Beiträge von Carcano

    Ich habe ihn nicht absolviert, den Kurs, bin ja Reichsdeutscher. ;)
    Aber so wie ich das lese, ist der schweizerische Begriff "Schützenmeister / Schützenmeisterin" nicht zwingend ein Amt (in Deutschland bedeutet das Wort entweder den Vereinspräsidenten oder häufiger seinen Stellvertreter), sondern eine Qualifikation, die wiederum für die Wahrnehmung bestimmter Funktionen rechtlich notwendig ist.

    Nach deutschem Sprachgebrauch in unserem größten Dachverband (dem DSB) steht wohl der schweizerische Schützenmeister zwischen "verantwortlicher Aufsichtsperson" (Rechtsbegriff) und "Schießsportleiter" (Verbandsbegriff). Beides wird man hier (gestaffelt) nach entsprechenden Kursen. In den anderen Verbänden ist die Terminologie teilweise etwas anders.

    Carcano

    Danach wurde Willi Grill bereits zum Generalsekretär ernannt.

    Tja. Und schon ist es wieder vorbei. Er wurde soeben von der ISSF mit sofortiger Wirkung freigestellt, und zum 31.03.2024 entlassen, gewissermaßen "mit Schimpf und Schande". Und er ist auch schon sofort kommissarisch ersetzt, nämlich durch den Großen Führer höchstselbst - wen sonst -, der das dann gleich mal eben in Personalunion miterledigt.

    Auf Facebook kommentierte ein Leser dazu:

    "Well. Treason does not pay. Karma."

    WIr machen das doch am besten Schritt für Schritt. 8)

    1. Kein Bürger muss weiter als 1000 m zu Fuß zum nächsten Schießstand zu gehen haben. Entsprechende Stände sind zu bauen.

    1a. Jeder Landkreis bekommt einen 300-m-Stand.

    2. Munition wird subventioniert.

    3. Für gute Schießergebnisse gibt's Geldprämien und gesellschaftliche Anerkennung.

    4. Dann reden wir noch mal über die Häufigkeit. :saint:

    ich habe auch geschrieben das es bei den Schweizern nur das Militär betrifft!

    Das Obligatorische betrifft nur die Milizionäre, das sind längst nicht mehr alle, und das Milizsystem wird eh' ebenso wie das eidgenössische Waffenrecht zunehmend erodiert, das nehmen nur die Deutschen mit ihrem romantisierten Schweizbild (zwischen Heidi und Toblerone) nicht wahr, weil sie so einen fiktiven Kontrast brauchen.

    Die Jägersleut müssen dagegen in allen Kantonen der Schweiz, wo es private Jagd gibt (also nicht in Genf) bereits einen verpflichtenden jährlichen Treffsicherheitsnachweis erbringen. Und das klappt dort. Wird in DE auch zunehmend kommen.

    Carcano

    Hansaxel hatte weiter oben im Thread schon an mich gewandt kritisch nachgefragt:
    "Sind es wirklich nur noch die Medaillenplätze die honoriert werden?"

    Das war in der Tat eine etwas verkürzte Aussage von mir gewesen, deshalb danke ich ihm erst einmal fürs Nachhaken.
    Ich schrieb ja:
    "ich hoffe, der DSB bringt das auch in gebührender Weise zur Kenntnis des BMI und des Sportausschusses des Bundestages. Denn letztlich geht es um Förderung und um $$$, und die Autoritäten reagieren nun einmal nur auf sichtbare Medaillen."


    Das heißt, mit den "Autoritäten" waren von mir erst einmal parlamentarische Mandatsträger und Spitzenbeamte (vom Referatsleiter bis zum Ministerialdirektor) gemeint, also diejenigen, die an Ende beim Verteilungskampf entscheiden, ob (fiktives Beispiel) 2 Millionen für die Grundüberholung eines Bundesleistungszentrums samt umfangreichen Neubauten oder was weiß ich, dann eher an den DLV oder an den DSB gehen, wenn man nicht beide fördern kann.

    Und da ist das zwar platte, aber handfeste Argument: "Ihr habt überhaupt keine Medaille nach Hause gebracht, und wir 16 (Gesamtanzahl natürlich), obwohl ihr fünfmal soviel Zuwendungen erhalten hattet wie wir, und so und soviel mehr Diplom- und A-Trainer habt", dann doch schon gewichtig und wirkungsvoll, ganz jenseits aller (Sport-)Wissenschaft. :)

    Lanfear hat darauf sehr kenntnisreich und differenziert aus der Innenansicht eines Leistungstrainers (ich hoffe, ich darf ihn so nennen) geantwortet. Das von ihm erwähnte wissenschaftlich gestützte und differenzierte System "PotAs" sollte sich jeder am Spitzensport Interessierte einmal anschauen, das lohnt sich. Auch deren Website

    https://www.potas.de/startseite.html

    ist recht inhaltsreich und zeigt, auf welchem Niveau inzwischen die sportwissenschaftliche Potenzialanalyse, -messung und -vergleichung steht. Die frühere Kristallkugel ist in den Medaillen- und Pokalschrank relegiert worden.

