Beiträge von mikki-

    Ich schieße erst seit einem Jahr und meine Meinung ist deshalb mit Vorsicht zu genießen.

    Der Vorteil von einem E gegenüber einem M Abzug ist die Möglichkeit zum Trockentraining. Das ist zwar auch bei M möglich, allerdings hatte ich seinerzeit das subjektive Empfinden, dass sich das Abzugsverhalten beim "scharfen" Schuss vom trockenen Schuss unterscheiden. Vielleicht nicht deutlich, aber doch merklich.

    Das bedeutet eine eingeschränkte Übertragbarkeit vom TT (Trockentraining) zum ST (Schießtraining).

    Bloß kein CCI mehr.

    Mittlerweile durfte ich weitere Erfahrung in Sachen Meisterschaft sammeln, denn am gestrigen Samstag fand die Bezirksmeisterschaft in der Disziplin Sportpistole statt.

    Um es kurz zu sagen, es lief eigentlich alles schief, was nur irgendwie schief laufen konnte: Regen, starker Wind, Waffenstörung, übergenaue Kampfrichter, lautstarke Diskussionen zwischen Mitschütze und Kampfrichter zwischen zwei Serien, schlechte Munitionsqualität, blendende Sonne, wechselhafte Lichtverhältnisse, Fehlschuss beim Duell.

    Geschossen habe ich am Samstag um 14 Uhr, meiner Meinung nach die perfekte Schießzeit. Nach dem Aufstehen habe ich einen Spaziergang gemacht und wie immer einige Lockerungsübungen durchgeführt. Von 11:30 - 12:00 waren dann Kräftigungsübungen an der Reihe, danach habe ich noch etwas Klavier gespielt, weil ich mir einbilde, dass es meine Hand-Finger-Augen-Koordination verbessert und den Abzugsfinger "ölt". Um etwa 12:45 war ich dann auf der Schießstätte und habe mich mental auf den Wettkampf eingestimmt. Trockenanschläge waren ebenfalls dabei, sowie ein Gespräch mit einem Mannschaftskameraden. Etwa 10 Minuten vor Betreten des Standes habe ich mich dann in den "Tunnel" begeben und vollkommen auf den Wettkampf konzentriert.

    Den Stand konnten wir pünktlich betreten und auch der Aufbau von Spektiv und Sonstigem verlief ohne Probleme. Nach der ersten Probeserie wurde ich seitens des Kampfrichter ermahnt, ich möge den Lauf der Waffe doch bitte ausschließlich in Richtung Scheibe halten. MMn war er das zwar, aber ich hatte keine Lust auf Diskussionen, Kampfrichter hat immer recht. Nach der ersten Wertungsserie hat sich dann der Schütze hinter mir in Diskussionen mit dem Kampfrichter verstrickt, da dieser es nicht sehen wollte, dass man seine Waffe mit dem Lauf voran auf der Ablage aufsetzt.

    Nach dem Präzisionsteil mussten wir dann 10 Stände weiter auf die Duell-Anlage gehen. Hier hieß es dann "Waffen auspacken". Da ich jedoch mit der Vereinswaffe schoss und es hierfür keinen Koffer gab, habe ich die Waffe also 'rübergetragen und vor mir abgelegt. Das führte dann bei einem Kampfrichter zu Klärungsbedarf, warum ich bereits vor dem Kommando die Waffe "ausgepackt" habe.

    Während der 2. Duell-Serie hatte ich dann leider eine Störung, der Schuss löste sich nicht. Also Arm gehoben, die Störung angezeigt und erklärt und nach kurzer Rücksprache durfte ich die Serie dann direkt im Anschluss nachschießen. Vor der 3. Duell-Serie kam dann die Sonne heraus und sorgte für wechselnde Lichtverhältnisse. Dank meiner Kappe hielt sich der Einfluss auf mich jedoch in Grenzen, des Weiteren schieße ich mittlerweile mit einer orangefarbenen Blaulichtblockerschutzbrille, die Scheibe sieht also unabhängig vom Licht fast immer gleich aus.

