Beiträge von Califax

    Wir planen für unsere Schützen die jeweiligen "Höhepunkte" und dafür nötige Zwischenhöhepunkte je nach Alter, Können und Waffen.

    Dh. es gibt am Anfang des Sportjahres einen Plan mit den jeweiligen Wettkämpfen, die der jeweilige Sportler entweder obligatorisch (Kreis-, Landes-, Deutsche Meisterschaft), quasi-obligatorisch (Frühjahrspokal, Herbstpokal, Christmascup ...) oder fakultativ (Regionaljugendliga, Pistolenteamcup ...) jeweils schießen soll.

    Daraufhin wird das Training ausgerichtet - Technik, Athletik, Ausdauer ... - und dann eben noch auf die jeweiligen Sportwaffen. Zuerst Druckluft, dann Mehrschüssige Druckluft, dann Kleinkaliber ... - und Licht zwischendurch auch, für die Lichties, die z.T. ja auch schon Luftpistole schießen.

    Das ist logistisch-planerisch ein klein wenig herausfordernd, insbesondere, weil unsere Sportler ja auch noch ein bis zwei Leben neben dem Schießsport haben. Und das unterschiedlich.

    U.a. ein Interview mit einem SV Vorstand eines Münchener Vereins der den Beitrag von 150 auf über 400 Euro zur Finanzierung der Jugendarbeit erhöht hat.

    Aha, die haben von uns gehört und wollen nun mit der Lichtpistole besser sein als wir. Kann ich gut verstehen.
    Aber mit der läppischen Erhöhung um 167% wird das nix, das kann ich denen schon versprechen.

    Spaß beiseite:

    Jugendarbeit kostet viel Geld und Engagement, sollte sich aber nach einiger Zeit doch fast selber tragen. 400 Ocken Mitgliedsgebühr sind schon recht elitär. Zumindest für normale Menschen.

    weiterhin soll er können:

    a) E0 bis 7000 Joule
    b) nutzbare Entfernung 50m, 25m bis 7m
    c) Langwaffe und Kurzwaffe inkl. Schnellfeuerteil/Duell
    d) "Scheibenträger" sollen aufnehmen können DSB KK50m Spiegel, DSB GK 25m, DSB 100m reduzierte Scheibe, sowie BDMP-PP1 Scheibe.

    Aha, die "eierlegende Wollmilchsau" also.

    a) Ist wahrscheinlich möglich, aber die Blenden rundrum, die die Elektronik schützen, sind dann prohibitiv teuer. D.h., für Druckluft ist es Standard, bei KK auch noch kein Problem, für 1500 Joule schon erheblich ... - mehr haben wir gar nicht mehr angefragt.

    b) Wie wollt ihr das managen? Schütze bewegt sich auf Scheibe zu (wie beim normalen MD-Schießen) oder soll die Anlage fahrbar sein?
    Ersteres ist problemlos, aber dann müssen alle Schützen nebeneinander auf die gleiche Entfernung schießen. Zweites wird an den Kabeln scheitern. So ein GK-Ziel ist kein Baumischer.

    c) Also großes auswertendes Loch ... macht die Sache teurer. als wenn man nur für KK 50m ein Ziel aufstellt.

    d) Das geht, wenn man jemanden hat, der die Scheiben programmieren kann (ist z.B. bei Meyton kein Hexenwerk). Die Vorsatzscheiben muss man dann wahrscheinlich "basteln", wenn es sie so für das System noch nicht gibt.

    Kauft Euch schon mal Lose von "El Gordo", damit ihr den Spaß auch bezahlen könnt. Das wird RICHTIG teuer und definitiv keine Anlage "von der Stange"

    Wir standen vor einigen Jahren vor dem gleichen Problem, da unsere alten und schon gebraucht eingebauten Zuganlagen-Elektroniken nach und nach den Geist aufgaben. Wir haben ja ein ähnliches Spektrum abzudecken wie ihr - also auch so ziemlich die gleichen Anforderungen, die du oben beschrieben hast.

