwehr in zwei des aus drei Ortschaften bestehenden Schützenvereins zu einem "Hydrantenfest" eingeladen worden. Es war die erste Veranstaltung der FF nach der Corona-Krise. Ich war überrascht und habe mich sehr gefreut, als mitgeteilt wurde, dass in der veranstaltungslosen Zeit über eine Werbeaktion die Anzahl der aktiven Kameraden von 19 auf 40 um mehr als 100 Prozent gesteigert werden konnte. Alles junge Menschen, die dort schon längere Zeit leben und mittlerweile ihren aktiven Dienst leisten und sich ausbilden lassen. Es gab auch zwei Männer, die auf den Schützenverein zugegangen waren und nach der Möglichkeit Bogenschießen fragten - und leider abgewiesen wurden.

    ...

    Also scheinen die Mitglieder den Verein noch nicht wirklich aufgegeben zu haben.

    Zu der Zeit noch nicht.

    Das Gebäude hat jedoch keinen echten Mehrwert für die Zukunftsplanung gebracht. Zusammen mit Fehlentscheidungen, personellen Streitigkeiten und Animositäten auf Vorstands- und Mitgliederebene sowie der Polarisierung zwischen Sport und Tradition ist für viele Mitglieder die Identifikation mit dem Verein verlorengegangen.

    Wie Anfang der 90er Jahre, hat der Vorstand zum Schluss sehr viele Arbeiten selber übernommen. Die Mehrheit der Mitglieder hat dabei mit verschränkten Armen zugesehen und verstanden, wenn ich da mitmache (im Vorstand, der zum Schluss u. a. aus drei Mitgliedern einer Familie bestand), bedeutet es für mich sehr viel Arbeit - also lasse ich das lieber.

    Schlussendlich fehlt es den Mitgliedern an Inhalten, Perspektive und Identifikation mit dem Verein.

    Die 200 Euro persönlicher Finanzierungsbeitrag (100 Geldleistung, 100 /20 Stunden Arbeitsleistung mit 5€) waren der Vorschlag neben der Aufnahme eines Kredites.

    Von den aktuell 106 Mitgliedern sind viele inaktiv, sehr alt, aber "vereinstreu".

    Suspekt finde ich, die an die nicht an der MV teilnehmenden Mitglieder aufzufordern, der möglicherweise mehrheitlich beschlossenen Vereinsauflösung zu widersprechen.

    Grumpy, vielen Dank für die Informationen.

    Mit einem aktuellen Geldbestand von 10 T€ ist der Verein finanziell betrachtet nicht pleite.

    Bereits Anfang der 90er Jahre stand der Verein nach dem geschlossenen Rücktritt des Vorstandes schon kurz vor der Zwangsauflösung. Mit einem verjüngtem neuen Vorstandsteam, Aufarbeitung der abgefragten und ausgewerteten Interessen der Mitglieder (116) und Maßnahmen (Reduzierung des zeitlichen Aufwandes für den Besuch traditioneller Schützenfeste, neuen Angeboten für Vereinsmitglieder und Besuchern/Externen, Ausbau und Investition in den Sportbereich, verstärkter Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliedermanagement, Lockerung des Uniformzwanges, Maßnahmen zur Stärkung der Innenfinanzierung (= Beibehaltung niedriger Mitgliedsbeiträge) entwickelte sich der Verein in allen Bereichen positiv und steigerte die Mitgliederzahl auf 167.

    Die Kehrtwende wurde eingeleitet, als der Vorschlag des Vorstandes zum Neubau eines größeren, multifunktionalen Schützenhauses mit einem Finanzierungsvorschlag von 200 Euro pro Erwachsenem und einer Kreditaufnahme in einer Versammlung mehrheitlich abgelehnt wurde. Mit dem Vorhaben sollte die Abhängigkeit vom Zeltwirt für die Schützenfeste abgebaut werden, das alte - aus einer maroden Bretterbude bestehende - Schützenhaus zukunftsgerecht neu und größer (Platz für 12 LG-Anlagen) aufgebaut werden.

    Enttäuscht vom demokratischen Ergebnis, aber auch von der Kurzsicht und Ideenlosigkeit der Mitglieder, war das dann auch der Grund, mich von der Vorstandsarbeit zurückzuziehen.

