Beiträge von Carcano


    Das konkrete Anliegen von Harito lässt sich so natürlich öffentlich nicht beantworten (Rechtsberatungsgesetz). Ginge es also um seinen speziellen und individuellen Fall, müsste er sich anwaltlich beraten lassen, wobei die Beratung hier nicht allzu schwierig ist und durchaus innerhalb des nicht sehr hohen gesetzlichen Gebührenrahmens geleistet werden könnte, wenn auch vielleicht nicht von jedem Anwalt.

    Zulässig ist es dagegen – auch für einen Anwalt – zu einer allgemein interessierenden Rechtsfrage eine allgemeine Antwort zu geben, ohne dass dabei auf die Bewandtnisse des individuellen Falles Bezug genommen würde. Das ist der nämlich gerade keine individuelle Rechtsberatung im Sinne des Gesetzes mehr.

    Grundsätzlich kommt es recht häufig vor, dass Waffen nicht am eigenen Wohnsitz gelagert werden, sondern – natürlich unter Wahrung aller Voraussetzungen und Anforderungen des Waffenrechts - an einem anderen Ort. Das kann ein Zweitwohnsitz sein, das kann die Wohnung der Eltern seien, oder auch etwas Anderes. Entscheidend ist, dass es sich um ein ständig bewohntes Gebäude handelt, sonst gelten die verschärften und recht hohen Vorschriften, wie sie beispielsweise auch für Schützenhäuser, Ferienhäuser, Jagdhütten etc. gelten würden (siehe § 13 Abs. 4 AWaffV).

    Dabei kommt es nicht darauf an, wie weit die Entfernung ist. Ob das nun 1 km der gleichen Stadt ist, 10 km im nächsten Landkreis oder 200 km in einem anderen Bundesland, ist völlig egal. Natürlich könnte, wer jetzt bei der Bundeswehr ist oder wer studiert, die Waffen weiterhin im vormaligen elterlichen Hause bei den Eltern aufbewahren, wenn eben nur der Waffenschrank verschlossen ist, und Schlüssel oder Zahlenkombination alleine beim Berechtigten sind, wenn die Eltern oder sonstigen Bewohner also keinerlei eigenen Zugriff hätten.

    Bei derartigen Verhältnissen kann es durchaus sein, dass die kontrollierende Behörde (das wird die Behörde des dortigen Ortes in Amtshilfe für die zuständige Waffenbehörde der berechtigten Person machen) dann auch sorgfältiger prüft, insbesondere z.B. auch schaut, ob eventuell eine Verankerung vorliegt, ob Bestandsschutz weiterhin besteht etc.

    Dass eine Spontankontrolle dann nicht so ohne weiteres möglich ist, liegt in der Natur der Sache, dann muss eben die Waffenbehörde den Berechtigten informieren und mit ihm einen Termin zur Kontrolle vereinbaren. Natürlich ist man nicht gehalten, auf Anruf hin mehrere 100 km zu fahren, wenn man das gar nicht vorgehabt hat. Eine Überlassung der Schlüssel "zu treuen Händen" oder eine Mitteilung des Zahlencodes zum Zweck der Kontrolle ist generell gesehen so nicht statthaft, außer die Empfänger wären selbst aufgrund ihrer umfassenden Erlaubnisse zur Ausübung tatsächlichen Gewalt berechtigt. Im Einzelfall könnte das einmal so der Fall sein, das bringt aber meines Erachtens weit mehr Schwierigkeiten als es Gewinn brächte.

    Letztens sei allgemein darauf hingewiesen, dass die Mitteilung der sicheren Aufbewahrung eine Bringschuld ist. Jede Änderung der Aufbewahrung ist der Waffenbehörde mitzuteilen. Wenn natürlich die Aufbewahrung sich nicht ändert, wenn die Waffen also an dem gleichen Orte verbleiben wie bisher, und wenn nur der Berechtigte wegzieht, dann meldet man sich einfach nur korrekt um (arg. ex negativo aus § 37i WaffG, siehe auch § 44 Abs. 2 WaffG), und spätestens dann, wenn man einen neuen Antrag auf Erteilung weitere waffenrechtlicher Erlaubnisse stellt, erfährt dann auch die neue Wohnsitzbehörde vom Waffenbesitz.

