Beiträge von Carcano

    Jeder kennt vermutlich einen Schützen der versucht, oder versucht hat mit allerlei teurem Zubehör die Leistung zu steigern, aber die Ausbildung der notwendigen Voraussetzungen darüber völlig ignoriert hat.

    [50 % der Postings dieses Forum leben genau davon. Carcano]

    M. E. spricht absolut nichts dagegen Schalldämpfer zu erlauben und diese komplett aus dem Waffengesetz herauszunehmen.

    Realistisch und waffenrechtlich kenntnisreich wäre - unter Berücksichtigung der von mir mir aufmerksam gelesenen Erwägungen von uodalrich, die von *allen* (!) Schießsportverbänden indessen nicht geteilt werden - das folgende:

    Schalldämpfer werden den wesentlichen Teilen gleichgestellt (wie bisher), sind jedoch zukünftig für eine bereits unter Glaubhaftmachung eines Bedürfnisses eingetragene Grundwaffe ohne weiteres Bedürfnis (also ähnlich wie ein kaliber- und druckgleiches oder kleineres Wechselsystem) erwerbbar und dann lediglich in die WBK eintragungspflichtig.

    Schlanke und praktische Lösung.

    Carcano

    Die Stellungnahme des DSB ist sorgfältig und gar nicht schlecht; in gewisser Weise spürt man sogar immer noch den positiven Geist Jürgen Kohlheims. Die Stellungname des DJV ist tendenziell eher das Gegenteil; was wenig verwundert.

    Ich liebe Roger Köppel von der NZZ.

    Nein, tust du nicht. Du verwechselst nur einen durchgeknallten Rechtsextremisten samt seiner Hobby-Wochenzeitung mit einer anderen weit nach rechts und weit nach unten abgerutschten Tageszeitung und deren rechtspopulistischem Chefredaktor (Eric Gujer).

    Leider, so muss man das sagen, wenn man die alte NZZ noch kannte, ist dieser Irrtum sogar nachvollziehbar und verständlich. 😢

    Carcano

    Die Ausgangsfrage oder die Thread-Anregung, je nachdem, wie man das nennen will, stammte ja von Hansaxel, und die bezog sich auf eine durchaus interessante und vollauf zum Thema dieser Website gehörende neue Meldung, nämlich auf die Zulassung oder Nichtzulassung bestimmter "Nationen" zu den kommenden Olympischen Winterspielen.

    Und zwar bezog sich das speziell auf die heutzutage medial sehr beliebte, mithin auch dem IOC etwas Fernseh-Geld einbringende Wintersportdisziplin "Biathlon" (also der früher schon zwischen 1924 und 1948 olympisch gewesenen sogenannten "Militärpatrouille", deren eher randständige sportliche Existenz bei Olympia, angesichts des bedauerlichen Ausfall zweier olympischer Spiele, dann jedenfalls für den Zeitraum 1939-1945 von einer umfassenden multinationalen Praxiserprobung und Praxisbewährung abgelöst wurde, sowohl an der südwestlichen Alpenfront 1940 (wobei die sich als klare Favoriten sehenden Italiener trotz ihres vorangegangenen Olympiasieg anno 1936 dann doch gegen die Franzosen ziemlich schlecht abschnitten), als auch in Norwegen 1940, und in Finnland schon ab 1939, und dann für fünf Jahre lang an der Ostfront. Weltweit wohl auch noch auf den Aleuten, und in Grönland, wo die deutschen Amateure gegen dänische Vollprofis (Siriuspatrouille) gewannen...

    [sarcasm]Die besten deutschen Sportler in der nunmehr gänzlich uniformierten Disziplin bekamen gewissermaßen als Bonus die Möglichkeit, sie bis in die Höhen des Kaukasus auszuüben, mitsamt wettkampfmäßiger Besteigung des Elbrus im August 1942. Die Nationalflagge samt medialer Ausschlachtung war dabei besonders wichtig, und somit sind wir schon sind wir wieder voll im Thema.[/sarcasm]
    https://www.forum-der-wehrmacht.de/index.php?thre…esteigung-1942/

    Übrigens sind soeben im September einige Biathlon-Olympiamedaillen rückwirkend neu verteilt worden, nachdem der russlandbezogene Doping-Rechtsstreit sein jahrelang verspätetes letztes Ende fand. Auch das gehört mit zum Thema "Startrecht oder Ausschluss".