    GK und Elektronik sind grundsätzlich keine gute Idee, wenn auch Amateure und Jäger drauf schießen. Da geht dauernd was kaputt. Und die GK-fähigen Blenden sind, wie weiter oben beschrieben, sau-sauteuer.

    Wir haben uns dann für Zuganalagen entschieden (Trag- und Zugseile und die Rollen waren ja noch vorhanden. Die alten Motoren wurden durch neue, kleinere, stärkere und dabei stromsparende ersetzt, die auch (keine Ahnung, wie, da ist eben ein Zählwerk mit verbaut) genau wissen, wieviel Meter sie gezogen haben. Auf den Zentimeter genau. Für jeden Schützenstand extra. Dazu eine komplett neue Steuerelektronik auf SIEMENS-Basis (für uns von Mitgliedern entwickelt, gebaut und programmiert). Somit können die Scheibenträger auf den Zentimeter genau von im Prinzip Null Metern bis 50m gefahren werden - und das in einem Affentempo. Die Scheibenträger nehmen natürlich jede beliebige Scheibe, sind aber Verbrauchsmaterial. Für Duell usw. wird mit Timer geschossen. Kosten lagen so bei ca. 12-15.000,- € für 10 Stände, wenn ich mich richtig erinnere. Wird heute ein wenig mehr sein. Damit kann unsere Anlage fast (!) genau das, was der Threadstarter wünscht.

    Für das Schießen mit Ampel (Duell, Schnellfeuer) habe ich auch eine mobile Ampelanlage gebaut, aber inzwischen bin ich zu faul, die vor jedem Training an- und danach wieder abzubauen.

    Wie hoch ist das Abzugsgewicht Ihrer Freien Pistole?

    So hoch, dass DU es noch BEHERRSCHEN kannst.

    Zu niedrig - und es wird eine Lotterie. Man sollte den Punkt noch fühlen und merklich überwinden können.
    Zu hoch - man verschenkt Präzision.

    Wie viel Gramm das für dich sind - 10g, 20g, 50 g ... - das hängt von deinen ganz persönlichen Fertigkeiten ab.
    Mit persönlich wären 20g zu wenig - anderen (besseren Schützen) ist das schon zu viel.

    ... und dann sollte die Waffe nicht sofort auslösen, wenn du sie geladen absetzt.

    Ein gewisser Anspruch an Grundwissen für einen C-Trainer sollte schon vorhanden sein.

    Das sehe ich auch so. Ob man das jetzt an 4 Jahren Schießsport festmachen muss, darüber kann man geteilter Meinung sein.
    Die junge Frau (und Mutti), die sich für unseren Verein gerade zur Trainerin ausbilden lässt, ist erst seit 2 Jahren dabei - begleitet aber auch seit bestimmt 1 1/2 Jahren fast jedes Training. Und schießt selbst auf gutem Niveau mit, wenn auch nur LP.

    Dreistellungskampf wurde/wird bei uns nicht vermittelt und ist auch nicht Voraussetzung - bei uns.

    Ich finde es eher wichtig, dass die Aspiranten "learning by doing" sich aktiv am Training in einem Verein oder gar einem Talentstützpunkt beteiligen. Ich habe das Meiste immer von anderen durch zuschauen, verstehen, imitieren und anpassen gelernt.

    Kaderkriterien wurden nach Saisonende rückwirkend so geändert, dass man doch keine Förderung erhielt.

    Da fühlt man sich betrogen und ich kann deinen Frust 100%ig verstehen.

    Btw: So arbeiten die Ärzte übrigens auch - die Vergütungskriterien im kassenärztlichen Bereich werden erst nach dem Einreichen der quartalsmäßigen Abrechnung rückwirkend (!!!) "angepasst". Dieser Betrug hat also System. Auch darum geht es dem Gesundheitssystem immer schlechter. Wie dem Sport.

    Dann wäre ja der Weg zurück zum Amateurstatus im früheren Westen ein Gewinn?

    Es wäre wenigstens ehrlich. Aber Gold holt man damit nicht.

