das ich Muskelkater habe. Und das dadurch meine Halteruhe abnimmt beim Pistole schießen.
Was ist denn so ein Trainingsprogramm eines Kaderschützen?
Hallo Markus,
Also zu der Frage Kaderschützen, ich kann Dir das zumindest etwas aus beiden Ansichten erläutern, als Schütze und als Trainer.
Aber gleich vorneweg, ich denke Du solltest Deinen eigenen Weg finden.
Als Schütze war es so das ich unheimlich ehrgeizig war und immer viel mehr getan habe als die anderen, in meinem Umfeld war damals nur Alfons Messerschmidt der ähnlich viel getan hat.
Grundsätzlich würde das ein Buch füllen dieses Thema, wenn ich das heute so Rückblickend betrachte muss ich sagen das natürlich es auch sehr drauf ankommt wo Du stehst und wo Du hin möchtest.
Und auch da muss man generell nochmal unterscheiden, erstens wo Du generell hin möchtest, das betrifft dann den ganzen Langzeit Aufbau, die Planung Auswahl der Disziplinen die ganze Methodik, und die Auswahl und Beschaffung der Sportgeräte und das Zubehör.
Zweitens die aktuelle sportliche Planung jeweils, umfasst das ganze tun für die nächsten Qualifikationen im laufenden Sportjahr.
Das kann ganz schön aufwendig sein, das sinnvoll zu gestalten, wenn Du nur Luft und Freie schießt ist es überschaubar, wenn Spo Pi und Standard Pistole inbegriffen sind wird es schon schwieriger, und wenn dann noch Zentralfeuer beidhändig dazu kommt ist das Training sehr aufwändig zu händeln.
Das ergibt sich aus den unterschiedlichen Waffengeometrien und der unterschiedlichen Aufgabenstellung der Disziplinen.
Man braucht Jahre, bis Jahrzente wenn man hier in der Breite der Disziplinen vorne mitmischen möchte.
Am Anfang bewegt man sich in vielen Sackgassen, man ist eigentlich immer nur am Aufbau und seinen eigenen Weg und Schiessstiel am suchen und kreieren.
Ich persönlich kam aus der Leichtathletik, genauer aus der Mittelstrecke 3000m und 5000m gelegentlich auch 10000m. Das hab ich parallel zum schiessen beibehalten, als Hobbyläufer.
Ich denke heute es war eine gute Basis für alles, ein riesen Lungenvolumen, extrem niederer Blutdruck und Ruhepuls. Laufen 2-5000m fast jeden morgen. das war mal schon kein Zwang sondern einfach nur Spass.
Den Tag über verbrachte ich im Homeoffice, die Kanone meiner Wahl lag auf dem Schreibtisch, etwas telefoniert, Angebote erstellt, 15-30Min Trockentraining, so oder ähnlich lief das.
Parallel dazu hatte ich für jeden Wochentag ein zwei Schützenhäuser aus der Gegend für die Tage wo der Heimverein geschlossen hatte die dann zum Training angesteuert wurden.
Immer und täglich, bis das Licht ausging.
An den Wochenenden war Kader, Länderkampf, oder Preisschiessen.
Im wesentlichen nix anderes wie bei einem Profi Fussballer, Tennisspieler oder andere, die lassen sich beliebig austauschen.
Es war Arbeit und Aktion pur.
Richtig spassig ist es die letzten Jahre gewesen, es hat sich soviel Erfahrung gebildet, das es richtig lustig wurde, einen Bewegungsablauf umbauen, eine Waffe testen, etwas analysieren war ganz anders wie zu Anfang, man spürt einfach recht schnell was gefordert ist, was zu einem passt, und was nicht, wie etwas geht. Die Erfahrung machts!
Die Vorbereitungen auf die Quallis haben sich verändert, im wesentlichen vor der DM. Etwa 6 Wochen vorher, eine Standortbestimmung geschossen mit allen Waffen, man sieht an der Waffenbewegung, wie diese sind, wie der ganze Aktionsradius der Handruhe ( oder Unruhe ) ist, und dann die geschossenen Ergebnisse werden mit einbezogen das ein Bild entsteht.
Da wird ersichtlich ob man auf 80/85/ oder 90% seines Leistungsvermögens steht, und welche Abläufe unrund sind, dementsprechend wird aufgebaut.
Ich hab dann genau wie Du in den Muskelkater hinein trainiert, weil dann wird klar hier ist die Grenze ab hier beginnt der Zuwachs.
Das hat erstmal zur Folge wie Du schon bemerkt hast, das Ergebnis wird schlechter damit muss man umgehen lernen. Und man muss sich ergründen und selbst kennenlernen ob man jetzt eine kleine Pause einlegt bis sich die Muskeln beruhigt haben und bereit sind für weiteres. Oder ob man das ignoriert und eventuell leicht weiter trainiert einige Tage, der Muskel kommt dann, und dann geht's richtig vorwärts...... So war es bei mir.
Allerdings war es bei mir immer ein aufholen ein wieder herstellen denn der hohe Trainingsstand inklusiv der Handruhe war ja schon x Zyklen über Jahre dagewesen, also für die betreffenden Muskelgruppen nix neues.
Bei einem der aufbaut ist es immer Neuland.
Also Fazit teste lerne Dich kennen, wie Du und Dein Körper reagiert, was Du magst und was nicht, was Dich letztlich vorwärts bringt.
Das muss nicht das selbe Vorgehen sein wie meins!
Als ehemaliger Landestrainer kann ich Dir sagen, jeder gestaltet das anders, bedingt durch die Motivation, den Job, die private Situation, und wesentlich das wollen. Denn wer will findet Wege und Möglichkeiten.
Ich hoffe Dir etwas geholfen zu haben, aus der Praxis.
gut schuss no.limits