Beiträge von Rabe74


    Ich habe gestern das erste mal eine neue Evo10E "in Betrieb" genommen und dabei ist mir eine Sache aufgefallen:

    Die Ladeöffnung am Lauf ist bei der Neuen deutlich weiter, als die der Evo, die ich vorher hatte. Bei dem Modell war es in der Tat so, das ich das Diabolo die letzten 2 mm leicht "reindrücken" musste. Laufdurchmesser lt. Anschussscheibe 4,49 und Diabolo (R 10 Match) ebenfalls 4,49mm. Die Neue hat nun ebenfalls eine Anschussscheibe mit Angabe 4,49 dabei - nur da "gleitet" die Bohne komplett ohne Widerstand rein. Genau so wurde das auch in einem Visier Artikel (keine Ahnung, ob ich den hier verlinken darf) aus 2019 beschrieben. Dort war es sogar so, dass einem Tester das Diabolo beim Laden "am Finger kleben blieb" und der das wieder aus dem Lauf zog.

    Der Präzision tut´s in meinem Fall keinen Abbruch. Ich hab die Waffe gestern eingespannt und 20 Schuss auf 10 Meter gemacht - absolut beeindruckend. Auch gibt es keine signifikanten Geschwindigkeitsänderungen. Nach Einstellung der V0 rauschen alle mit 163 +/- 1,5 m/s durch den Chrony.

    Nur: Warum ist das so? Wurde das in der Serie geändert? Soll das so oder ist das eine "Toleranz"?

    Nachtrag zur Ergänzung: Zuhause so aufbewahren, dass Personen unter 18J nicht an die Luftdruckwaffen herankommen können.

    Leider sieht das Bundesverwaltungsamt - man sollte es kaum glauben - das etwas anders. Denn: Sollte man mit seinem schönen, neuen Gewehrchen und z.B. einer auch schönen, über 18 Jahre alten Frau, alleine in einer Wohnung wohnen - ohne Kinder - muss man was machen? Richtig - man muss es trotzdem wegschließen. Als wär man Schwachsinnig - weil das Waffengesetz in Deutschland und alle federführend damit in Verbindung stehende Politiker ebenfalls schwachsinnig sind.

    Auch wenn man komplett alleine lebt (ohne die Frau) muss man es wegschließen - denn so und nicht anders will es das allmächtige Bundesveraltungsamt.

    Denn das sagt (und schreibt zum Thema "Erlaubnisfreie Waffen"): "...zur sicheren Aufbewahrung von freien Waffen ist ein abschließbares Behältnis ohne Klassifizierung erforderlich..." und "....freie Waffen...blablabla...sind gegen einfache Wegnahme zu sichern...". Das bedeutet: Das LG in der Tasche (abgeschlossen) unterm Bett oder hintern Sofa - nicht ausreichend. Im Besenschrank von Poco aus Presspappe mit 99 Cent Plastik-Vorhängeschloss: Ausreichend.

    Der Büchsenmacher, bei dem ich mein Pulver beziehe, ist zufällig ein Experte im Bereich Benchrest. Also - eigentlich macht der neben bisschen Pulver- und Wiederladeverkauf nur das. Kein Ladengeschäft, Treffen nur mit Termin und nur in der Werkstatt. Der hat andauernd Kanonen von Kunden da rum liegen, die sich preislich sowohl im hohen vierstelligen Bereich als auch durchaus im ordentlichen fünfstelligen Bereich bewegen. Der macht fast nur Umbauten und Eigenbauten, nimmt Systeme, deren Namen ich vorher noch nie gehört habe. Viel aus Frankreich und den Staaten, aber auch aus UK und Australien. Der hat da Anschuss Bilder liegen, die wirklich beeindruckend sind.

    Zu seinen Kunden gehören dann z.B. die Jungs, die überhaupt keine Läufe mehr von der Stange nehmen, sondern mit hochkompliziert gerechneten Laufprofilen um die Ecke kommen und mal gerade ein paar tausend € für die entsprechenden Dorne legen.