    Carcano

    Ich finde es sehr putzig, wie Elysium zum erneuten Male so halbverstanden nachplappert, tlw. wörtlich, was ich gerade vor ihm geschrieben hatte. Beachtlich.
    So was erlebt man ja auch im Unterricht: die Schüler(innen), die eher wenig wissen und nie zuhören, aber dann, wenn sie im Unterricht durch eine auf sie gezielte Frage des Lehrers gestört und aufgeweckt werden, mit beleidigt-blasierter "natürlich-weiß-ich-das"-Miene die ungefähren letzten 6 Sekunden dessen, was der Lehrer (oder ein anderer Schüler) zuvor sprach, blechern reproduzieren. Der Rest in der Klasse grinst.

    Der Rest ist albernes goal post shifting und (teilweise krasse) Verdrehung dessen, was zuvor argumentiert worden war. Womit wir schon wieder im Unterrichtsbeispiel wären, komisch.

    Carcano

    Warum sollte ein Land jemanden fördern, der dann im Wettkampf nichts mit ihm zu tun hat.

    Die Antwort ist "ja". Und einfach. Aber die Exekutiven und die Politiker tun sich da sehr schwer, das anzuerkennen.

    Sport ist erstens - von Verfassungs wegen - Staatsziel, das für die ausgesprochen, die es formalisiert haben wollen. In fast allen oder allen Landesverfassungen. Indirekt ist er auch grundrechtlich geschützt, was uns aber nur zur alten Trennung von Abwehrgrundrechten und Teilhabegrundrechten führt.
    In der politischen Diskussion ist die Berufung auf ein Staatsziel und einen daraus abgeleiteten Förderungs- und Teilhabeanspruch schon seit 2006 (grundlegendes Positionspapier des DOSB) weiterhin im Gespräch, und die SPD hatte auch schon einmal einen entsprechenden Verfassungsänderungsentwurf eingebracht (2018 glaube ich), das unterfiel dann aber der Diskontinuität. Die Große Koalition jetzt sollte das eigentlich hinbekommen können, aber ich fürchte, es fehlt der Wille.

    https://www.sportplatzwelt.de/news/85435/75-…taatsziel-sport

    https://fis.dshs-koeln.de/de/publication…ie-konstitution

    Und zweitens Daseinsvorsorge. Das betrifft die Breitensportförderung und - auch und gerade im Breitensport - die Bereitstellung eines gewissen institutionellen und realen Unterbaus, insbesondere Trainervorsorge und Sportanlagenförderung. Dass es im Schießsport keinerlei Sportanlagen-Generalplan gibt (Raumplanung, so wie Regionalpläne; wohin dann auch der oben schon einmal angesprochene Gesichtspunkt postolympischer "legacy" gehört), ist eine der vielen Dummheiten in Deutschland und ein großes Versäumnis des DSB.
    Tirol wäre ein Gegenbeispiel, aber das ist dort seit mehreren Jahrhunderten verfassungsrechtlich geheiligt (und stützt sich letztlich aufs Landlibell 1511).

    Drittens ist davon der Spitzensport zu trennen, und es gibt ganze Sportverbände, die ohne massive Förderung aus öffentlichen Mitteln schlichtweg nicht bestehen könnten, allenfalls auf Jugendgruppen- und Pfadfinderniveau (der Bob-und Schlittensport käme da etwa in den Sinn). Im Bereich des Spitzensports gibt es dann natürlich eine gewisse Raumplanung, durch die staatliche Unterstützung und den Ausbau von Olympiastützpunkten und Leistungszentren, deren Betriebsmittel ja auch zum überwiegenden Teil nicht von den Verbänden kommen, und noch viel weniger von Sponsoren.