    Es war der absolut beste Trainingswettkampf, den ich mir hätte vorstellen können. Ablenkung ohne Ende, schlechte Wetterbedingungen, eine Waffenstörung, Munition, die ich aussortieren musste. Ich weiß nicht genau, welche ablenkenden Faktoren noch hätten auftreten können. Positiv war, dass ich mich von nichts, aber auch gar nichts aus der Ruhe bringen ließ. Ich blieb zu jedem Zeitpunkt ruhig, diskutierte nicht, erklärte, was zu erklären war und tat einfach das, wozu ich da war: schießen. Nach jeder Störung gab ich mir einen kurzen Moment, um mich mental zu sammeln und den nächsten Schuss vorzubereiten. Ich ließ mich von schlechten Schüssen nicht aus der Ruhe bringen und zog es durch. Weder der Fehlschuss beim Duell, noch die Diskussion mit den Kampfrichter haben meine Leistung negativ beeinflusst.

    Allerdings ist es auch möglich, dass das an meiner Herangehensweise lag. Im Gegensatz zur Luftpistole wollte ich nur einen guten Wettkampf abliefern, wusste aber, dass ich wohl keinerlei Chancen habe mich für die LM zu qualifizieren. Da ich erst 4 Einheiten und einen Wettkampf mit der Sportpistole hinter mir hatte, war ich in dieser Hinsicht realistisch. Deshalb war der Druck auch weitaus geringer. Das sieht man auch an meinen Trainingseinheiten, die letzte hatte ich 7 Tage vorher absolviert.

    Meine Ergebnis weiß ich ehrlich gesagt gar nicht genau... 44/46/44/42/34/46 oder so etwas, das werde ich nachtragen.

    Die Disziplin Sportpistole wird in der Präzision gewonnen und im Duell verloren.
    Für Dich trifft die zweite Hälfte zu.

    Genau so ist es, besser kann man es nicht ausdrücken. Ich bin aber zuversichtlich, dass ich meinen Leistungsrückstand im Duell in den nächsten 2-3 Wochen ausmerzen kann. Schön wäre ein Gesamtschnitt von 265, damit könnte ich der Mannschaft wohl am besten weiterhelfen.

    Das ist richtig,

    sein erster Auftritt ist ja mal nur als Schnupperkurs zu bewerten.

    Ab jetzt gilt es, es kommt drauf an was er draus macht.

    Ob er bei den ,,EX und HOPP'' Schützen landet, oder ob er eine gute Grundlage schafft.

    Letzteres. Nur um des Schießens willen ist mir das Hobby zu teuer. Wobei die Sportpistole eher ein Nebenschauplatz ist, da mir in absehbarer Zeit das Geld für eine eigene Waffe fehlt, eventuell ist das im nächsten Jahr anders und dann gehe ich auch mit einer anderen Motivation an die Sache heran. Zur Zeit schieße ich mit einer geliehenen Hämmerli 280. Was soll ich sagen, ja, sie trifft, aber in meinen Einstellmöglichkeiten bin ich natürlich stark eingeschränkt. Ein anderes Züngel wäre schön, das Abzugsgewicht würde ich gerne einstellen und den Griff auch. Falls jemand noch einen alten Griff bei sich herumfliegen hat, der auf diese Waffe passt, kann er sich gerne bei mir melden!

    Am kommenden Samstag sind Bezirksmeisterschaften, für die ich auch gemeldet bin. Allerdings habe ich nicht das erklärte Ziel, weiter zu kommen, dafür lagen die Limitzahlen in den letzten Jahren mit 268-271 zu hoch. Aber die Erfahrung und die Eindrücke nehme ich gerne mit, und nutze diesen Tag dazu, meine Psyche zu stärken und an meiner mentalen Stärke zu arbeiten.

    Mittlerweile habe ich die 2. Trainingseinheit mit der Sportpistole sowie meinen ersten Wettkampf (als Ersatzschütze, 251 Ringe) hinter mir. In der ersten Einheit habe ich mich erst einmal mit dem hohen Abzugsgewicht und dem prinzipiellen Ablauf des Duellschießens anfreunden müssen. Trotz allem konnte ich hier passable 265 Ringe erreichen, wobei man ganz klar sagen muss, dass ich zur Zeit noch sehr von meinen guten Leistungen in der Präzision zehre.

    Im Wettkampf konnte ich in der Präzision 133 Ringe erreichen, mit denen ich nicht wirklich zufrieden bin. Leider war ein Nervositäts-6er dabei und ich habe auch nicht jeden Schuss konsequent durchgezogen. Ich bin ja eher ein langsamer Schütze und wollte die ganze Sache als Ersatzschütze nicht unnötig in die Länge ziehen.