    Ehrlich gesagt - wenn einer in meinem Umfeld Ahnung vom Thema Mündung hat, dann der. Ich bin, wenn Corona mal sein Ende gefunden hat, dort mit `ner UH-Pistole, da muss er mir was an der Kimme machen. Dann werde ich ihn mal ausquetschen und er soll mir mal die Maschinchen und Werkzeuge zeigen, mit denen er sowas macht. Ich werde dann mal einen kleinen Bericht abfassen, gehört ja streng genommen zum Thema Allgemeinwissen im Bereich Waffentechnik. Das hatte ich vorher noch nie so auf dem Schirm - ist aber durchaus interessant. Das muss man einfach wissen...

    Als langjähriger Festool Nutzer stimme ich da zu. Nur welche ist als gehobenes Haushaltslämple zu empfehlen?

    "Der Frank"von Festool findet sie (naturgemäß) alle toll.

    Also...ich fahre seit Jahren mit der KAL 2 sehr gut. Die ist noch halbwegs erträglich im Preis und ziemlich multifunktional. Passt zusätzlich zum eingebauten Akku ins 18 Volt System, hat ein Stativgewinde und einen Magnetfuß. Die ist schon in Ordnung für das Geld...

    Also - meine aktuelle Trainingseinrichtung besteht aus einem Scheibenkasten vom Schneider für 14,95 €, der an einer Wand hängt - und dabei - man soll es kaum glauben, dass Zentrum der Scheibe sogar in der vom DSD geforderten Höhe präsentiert.

    Als Lichtquelle dient eine auf einem Stativ befestigte Festool Syslite, die seitlich vor dem Scheibenkasten steht und mehr Licht machen kann, als ich jemals benötigen würde. Die Trefferanzeige erfolgt über das Spektiv, dass ich zum Nitro- oder Perkussion schießen nehme. Auf 10 Meter zeigt das jeden Treffer perfekt an, wenn ich will sogar mit Handy-Adapter.

    Mein normales Trainingsprogramm beläuft sich auf 60 Schuss - und in der Tat, ich muss in dieser Zeit 4 mal zum Kasten gehen und die Scheibe tauschen. Das ist aber auch die einzige Einschränkung der Lösung - wohlgemerkt für 14.95 €

    Das größte Problem ist die Tatsache, dass die eingearbeitete Messingbürste fast nie dem Zugkaliber des Laufes entspricht, sondern viel zu groß ist. Das führt dazu, dass die Messingborsten nach hinten klappen und somit nur über die festen Ablagerungen im Lauf rüber gezogen werden, anstelle sie zu entfernen. Gerade im Zug/Feld Kantenbereich ist das immer ein Problem.

    Wählt man ein Qualitativ hochwertiges Putzsystem, wie z.B. Parker-Hale, bekommt man Bronze Bürsten mit Zugkaliber+X, die man sich dann selber exakt passig schleift. Die sind jeglicher Reinigungsschnur, aufgrund der passenden Geometrie, hinsichtlich ihrer Reinigungswirkung weit überlegen und des Weiteren deutlich weicher als Messing. PH nimmt für seine Bürsten CC469K oder CC483K - also nie über 80 HB. Diese Bürsten gleiten im Öl stumpf zur Laufoberfläche über die Ablagerungen und nehmen die schichtweise weg. So wird mit der Bürste angerauht und gelöst und anschließen mit dem Patch ausgewischt.

    Ein weiterer (leider viel verbreiteter Irrglaube) ist es, dass der reine Vergleich der unterschiedlichen Härtegrade von Materialien (Lauf/Bürste) zuverlässig verhindert, dass Läufe "kaputt geputzt" werden. Die häufige Anwendung einer nicht exakt passenden Messingbürste ruiniert auf Dauer die Feldkanten, ganz schnell geht das bei empfindlichen LP/LG Läufen.

    Ich kennen genug Schützen, die sich mit Boresnakes selbst Flintenläufe ruiniert haben, in dem sie sich in erstaunlich kurzer Zeit die Hartchromschicht in den Läufen kaputt gemacht haben. Auch kenne ich Schützen, die im Bereich Freigewehr Withworth-Büchsen mit spiegelblanken Läufen hatten. Nach ein paar Jahren waren die Läufe, die mit Messing geputzt wurden, innen matt und neigten deutlich zum Brandansatz, die mit Bronze geputzt wurden waren nach wie vor spiegelblank.

    Dann will ich mal meinen Senf dazu geben.

