Soziale Ächtung ist echt finster.
Die hat z.B. um 1920 dann ein Pärchen zum gemeinsamen Selbstmord getrieben, weil beide noch Schüler, in der thüringischen Kleinstadt keine Zukunft mehr sahen, weil sie schwanger war.
1949 war das Urteil des Gemeindepfarrers auf dem z.B. unterfränkischen Dorf immernoch sozusagen Gesetz.
Ich glaube der Schützenverein konnte aber nur dort weit greifen (aber nicht so weit dass es bis zu sozialer Ächtung ging), wo er auch tief in den Gemeinden verwurzelt war.
Insbesondere die katholischen Traditionsvereine denke ich waren es dann aber auch, die sich von totalitären Regierungen unter NsDAp oder später SED nicht vereinnahmen lassen wollten und von den Machthabern und ihren Organisatiinen unterdrückt, aufgelöst oder an der Neugründung gehindert wurden.
Die verknöcherten, strengen Traditionsvereine ließen sich dann wohl nicht so einfach zu Handlangern von durchaus zu ihrer Zeit revolutionären (und wie wir spätestens heute wissen menschenverachtenden) Ideologien umformen.
Da fällt mir ja auch gerade bei auf, wie ähnlich sich in Süddeutschland z.B. CDU/CSU und Grüne sind, und dass Herr Kretschmann und Herr Söder nicht wenig verwunderlich gerade in diesen sehr traditionell geprägten Ländern sehr autoritäre Ministerpräsidenten sind.
Dem entgegen stehen die für mein Empfinden intoleranten Landesverbände der Grünen in z.B. Bremen und Berlin. Bei manchen von den Grünen Politikern dort habe ich das Gefühl, sie sind genau die reaktionären Typen vor denen mich die meisten Medien immer bei der AFD warnen.
Aber ja, es sind halt wieder die Typen die sich nicht unbedingt in allen ihren Ansichten aber in ihrem totalitären Habitus sehr ähnlich sind.
Und genau deswegen, weil ich weiss, dass weder die Parteien noch deren Wähler monolithische Blöcke sind, deswegen schau ich mir einfach die Leute genauer an und versuche zumindest nicht gleich nach dem Äußeren oder einer vermuteten oder geäußerten Parteizugehörigkeit eine stumpfe, nicht das Individuum betrachtende Einordnung vorzunehmen.
Das hat mir schon mehr als einmal eingebracht, als „liberaler Scheißer“ oder ähnliches tituliert worden zu sein, aber wenn ich mir meinen Freundes- und Bekanntenkreis anschaue, und wie da schon früher z.B. eigentlich so unterschiedlich sie sie ja eigentlich nur aussehen können Punks und „Spießer“ zusammensaßen und wunderbare Abende hatten, dann weiss ich dass es von Vorteil ist, möglichst seine Vorurteile über Bord zu werfen.
Insoweit, ist Grün oder was auch immer überhaupt ausschlaggebend ob jemand Schütze wird oder werden kann?
Ich glaube wenn jemand sich emanzipiert hat und tolerant ist, ist alles gut. Und das muss auch nicht heißen alles hinzunehmen, klar heisst das auch sich abzugrenzen.
NavierStokes macht das schon richtig - viel Erfolg!