SK Schönebeck und Lapua aus demselben Haus?

  • Ich hatte bisher noch nie Probleme mit Munition aus Schönebeck, egal wie alt diese war. Die älteste, die ich hier habe, ist ca 30 Jahre alt und wird aktuell im Training aufgebraucht. Im KK Liegend reicht diese immer noch für 590+

  • Ich hatte bisher noch nie Probleme mit Munition aus Schönebeck, egal wie alt diese war.

    Nun ist genau das aber nicht egal.

    Die Treibladungspulver, die in der alten DDR-Schönebeck mit den Pappeinsatz-Schachteln (weiß-rot, weiß-rot P für Pistole, weiß-blau M 70 für KK-MPi M 69) verladen wurden, waren und sind stabil. Natürlich war das keine Spitzenmunition; weshalb internationale Spitzenkader in kleinen Mengen RWS und Eley bekamen, und aufstrebende Schützen und Trainer der etwas niedrigeren Klassen sich auf allerlei Tricks und Beziehungen verlegten.

    Die neuere DDR-Schönebeck (blau-gelb u.a.) war m.E. verlässlicher in der Präzision, und erst recht die mit Devisen und neuestem Maschinenpark hergestellte spätest-DDR-Fertigung aus den Endachtziger Jahren (Plastikbox). Die wurde nahtlos in die BähErrDäh übernommen (für kurze Zeit als ACF firmierend, Anhaltinische Chemische Fabriken), und war am Anfang ob ihrer modernen Optik und hohen Leistung sehr beliebt. Wir fanden sie damals viel ansprechender als die bräsige und langweilige Alte Tante RWS. Auch die Schiebeboxen waren besser und praktischer.

    Aber die Probleme mit der Deterioration des TLP und noch später mit einigen inert werdenden Zündsatz-Chargen waren damsls natürlich auch noch nicht erkennbar...

    Carcano

  • Ich wusste jetzt nicht, dass du in großen Mengen noch 40 Jahre alte Munition hast. Mir erschließt sich auch ehrlich gesagt nicht, wieso man Munition so lange aufbewahrt und diese nicht einfach verschießt.

  • Mir erschließt sich auch ehrlich gesagt nicht, wieso man Munition so lange aufbewahrt und diese nicht einfach verschießt.

    Bei KK-Munition mir auch nicht - aber ich habe auch ein nicht ganz kleines Konvolut an Bleischrotpatronen, das ich erst nach und nach verbrauchen kann. Habe ich von einem lieben Freund zum absoluten Freundschaftspreis (fast geschenkt) bekommen, weil er bei sich nur noch Stahlschrot schießen darf. Und so oft schieße ich keine Flinte. Und dann habe ich noch das gute 4mm-Jagdschrot, das zwischendurch mal bei "Praktischer Flinte" (BDS, vor IPSC) zulässig war und für sehr sicheres Fallen der Stahlziele sorgte. Da könnte ich noch ein paar Päckchen abgeben, z. B. an Jäger.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Die hier:

    Die Schachteln haben ja schon den für die Trumpwähler erforderlichen Warnhinweis.

    Ich meine noch an russische Munition aus der Zeit nur in Landessprache zu erinnern. Gab es da unterschiedliche Verpackungen?

  • Die Schachteln haben ja schon den für die Trumpwähler erforderlichen Warnhinweis.

    Ich meine noch an russische Munition aus der Zeit nur in Landessprache zu erinnern. Gab es da unterschiedliche Verpackungen?

    a) Ja, der war auf dem USA-Markt seit 1962 vorgeschrieben, uind die Sowjetunion hat gerne exportiert. Vostok wurde hier hauptsächlich von Frankonia vertrieben.

    b) Ja, weil es auch verschiedene sowjetische (nun: russische) Hersteller gab und gibt.

    Carcano

  • Mir erschließt sich die seltsame gespielte "Verwunderung" nicht.

    Gespielt ist da nichts. Ich teste Munition für mekne Waffe und verschieße diese dann. Ist sie alle, kauf ich neue. Bis auf ein paar Schachteln Bodensatz bleibt da nix übrig und die wird im Training dann verschossen.

  • für meine Waffe

    Das ist wohl der Unterschied. Meine Waffen brauchen mehr als eine Handvoll Tresore, diese stelle ich aber auch - soweit zulässig - meinen Trainingskindern unentgeltlich zur Verfügung. Die Waffen - nicht die Verbrauchsmaterialien. Und die vielen verschiedenen Waffen brauchen zum Teil doch andere Munition bzw. brauchen nicht immer die teuerste.

    Ich bin zwar als hauptsächlich Trainer im DSB unterwegs (LP, mLP, SpoPi, ggf. Schnellfeuer) - aber der BDS bietet auch meinen etwas weniger talentbeschenkten Nachwuchsschützen viele Möglichkeiten der erfolgreichen sportlichen Betätigung. Eine gediegene DSB-Schießausbildung ist da durchaus von Vorteil. Am Ende muss es einfach Spaß machen, so dass die Jugendlichen zu langjährigen Mitgliedern mit WBK werden.

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    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Das ist wohl der Unterschied. Meine Waffen brauchen mehr als eine Handvoll Tresore, diese stelle ich aber auch - soweit zulässig - meinen Trainingskindern unentgeltlich zur Verfügung. Die Waffen - nicht die Verbrauchsmaterialien. Und die vielen verschiedenen Waffen brauchen zum Teil doch andere Munition bzw. brauchen nicht immer die teuerste.