    Wenn wir etwa im Schießsport nun an die Landesleistungszentren denken, dann gibt es da eine sehr weite Spanne von „gar nicht schlecht und immer noch recht modern und ordentlich ausgestattet", über "naja, ziemlich veraltet, da müsste man wirklich mal wieder investieren" bis hin zu "marode und verrottet". Olympiastützpunkte und in geringerem Maße auch Landesleistungszentren haben dann natürlich auch einen personalen Unterbau. Und eine (halb)öffentliche Mitnutzung gibt es da auch oft in gewissem Umfang, aber das wird von den Verbänden und vor allem von den Trainern ja eher mit scheelem Blick und geschürzten Lippen gesehen. Man möchte da nicht dauernd die hoi polloi sehen müssen.

    Carcano

    Der zweite Verdächtigte ist der Abzugsstollen. Er muß den vom Verschluß nach dem Schuß niedergedrückten Hammer auffangen, damit er die erneute Reise zum Schlagbolzen nicht sofort wiederantritt. Ansonsten gibt es einen Doppler. Der Rastenübergriff stimmt ja mittlerweile. Die Feder des Abzugsstollens sollte aber genügend Spannung haben, daß der Abzugsstollen sein Aufgabe rasant schnell erfüllen kann.

    Auf dieses Detail möchte ich noch einmal besonders eingehen. Was Hans 48 hier schreibt, entspricht genau meiner eigenen Erfahrung. Natürlich muss das nicht bei jeder Waffen jeder Konstruktion genau gleich sein. Aber die Feder für die Rückholung des Abzugsstollens ist für die sichere Funktion von entscheidender Bedeutung, das wird oft übersehen.
    Das Problem taucht z.B. auch bei der bei der Baikal IZH-35 (IJ-35, Walther KSP 200) auf, wo das nur eine kleine unscheinbare Schenkelfeder ist, die eher etwas schwach ausgelegt ist, und die vor allem leicht verrutschen oder sich verdrehen kann.

    Carcano

    Carcano

    Danke für diesen Hinweis, lieber Leachimsachet. Ich sage es einmal bewusst zynisch, aber in der Sache überaus zutreffend-präzise, und zwar aus der Sicht des Anwalts und aufgrund meiner Erfahrung mit bürokratischen Prozessen.

    Das was in Gefängnissen und im Krankenhaus der "Sozialdienst" macht (und insbesondere in den Justizvollzugsanstalten hat der Sozialdienst ziemlich viel Arbeit, ziemlich undankbare Arbeit, und macht trotzdem, sehr resilient, eine ganze Menge), macht also im Leistungssport der jeweilige Olympiastützpunkt, dem man zugewiesen ist. Okay.
    Ich kann als Außenstehender nicht beurteilen, wie gut und wie eingehend diese Betreuung ist und wie praktisch und wie hilfreich die entsprechenden Ratschläge und Begleitungen sind, was der Olympiastützpunkt da arrangieren kann, und was nicht.

    Ich würde ja die Hoffnung äußern, dass sich in den letzten 20 Jahren oder jedenfalls in den letzten 10 Jahren da doch einiges verbessert haben würde und die Athleten inzwischen besser betreut würden. Aber da bist du ja der Fachmann, und könntest uns etwas erzählen. Soweit es die Versorgung durch Bundeswehr, Bundespolizei oder Landespolizeien betrifft, und das ist ja nicht nur in Deutschland so, sondern ebenfalls In Italien, hat Mandant auch danach zumindest "einen" Beruf (in Uniform). Ob es jeweils der private Idealberuf ist, weiß ich nicht.

    Dem Vernehmen nach sollen auch nicht alle damit ganz glücklich gewesen sein, beispielsweise nicht Munki, soweit ich weiß, die für ihr neues Vaterland ja sportlich ziemlich viel gegeben hat. Sie wirkte auf mich eher etwas bitter-distanziert im Rückblick, aber das kannst du sicherlich auch besser einschätzen als ich.

    Carcano

    Ich verstehe nicht, dass "Athleten Deutschland e.V." in diesem gesamten Thread bisher noch nicht namentlich erwähnt worden ist.