    Carcano

    Wir konnten zwar das Seehofersche Unheil diesmal noch in letzter Minute aufhalten, aber die im Vergleich zu ihm politisch etwas intelligenteren (und nicht *GANZ* so unehrlichen) Grünen werden es nach dem Septetember 2021 wohl ihrerseits umsetzen. Gemeint ist die obligatorische Eignungsüberprüfung für alle, vor der Ersterteilung einer waffenrechtlichen Erlaubnis. :-/

    Das Programm ist durch. Ich bin nicht gerade begeistert. Der Urtext wurde zwar abgeändert. Aber nicht in dem knappen, vernünftigen Sinne des Änderungsantrages von Mihalic und von v.Notz, sondern indem das Ganze sehr geschwätzig mit Gemeinplätzen und politischen Binsenweisheiten aufgeblasen und mit ner dicken Gummischicht überzogen wurde.

    Carcano

    Zweitstimme gelb heißt letztlich nichts Anderes als: ich wähle aus Überzeugung die sichere Opposition, damit ich angesichts der nächsten Regierung sagen kann "aber wenigstens war ich dagegen gewesen!". Weißt Du, dann lieber gleich Zentrum. :)

    Wie's aktuell aussieht, kann man z.B. hier nachlesen:
    https://www.sueddeutsche.de/politik/umfrag…swahl-1.5295738

    Das Volk hat mehr als genug von der Großen Koalition, und R-R-G kann und wird es zahlenmäßig nicht geben. Entscheidend ist es daher, darauf hinzuwirken, dass die richtig bzw. richtig informierten PolitikerInnen in den BT kommen.

    Wir haben in NRW ja durchaus schon wieder eine Reihe Kreise mit Inzidenzen unter 100, wo das InfSchG nicht mehr greift, aber die CoronaSchVO NRW lässt halt Sport nur auf Außenanlagen zu und schreibt das Geschlossenhalten der anderen Sportstätten vor.

    Dann würde ein umsichtiger Landessportbund sicherlich tätig werden können und müssen. Muss gar nicht mal der betreffende (in Eurem Fall: schießsportliche) Fachverband sein.

    Wenn natürlich der jeweilige Landessportbund auch so laienhaft und feige ist wie der Alfons Hörmann (DOSB), dann kann man's auch gleich sein lassen, dem Sport ein letztes Lebewohl sagen, und die ganzen Anlagen abfackeln,

    Bitte GENAU hinschauen, und zwar via Antragsgrün auf die erfreulich vielen Änderungsanträge zum Teil 1, Kap. 5, Zeilen 726-727, insbesondere (!) den von Irene Mihalic.

    Im Gegensatz zur CDU (Marc Henrichmann) weiß die nämlich, wovon sie redet, und ist zudem einsichtsfähig.

    Carcano

    Also WD40 hat in und an Waffen egal welcher Art nichts zu suchen. Das ist absolutes Dreckszeug (Mischung aus Petroleum und Wachsen) .

    Ich präzisiere das einmal: "In der Regel nicht an und in Sportwaffen. Für Kriegsmarine und Jäger gilt anderes."
    Wofür WD-40 entwickelt und produziert wurde, sagt ja bereits sein Name. Das gilt auch heute noch.

    An Sportwaffen ist es weder für Schmierung noch für Konservierung geeignet, und für Reinigung nur sehr eingeschränkt, in zweierlei spezieller Hinsicht; nämlich als Wasserverdränger nachdem die Wumme richtig schön angesprüht oder durchnässt worden war, oder als hilfsweiser (!) Korrosionslöser, wofür es aber auch schlechter ist als Petroleum (aus dem es zu erheblichem Teil besteht) und erst recht als ein echtes spezialisiertes Kriechöl.