    Es wurde dann zwar noch die Bretterbude mehr oder weniger 1:1 durch ein neues Gebäude ersetzt, welches jedoch keinen wesentlichen Zusatznutzen für die Zukunftsfähigkeit des Vereins generierte.

    Die bisherigen Erfolge (Firmenpokalschießen, Forest-Party, gestiegener Bekanntheitsgrad, Mitgliederwachstum, sportliche Erfolge, Beteiligung am Kinderschützenfest) blieben in der Folge aus. Hinzu kamen personelle Unstimmigkeiten auf Vorstandsebene und die wieder einsetzende Polarisierung zwischen Sport und Tradition. Verlierer waren die Sportschützen/innen, die es im Grunde nicht mehr im Verein gibt, Die Ausrichtung des Schützenfestes musste wegen der Pandemie abgesagt werden. In diesem Jahr gab es zwar noch eine kleine Feier ohne Zelt und ohne Königsschießen, nicht einmal für die Kinder. Jüngere Vereinsmitglieder, die gerne Feiern, finden sich in den Reihen benachbarter Vereine wieder.

    scheint mir alles plausibel.
    der Zettel mit dem "widerspruch" scheint insgeheim ein Appel zur aktiven Mitarbeit zu sein. Er ist mMn weder nötig noch verbindlich. Allein die Abstimmenden an der Versammlung kommt dies zu.

    Die doppelte Einladung mit Abbruch um 19:15 uhr und wiedereinladung für 19:30 uhr ist pfiffig und spart weitere wochen wartezeit.

    Mein persönliches Fazit: Das Resultat einer übersättigten Mitnahmegesellschaft.

    Bereits seit Jahren ist der Verein inhaltlich aufgelöst, bei der personellen Neu-Besetzung des Vorstandes ins Schlingern geraten. Für den Beschluss der Vereinsauflösung kommt es m. E. nur auf die Beschlussfähigkeit und Stimmen auf der Präsenzveranstaltung an. Auch aufgrund vieler verstorbener Mitglieder, ist die Mitgliederzahl durch Vereinsaustritte von über 160 auf nunmehr 106 gefallen, mit einer Vielzahl von Karteileichen (wie mir).


    Die im Kleingedruckten enthaltene zweite Einladung bei nicht erreichter Beschlussfähigkeit der um 19 Uhr einberufenen Versammlung funktioniert m. E. nur dann, wenn dies in der Satzung auch so vorgesehen ist. Da ich die aktuelle Satzung erst angefordert habe, bin ich mir nicht sicher, ob die Vorgehensweise i.O. ist.

    Hallo zusammen,

    ich habe wieder Post von meinem Heimatverein erhalten.

    Nach einer ao Mitgliederversammlung am 19.09. d. J. , auf der auch noch alle bisherigen "Vorständler" zurückgetreten sind, lediglich ein EX-Präsident sich als Schriftführer hat wählen lassen, wurde mit Datum vom 7.11. zu einer weiteren ao MV am 9.12. eingeladen. In einer Anlage wird beschrieben, dass es für die Auflösung des Vereins nicht ausreicht, keine gewählten Vorstandsmitglieder mehr zu haben, sondern ein Versammlungsbeschluss der Mitglieder erforderlich ist. siehe Anhang!

    Interessant ist die zweite Anlage, mit der die Mitglieder, die nicht an der ao MV teilnehmen können, einen Widerspruch zur Auflösung des Vereins per unterschriebener Erklärung einlegen können.

    Vllt. ist diese Vorgehensweise sogar in der Satzung beschrieben, die ich jetzt doch angefordert habe, logisch und realitätsnah ist dieses Vorgehen m. E. nicht.

    Ich lerne auch im fortgeschrittenen Alter gerne dazu. Vllt. gibt es ja jemand im Forum, der schon Erfahrungen aus der Auflösung eines Vereins gemacht hat, und dazu etwas sagen kann?

    Die Formulierung stammt doch ursprünglich vom Polizeisportverein Grün-Weiß Wiesbaden und danach vom PSV Hagen, glaube ich. Ersterer hatte das für seine Volkshochschulkurse so formuliert:
    "Sportschießen - eine laute Form der Meditation".