    Die erste Duell-Serie war noch von viel Unsicherheit geprägt und sehr unkoordiniert nach dem Motto "Wenn die Scheibe umklappt ziehe ich hoch und schaue, wo die Kugel landet". Durch die fehlende Routine hatte ich in der ersten Duell-Serie leider einen Fehler, durch den ich mich jedoch nicht aus dem (nicht vorhandenen) Konzept bringen ließ. Während der Trefferaufnahme bin ich nochmal den Ablauf und die Atmung konzentriert durchgegangen, wodurch es in den verbleibenden beiden Durchgängen auch weitaus besser lief. Nicht unbedingt vom Ergebnis her, aber vom Ablauf. Mit dem Ergebnis selbst war ich zwar nicht zufrieden, aber darauf lag auch nicht mein Fokus. Ich konnte durch diesen Wettkampf sehr viele Dinge mitnehmen, die ich in der nachfolgenden (kurzen) Trockentrainingseinheit angegangen bin: Korrekte Atmung, Rhythmus, die Beachtung der unterschiedlichen Phasen und das korrekte Aufnehmen der Visierung.

    Bei einem höheren Korn ändert sich doch automatisch auch die Stellung des Handgelenks im Gegensatz zu einem Korn in "normaler" Höhe. Ist das hinsichtlich des Muskelgedächtnisses nicht eher kontraproduktiv?

    Hat jemand eine Audiodatei zur Hand, welche die 3/7-Sekunden Intervalle des Duell-Schießens mittels eines Tons darstellt? Ich möchte gerne mein Timing und meinen Ablauf verbessern und das geht mit so etwas sicher auch gut zu Hause.

    Ist es bei der E-Version möglich mit geladenem Magazin ohne großen Aufwand in den Trockentrainingsmodus zu schalten? Sodass man sich während der Präzisionsserie nochmal mit dem Abzugsgefühl beschäftigen kann.

    In der Empfehlung der technischen Kommission steht aber klipp und klar drin, dass die "Schnur" durch den Lauf komplett durchgezogen werden muss. und an beiden Enden rauszuschauen hat. Das geht aber nicht, daher ist die Empfehlung nicht einschlägig. Es gibt daher gar keine Regelung, die für Sportschützen verbindlich ist und auf die sie sich berufen können.

    Welche rechtliche Relevanz hat denn eigentlich so eine "Empfehlung"?

    Carcano

    Bin an diese Situation anders herangegangen:

    körperliche Belastung simuliert die Aufregung vor einem wichtigen Wettkampf mMn ziemlich gut. D.h. du musst deine Probanden "zum Schwitzen bringen" und unmitelbar danach an den Stand. Der Puls ist hoch, die Muskeln flattern, der Kopf ist überfüllt.

    Natürlich kann man Stress auch anders hervorrufen. Wobei meine und deine Methode meiner Meinung nach auf verschiedene Situationen abzielen. Du schreibst ja selbst, "die Aufregung vor einem wichtigen Wettkampf" kann durch Sport gut simuliert werden, und da stimme ich dir auch zu. Der Puls ist erhöht, der Kopf nicht so ganz da. Hier den Überblick über sich und seine Automatismen zu behalten und sich auf seine Rituale und seine Vorbereitung zu konzentrieren, ist schwierig und bedarf einiges an Training. Aber darum geht es mir bei meiner Trainingsmethode nicht. Es geht um den Stress während eines Ligawettkampfes, speziell auf den Modus Mann gegen Mann, bei dem der Schütze immer weiß, ob er vorne oder hinten liegt, und bei dem jeder Schuss entscheidend sein kann.

    Ja, wenn es so einfach wäre.

    Haben auch schon sämtliche Schießspiele o.ä. durch.

    Leider aber, wie du selbst am Ende schreibst... „geht es nicht um Ergebnisse, oder um Gewinnen.“

    Und genau das weiß unser Unterbewußtsein. Ergebnis: Man ist schlicht nicht aufgeregt.

    Da stimme ich dir nicht zu. Jeder, der nach einer solchen, recht komplizierten, Trainingsmethode trainiert, will sich auch verbessern und will somit auch gewinnen. Sei es nun das nächste Ligamatch oder auch nur diesen Trainingswettkampf. Durch die Erstellung der Tabelle befindet man sich im Wettkampf mit den eigenen Mannschaftskameraden und möchte hier doch auch positiv auffallen. Und sollte das nicht reichen, wird eben noch eine Siegprämie ausgelobt. Dass der hier hervorgerufene Stress nicht an den einer Meisterschaft o.Ä. heran kommt, ist mir klar. Aber es ist ein Ansatz.

