Beiträge von Carcano

    Im Prinzip lassen sich die komplexen Prüfungsmaßstäbe aller Schießstandregelüberprüfungen auf zwei einfache rechtliche Regeln reduzieren, die aber im einem notwendigen dialektischen Gegensatz zueinander stehen. Und so ist der Verein bzw. Schießstättenbetreiber stets ein vergängliches Wesen, das vor der Aporie steht. ;) :D :P

    §3: Et hät noch immer jot jejange!

    §5: Et bliev nix, wie et wor!

    Ich habe es ja schon einmal in diesem Forum in einer Diskussion mit Schmidtchen in einem anderen Thread geschrieben, vor gut zwei Jahren. Wer weiß, vielleicht hatte es jemand gelesen und verstanden:

    "Der Ort der Leistungssportförderung hängt ja auch davon ab, wie die Grenzen der neuen Landesverbände aussehen würden. Vorher viel zu investieren, wäre verkehrt.

    Ziel muss ein schießsportlicher DSB-Landesverband Rheinland-Pfalz oder Rheinpfalz sein, entsprechend den Grenzen des Bundeslandes. Erst wenn das gesichert ist, kann man die Frage des Standorts wieder angehen. Ein Grund mehr, die Reform zügig und autoritär von Seiten des DSB anzugehen.

    Der RSB gehört zerschlagen, er hat keine eigenständige Lebensberechtigung als Organisation. Seine Teile würden mit dem PSSB (zu einem neuen RPSB) und mit dem WSB zu vereinigen sein. Davon profitieren auch und gerade die Schützen an der Basis - und die Leistungssportler sowieso."

    Quelle: DSB-Strukturreform ab 2015 ?

    Carcano

    Bisher musstest Du bei der Gaumeisterschaft die Limitzahl knacken, ab nächster Saison bei der Bezirksmeisterschaft. Wo ist der Unterschied?


    Der Unterschied besteht schon. Wer früher - relativ früh im Jahr - auf der unteren Ebene noch nicht so gut schoss, hatte die Möglichkeit, sich in der zweiten Ebene zu verbessern. Bei uns in Südbaden gibt es jetzt auch noch die Ebene der Kreise (freuilich deutlich weniger als in Hessen), die Bezirke wurden ersatzlos abgeschafft.
    Soweit ich mich erinnere - den aktuellen Planungsstand dürfte hier aber Lanfear am besten wissen - wurde im Rahmen der Hessischen Strukturreform dieser Umstand ausdrücklich bedacht, und es wurde vorgeschlagen, neben den neuen hessischen Bezirksmeisterschaften noch alternative Qualifikationswege für die Landesmeisterschaft zu schaffen. Was ich auch für sehr sinnvoll hielte. Ist das denn schon umgesetzt worden?

    Carcano

    Es gibt im DSB Funktionäre, die mit dem Schützenwesen INSGESAMT solidarisch sind und mit anderen Verbänden zusammenarbeiten und die Interessen des Schießsports gemeinsam "im Schulterschluss" nach außen hin erfolgreich vertreten, und es gibt Funktionäre, auf die das Gegenteil zutrifft.

    Und jetzt schon wieder ein neuer, ebenfalls aus einem der eher konservativen (Carcano würde wahrscheinlich schreiben: schützenfeindlichen) Landesverbände...

    Na ja. Schützenfeindlich ist er nicht unbedingt. Sowohl die Hoch- und Höchstleistungsschützen (Olympia ist das Maß ALLER Dinge, der Rest zählt nicht, stört nur und ist im Zweifelsfall sogar gefährlich und igittbäh) als auch die Traditions- und Brauchtumsvereine müssen sich nicht schlecht aufgehoben fühlen. Die Erfolge des HSV auf den alljährlichen Deutschen Meisterschaften sind bemerkenswert.
    Waffenfeindlich dagegen ist der HSV und zwar extrem. Insoweit gehört er sicherlich zur sogenannten "norddeutschen Gruppe" im DSB.

    Carcano

    Bis sich der Schuss gelöst hat, wurden zig! Fehler begangen.

    Es gibt einen berühmten militärischen Spruch: "völlig idiotensicher geht nicht, es gibt immer noch bessere Idioten." :)

    Aber dieser Spruch bedeutet natürlich keinen Verzicht auf verhältnismäßige, zumutbare und praktisch umsetzbare Sicherheitsvorkehrungen, wo sie möglich sind. Und der Zweck einer - auch im Arbeitsschutz üblichen - Kumulation von Sicherheitsvorkehrungen ist es gerade, das immer erwartbare und immer (!) vorkommende "menschliche Versagen" einzuhegen, teils indem schon die Chancen zu solchem Versagen versperrt werden, teils gegen desssen Folgen geschützt wird. Beide Wege stehen nicht in einem entweder-oder-Verhältnis, sondern in einem "sowohl-als-auch"

    Man muss die Sicherheitskultur eines Landes auch nicht dem anderen aufdrängen (ein gutes Beispiel sind die sehr unterschiedlichen baulichen Anforderungen an Schießstandsicherheit für offene Stände in Großbritannien und der Schweiz einerseits und Deutschland andererseits).

    Letztens: im Bereich der SIcherheit gilt nicht bloß das schlichte Gesetz des abnehmenden Grenznutzens, sondern sogar der qualitativen Kontraproduktivität. Ein vermeintliches Mehr an Sicherheit _kann_ in bestimmten Fallgruppen wieder Unsicherheit generieren (muss aber nicht), das Problem der "Übersicherung", das jedem Arbeitssicherheitsfachmann bekannnt ist.

    Carcano

    Vielleicht war der Beitrag ja auch aus der satirischen Abteilung.

    Nicht nur "vielleicht". Das haben aber andere schon Tage vor Chross kapiert, wie dieser Thread anschaulich ausweist.

    Aber wie man sieht: Borniertheit und Vorurteilsbelastetheit strafen sich gelegentlich selbst - hier durch öffentliche Lächerlichkeit mit viel Schaum und Schimpfe vor dem Mund. Die Mahnung des Moderators der Sendung, (sinngemäß) das Brett vor dem Kopf gelegentlich auch einmal abzuschrauben, erweist sich mithin als vollauf berechtigt.


    Carcano