    Hatten wir auch hier im Forum vor 8 Jahren erörtert: Kurs 'Sportschießen: Eine laute Form der Meditation'

    VHS-Kurse zum Einstieg in den Schießsport - 2019 gab es sie noch:

    https://www.vhs-dietzenbach.de/fileadmin/user…ramm_2019-2.pdf

    sh. Seite 50

    Ideen zur Gestaltung eines Klassentreffens nach 48 Jahren

    Inspiriert von den tollen Gesprächen und Erinnerungen an die gemeinsame Schulzeit und Konfirmation vor 50 Jahren auf der Feier der „Goldenen Konfirmation“ entstand spontan die Idee, nach 48 Jahren auch ein Klassentreffen zu organisieren. Neben der Ermittlung aktueller Anschriften, Telefonverbindungen und E-Mail-Anschriften im spontan gebildeten Orga-Team, kam jetzt die Frage auf, welche Ideen es für die Gestaltung eines solchen Treffens geben könnte?

    Ich frage für mehrere Freunde.

    Vielen Dank für die Anregungen, ich habe sie noch mit eingebaut. Mal sehen, was der restliche Vorstand zur nächsten Vorstandssitzung dazu sagt. In Sachsen haben wir ja nicht diese starken Traditionen wie in Bayern.

    Nur ein Hinweis:

    Der DSB bietet allen Interessierten eine Webinarteilnahme zum Thema Böllerwesen an.

    "Webinartermine

    Eine Kooperation zwischen DSB und der Führungs-Akademie des DOSB

    DSB-Webinar: Informationen zum Böllerwesen

    Beginn: Donnerstag, 8. Dezember 2022 18:00 Uhr
    Ende: Donnerstag, 8. Dezember 2022 20:00 Uhr
    Ort: Online (Zoom)
    Am 8. Dezember (18:00 bis 20:00 Uhr) feiert die DSB-Webinarserie Premiere: Dann erfahren die Zuseher/Zuhörer erstmals etwas zu dem Bereich Tradition & Brauchtum. Rolf Gilgen, erster Bundesreferent Böllerwesen im DSB, wird über eben jenes Böllerwesen informieren.

    Seit wann gibt es das Böllerwesen? Wie steht es mit gesetzlichen Vorgaben und dem Sicherheitsaspekt? Wie kann ich Böllerschütze werden? Bei welchen Anlässen wird geböllert? Kann man als Verein eine Böllergruppe zu Anlässen bestellen? und, und, und.

    Gilgen wird einen Streifzug durch das Böllerwesen machen, um diese spannende (und laute) Tradition so gut wie möglich vorzustellen. Im Anschluss an seinen Vortrag haben die Zuseher – wie immer – die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

     Anmeldung"

    https://cas.fuehrungs-akademie.de/EventOnline/ev…CAC35D121D22417

    Wieder meine bescheidene Wahrnehmung: Der DSB hat da leider gar nichts zu melden. Das Reglement machen die Russen rund um Herrn Lissin. Die ganzen Ausschüsse und Komitees haben da nicht zu melden. Bei Flinte habe ich mir sagen lassen, grätscht Herr Lissin auch gerne live und in Echtzeit rein, wenn ihm was nicht passt. Der DSB hat sich aus Protest wegen des Verhaltens des Generalsekretärs der ISSF Herrn Ratner u.a. beim Junioren-Weltcup in Suhl aus allen Ämtern bei der ISSF zurückgezogen. Faktisch hat auf die Einflussnahme ohnehin keine Wirkung, weil der DSB dort ja wie erläutert nicht zu sagen hat. Ich habe dieses Jahr zig Varianten der Finals international erlebt. Die Abkehr von dem 4-3-2-1 Punktesystem, dass noch bei der Luftdruck-EM geschossen wurde, ist wohl nur dem massiven Druck des Athletenkomitees zu verdanken. Das in der Tat merkwürdige Race216 (Race to 16 Points) ist allerdings trotz anderslautender Wünsche der Athleten geblieben.

    Besserung sehe ich nur, wenn Herr Lissin abgewählt wird. Mal schauen, ob sich Herr Rossi im November durchsetzen kann.

    Hallo Lanfear

    Vielen Dank für deine Beschreibung der Wahrnehmung vom Innenleben und dem Verhältnis DSB und ISSF.