    Zitat

    Die komplizierte Handicap-Rechnung ist nach einer Serie nicht Aussagekräftig.

    Wer 85 schießt kann durchaus in der nächsten Serie 92 od. 95 schießen und umgekehrt.

    Wer RWK schießt hat doch einen Rundenwettkampfschnitt...das ist ein belastbares Ergebnis

    für einen Korrekturfaktor.

    So kompliziert ist die Rechnung auch wieder nicht, es ist eine Division deren Ergebnis man mit den Ringzahlen der geschossenen Serien multipliziert, 2. Klasse, 1. Halbjahr.

    Natürlich ist es möglich, dass zwischen 2 Serien 10 Ringe oder mehr liegen. Nachdem ich mir jetzt mal die Ergebnisse im Stammschießen angesehen habe (und auch meine eigene), ist das jedoch nicht der Fall. In den meisten Fällen schwankt es so um 2-3 Ringe um einen Mittelwert.

    Das mit dem RWK-Schnitt habe ich mir auch überlegt, mich aber dann dagegen entschieden. Denn hier streuen die Ergebnisse wirklich stark, bei mir persönlich liegen zwischen dem besten und dem schlechtesten Ergebnis 17 Ringe, bei einem Mannschaftskameraden sogar 22 Ringe. Welches Ergebnis soll ich bei einem solchen Training nun als Maßstab anlegen? Hat er heute einen 370er-Tag weil Wochenende ist, er gut geschlafen und gegessen hat und sich einfach fit fühlt? Oder nehme ich als Berechnungsgrundlage 345, weil er Stress mit seiner Alten hat, die Kinder rumplärren und er kurz vor einem Jobwechsel steht? Und genau setzt das Ausschießen an. Es ist völlig egal, ob ich heute einen guten oder einen schlechten Tag habe, da das durch den berechneten Faktor egalisiert wird und ich mich rein auf die Drucksituation konzentrieren kann und jede Chance auf einen Sieg habe, OBWOHL ich nur Kraut und Rüben treffe.

    Es wird Zeit, diesen Thread mal wieder zu beleben. Im Zuge der Vorbereitung auf die Vorbereitung der Bezirksliga habe ich mir eine Trainingsmöglichkeit überlegt, um den Wettkampfdruck in diesem speziellen Modus zu simulieren und zu trainieren. Ich habe bisher leider keinerlei Erfahrung in der Erstellung eines Schießtrainings und würde mich freuen, wenn ein paar Leute hier einmal drüber schauen und mir ein kurzes Feedback geben könnten. Gerne natürlich auch ausprobieren und hier eine Rückmeldung geben.

    Ziel: Eine mannschaftsinterne Trainingsmöglichkeit, um den psychologischen Leistungsdruck im Ligamodus zu simulieren.

    Problem: Oftmals sehr unterschiedliche Ringzahlen der einzelnen Schützen (leistungs- und tagesformabhängig).

    Prinzip: Eine künstliche Wettkampfsituation schaffen, bei der die gesamte Mannschaft unabhängig ihres Leistungsniveaus gegeneinander antritt.

    Vorgehen

    Vorbereitung 15 Minuten, so wie vor einem Wettkampf auch.

    Ausschießen des Handicaps: Nach 10 Schuss werden die Ergebnisse ausgewertet und, falls notwendig, ein "Niveauausgleich" durchgeführt, dazu komme ich gleich. Im Anschluss daran werden 10 5er Serien geschossen und nach jeder Serie die Ergebnisse ausgewertet und eine Tabelle erstellt. Da die Leistungen der einzelnen Schützen einer Mannschaft oftmals sehr unterschiedlich und auch tagesformabhängig sind, werden wir mit einem Faktor arbeiten, der die Leistungen der Schützen angleicht. Wir exerzieren das anhand eines Beispiels einmal durch.