    Ich schieße jetzt seit (hab´s grad mal nachgerechnet) 36 Jahren - nehme mir also einfach mal raus zu behaupten, über ein wenig Erfahrung zu verfügen. Kurz zum Nebenthema: Instant-Lösungen wie "BoreSnake" etc. kann man nehmen - aber nicht dann, wenn man seine eigene, für teuer Geld gekaufte Waffe putzen will. Das war schon damals klar, als sich diese Dinger für die breite Masse etablierten - die Teile sind wirklich schlimm für den Lauf. Die Dinger taugen eigentlich nur für den Müll und natürlich für den Händler, wenn er sie verkaufen kann. Auch ist es ein Irrglaube, dass man nie von der Mündung her putzen darf. Das ist völliger Quatsch, mit 'nem entsprechenden Mündungsschutz geht das natürlich.

    Jetzt zur Mündung:

    Ich habe im Bereich Langwaffe bisher sowohl im Schwarzpulverbereich als auch im Nitrobereich Waffen gehabt, die mit Senkungen von 30 bis hin zu 60° Winkel versehen waren. Aktuell habe ich hier z.B. grade ne Unterhammer auf dem Tisch liegen, die schießt auf 100 Meter eingespannt sprichwörtlich 5 Schuss in ein Loch mit 'nem 420 grain Geschoss und einem

    gedrückten Suhler Lauf und 45° Winkel an der Senkung. Auch ne Unterhammer Pistole von Kümmerle, gezogener Eichelberger Lauf, hat einen 45° Winkel und ist extrem genau auf die normalen 25 Meter - deutlich besser, als alles was mit Nitro in dem Kaliber auf die Entfernung machbar ist.

    Meiner Erfahrung nach also hat der Winkel der Krone nicht unbedingt etwas mit der Präzision zu tun. Ich denke, andere Parameter sind da deutlich wichtiger. Auch habe ich (am Beispiel einer Sako Varmint in 6PPC) keine Unterschied zwischen einer makellosen Senkung im Neuzustand der Waffe und einer Macke an der Mündung feststellen können. Die hat nach wie vor auf 300 Meter überragend getroffen. Ehrlich gesagt würde ich, sofern der Schaden nicht offensichtlich und stark auffällig ist, Präzisionsprobleme immer zuerst an anderer Stelle suchen als an der Ansenkung der Mündung.

    ... sind gar nicht betroffen. Nur Selbstlader.

    Also gilt die Regelung mit Magazingröße von max. 10 Patronen bei Langwaffen nur für Selbstlader? Das wusste ich bisher nicht...

    Das steht im aktuellen Waffengesetz genau wo? Ich find´s grade nicht...

    Genau so sehe ich das auch. Alles schön ne übergetünchte, kalte Enteignung. Auch der Wertverlust bei Sammlerware. Die ganzen originalen, 100 Jahre alten UHR's mit 10+X in der Röhre.

    Darf man schön behalten in der Sammlung mit Genehmigung nach § 40 - nur niemals wieder verkaufen oder vererben. Quasi wertlos die Dinger. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte hinsichtlich dieser Ungerechtigkeit.

    Da wäre ich gespannt was im deutschen Schützenwesen los wäre, eine kalte Enteignung ist realistisch nicht machbar.

    Das wird immer gesagt - nur aktuell findet genau das statt. Und zwar mit den ganzen HA-Magazinen, die nach Sommer 2017 gekauft wurden. Das ist ganz klar ne kalte Enteignung. Legal gekauft, jetzt illegal - und Aussicht auf Erfolg bei Antrag auf Sondergenehmigung ist auch mau. Da stellt man sich die Frage, wer da wohl mal ne Klage einreicht. Wollen wir wetten, dass es keine einzige Klage geben wird?

    Echt schade, dass es mich nicht betrifft, ich wär schon 3 mal beim Anwalt gewesen und hätte die Bande verklagt.

    @Rabe: die NRA als ein Vorbild für deutsche Verbände darzustellen, halte ich nicht für angemessen. Deren Vorgehensweise ist eher verantwortungslos.

    Verhältnisse wie in den USA möchte ich bei uns nicht haben, das hab ich vor Ort zu Genüge gesehen. Ein Land, in dem pro Jahr über 7000 Kinder und Jugendliche durch Waffengebrauch verletzt werden oder zu Tode kommen, hat ein massives Problem mit zu viel Waffen, kein Problem mit zu viel Regulierung. Aber, da müssen die US-Amerikaner selbst mit klarkommen.