    Carcano

    Moin,

    hätte nicht gedacht, dass manche Schützen das ähnlich eng sehen wie damals mein Oberfeldwebel bei der Bundeswehr. (...) Carcano wird mir aber wahrscheinlich auch keine Begründung liefern können, die über ein "isso!" hinausgeht, oder? ;)

    1. Ehret und achtet Eure Portepee-Unteroffiziere, denn ihnen hat der HErr Gewalt gegeben über Euch. ;)

    2. Die Begründung habe ich ja schon geliefert, nämlich in Posting # 34.

    LG, Carcano

    ?

    Sportwaffen werden
    a) Gereinigt (wobei die verwendeten Mittel und Hilsmittel völlig unterschiedlich sind, je nachdem es sich um Druckluft- und CO-Waffen, Feuerwaffen, Feuerwaffen mit Munition korrosiver Zündsätzen, Vorderladerwaffen handelt).
    b) Geschmiert (selten, sparsam, und nie mit Ballistol ;)).
    c) Konserviert.

    Alle drei Zwecke erfordern grundsätzlich verschiedene Mittel. Das kapieren aber schon die meisten nicht. Weil sie nicht wollen.

    Bei LG bildet sich im Lauf eine art Gleitschicht aus Blei durch die verwendeten Diabolos. Diese variiert je nach Einstellung des Gewehres (Geschwindigkeit etc.) und verwendeter Projektile (Mischung des Bleis, Alter (...).

    Wenn man dann einen Munitest macht und findet kein Los, wird in der Regel der Bleifilm gestört. (...)

    Luftpumpen würde ich immer trocken reinigen bis kein schwarzer Abrieb mehr auf den Dochten oder Filzen ist.

    Nein.
    Du weißt nicht einmal, woraus diese Gleitschicht im wesentlichen besteht?

    Und dann über zig Zeilen kenntnislos und freischwebend phantasierend sich hin sülzen. Erschreckend.

    Erstens: wer die beiden Beiträge von Wulfrin finden möchte, kann sich zu Beschleunigung auch des folgendes Links bedienen:
    RE: Joker - Diaboloprüfgerät

    Zweitens: Sportwaffen werden nicht geputzt. Die Kloschüssel wird geputzt.
    Wer den Unterschied nicht kapiert, sollte keine Waffen haben und lieber draußen im Wald defäkieren.

    Drittens: der Rat von Wulfrin richtet jedenfalls keinen Schaden an und hat keine Nachteile. Das ist mehr, als man über viele terminal kenntnislose Beiträge im aktuellen Thread sagen kann.

    Carcano

    Ich bin zwischen Neugierde und Angst hin- und hergerissen. Eigentlich müsste man echt mal die Grünen wählen, um mal ein paar Träumer in die Realität zurück zu holen. Könnte lustig werden :partying: .

    Die Grünen sind nun schon überall gewählt, und nicht erst seit gestern, sondern teilweise seit Jahrzehnten. Es gibt also eine ziemlich reiche politische Erfahrung mit grüner Regierungsverantwortung und Regierungsmitverantwortung, vor allem in den Ländern, aber auch schon 7 Jahre lang im Bund.

    Klar ist Baden-Württemberg ein positiver Sonderfall, und die hiesigen Landesgrünen sind nicht dasselbe wie die Grünen (bzw. Bündnis 90) in der ex-Tätärä. Und klar gibt es immer noch etwas verbohrte grüne Fundis, weniger unter den WählerInnen, denn das ist vielfach der gehobene bis höhere Mittelstand, wohl aber in der Parteibasis (*seufz*).

    Aber jedenfalls gibt es schon eine sehr umfängliche Realitätsbasis, und auf die kann jeder draufschauen. Im Bund wird es ab Herbst eine schwarz-grüne Koalition geben (grün-schwarz hielte ich für unwahrscheinlich, rot-sonstwas-grün für extremst unwahrscheinlich), und in Bayern ab der nächsten Wahl auch.

    Also stelle man sich jetzt schon darauf ein, und beginne mit der politischen Dialog- und Überzeugungsarbeit.