    Nach dem Ausschießen ergeben sich folgende Ringzahlen:

    Schütze 1 = 90

    Schütze 2 = 88

    Schütze 3 = 92

    Schütze 4 = 85

    Schütze 5 = 95

    Die Ringzahlen der Schützen 4 und 5 weichen zu stark von den Schützen 1-3 ab, die sich bei ein Ergebnis von 90 (±2) Ringen befinden. Um den Druck in den nun folgenden Wettkampfrunden hoch zu halten, müssen die Ergebnisse mittels eines Faktors angeglichen werden. Die Anpassung des schlechtesten Schützen erfolgt durch die Division des niedrigsten Ergebnisses, welches zur Bildung des heutigen Leistungsniveaus herangezogen wurde (88) durch das Ergebnis des schlechtesten Schützen (85), also

    90/85 = 1,0588..., gerundet auf die 2. Nachkommastelle ergibt sich ein Faktor von 1,06 für den Schützen 4.

    Bei der Angleichung des höchsten Ergebnisses verfahren wir umgekehrt: 90/95 = 0,94 für den Schützen 5. Dies sind die beiden Faktoren, mit welchen die erzielten Ergebnisse der entsprechenden Schützen multipliziert werden, um sie an das vorherrschende Niveau von 90 ±2 Ringen anzupassen.

    Schütze 4: 1,06

    Schütze 5: 0,94

    Wie man im weiteren Verlauf sieht, kommen bei diesem Vorgehen immer krumme Zahlen heraus und die Frage ist, in welchem Fall denn nun ein Stechen durchgeführt wird. Ich persönlich würde dann ein Stechen durchführen, wenn zwischen 2 Ergebnissen weniger als 0,25 Punkte liegen.

    Im Nachfolgenden werden nun 5er-Serien geschossen und je nach Platzierung erhalten die Schützen Punkte. Der erstplatzierte erhält 5 Punkte, der letzte 1 Punkt. Bei einem Gleichstand geht es ins Stechen, wobei es auch hier eine Besonderheit gibt: Kämpfen 2 Schützen beispielsweise um den 1. Platz (5 Punkte) erhält der Sieger des Stechens einen Punkt mehr, der Verlierer hingegen einen Punkt weniger. In diesem Fall sind es also 6 Punkte für den Sieger und 4 Punkte für den Verlierer des Stechens.

    Runde 1

    Schütze 1 = 45 -> Stechen

    Schütze 2 = 44 = 1 Punkt

    Schütze 3 = 46 = 5 Punkte

    Schütze 4 = 42 * 1,06 = 44,52 = 2 Punkte

    Schütze 5 = 48 * 0,94 = 45,12 -> Stechen

    Schütze 5 liegt mit seinen 45,12 Ringen knapp vor Schütze 1. Das spiegelt auch die Leistung der beiden Schützen hinsichtlich des Ausschießens wider: Schütze 5 konnte sich um einen Ring steigern, Schütze 1 hat sein Ergebnis gehalten. Deshalb steht Schütze 5 verdientermaßen auf Platz 1, muss sich jedoch ins Stechen begeben. Hätte er lediglich 47 geschossen und sich somit um einen Ring verschlechtert, käme man auf ein angepasstes Ergebnis von 44,18 Ringen. Er würde somit HINTER Schütze 1 landen, der sein Ergebnis ja halten konnte.

    Das Stechen gewinnt Schütze 5 (4+1 = 5 Punkte), Schütze 1 erhält 3-1 = 2 Punkte.


    Tabelle

    1. Schütze 5 = 5 Punkte

    2. Schütze 3 = 5 Punkte

    3. Schütze 1 = 2 Punkte

    4. Schütze 2 = 2 Punkte

    5. Schütze 4 = 1 Punkt

    Die restlichen Runden laufen dann genau so ab, mit dem Unterschied, dass die Punkte des Letztplatzierten der Tabelle in den folgenden Runden doppelt zählen. Die in Runde 2 erzielten Punkte des Schützen 4 werden also verdoppelt.

    Runde 2

    Schütze 1 = 46 = 3 Punkte

    Schütze 2 = 42 = 1 Punkt

    Schütze 3 = 47 = 4 Punkte

    Schütze 4 = 45 * 1,06 = 47,7 = 2*5 Punkte (Da er zur Zeit auf dem letzten Platz der Tabelle steht)

    Schütze 5 = 46 * 0,94 = 43,23 = 43 = 2 Punkte


    1. Schütze 4 = 11 Punkte

    2. Schütze 3 = 9 Punkte

    3. Schütze 5 = 7 Punkte

    4. Schütze 1 = 5 Punkte

    5. Schütze 2 = 3 Punkte

    Warum mache ich was?