    Dieser Staat und die ihm dienen, meinen, dass man ohne entsprechende Investitionen (und damit meine ich nicht nur Dollar, Euro, Rubel...) planbar und in hoher Anzahl sportliche Höchsterfolge erreichen kann? Träumt weiter!

    Der alten BRD war es offensichtlich egal, solange es sich nicht um Fußball drehte. Man hat nichts reingesteckt und wenn doch mal was rausgekommen ist, hat man sich wie Bolle gefühlt. Und hat ansonsten den dummen Osten wirtschaftlich alt und grau dastehen lassen.

    Der alten DDR war es NICHT egal. Wir (ich spreche jetzt mal von wir, denn auch der Dissident freute sich klammheimlich über die Erfolge) hatten einen Minderwertigkeitskomplex, den den DDR mit olympischem Gold übertünchen wollte. Die große Sowjetunion zu besiegen war nicht ganz drin, aber sich ganz nahe dran zu bewegen - und das mit dem Bruchteil an Menschenmaterial (ja, so zynisch muss sein) - das schaffte einen echten Kick. Kann ich als Trainer eines kleinen Kleinstadtvereines nachvollziehen, wenn wir es hier und da schaffen, dem 4x größeren und viel reicheren Leitverein aus der Landeshauptstadt sportlich Paroli zu bieten. Darum hat die DDR wirklich ALLES getan, um das wenige verfügbare Menschenmaterial effektiv und effizient für "sportliche Erfolge" fit zu machen. Die dazu auserwählten Sportler waren keine Amateure - die waren von Lehre und Arbeit freigestellt und haben 8 3/4 Stunden am Tag trainiert. 6 Tage die Woche. Doping geschluckt, Totalüberwachung.

    Nach der Wende hat die BRD die DDR-Sportler und Trainer übernommen. Bis heute davon gelebt - ohne zu groß investieren. Fast nur von der Substanz gelebt. Die ist nun alle.

    Nein, da will ich nicht wieder hin. Aber ohne das ist es nicht möglich, nur annähernd diese alten "Erfolge" zu erzielen. Es ist heute die Zeit der Schwellenländer, die versuchen, Reputation über Sportgold zu bekommen. Die können das besser als wir: Hungrig nach Erfolg und Geld, viele Menschen, wenig Menschenrechte.

    Mir würde es genügen, wenn Deutschland wieder wirtschaftlich auf die Beine käme. Denn DAS hat die DDR nie geschafft, die BRD bis vor Kurzem schon. Der Volkswirtschaftler nennt sowas Fehlallokation.

    (hallo Califax). Niemand will mehr Stellvertretender Fahnenträger, Vorsitzender des Fest- und Vergnügungskomitees oder Zweiter Schatzmeister sein, aber viele sind bereit, sich im Quartal einige Stunden für den Verein einzubringen.

    Es wäre schon schön, wenn es für den Ersten Fahnenträger und den Einzigen Schatzmeister etc. pp. nur jeweils einen einzigen qualifizierten, engagierten und auch ausreichend Zeit habenden Aspiranten gäbe.

    Aber es gibt trotzdem immer noch einige wenige - ja, ich nenne sie Verrückte - die auch ohne Amt und Würden immer dann im Verein aufschlagen, wenn es was zu bauen, zu reparieren, zu tun gibt. Ohne die wäre das Licht schon lange aus:

    relativ deutliche Verbraucher- und Konsumentenmentalität, also die Erwartung, dass man für einen (meist viel zu geringen !) Beitrag eben Mitglied ist, und dann etwas dafür erwarten kann und will;

    Komme heute auf den Stand, sehe unseren Elektriker gerade zusammen mit unserem jungen Schriftwart das neue Elektronikschloss einbauen. Letzte Woche hat er den Motor unserer Fallplattenanlage repariert. Zwei Wochen vorher die ausgefallenen Strahler ausgewechselt ... - alles für lau, denn seine abzuleistenden Arbeitsstunden würden bis mindestens 2032 reichen - also nur die, die ich persönlich dieses Jahr gesehen habe. Dafür gibt es eine große Anzahl von Vereinsmitgliedern, die rumningeln, weil wir in der letzten Mitgliederversammlung den Ausgleichsbeitrag für nichterbrachte Pflichtstunden verdoppelt haben. 10 Pflichtstunden pro Kalenderjahr sind ja nun nicht wirklich viel, die reiße ich fast jede Woche runter. Das sind 5x Aufsicht machen oder 2x Arbeitseinsatz oder hin und wieder mal Rasen mähen.