    Medaillen zählen da in der Tat weiterhin viel, doch zu Recht werden die ersten 8 Plätze (das entspricht in einer Reihe von Sportarten der Finalqualifikation) in die Analyse eingestellt, wenngleich mit unterschiedlicher Wertigkeit. Das ist, nun ich will nicht sagen gerecht, doch jedenfalls "weniger ungerecht" als eine reine Medaillenfixierung. Aber die feineren Details von PotAs liegen über den Verständnishorizont vieler Abgeordneter und der großen Mehrzahl aller SportlerInnen unterhalb der Bundeskader.
    Jedenfalls ist es das sportliche Bemühen von DOSB und BMI, Gefühlsentscheidungen und etwaige Trainervorlieben so nach Kräften zu objektivieren, das habe ich verstanden.

    Für die gerade laufende PotAs-Fortschreibung sind die WM-Ergebnisse für den DSB sicherlich sehr gute Rahmenbedingungen.

    Hier geht es am Ende wirklich um richtig viel Geld.

    Ich freue mich natürlich außerordentlich über das gute Abschneiden der Pistolenschützen. (...)

    Die ganzen Team-Medaillen und auch die Einzelmedaillen in den nichtolympischen Disziplinen sind aller Ehren wert. Leider interessieren die aber niemanden, wenn es finanzielle Förderung geht.

    Und dann möchte ich gerne auch noch Califax antworten. Er schrieb oben:

    "Die Crux ist, dass für Förderkohle im Prinzip nur "Olympische Disziplinen" zählen.

    Noch ein klein wenig für den Behindertensport, ein paar Trostpflaster für den Breitensport - aber bitte auch nur in den Verbänden, die olympische Disziplinen anbieten und in den jeweiligen Landessportbünden mit vertreten sind.

    Darum ist es für den DSB auch so extrem bitter, wenn mal wieder die eine oder andere "langweilige" Disziplin aus der Olympialiste getilgt (...)

    Das System ist in sich komplett krank. Trotzdem müssen wir damit leben und das Beste draus machen."

    "Komplett krank" ist etwas plakativ, aber nachvollziehbar. Wenn man
    - die absurden Millionenbeträge für teilweise ziemlich asoziale Showstars im Männer-Kommerzfußball vergleicht mit den mageren Zuwendungen an die Fußballerinnen,
    - und beides noch einmal mit vielen anderen Sportarten (in den "reichen" USA etwa gibt es Ringerinnen und Gewichtheberinnen der Spitzenklasse, die so arm sind, dass sie Lebensmittelmarken, "food stamps" von der Wohlfahrt bekommen [müssen]),
    - und mit den zwar lobenswerten und dankbar angenommenen, aber doch wirklich nur auf eher bescheidenem "Zuschussniveau" liegenden Leistungen der Deutschen Sporthilfe,
    - und den paar eher wenigen Plätzen für besoldete KaderathletInnen bei Bundeswehr, Bundespolizei, Länderpolizeien und Zoll, dann sehen wir,
    - dass erst ganz kürzlich die Offizierslaufbahn eröffnet wurde (mit Bachelor-Abschluss an einer der zwei Bundeswehruniversitäten), während die polizeiliche Kommissarslaufbahn immerhin schon länger besteht (siehe Christian Reitz),
    - und dass es für "Athleten Deutschland", eine ganz tolle und engagierte Interessenvertretung, noch viel zu tun gibt.
    https://athleten-deutschland.org/ueber-uns/

    Carcano

    Gut, dann sind statische Disziplinen halt nicht dein Ding, mein heimlicher Favorit ist und bleibt ja auch der Biathlon; das muss man aber nicht ständig jedem mitteilen. Lass es langsamer angehen. :tea:

    Da erinnere ich passenderweise an ein altes Posting von mir. Passend deshalb, weil ich jetzt gerade ganz unerwarteterweise nach dreieinhalb Jahren noch ein "Like" (blaues Herzchen) dafür bekommen habe. Ich schrieb da:

    "10. Februar 2020
    Beim Biathlon fand ja in den 1970ern der Umstieg der Disziplin von GK auf KK statt. Sicherlich mit ein Grund für den großen Zuschauererfolg dieser Sportart, aber trotzdem fänd' ich's irgendwie schön, wenn es hie und da auch noch einen Traditionswettkampf "Biathlon GK" gäbe..."

