Es soll nun eine Umbenennung des PSSB in "Rheinlandpfälzischer Sportschützenbund" (RPSSB) geben. Danach sollen die Fördergelder wieder fließen.
Also irgendwie habe ich das Gefühl,. dass dieses Posting drei Tage zu früh erschienen ist... ![]()
Es soll nun eine Umbenennung des PSSB in "Rheinlandpfälzischer Sportschützenbund" (RPSSB) geben. Danach sollen die Fördergelder wieder fließen.
Also irgendwie habe ich das Gefühl,. dass dieses Posting drei Tage zu früh erschienen ist... ![]()
Es geht nicht um Einnahmen durch Startgelder. Entgegen der Annahme von geizigen Gartenzwergen, die den Zeiten hinterherjammern, als das Startgeld noch fünfzig Reichspfennig war, sind für die DSB-Verbände die Meisterschaften bestenfalls "break-even events", anders als hie und da bei Großkaliberverbänden.
Tatsächlich geht es bei Startangeboten positiv um
- Attraktivität durch Vielfalt
- Einbindung, bei-der-Stange-Halten oder Wiedergewinnung älterer Verbandsmitglieder (die sonst am Sport nicht mehr teilnähmen), welche ja demographisch immer mehr zunehmen und daher immer wichtiger werden; man sehe sich nur die Ergebnisse in den nicht-aufgelegten Disziplinen an ! Die DSB-Landesverbände ebenso wie die Vereine an der Basis werden am Leben erhalten nicht von der Jugend und auch nicht von der immer kleiner werdenden Schützenklasse, sondern von den Vereins- und Verbandsbeiträgen der Alters- und Seniorenklassen. Fakt.
- Aufrechterhaltung des waffenrechtlichen Bedürfnisses bis ins (hohe) Alter hinein, damit Erhaltung des Waffenbesitzes (nötig wegen § 45 Abs. 2 WaffG)
Negativ geht es um:
- Begrenzte Anzahl von überhaupt geeigneten, hinreichend großen und hinreichend gut ausgestatteten Ständen
- Begrenzte Kapazitäten (Zeit und Lärmschutz) auf eben diesen Ständen
- Sehr begrenzte und zunehmend schrumpfende Anzahl von immer älter werdenden bzw. aussterbenden Freiwilligen für die Durchfühung (Aufsichtspersonen, Kampfrichter, Schießleiter, Auswerter, Jury, EDV'ler)
Diese gegenstrebigen Tendenzen muss man in Ausgleich bringen. Und ich finde, das leisten die DSB-Verbände noch erstaunlich gut.
Carcano
Koda fragte:
"Aber was sind die Zentralfeuerpistolen?"
Deutsche Übersetzung der internationalen (ISSF-) Disziplin "25m Center Fire Pistol". Geregelt im ISSF Rulebook (Stand 2017). Ziemlich alles genauso wie bei der "25m Pistol" (also Kleinkaliber), deren Ahnherr diese Disziplin ja auch ist, mit Ausnahme der Patronen, für welche folgende Kaliberbestimmung in Rule 8.4.4. gilt:
7.62 mm – 9.65 mm (.30”-.38”)
Das bedeutet, dass theoretisch auch 7,62 Tokarev, 7,63 Mauser und 7,65 Parabellum verwendet werden könnten. Ebenso alle 9mm-Patronen.
Diese Disziplin ist nicht olympisch, wird aber bei den Commonwealth Games geschossen.
In der Schweiz wurde die Disziplin bis etwa in die 1970er Jahre noch oft mit der Pistolenpatrone 06/29, also der 7,65 Para geschossen. Weltweit dominierte bis in die Anfang-1970er die Patrone .38 Special WC aus Pistolen (Hämmerli 240, S&W 52, Colt Cold Cup 19111) und Revolvern. Die Russen schießen tlw. heute noch die 7,62 Nagant kurz WC, z.B. aus dem TOZ-49.
Ansonsten aber herrscht inzwischen die .32 S&W Long WC vor, meist aus der Pardini HP verschossen. In den USA gibt es die Pardini auch in 7,65mm Browning (.32 ACP), da diese kürzere Hülse innenballistisch vorteilhaft ist und die Patrone insbesondere auf 50 yards (NRA Bullseye) die Geschosse besser stabilisert als die .32 SWL.
Carcano
ISAS hat jetzt gerade begonnen. Also vielleicht zurück zum Thema.