    Wir müssen es besser schaffen, die Leute nicht vom Schiffsbau zu begeistern, sondern dass sie sich auf das weite Meer freuen:

    Mit Beitragserhöhung von 1,50 €, wurde das hier schon ausreichend beklagt?

    Ich erhöhe auf 4 Euro Fuffzig!

    Aber dann möchte ich auch zur DM in M einen sicheren Parkplatz direkt am Schießstand haben - und nicht auf den Ausweichparkplatz ausweichen müssen.

    Jetzt könnte ich fragen ob die Jugend noch bereit ist für den Leistungssport,

    Es gibt sone und solche ...

    Ja, nur die allerwenigsten sind für den Hochleistungssport wirklich bereit.
    Denn das beißt sich mit "work live balance".

    bin ich nicht mehr sicher ob das internationale Treppchen erstrebenswertes Ziel ist.

    Man muss sich - Ausnahmen bestätigen die Regel - normalerweise auf einen behördlichen Arbeitgeber einlassen.
    Und der diktiert die Regeln - nicht immer sehr nett.

    Eine meiner ehemaligen Sportlerinnen ist jetzt beim Zoll. Als Filzstift hatte sie nicht zur DM frei bekommen, erst ab EM ... - hat sie mir zumindest erzählt. Wenn das stimmt, was für ein Schmarrn.

    In Sachsen kann man als Sportpolizist nur in den Mittleren Dienst - also Meister. Darum ist unser Christian Reitz von Löbau nach Hessen gewechselt.

    Ältere Trainerkollegen, die das mal als Beruf hatten und während ihrer aktiven Sportlerzeit die DDR bei Olympia erfolgreich verteten haben, leben heute in echt prekären Verhältnissen.

    Usw. usf.

    Nein, ich persönlich verstehe die Kids, es gibt einfachere und sicherere Wege zu Ruhm und Geld als gerade den Schießsport.
    Es macht Spaß, wenn man Erfolg hat. Es bringt auch etwas Förderkohle.

    Aber fürs Geld sollte man es nicht machen.

    Btw: Bezüglich Kadersystem und DDR: Mit dem Wegsterben der letzten Reste des DDR-Sports geht es immer schneller sportlich bergab. Das Kadersystem hat in der DDR 1a funktioniert, am Anfang nach der Wende sicher auch noch, unter den heutigen gesellschaftlichen Umständen offensichtlich nicht mehr.

    keine Kinder zwischen 12 und 22 ???

    ich habe drei davon. Da bleibt neben Abitur und Studium kaum noch Zeit für Spaß.

    Ok, nur 2, beide fingen mit 9 Jahren den Schießsport an, waren Landeskader,mehrfach auf der DM auf dem Treppchen, meine Große eine Zeit lang Bundeskader. Beide Einser-Abitur (staatliches sächsische Gymnasium), Medizinstrudium, der Kleine ist jetzt fertig diplomierter Wirtschaftsinformatiker.

    Beide auch mit gesundem Sozialleben und Freunden. Es geht also.

    Die Pardini HP in 7,65mm Browning, die es seit einigen Jahren gibt, wird von denen, die sie schießen, hervorragend beurteilt.

    Muss es schon eine ganze Weile geben, wir haben eine in der Familie (mein Sohn schießt die) - als Wechselkit .32/.22.

    https://pardini.de/w_sp_hp.html

    Da bereits eine Pardini RF (.22) im Bestand war, haben wir auf die zweite eine Picaschiene draufbauen lassen - um die sportliche Nutzungsmöglichkeiten deutlich zu erweitern. Ja, schießt wie Gift, im Prinzip wie die .22er, nur etwas mehr "Bumms". Aber nicht wirklich viel.