    Und gerade deshalb verstehe ich es nicht, weil es sich um eine einzigartig gute und engagierte Lobbyorganisation gerade der Leistungssportler und Leistungssportlerinnen handelt, die eine tolle Arbeit gemacht hat, und in relativ wenigen Jahren schon qualitativ mehr für die Athleten selbst erreicht hat, als die Sporthilfe in den Jahrzehnten vorher.
    Das ist keine Herabsetzung der Sporthilfe, die ganz wichtig und sehr anzuerkennen ist. Es ist vielmehr eine nachdrückliche Erinnerung daran, dass alle Athleten, wenn sie bloß bitten oder demütig auf Anerkennung und Gnade warten, nichts bekommen, wenn sie aber öffentlichkeitswirksam, kraftvoll und dezidiert auftreten, gerne auch mit manchmal notwendiger Schärfe, dann auf einmal deutlich mehr für sie geschieht.

    Das betrifft auch nicht nur Aspekte wie das Geld (ohne Geld ist freilich alles nix, im Spitzensport), sondern insbesondere die Planung ihrer beruflichen Zukunft (nicht jeder kann IOC-Chef/in werden), den angemessenen und wertschätzenden (!!) Umgang mit den Athleten statt eines rüden "wir da oben, ihr da unten", und nicht zuletzt sexuellen und psychischen Missbrauch. Ohne einige Presseberichte und ohne "Athleten Deutschland" sähe es da immer noch sehr schlecht aus.

    Carcano

    Welcher Diözese bist du? Weil von einem bekannten der in der Diözese Köln schießt hatte zuletzt Probleme. Er hatte zwar die 18x im Jahr aber die haben das abgelehnt, da er nicht jeden Monat geschossen hat.

    Genau so wird es freilich nicht gewesen sein, sondern doch ein klein wenig anders. Was der Bekannte dann geflissentlich nicht ganz so genau dargelegt hat.

    Die sogenannte 18er-Regelung ist natürlich gerade für den Fall gedacht und bestimmt, dass jemand nicht in jedem Monat schießen kann, sondern in einem oder auch in zwei Monaten (großer Urlaub) verhindert wäre. Und das kommt oft genug vor und ist völlig unproblematisch.

    Das Problem tritt vielmehr in einer anderen Konstellation auf, nämlich dass jemand eine sehr lange Pause gehabt hat, und dann alle Termine rasch in einen kurzen Zeitraum (beispielsweise in ein Quartal) hineindrückt, was ja durchaus machbar ist.
    Dann kann es durchaus passieren, und ich hatte auch schon einmal einen solchen Fall in Bearbeitung, dass ein Verband meinte, jemand müsse eben "über ein Jahr hinweg" oder "durch ein Jahr hindurch" den Schießsport ausgeübt haben, und nicht nur in einem Quartal des Jahres oder in einem Dritteljahr oder wie auch immer.

    Recht typische Beispiele tauchen dann auf, wenn ein Schütze zwar frühzeitig als Mitglied gemeldet worden ist, je nach den Umständen vielleicht auch nachträglich (so dass es also vermeintlich „mit der Zeit passt"), dass aber dann alle Schießtermine sich erst zu Ende kurz vor der Antragstellung häufen. In solchen Fällen kann entweder die Behörde oder schon der Dachverband dann etwas genauer hinschauen und darlegen, das entspräche nicht der Intention des Gesetzgebers, der ja eine gewisse über ein Jahr hinweg erstreckte und wiederholte Bekanntschaft des Vereins mit dem Schützen und dessen entsprechende Überprüfung und Einschätzung vorausgesetzt hat, bevor die Bedürfnisbescheinigung erteilt würde.

    Und es würde mich überhaupt nicht wundern, wenn es in dem Kölner Fall sich genauso verhielte.

    Gruß, Carcano

    Ganz anderer Ansatz: Wenn das Problem gerade bei schwacher Munition häufiger auftritt - kann es evtl sein, daß der Verschluß stärker verschmutzt ist und daher nicht weit genug zurückläuft? So daß der Hammer nicht immer in der Rast gefangen wird?