WIe der eine und andere hier kenne ich die Verbandsarbeit und waffenrechtliche Arbeit sowohl des DSB als auch der anderen schießsportlichen Dachverbände nicht nur als Schütze, sondern auch aus der Innenperspektive. Solche Fachkenntnis muss einen nicht an klaren Urteilen hindern oder daran, auch einmal notwendig deutlich zu werden (ich habe hinreichend eindeutig gesagt, wo ich die waffenfeindlichen und intoleranten Landesverbände im DSB verorte - das sind HSB, NSSV, NWDSB). Aber es verhindert recht verlässlich dumme Vorurteile, Scheuklappen und Schaum vor dem Mund.
Nun zu ISAS: wie ich sehe, scheinen die Teilnehmerzahlen diesmal 2017 etwas geringer, viele Spitzenschützen fehlen. Das ist eigentlich schön, weil so auch aufstrebende Talente einmal eine Chance bekommen, und nicht gegen die ganz Großen anschießen müssen.
Großbritannien ist vornehmlich durch Armee und Polizei vertreten. Das liegt aber daran. dass British Shooting seine ganz geringen Geldbeträge anders einsetzt als für ISAS, und es liegt zweitens daran, dass diese Schießsportverhinderungsorganisation (Motto: "British Shooting - inspired to fail !") sich vorrangig bemüht, ausländische Teilnahmen und Wettkampferfahrungen ihrer Schützen und Schützinnen nach Kräften zu verhindern, i.d.R. durch absurd hohe und kaum erfüllbare Mindestqualifikationserfordernisse, bevor man/frau den reichlich zerfetzten Union Jack auch nur auf Halbmast setzen darf.
Umgekehrt scheinen die Inder mit Geld nur so zugeschüttet zu werden für ihre Schießsportauslandsreisen. Ich glaube, wir haben in Deutschland bald mehr indische Schützen pro Jahr als amerikanische Touristen. ![]()
Carcano
Mit dem Herrn Dittmar konnte ich jetzt sprechen und erhielt per Telefon angenehme Auskünfte. Der Verkauf der Firma liegt schon länger zurück, Herr Häring blieb aber zunächst noch im Unternehmen; seit dem Jahre 2016 ist die arbeitsrechtliche Trennung vollständig vollzogen.
Wir zum Beispiel würden uns für unsere vorhandenen vier 100-m-GK-Anlagen (die bei der jetzigen Kreismeisterschaft wieder reibungslos funktioniert haben (freilich belasten die sehr engen Schußgruppen bei 100 m KK aufgelegt die Gummibänder stark und erzwingen eine vorzeitige Auswechselung) bezüglich Wartung etc. in Zukunft also an Intarso wenden, auch für den Nachkauf weiterer Anlagen.
Interessant war es zu hören, dass die Anlagen auch für weitere Disziplinen und Scheiben anderer Verbände programmiert werden können, z.B. der DSU. Für den BDS werden sie wohl schon aktuell genutzt (soweit die Geschosse überschallschnell sind), ebenso für den DJV mit Jagdscheiben.
Carcano
Alles anzeigenWir hatten am Wochenende Sport- und Jugendausschusssitzung auf Landesebene. Ab 2018 kommt es im Pistolenbereich zu einigen Änderungen:
Neue Disziplinen für Luftpistole
LP Standard (mit mehrschüssiger LP)
4x 5 Schuss in 150s auf Präzisionsscheibe
4x 5 Schuss in 20s auf Präzisionsscheibe
LP Mehrkampf (mit mehrschüssiger LP)
4x 5 Schuss in 150s auf Präzisionsscheibe
4x 5 Schuss in 3/7s auf Duellscheibe
Beide Disziplinen für Schüler, Jugend und offene Klasse ab Junioren
Thematisch lässt es sich am besten hier unterbringen, auch wenn das Unterthema nun den rein deutschen Bereich verlässt:
Mehrschüssige Luftpistolen sind im Ausland tlw. beliebter und reger genutzt als hier. Das liegt an unterschiedlichen Waffengesetzen.
Auf den britischen Inseln sind z.B. in den meisten Regionen (Ausnahme: Kanalinseln, Isle of Man, Nordirland) Handfeuerwaffen praktisch verboten. Es gibt zwar inzwischen um die 1300-1400 "Section 5 authorities" für verbotene Waffen in England und Wales, doch sind davon nur eine einstellige oder allenfalls sehr niedrige zweistellige Zahl für Schützen, im Prinzip nur die Spitzenkader für Olympische Spiele und Commonwealth Games. Dafür werden die ganzen ISSF-25-m-Disziplinen mit der Luftpistole geschossen. Für die Spitzenkader werden zusätzlich im Jahr 6 oder 8 Trainingstermine mit Patronenwaffen angeboten.