    Ich bin zwar als hauptsächlich Trainer im DSB unterwegs (LP, mLP, SpoPi, ggf. Schnellfeuer) - aber der BDS bietet auch meinen etwas weniger talentbeschenkten Nachwuchsschützen viele Möglichkeiten der erfolgreichen sportlichen Betätigung. Eine gediegene DSB-Schießausbildung ist da durchaus von Vorteil. Am Ende muss es einfach Spaß machen, so dass die Jugendlichen zu langjährigen Mitgliedern mit WBK werden.

    Ich habe früher auch bis zu drei KK Gewehre an Jugendliche verliehen. Und auch da habe ich keine 50 Jahre überlagerte Munition verteilt, sondern regelmäßig neue ausgetestet. Die Kids sollten ja schließlich was treffen und haben es mit einigen Medaillen bei der Bayerischen und Deutschen belohnt.

  • Und auch da habe ich keine 50 Jahre überlagerte Munition verteilt, sondern regelmäßig neue ausgetestet. Die Kids sollten ja schließlich was treffen und haben es mit einigen Medaillen bei der Bayerischen und Deutschen belohnt.

    Du hast jetzt aber wirklich nicht kapiert, worüber wir hier reden.

    👎

  • Wahrscheinlich nicht. Pro Trainingseinheit und Schütze gehen in der Regel 2 Päckchen a 50 Schuss weg. Plus Wettkämpfe. in Trainingslagern deutlich mehr. Meine KK-Munition wird darum selten alt.

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  • Du hast jetzt aber wirklich nicht kapiert, worüber wir hier reden.

    👎

    Es erschließt sich mir einfach nicht, wo ihr 30+ Jahre alte Munition in großer Menge herbekommt. Kriegt ihr die geschenkt? Findet ihr die irgendwo? Habt ihr damals einfach einen Sattelzug voll gekauft? Macht ihr im Training nur zehn Schuss, damit die Munition länger hält?

  • Es erschließt sich mir einfach nicht, wo ihr 30+ Jahre alte Munition in großer Menge herbekommt. Kriegt ihr die geschenkt? Findet ihr die irgendwo? Habt ihr damals einfach einen Sattelzug voll gekauft? Macht ihr im Training nur zehn Schuss, damit die Munition länger hält?

    Unterschiedlich.

    Bei Surplusmunition gibt es teilweise keine Alternative, weil die Kaliber zivil nicht oder nicht mehr produziert werden. Die wird dann aus alten Depots ganz normal auf den Markt geworfen. 8x50R und 8x56R, 8mm Lebel etc. gibt es erst seit relativ kurzer Zeit von PPU wieder. Davor war nur Munition aus den 30ern verfügbar. Habe selber noch davon im Munitionsschrank. Ebenso schweizer GP90 von 1924, für das IG89.

    Aber wie hier bei KK-Mun. ist es oft so, daß Schützenkollegen seit Jahrzehnten nicht mehr viel schießen, oder auch gar nicht, und nun alles abstoßen. Da kommen immer mal wieder solche alten Chargen zu Tage. Die gibt's dann für umme oder gegen wenig Geld als billige Trainingsmunition.

    Bekennender DSB-Schütze
    ------------------------------
    FWR, FvLW, pro-legal
    ------------------------------
    Ceterum censeo IANSAm esse delendam
    (Internet-Fundstück)

  • bei KK-Mun. ist es oft so, daß Schützenkollegen seit Jahrzehnten nicht mehr viel schießen, oder auch gar nicht, und nun alles abstoßen. Da kommen immer mal wieder solche alten Chargen zu Tage. Die gibt's dann für umme oder gegen wenig Geld als billige Trainingsmunition.

    Das ist dauernd der Fall und sorgt für einen ständigen Zustrom.

    Natürlich muss man hier trennen. Alte Sellier & Bellot Rex zum Beispiel ist zwar zündsicher, aber für Gewehr kaum noch geeignet, und für Pistole überwiegend in den dynamischen Disziplinen. Desgleichen Pob[j]eda.
    Dagegen die südafrikanische Swartklip, die in den 1980ern hier von Kettner vertrieben wurde, ist je nach Charge mäßig bis immer noch sehr gut. Gleiches gilt für alte RWS Standard, und für viele ältere Eley Pistol und Eley Club. Alte russische Munition schwnkt zwischen eher schlecht und versageranfällig (z.B. die braune Vostok Target) und sehr gut (Match und Extra). Alte Lapua Master ist oft immer noch (fast ;) ) Goldstandard.

  • Ich habe selbst aus einem Nachlass eine größere Menge CCI Standard (noch in den weißen Schachteln) übernommen, ich denke aus den 90ern.

    Schießen top aus meiner GSP.

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  • Das ist ja nicht alt...

    Für manche hier wohl schon ... ;)

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  • CCI Standard (noch in den weißen Schachteln)

    Da hatte die auch noch Qualität. Wurde mit jeder Designänderung schlechter.

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    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Wer sich übrigens für die Entschlüsselung der Fertigungscodes von Lapua (und damit in Ableitung auch von SK Schönebeck) interessiert, der kann im Netz inzwischen eine Reihe entsprechender Postings finden und nachlesen.

    Der aktuelle Code, den es schon seit ein paar Jahrzehnten gibt, besteht aus 2 Teilen, die durch einen Schrägstrich unterschieden werden. Der 1. fünstellige Teil enthält die abgekürzte durchschnittliche Geschossgeschwindigkeit des Munitionsloses aus einem Testlauf (z.B. 22 bedeutet 322 m/s), eine einstellige Zahl für die gewählte Geschossform, und die verschlüsselte zweistellige Jahreszahl der Fertigung.
    Der 2. sechsstellige Teil nach dem Schrägstrich ist die genaue sogenannte "Losnummer", wobei ich dann noch einmal nachlesen müsste, was im einzelnen diese zweite mehrstellige Zahl aussagt.