    Wenn er dann mit dem Verschluß wieder mit vor geht könnte hier der Schuss unbeabsichtigt ausgelöst werden.

    Gleiches Verhalten wäre bei stark verschmutztem Patronenlager denkbar, wenn der Ausziehwiderstand den Verschlussrücklauf bremst.

    Wenn ich mir erlauben darf, zu widersprechen, oder es zumindest im Ansatz zu versuchen ;) :

    Bei einem nicht hinreichend weit zurücklaufenden Verschluss (und der Rasteneingriff sollte aus einsichtigem Vibrationsgrund erst ziemlich in der Endstellung des Rücklaufs erfolgt) wird entweder die abgeschossene Patronenhülse schon gar nicht ausgeworfen (sondern fährt erneut ins Patronenlager zurück, oder sie wird, wenn der in der Waffe verbaute Auswerfer noch gerade soeben schwach touchiert wurde, dann nur relativ schwach ausgeworfen, bleibt vielleicht im Verschlussfenster hängen oder kullert nur eben neben die Waffe. Kann jeder gern selbst gefahrlos mit verschiedenen .22 long "Z" ausprobieren, die verhalten sich nämlich auch ganz verschieden.

    Aber in all diesen Fällen wird in aller Regel, eben gerade weil der Verschluss nicht weit genug zurückgefahren ist, eine neue Patrone noch nicht wieder aus dem Magazin zugeführt. D. h., das Phänomen des Doppelns würde man dann eher nicht erwarten.

    Besten Gruß, Carcano

    Ohne "Nationalgedöns" gibt es aber auch keinen Grund mehr aufwendige teure Wettkämpfe in brotlosen Sportarten durchzuführen, besser kann man den Leistungssport nicht abwarten.

    Das klingt ein bisschen knackig. Wenn nicht sogar leicht zynisch. Aber ich denke, dass Hansaxel recht hat. Die erheblichen Kosten für die Durchführung (von den jeweiligen Anreisen, Unterkunftskosten etc. ganz zu schweigen) könnten und würden die Einzelsportler oder deren verschiedene nationale Fachverbände nicht tragen (können oder wollen), und dann blieben wirklich nur noch wenige Sportarten übrig.

    Das ist sicherlich auch der Grund dafür, warum es die Nationenwertungen, heute präziser gesagt den sogenannten "Medaillenspiegel", nach wie vor gibt, und warum dieser ein ganz besonderes Interesse bei allen Zuschauern hat. Wie in der zu Recht berühmten und legendären Bildzeitungs-Schlagzeile "Wir sind Papst !", so ist es natürlich immer auch das allgemeine Gefühl, und ich nehme mich selbst davon überhaupt nicht aus, dass wir erfreut oder froh oder vielleicht sogar (horribile dictu?) "stolz" sind, wenn Deutschland eine weitere Medaille gewonnen hat. Obwohl natürlich Deutschland gar nichts gewann, sondern ein einzelner deutscher Sportler oder Sportlerin sich ausgezeichnet hat. Aber das Empfinden ist allgemein einfach so, und zwar weltweit.
    Der Begründer der neuen Olympischen Spiele, Pierre de Coubertin, der auch Offizier war (und natürlich Schütze, vorrangig Pistolenschütze) hätte wohl trocken gesagt: „Immer noch besser, darauf stolz zu sein, als auf eine gewonnene Schlacht und tausende von Toten !", und er hätte recht gehabt.

    Carcano

    Nun, die deutsche Rechtsordnung schützt *jedes* bedrohte Leben. Auch wenn tief unsympathisch, wie hier.

    Linksextremisten genauso wie Islamisten, genauso wie sogar (!!) AfD'ler, die bedrohlichsten von allen. Polizeilicher Staatsschutz und sogar die StA haben die damalige unmittelbare und auch staatlicherseits ernst genommene Bedrohung des Lebens von Pierre Vogel bestätigt, bestätigen müssen.