    Quelle: RE: Vorstellung IPSC schießen Deutschland

    JohannesKK kommentierte das damals leicht ironisch, was er natürlich darf. Tatsächlich gab es gute Gründe für den Umstieg, und er hat sich ja auch als sehr erfolgreich erwiesen.
    Ich will also gewiss die Uhr nicht zurückdrehen. Mir geht es nur darum, den Ursprung der Disziplin nicht ganz zu vergessen. Wie die Meinung im Deutschen Skiverband dazu ist oder wäre, weiß ich nicht.

    Carcano

    Noch nicht hier erörtert? Erstaunlich...
    Das ist ja sehr interessant, weil gleichzeitig ZWEI Weltmeisterschaften stattfanden, und die Ergebnisse für Deutschland nicht unterschiedlicher hätten ausfallen konnten.

    Neben den Leichtathletik-Weltmeisterschaften liefen auch die Schießsport-Weltmeisterschaften in Baku.


    Und während Deutschland in Leichtathletik rundum erfolglos blieb, waren die Ergebnisse im Schießsport geradezu sensationell gut. Die ISSF-WM sind zwar noch nicht ganz um (laufende Scheibe 50m steht noch aus), aber schon jetzt hat Deutschland die zweithöchste Medaillenanzahl, nach China und sogar vor Indien (!!), den beiden aktuell führenden Schießsportnationen der Welt. :clapping:

    https://www.issf-sports.org/competitions/v…hx?cshipid=3085

    Gerade weil die Spitzenergebnisse im Schießsport nun einmal extrem dicht beieinander liegen, und weil unter den aktuellen Finalregeln alles noch einmal neu gemischt wird (so hat sich Agate Rasmane aus Lettland nervenstark endlich eine "große" Medaille und einen olympischen Quotenplatz erschossen), ist die Gesamtanzahl hier aus meiner Sicht das wesentliche Kriterium.

    Das ist ein ganz fantastisches Ergebnis, und ich hoffe, der DSB bringt das auch in gebührender Weise zur Kenntnis des BMI und des Sportausschusses des Bundestages. Denn letztlich geht es um Förderung und um $$$, und die Autoritäten reagieren nun einmal nur auf sichtbare Medaillen.

    Carcano

    Das ist die damalige übliche Übungsmunition, qualitativ durchaus vergleichbar mit der RWS oder SK Pistol.
    Eley hatte zwei Variangten, nämlich die Pistol und die Pistol Match, nach meinen Erfahrungen nehmen die sich aber wenig, man muss halt die Gruppierungen aus der individuellen eigenen Waffe prüfen.
    Das Testen ist u.a. deshalb wichtig, weil es je nach der damaligen Aufbewahrung auch Zündversager geben kann. Sie sind aber selten.
    Gerade der tlw. tierische Mix der Eley-Schmierung (Rindertalg und Bienenwachse) verhärtet typischerweise und wird weißlich-bröckelig. Das muss also nicht immer Bleioxid sein.

    Nein, sind sie nicht.
    In Zentralfeuerzündhütchen wurden in der ex-Tätärä noch ältere Mischungen der Anzündsätze verladen (angeblich sogar mit Quecksilberanteilen), aber nicht in den Randfeuerpatronen.

    Zur M 70 sei noch erwähnt, dass sie im Revoler gar nicht schlecht gruppiert, teilweise besser als die "normale" rotweiße. Extrem starke Anliderung im Patronenlager ist bekanntlich bei beiden ein Problem, bedingt durch das Hülsenmaterial.

    Carcano


    1. Ich schieße seit mehreren Tagen die vereinseigene SSP. Die Waffe ist leider total verdreckt und so kam es die letzten beiden Termine auch zu Klemmern mit der Remington Target (bzw. führe ich die Klemmer nur auf den Reinigungszustand zurück, da ansonsten bisher "alles" durch ging).

    2. Um hier dem ein oder anderen Vorredner nochmal beizupflichten, eine gute Waffe beginnt so oder so beim angepassten (Maß-)Griff!

    1.

    Wer statt einer Hämmerli 280 eine Walther SSP schießt, und ausgerechnet diese (!) Waffe dann auch noch mit der harten Remington Target (!!), der ist wirklich nur selber schuld.


    2.

    Erstens Blödsinn; und zweitens eine Ausrede, um nicht in gebotener Intensität zielgerichtet und selbstkritisch zu trainieren ("mein Griff passt immer noch nicht hundertprozentig, da kann ich ja nicht wirklich treffen, ich schnitze und kitte mal lieber weitere acht Stunden glückselig für mich allein am Holz herum, als vier Stunden intensiv in kurzen und konzentrierte Einheiten unter Anleitung zu trainieren").

    Kennt man.

    Carcano

    Es ging zwar bhutanische Olympia- und WM-Teilnehmer*Innen im Bogenschießen (Nationalsport) und Sportschießen (Druckluft), aber Weltmeisterschaften werden da in der Tat nicht ausgetragen. Ist ähnlich wie mit Liechtenstein. :D