    Naja, der eine denkt halt freiheitlich und konvervativ und der Andere freut sich über die Kuschel-Retorte, in die er hineingeboren wurde. Problematisch wird das immer dann, wenn ängstlichen Menschen eine Stimme gegeben wird und sich diese Angst als gesellschaftlich relevant etabliert. In diese Fällen sind Politker sehr schnell gehalten, weitere Einschränkungen der Freiheit vorzunehmen.

    Ich zum Beispiel wär für ein Waffengesetz nach Vorbild Österreich - das funktioniert astrein und schränkt die Freiheit deutlich weniger ein, als unser deutsches Schwachsinns-Waffengesetz. Aber hier im Forum freuen sich ja auch Leute drüber, dass man ne Schnur durch den Lupi-Lauf fummelt...

    Du unterschätzt die Gefahr für den Schießsport jenseits Lichtpunktwaffe und vielleicht noch Luftdruckwaffen massiv, da gehts nicht um Ratio sondern um Emotionen. Zurücklehnen und Weitermachen seitens der Sportschützen wird von der Gesellschaft nicht akzeptiert, auch wenn dies rational eine wohl vertretbare Reaktion angesichts der Statistik wäre.

    Und der Vergleich eines x-fachen politisch motivierten Mordes eines Sportschützen mit Legalwaffen mit einem grob fahrlässigen Verkehrsunfall ist absurd. Vergleichbarer wären eher die Subjekte die mit Autos und LKW in Menschenansammlungen fahren. Und selbst der Vergleich hinkt - die Gesellschaft ist massiv von diesen Fortbewegungsmitteln abhängig (und käme deshalb nicht mal im Traum auf die Idee von Verboten), von Schußwaffen in Sportschützenhand nicht.

    Das ist natürlich eine nachvollziehbare, wenn auch scheinbar recht einfach gedachte Meinung. Kollektive Anteilnahme ist gesellschaftlich zwar wohlgelitten, kollektives zu Kreuze kriechen jedoch bewirkt genau das Gegenteil von dem, was man erwartet.

    Gerade die Schützenwelt in Deutschland stellt sich in solchen Fällen nach außen gerne als harmlos und damit verbunden schwach dar - und genau das ist der Fehler. "Wir tun doch keinem was..." und "Wir sind doch alle gesetzestreu..." wird nämlich gerade durch solche Fälle wie Hanau sehr öffentlichkeitswirksam widerlegt. Sportschützen (Einzelpersonen) tun unbeteiligten Dritten sehr wohl was - sie töten sie nämlich. Von daher ist Rumgejammer in dem Fall genau falsch und die Theorie vom "bedauerlichen Einzelfall" die einzig Richtige.

    Es ist ein Einzelfall, ein armer Irrer und ein Behördenversagen der GBA und ein paar arme Opfer. Tut uns leid - aber nicht unser Problem. Nur so kann es funktionieren - im Übrigen sehr gut, wie uns die Fälle aus den Staaten immer wieder zeigen. Nicht´s anderes macht die NRA dort - und auch in den Staaten gibt es viele mächtige Gegner von Schusswaffen in Privathand. Dort aber unterhält die NRA ein Portal, in dem jeder zur Wahl stehende Politiker zu finden ist - und seine Meinung zu Waffen in Privathand. Mit diesem Portal baut die NRA massiv Druck auf. Sie geht aktiv auf die Politker zu und teilt denen ihr Rating mit. Dort mischt sich die NRA auch in die Wahlkämpfe ein, es laufen regelmäßig Spots und Berichte über Politker, die das Waffenrecht verschärfen wollen.

    Warum machen die deutschen Verbände so etwas nicht? Weil sie die Hosen voll haben. Und weil man im DSB lieber darüber diskutiert, wann man ne Schnur durch den Lupi-Lauf zieht. Oder ob das Blasrohr auch Grün mit roten Punkten sein darf. Hier ist alles kuschelig, hier wird nur weichgespült. Blos keinen Klartext reden, Kopf runter und hoffen, dass alles gut geht. Das macht´s Pfeifen wie Seehofer natürlich einfach...Wo keine Gegenwehr, da wird gemacht, was man will.