    Deshalb, und nur deshalb, hat das Gericht aufgrund des Ergebnisse der mündlichen Verhandlung dann den Mindeststrafrahmen des Par 52 Abs. 1 Nr. 2 b) WaffG (6 Monate; die StA hatte demententsprechend 9 Monate auf Bewährung beantragt) unterschritten und hat einen minder schweren Fall i.S.d Abs. 6 - hier wie auch sonst, ganz typischerweise - bejaht, und zwar rechtsstaatlicherweise ohne Ansehen des Sympathiewerts oder der Widerlichkeit der Person als solcher. Damit war der Strafrahmen Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren.

    Leider hat uns hier die Dummheit der Medien vorenthalten, wie leicht oder wie gewichtig die Geldstrafe tatsächlich ausfiel. Irgendeine genannte Geldsumme ist völlig unbeachtlich und hat mit der tatsächlich relevanten Höhe NICHTS, gar nichts zu tun (!).

    Was für verdummte Kackbratzen die Journaille doch manchmal ihr eigen nennt. *Kopfschüttel*

    Carcano

    Wenn es auf unteren und mittleren Ebenen nicht auf eigene Kosten und Initiativen in die Hand genommen wird, passiert halt nichts.

    Das ist das gleiche Probnlem wie bei den Listen B. Die sind gut und schön, aber wenn niemand auf den unteren Ebenen (Kreise, Bezirke) entsprechende Wettkämpfe anbietet und sich darum kümmert, dann passiert auch nichts, und die trocknen aus oder Disziplinen werden wieder gestrichen. So schon passiert. :-((

    https://www.n-tv.de/sport/Mit-Waff…le26044153.html

    Ist da jetzt auch der DSB schuld?

    Ich möchte gerne zum ursprünglichen Thema Hansaxels zurückkehren. So interessant auch historische und politische Zwischendiskussionen um den Selbstherrscher aller Reußen, das Dritte Rom, oder die Geschichte des Fürstentums Taurien bis heute sein mögen (das ethnisch und historisch bis zum 8. April 1783 alles Mögliche war, auch krimgotisch, aber ganz bestimmt nicht russisch).

    Und zu diesem Thema der Olympischen Winterspiele und der Teilnahme oder Nichtteilnahme daran gehört im Rahmen unseres Forums eben die dort verlinkte Aussage:
    "Dagegen untersagten die Weltverbände (...). Im Biathlon ist eine Teilnahme neutraler Athleten nach Angaben des Weltverbands ausgeschlossen. Hier wäre eine Startfreigabe für russische Sportlerinnen und Sportler wegen des Mitführens einer Waffe in der Außenwirkung besonders heikel."

    D. h., die Teilnahme oder Nichtteilnahme von russischen und belarussischen Sportler(innen) am Biathlon wäre aus Sicht des IOC grundsätzlich unter der Bezeichnung "neutrale Athleten" (ohne Fahne, ohne Hymne) möglich, und es schiene mir auch für die Sportler durchaus fair.

    Ein weiteres dahinterstehendes Problem ist allerdings in der obigen Zitat, das der IBU als Weltverband zugeschrieben wird, nicht angesprochen. Die Position der IBU ist seit 2022, also seit über drei Jahren, unverändert:
    "Following the new IOC recommendations, the IBU EB has decided now not to allow the participation of any Russian or Belarusian athletes or officials at its international events until further notice including non-sports events organised by the IBU for its members."
    https://www.biathlonworld.com/de/news/russia…61gYi3hJpeXsiAw

    Man kann davon ausgehen, dass die Athlet(inn)en durchweg auch in Weißrussland und in Russland Staatssportler sind, und sie dürften das als formale Angehörige der bewaffneten Streitkräfte sein. Das spricht natürlich noch einmal zusätzlich gegen die Teilnahme, warum, ist hier in casu offensichtlich.

    Die spezielle "Signalwirkung" von Sportwaffen im Biathlon kommt mir dagegen komisch vor, das ist fast so dumm wie aktuell das Benehmen Ägyptens im Hinblick auf die kommenden Schießsport-Weltmeisterschaften, die man aus meiner Sicht einfach absagen oder in anderes Land verlegen müsste.

    Carcano