Und nun ist gerade eine Polizeibehörde auf die Idee gekommen, dass mehrschüssige Sportluftpistolen (weil nominell Selbstlader) auch verbotene Waffen sind, und dass also seit fast 20 Jahren selbst dieser Umweg umerlaubt war. "Die spinnen, die Briten", würden unsere Gallier sagen.
Carcano
Ist beim DSB die Trainerlizenz allgemein gültig oder auf die Olympischen Disziplinen ausgerichtet?
Ja und ja.
Jedenfalls ist der Verzicht auf MLP Klappscheiben IMHO ein Schritt in die absolut falsche Richtung, nämlich weg von einer relativ einfachen und massentauglichen Disziplin für den Breitensport, die auch für Zuschauer attraktiv ist. Warum ist Biathlon wohl so erfolgreich? Weil es da was zu sehen gibt. Fällt oder fällt nicht. Fertig. Keine Zehntelwertung.
Ich sehe das ganz genauso wie Du. Zudem wäre das auch für die Olympischen Jugendspiele eine sehr gut geeignete Disziplin (dazu muss man aber die Intention der YOG verstanden haben, und das haben die meisten Fachverbände nicht - die halten die YOG einfach für eine Art "kleiner olympischer Wettkampf für die Nachwuchstalente", was sie aber nach der Intention des IOC genau nicht [!] sein sollen).
Aber ich denke, wir beide sehen die praktischen Gründe für den Misserfolg dieser Disziplin in der deutschen Praxis (es ist nicht in allenLändern der ISSF so). Leider.
Carcano
Also - ich hoffe, dass Du, Deine Partnerin oder die beiden jungen Frauen mir nicht böse sind wegen der anfänglichen Namensverwechslung.
Und dass sich zweitens niemand von meiner sehr nüchternen und wenig wertschätzig klingenden Leistungseinschätzung angegriffen fühlt.
Wer (fiktives Beispiel) in Sportpistiole von früher 578-583 auf 565 sinkt, schießt immer noch sehr gut (10 Ringe über olympischem MQS), hat sich aber objektiv deutlich verschlechtert. Was man auch so sagen wird und darf.
Die ganze Sache leider auch ein wenig darunter - die Userin "daneben" hat es oben auch angesprochen, so wie auch schon in der Vergangenheit in Diskussionen mit Dir - dass man 3 Bereiche ganz deutlich unterscheiden und auseinanderhalten muss, gerade WEIL sie sich in der Praxis oft überschneiden. Die Antworten fallen aber trotzdem bereichsspezifisch ganz verschieden aus. Was tun wir - sollten wir tun - für:
- Jugend(werbung)
- Nachwuchs(gewinnung)
- Leistungssport(förderung)
Klar wird, wer mit 30 anfängt, im Schießsport nicht mehr Weltklasse werden. Klar ist gegen eine frühe Befassung von Kindern unter 14 Jahren mit dem Schießsport nichts einzuwenden, gerade aus breitensportlicher Sicht (leistungsportlich bringt es wenig für später). Aber ebenso klar sind die 30jährigen oder 45jährigen Einsteiger und Neuinteressenten diejenigen, die den Schießsport am Leben erhalten und seine Zukunft sichern.
Carcano
Ich hab mir jetzt mal die DSB Homepage angeschaut und dort ein Jugendkonzept gesucht (da es mich interessiert, da wir ja mit dem Leistungssport quasi in Kontakt sind). Da wurde ich nicht fündig
Ich habe weder auf der DSB-Website noch bei der DSJ etwas gefunden. Kann auch sein, dass es besonders gut versteckt ist. Aber tatsächlich sind uns die Franzosen (FFTir) in gerade *diesem* Bereich weit voraus. Der Vergleich ist frappierend.
Carcano
Die recht bekannte Firma Häring (ursprünglicher Sitz Höchst im Odenwald) hat sich ja aufgespalten in zwei Nachfolgerfirmen:
einerseits Intraso GmbH (in Höchst, mit der Eigenanpreisung: "Alle Rechte und Pflichten der ehemaligen Häring Schießsportanlagenbau GmbH liegen bei INTARSO"): http://www.intarso.de/
und andererseits German Targets (aringus GmbH, Geschäftsführer Ulrich Eberhard Häring in Höchst): http://www.haering-gmbh.de/site-de/index_de.html
Frage 1: Was war der Grund (Erbteilung)?