    Aus dem letzten Protokoll habe ich einen Protokoll-Auszug der Generalversammlung ISSF 30.11. - 1.12.2018, mit den letzten Ausführungen des von Herrn Ratner abgelösten ISSF-Generalsekretärs, Herrn Frank Schreiber, entnommen:

    "Mr. Schreiber then explained in his report that, as everybody knew, he would not stand for re-election as Secretary General and will fall back to the position as Executive Director. In this position, he will only be available for a transition period to provide the new leadership with information and to hand over. However, Mr. Schreiber stated that he had a wish and a dream which is that the strength of the shooting sport in the Olympic Movement should continue and the unity of the ISSF should come back. He therefore requested all to become united again. He also asked all to have only the sport on the agenda and leave the politics out. Mr. Schreiber closed his report with the statement “Only united, the shooting sport stays strong”. He thanked all delegates for their attention and wished all the best for the future of the ISSF and the shooting sport. The delegates applauded and the President thanked Mr. Schreiber for his report. Since there were no questions, the President continued with agenda item 4.3"

    Von welcher Uneinigkeit Herr Schreiber spricht (innerhalb des ISSF oder/und ISSF/DSB und andere nationalen Verbände) kann ich nicht bewerten.

    Das Abstimmungsergebnis zur ISSF-Präsidentenwahl von Vladimir Lisin war mit 148 gegenüber Rossi (144) relativ knapp. Lisin wird mit seinen Mitteln und der Unterstützung seines Landsmannes Ratner als Generalsekretär seine Stellung im ISSF sicherlich ausgebaut haben.

    Die nächste Generalversammlung findet statt als 70th ISSF General Assembly in Sharm el Sheikh, Ägypten am

    30 November 2022. Im Zeitraum vom 28.11. - 4.12.2022 findet auch der ISSF-Präsidenten-Cup statt. Wer da wohl die Siegerehrungen vornimmt?


    Informationen zur Wahl von Vladimir Lisin:

    https://www.issf-sports.org/news.ashx?newsid=3223

    https://www.dsb.de/aktuelles/arti…20(ITA)%20durch.

    Hallo Erzwo,

    entschuldige bitte, meine Erläuterung zur Bringschuld war unvollständig:

    Neuerungen des übergeordneten Verbandes sind m. E. in erster Linie Bringschulden an die Untergliederungen. Wenn - aus welchen Gründen auch immer der ISSF seine Regeländerungen nicht umfassend begründet und die neuen Regeln erklärt, sollte hier der DSB mehr unternehmen, insbesondere im Vorfeld internationaler Titelkämpfe.

    Ich gehe dabei davon aus, dass der DSB und andere nationalen Spitzenverbände an den Regeländerungen mitwirken, Abstimmungen erfolgen. Im Detail kenne ich jedoch nicht die Entstehung/Veränderung von ISSF-Regeln.

    In den drei Organisationsebenen des ISSF (A: Präsidenten (12), B ISSF-Mitglieder/Rat (28) und C Ausschussmitglieder (92)) sind in der aktuellen Auflistung 8 Vertreter/innen des DSB. Von denen ist doch zu erwarten, dass Transparenz und Informationen für den DSB geschaffen werden.

    Die meisten Beiträge sind hier doch schon einige Monate alt. So negativ wird es dort aber mittlerweile auch nicht mehr gesehen.

    Wenn etwas Neues vorgestellt wird, ist die Empörung darüber anfangs oft größer als der beabsichtigte Fortschritt zu mehr Medienwirksamkeit, bzw. Erhalt des olympischen Schießsports. Oft geben sich die Kritiker nicht einmal die Mühe, die Ideen, hinter den Veränderungen zu verstehen. Neuerungen des übergeordneten Verbandes sind m. E. in erster Linie Bringschulden für die Untergliederungen. Wenn - aus welchen Gründen auch immer - sollte hier der DSB mehr unternehmen, insbesondere im Vorfeld internationaler Titelkämpfe.

    Die berichtenden Medien sollten kompetent genug sein, die Neuerungen den Zuschauern zu erklären. Wird auch gemacht, nur in unterschiedlicher Qualität.

    Ich finde die jetzige Austragung der Finalwettkämpfe mit Punktsystemen im Vergleich zur bisherigen reinen Addition von Treffern/Ringwerten aus langatmigen Wettbewerben viel interessanter.

    Enttäuschend finde ich die Anzahl der Zuschauer während der Livestreams. D. h. die Interessenlosigkeit am Spitzensport und den nationalen Protagonisten besteht scheinbar nicht nur in diesem Land.

