Solcherlei Probleme, die eine komplizierte, "nicht-idiotensichere" Waffe beschreiben, dürften der weiten Verbreitung der MG2 entgegenstehen.
Bekommt Matchguns die Waffe bedienungssicher, könnten ihr rosige Zeiten bevorstehen. Ist die Waffe absolut zuverlässig, werden vielleicht auch wieder Nationalkaderschützen auf sie zurückgreifen.
Letzteres dürfte aber noch etwas dauern. Ich hatte einmal einen Beitrag gelesen, der beschrieb, dass etwa die Hälfte der ca. 5 Schützen die bei einem internationalen Wettkampf eine MG2 schossen erhebliche Probleme mit der Waffe hatten. Ich nehme an, auch an Topschützen geht Aufregung nicht spurlos vorbei, und wenn dann die Konzentration voll auf Bewegungsabläufen beim Schießen liegt und dann die Eigenheiten der genutzten "Diva" nicht 100% verinnerlicht sind, dann geht es, wenn es schiefgeht, genau im unpassenden Moment schief.
Dass Bundeskader keine MG2Es verwenden kann ich aber immer besser verstehen.
Die Vorteile wiegen die nicht auszuschließenden Nachteile (selbst wenn sie der "Unfähigkeit" der Schützen geschuldet sein sollten) offensichtlich nicht auf.
1. Waffen sollten idiotensicher sein, mlitärische Waffen sogar noch viel mehr, nämlich sogar "soldatensicher". Bei hochgezüchteten Sportwaffen möchte ich nun keinen anderen Maßstab anlegen. Die Frage ist ja nicht, wie gut sich der Mensch der Waffe anpasst, sondern wie gut sich die Waffen dem Menschen anpasst. Und das meint eben gerade nicht nur Abzugs- und Griffverstellbarkeiten in alle möglichen und unmöglichen Richtungen und Vektoren; vielmehr müssen so wenig Bedienfehler _möglich_ sein wie überhaupt machbar.
Im Zweifel ist deshalb eine unkompliziert "immer-funktionierende" Waffe einer launischen und anfälligen Diva in wichtigen Wettkämpfen immer vorzuziehen. Für das bloße Spaßschießen auf dem heimischen Stand kann man sicher andere Maßstäbe anlegen.
2. International gibt es sicherlich viele Gründe, warum Pardini so dominiert. Service und Verfügbarkeit _könnten_ da eine wichtige Rolle spielen. Oder Zuwendungen. Als Detail am Rande interessant ist, dass Jorge Llames (spanischer zweifacher Olympiateilnehmer 2012 und 2016 und Nationalkaderschütze) zunächst 10 Jahre bei Pardini unter Vertrag war, dann 8 Jahre bei Matchguns, wieder zu Pardini zurückgewechselt ist - und auch mit offenen Armen empfangen wurde. Wie er etwas diffus angibt, wegen Problemen mit seinen Matchguns (MG 2 RF und MG 4):
http://www.jorgellames.com/2015/05/nuevam…do-con-pardini/
Carcano