Frage 2: wie sind Eure Erfahrungen bisher mit dem Support und der Kompetenz der beiden Nachfolgerfirmen?
Gruß, Carcano
Es ist im DSB - aber auch in anderen, nichtschießenden Sportverbänden - sehr typisch und auch gut nachvollziehbar, dass viele begonnene Leistungssportkarrieren im Juniorenalter abbrechen. Ich habe das auch schon einmal hier im Forum thematisiert, vor ein paar Jahren; denn die Sportwissenschaft hat sich damit inzwischen intensiv befasst. Leider machen die jeweiligen Verbandsverantwortlichen in der Regel die Ohren zu und wollen die Realität nicht wahrnehmen.
Aber schon ein simpler Vergleich der Ergebnislisten über Jahre hinweg ist sehr aufschlussreich.
Ich habe an eine ganz andere junge Frau gedacht, nämlich an Lisa Schneider. So die Liste des ISAS 2015. Irgendwo liegt da eine Verwechselung. Sorry dafür, und meine Entschuldigung an die falsch Zugeordnete !
Bisher hat der DSB *nicht* eingelenkt, sondern hat ganz im Gegenteil die anderen Verbände stets mit seinem Gewicht sehr solidarisch unterstützt und ihnen den Rücken gestärkt.
Ob das aber auch nach dem Ausscheiden Jürgen Kohlheims Ende April 2017 noch so sein wird, steht freilich in den Sternen. Es gibt ja durchaus waffenfeindliche DSB-Landesverbände, wie HSV, NWDSB, NSSV... ![]()
Carcano
2015 hat eine meiner Junioren-Schützinnen sowohl mit der LP als auch der SpoPi dort Gold geholt.
Tja. Ich habe sie auch einmal nachgeschlagen. Es scheint, dass sie zwar noch schießt, aber nicht mehr an der deutschen Spitze leistungssportlich - oder habe ich falsch gesehen?
Ja, es gibt es etwas Neues. Die Vertriebsfrau von CCEA hat eine süße Tochter bekommen (nein, das interessiert Euch natürlich nicht), und auf der IWA konnte ich zufälligerweise am Stand der China South Group mit dem zuständigen Entwicklungsingenieur für Munition bei CCEA sprechen (Herr Peng Dai Yi), der aber auf das Gespräch nicht vorbereitet war und deshalb etwas abweisend gewirkt haben mag. Und eine à jour gebrachte Postanschrift von CCEA habe ich auch. Jetzt muss ich also wieder nachhaken und mich in Erinnerung bringen.
Carcano
Recht frei assoziiert:
- Besonderheiten des Trainings mit der Freien Pistole.
- Trainingseinheiten Standardpistole, sowohl als eigenständige Disziplin, wie auch als Abwechslung und Bindeglied.
- OSP für Anfänger und Breitensportler (Ziel soll vorrangig eine stärkere Teilnehmerzahl werden, die echt leistungsinteressierten SchützInen kommen eh' schnell in den Kader und haben dann mit A- und B-Trainern zu tun).
- Einführung in die Vorderlader-Kurzwaffendisziplinen.
- Waffenvorführung und Tests: neue Sportpistolen (und Revolver) im direkten Vergleich. Dioe meisten Trainer haben ja nur Erfahrung mit relativ wenigen Waffen.
- Besonderheiten in der Betreuung und Anleitung und dem bei-der-Stange-Halten erwachsener Anfänger (das ist nämlich die weitaus größte Gruppe, aus der Zuwachs in der Vereine kommt, die Trainerausbildung hängt aber immer noch einer ganz überholten und die Praxis nicht mehr bestehenden Jugendlastigkeit hinterher).
Interessanterweise führe ich jetzt eine derartige Klage vor dem Verwaltungsgericht Sigmaringen. Dabei geht es allerdings um eine volle "neue" Gelbe Sportschützen WBK (7 Waffen noch drin, 1 Waffe inzwischen veräußert). Die Untere Waffenbehörde (Verwaltungsverband Langenau in Ostwürttemberg) ist bemerkenswert kenntnislos - erstaunlicherweise war es das Regierungspräsidium als dortige Widerspruchsbehörde aber auch.
Gruß, Carcano
Der Preis von Wegi ist realistisch, der von Murmelchen nicht.
Aber ich kenne auch einfach mehr Büchsenmacher und Händler als der letztere. ![]()