    Der DSB kommt nach Pressemitteilung zu folgendem Fazit der ISSF-Weltmeisterschaften:

    „Schießsport-WM Kairo: Gemischte Bilanz des DSB

    28.10.2022 17:31

    Nach Beendigung der Schießsport-WM in Kairo (12. bis 27. Oktober) fällt die Bilanz des Deutschen Schützenbundes gemischt aus: „Es ist durchschnittlich gelaufen, wenn wir auf die olympischen Disziplinen schauen. In den nicht-olympischen Disziplinen waren wir gut“, so Sportdirektor Thomas Abel in seinem Fazit.

    ISSF / Applaus für Doreen Vennekamp und Christian Reitz! Auf die zwei Pistolenschützen war bei der WM in Kairo Verlass.

    Mit fünf Goldmedaillen, vier Silbermedaillen und zehn Bronzemedaillen rangiert das deutsche Team im Medaillenspiegel auf Rang vier. Überragend die Chinesen, die alleine 27 WM-Titel gewannen und vor der zweiten großen asiatischen Nation (Indien, 12x Gold) deutlich das Tableau anführen.

    Wie immer bei einem solchen Großereignis gibt es Licht und Schatten. Im olympischen Bereich gab es mit der Bronzemedaille durch Sportpistolen-Schützin Doreen Vennekamp sowie dem Quotenplatzgewinn durch Schnellfeuerathlet Christian Reitz (Platz fünf) die zwei absoluten Highlights. „Der Bereich Sportpistole und Schnellfeuerpistole hat die Erwartungen erfüllt, auch wenn Monika Karsch natürlich großes Pech hatte und nur ganz knapp am Finaleinzug und der Möglichkeit auf einen Quotenplatz scheiterte“, so Abel. Als sehr positiv stufte Abel eine weitere Leistung ein: „Endlich hatten wir mit Maximilian Dallinger wieder einen Gewehr-Mann in einem olympischen Finale. Er hat eine super Leistung gezeigt, und das lässt für die Zukunft und Paris 2024 hoffen.“

    Dies gilt mit Sicherheit auch für die Gewehr-Frauen, die jedoch im Einzel-Wettbewerb hinter den Erwartungen blieben: „Es war natürlich enttäuschend, wenn auch unheimlich knapp, dass wir dort keinen Finalplatz erreichten“, so Abel. Dass Jolyn Beer, Anna Janßen und Lisa Müller, die das Einzelfinale allesamt um einen Ring verpassten, absolute Weltklasse sind, verdeutlichten sie mit ihrem Start-Ziel-Sieg im Teamwettkampf.

    ISSF / Maximilian Dallinger sorgte mit seinem siebten Platz im Dreistellungskampf sowie weiteren guten Leistungen für positive Nachrichten bei den Gewehr-Männern.

    Überhaupt die nicht-olympischen Disziplinen. In diesen glänzten die DSB-Athleten mit starken Leistungen und zahlreichen Medaillen. Oftmals waren es die gleichen Athleten (z.B. Beer, Janßen, Reitz, Vennekamp), aber natürlich gab es auch den Bereich Target Sprint mit fünf Medaillen bei drei Starts.

    Und eine Medaille machte den Sportdirektor dann besonders froh: „Erfreulich war, dass wir im Luftpistolen-Mixed der Junioren durch Celina Becker & Andreas Köppl eine Medaille in einer olympischen Entscheidung geholt haben. Das hat mich auch für die neue Bundestrainerin Jördis Grabe gefreut, die mit viel Engagement für frischen Wind sorgt.“

    Christian Reitz, mit zweimal Gold und einmal Silber neben Jolyn Beer (2x Gold, 1x Bronze) und Doreen Vennekamp (1x Gold, 2x Bronze) erfolgreichster DSB-Athlet, ordnet die WM so ein: „Alles in allem war es eine schöne Veranstaltung mit drei Medaillen für mich, wobei natürlich eine „andere Verteilung“ auch nicht schlecht gewesen wäre. Das Finale mit der Schnellfeuerpistole hätte besser laufen können, aber so ist es manchmal. Und gerade die Vorkampfergebnisse waren eigentlich in allen Disziplinen nicht schlecht.“

    Für einige der deutschen Athleten wird es in diesem Jahr nochmals in die ägyptische Hauptstadt gehen, denn dort findet vom 28. November bis 2. Dezember das Weltcup-Finale der besten Schützen statt. Die jeweils besten Zwölf der aktuellen Weltrangliste in den olympischen Disziplinen sind teilnahmeberechtigt und somit auf jeden Fall Doreen Vennekamp (Sportpistole), die nach der WM auf Weltranglistenplatz eins in dieser Disziplin geführt wird.