    Der Sinn des Angleichens des Niveaus der Schützen durch das Ausschießen und die Berechnung der Faktoren ergibt sich von selbst. Es geht darum, möglichst gleiche Voraussetzungen zu schaffen, um die Spannung in den nachfolgenden Serien möglichst hoch zu halten.

    Das Stechen soll noch einmal den Druck erhöhen, aus einem einzigen Schuss das Maximum herauszuholen. Gesteigert wird das zusätzlich durch die Möglichkeit seinem Kontrahenten einen Punkt zu "klauen". Das geschieht unter den Augen der Mannschaftskameraden, was nochmal eine gewisse Brisanz hinein bringt und die Schützen auf eine Zuschauersituation bei einem Wettkampf vorbereitet.

    Die Sache mit der Verdoppelung der Punkte des Letztplatzierten muss man nicht machen. Ich finde aber den Gedanken sehr reizvoll, mich mit einem Schießen in der Tabelle nach vorne katapultieren zu können und es weckt den Gedanken, dass zu keinem Zeitpunkt etwas verloren ist.

    Die Anzahl der Runden ist natürlich variabel, 10 Runden mit den ganzen Entscheidungsschüssen schlauchen schon ordentlich, eventuell startet man hier mit etwas weniger Durchgängen. Bezüglich des Stechens gibt es natürlich einige Schwierigkeiten. Durch die berechneten Faktoren kommt es unter Umständen zu unfairen Paarungen. Hierbei ist dann etwas Fantasie gefragt, was genau ein Stechen entscheidet. So könnte bei einem sehr guten Schützen nur ein Innenzehner zum Sieg führen, bei einem mittelmäßigen Schützen genügt vielleicht schon ein 9er, der nicht den Außenring ankratzt. Oder einer der beiden bekommt 2 Schüsse, um eine 10 zu schießen, der andere nur einen. Hier muss man individuell je nach Paarung unterscheiden. Wichtig ist, nie das Ziel aus den Augen zu verlieren, das diese Art von Training hat: Psychischen Druck aufbauen. Es geht nicht um Ergebnisse, nicht um Gewinnen oder Verlieren und auch nicht um einen Vergleich zwischen den Schützen.

    Das war es eigentlich schon. Es liest sich im ersten Moment äußerst kompliziert, ich hoffe trotzdem, dass es einige Leute mal ausprobieren und mir Ihre Meinung mitteilen.

    Cool, gefällt mir.

    Dennoch schade dass Du gar nicht auf die Übungen eingegeangen bist.

    Bin mir nicht sicher ob alle den Unterschied Kniebeuge vorne - Kniebeuge hinten kennen.

    Ich hatte es mir überlegt. Aber in der heutigen Twitter-Gesellschaft, in der jeder Text mit einer Zeichenlänge >160 eine Herausforderung zu sein scheint und in einer Zeit, in der Informationen von jedem Ort aus und zu jeder zeit abrufbar sind, wollte ich diesen Rechercheaufwand nicht auch noch betreiben. Die Suche nach "Kniebeuge vorne" liefert bei google.de 258.000 Ergebnisse und 12.600 Videos, da sollte jeder etwas finden. Deswegen habe ich den Text bewusst relativ knapp gehalten um nicht noch mehr Leute abzuschrecken mit der Informationsüberflutung.

    Da habe ich mich falsch ausgedrückt, natürlich muss man die positiven Dinge ebenso analysieren, wie die schlechten. Aber ich muss ihnen nicht so viel Zeit widmen. Wie Bastian es sagte "loben und abhaken" und dann weiter. Auch richtig und wichtig ist natürlich eine positive Denkweise und motivierende Triggerwörter. Statt "Nicht wackeln" lieber "Ruhig stehen", statt "Ohne Durchsacken in den Halteraum" lieber "Kontrolliert in den Halteraum", da bin ich auch bei dir. In den meisten Fällen laufen ja 85% der Dinge gut, die man in 15% der "Bedenkzeit" abhaken kann. Es fängt hier ja bereits mit der Wortwahl an: Es ist ein riesiger Unterschied zwischen "Meine Halteruhe ist schlecht" und "Meine Halteruhe kann ich noch optimieren".