Ja, das ist eine schlimme Sache, mein Mitgefühl gilt allen betroffenen Schützen und Schützinnen. Hoffentlich kann dort der Schießbetrieb bald wieder aufgenommen werden.
Seit dem Ahr-Hochwasser dürften (und sollten) freilich auch alle Schützenvereine hierfür sensibilisiert sein. Ich denke, jeder verantwortungsbewusste Vorstand hat danach sich einmal informiert, ob die Schießanlage / das Schützenhaus in irgendeinem Hochwassergefahrengebiet liegt, die Karten sind inzwischen alle online öffentlich zugänglich. Viele Menschen sind z.B. sehr überrascht, wenn in ihrem Wohngebiet, wo allenfalls in 300 m Entfernung ein ganz kleines Bächlein vorbei fließt, eine entsprechende Hochwasser-Gefahrenzone ausgewiesen ist. Das beeinträchtigt auch stark die zukünftige Nutzbarkeit von Grundstücken im Hinblick auf etwaige Bauanträge, Verdichtungen etc. Und weil viele Bürger darüber nicht auf dem Laufenden sind, gibt es manchmal üble Überraschungen beim Grundstücksverkauf.
Soweit es Versicherungen betrifft (insbesondere Elementarschädenversicherungen, aber auch Haftpflichtversicherungen für Öltanks), sollte man hier im Auge behalten, dass es die Pflicht des Versicherungsnehmers ist, den Versicherer über Änderungen der tatsächlichen und rechtlichen Umstände stets auf dem Laufenden zu halten. Wer sich also in einem Hochwassergefahrengebiet befindet, das irgendwann - i.d.R. schon vor einigen Jahren - so ausgewiesen oder abgeändert worden ist, der kann und darf nicht davon ausgehen, da habe sich halt die Versicherung erkundigen müssen. Im Gegenteil wird hier oft eine Bringschuld des Versicherten bestehen.
Ich würde also allen Vereinsverantwortlichen dringend empfehlen, Rücksprache mit dem eigenen Versicherungsvertreter oder der Agentur zu halten und gegebenenfalls entsprechende Nachmeldungen abzugeben.
In tatsächlicher Hinsicht sollte es klar sein, dass sich in etwaigen Kellergeschosses oder zu ebener Erde nach Möglichkeit keine wichtigen und unersetzlichen Vereinsunterlagen irgendwie in „Wasserreichweite" befinden. Soweit es Waffentresore oder Waffenräume betrifft, befinden sich diese in der Praxis freilich oft im Erdgeschoss. Und Waffentresore sind zwar dicht, aber nicht wasserdicht. Wenn auch nur eine entfernte Gefahrenlage bestehen könnte, wäre es aus meiner Sicht angezeigt, rechtzeitig eine Umlagerung von Waffen zu erwägen oder etwa entsprechende Podeste aufzumauern, auf welche die Tresore verbracht werden. Wenn man das Schützenhaus im Flusstal liegen hat, hilft das natürlich auch nicht. Aber bei einer "ganz normalen" Überschwemmung, wo das Wasser vielleicht 10, 20, 40 cm hoch im Gebäude steht, kann ein solches Podest schon den entscheidenden Unterschied für die Waffen machen.
Carcano