    Folgende Medaillen gewannen die DSB-Athleten bei der WM in Kairo

    Gold

    Jolyn Beer (Gewehr Liegend-Einzel)

    Jolyn Beer, Anna Janßen, Lisa Müller (Gewehr Dreistellungskampf-Team Frauen)

    Christian Reitz & Doreen Vennekamp (Pistole Standard-Mixed)

    Christian Reitz (Pistole Zentralfeuer-Einzel)

    Jacob Hofmann & Kerstin Schmidt (Target Sprint-Mixed)

    Silber

    Nele Stark (Gewehr Liegend-Einzel Juniorinnen)

    Christian Reitz (Pistole Standard-Einzel)

    Kerstin Schmidt (Target Sprint-Einzel)

    Anja Fischer & Dominik Hermle (Target Sprint-Mixed)

    Bronze

    Doreen Vennekamp (Sportpistole-Einzel)

    Jolyn Beer & Maximilian Dallinger (Gewehr Liegend-Mixed)

    Monika Karsch, Michelle Skeries, Doreen Vennekamp (Sportpistolen-Team)

    Anna Janßen & David Koenders (Gewehr Dreistellungskampf-Mixed)

    Celina Becker & Andreas Köppl (Luftpistolen-Mixed Junioren)

    Nele Stark, Hanna Wehren, Larissa Weindorf (Gewehr Dreistellungskampf-Team Juniorinnen)

    Anja Fischer (Target Sprint-Einzel)

    Jacob Hofmann (Target Sprint-Einzel)

    Anna Lena Geuther, Lisa Müller, Veronique Münster (Gewehr 300m Dreistellungskampf-Team)

    Anna Lena Geuther, Lisa Müller, Veronique Münster (Gewehr 300m Liegendwettkampf-Team)“


    DE hat in der Medaillenwertung im Vergleich zu 2018 (Platz 5 mit 17 Medaillen -7/7/3-) jetzt den 4. Platz belegt (14: -4/2/8-). Anmerkung: Die Angaben in der Pressemitteilung passen nicht zu den Zahlen des Medaillenspiegels.

    Was ITA betrifft, kann ich nur aufgrund der Medaillenspiegel 2022 und 2018 erkennen, dass nach 2018 (Fehlanzeige) jetzt 2 Silbermedaillen zum 15. Platz geführt haben.

    Norwegen hat nach Platz 11 in 2018 jetzt auf Platz 3 auch Korea (Platz 5) hinter sich gelassen.

    Die Schießsportnation USA hat sich nach 2018 (Platz 9 mit 19 Medaillen -3/9/7-) jetzt auf Platz 7 verbessert (10: 3/1/6).

    Wer als Luftpistolenschützin/Luftpistolenschütze eine Alternative zu Wettkämpfen/ zur Trainingserweiterung sucht, könnte hier fündig werden:

    http://www.pistolentraining.de


    „Einladung zum Luftpistolen Fernwettkampf Freihand und Auflage

    Kostenlos teilnehmen am „Internationalen 100 Schuss Leistungstest“

    Noch bis zum 30.10.2022 findet auf http://www.pistolentraining.de der Luftpistolen Fernwettkampf statt.

    Weltweit haben sich aus 38 Ländern schon über 460 Luftpistolen Sportschützen und Sportschützinnen an dem Trainingsportal angemeldet. Wer wettkampfnahe Trainingsaufgaben sucht ist hier genau richtig!

    Aktuell findet vom 17.10. – 31.10.2022 ein 100 Schuss Wettkampf Luftpistole Freihand und 60 Schuss Luftpistole Auflage statt.

    Einfach mal auf der Webseite registrieren und mitmachen.

    Neben einer Gesamtwertung gibt es auch eine Einzelwertung.

    Die Infos stehen in deutsch und englisch auf der Webseite zur Verfügung.„