Beiträge von Carcano

    Dieter schrieb:

    Was in den Workshops passiert, wird in Regelmäßigen Abständen in der Württembergischen Schützenzeitung der "Südwestdeutsche[n] Schützenzeitung" veröffentlicht. Jeder interessierte Leser ob DSB oder nicht hat die Möglichkeit, diese zu beziehen und zu lesen (bei Interesse). Es sind dort nicht nur grüne Männchen und linientreue Genossen drin. Was ist der DSB -sicherlich der Dachverband- aber wenn ich hier sehe welche Spielräume die Landesverbände haben vor allem im Lokalbereich was die eigentlichen Schützen betrifft ist hier ein ungeheueres Potential das genutzt wird. Mir ist derzeit kein Fall bekannt wo ein Verband nicht gehört wurde bzw. unterschlagen wird. Dies setzt aber immer eine Dialog bzw. die Bereitschaft dazu voraus.

    1. Der Hinweis auf die SWDSZ ist nur peinlich. In der Regel bekommen die Vereine die ex officio zugesandt. Da das ein entsetzlich langweiliges Käseblättchen ist, liest sie fast niemand - wenn sie denn überhaupt griffbereit ausliegt. Die DSZ (Deutsche Schützenzeitung) ist dagegen informativ und recht gut gestaltet; und vor allem ist sie, anders (!) als die SWDSZ - und insoweit stellte Dieter oben die Lage unrichtig dar - kein reines Hofmarschallamt- und amtliches Verlautbarungsblättchen der Verbände, sondern die DSZ hat ein eigenes Profil. Polemik gegen den DSB kann man in ihr zwar auch nicht lesen, wohl aber doch eigenständige journalistische Artikel, und viel Nützliches.

    1.a. Die SWDSZ nennt sich zwar im Untertitel des Deckblattes als als Verlautbarungsorgan und Hof-Gazette auch des WSV, seltsamerweise gibt es aber trotz der nur 4000 Stück Gesamtauflage noch zwei verschiedene Sub-Auflagen für die einzelnen Regionen. So teilen sich beispielsweise Pfalz, Saar, Nordbaden, Südbaden die gleiche Ausgabe, Württemberg hat aber einen ganz eigenen Druck. Der Verband will das so. Den Grund wüsste ich auch gerne. Das führt denn dazu, dass der von Dieter dankenswerterweise eingestellte Bericht in unserem Heft 7 nicht drin ist - was natürlich nicht seine Schuld ist. So kann man dann auch Öffentlichkeit, Voneinander-Lernen und Austausch verunmöglichen, lieber WSV. Auf Schweizerdeutsch nennt man das Kantönligeist, und der Ausdruck ist nicht so positiv gemeint, wie er für Reichsdeutsche kingen mag.

    2. Berichte wie die obigen gehören ins NETZ, also heutzutage auch auf die Verbandswebsite, und nicht _allein_ in ein ungelesenes Blättchen. Darüber gibt es überhaupt keine Diskussion. Druck dieses Statement ruhig aus und schick's dem Landesoberschützenmeisteramt. :)

    2.a. Das württembergische Konzept der Talentzentren - Sobigrufti hat in der Vergangenheit sehr informativ darüber geschrieben, nämlich hier: Landesschulungen - Ausbildung und Fortbildung - meisterschuetzen.net - ist beispielsweise gut im Netz vorgestellt. So muss es sein.

    3. Es ist völlig wahr, worauf Dieter kritisch hinweist, dass die Landesverbände erhebliche Spielräume haben, sie aber leider nur selten positiv nutzen, und dafür öfters negativ: nämlich um sich als Bremsklotz und Hemmschuh zu betätigen, wann immer der DSB-Zug mal etwas Fahrt aufnimmt oder aufnehmen will, und etwas für alle Schützen tun möchte.
    Ich kenne aus eigener Arbeit in bzw. für verschiedene(n) Dachverbände(n) beide Konzepte, nämlich den des förderalen Verbändeverbandes (DSB, BDS), und den des Zentralverbandes (z.B. DSU, BDMP). Beide haben ihre Berechtigung und ihre jeweiligen Stärken. Auch im Deutschen Olympischen Sportbund sind beide Strukturen in den jeweiligen Fachverbänden vertreten. Föderalismus hat aber nur dann Sinn und Berechtigung, wenn er viele Blüten und Früchte hervorbringt (Mao: "Lasst tausend Blumen blühen!"), nicht wenn er zu tausend Schlaglöchern und Zollstellen führt.

    4. Dialog, und die Förderung weiterer Dialogbereitschaft (letzteres beinhaltet sowohl die Bereitschaft, den Mund rechtzeitig aufzumachen und nicht nur von der Galerie bzw. einmal im Jahr bei der Hauptversammlung zu meckern, oder im Eck vor sich hinzugrummeln und über jede Aktivität missgünstig zu bruddeln, wie die beiden Alten aus der Muppets-Show; als auch die Bereitschaft, die Ohren aufzumachen, zuzuhören und zu lernen), dies ist, wie man klar zu erkennen kann, ein Hauptziel der neuen Initaitive im WSV. Das finde ich sehr gut. Einen ähnlichen Ansatz gibt es nach dem Abgang Nessels jetzt auch im B[adischen]SV.

    Im Badischen Verband kenne ich mich etwas aus, bin ich doch im Feindesland von Württemberg geboren und habe durch Biathlon sehr gute Beziehungen in die Vorstandschaft. Auch kenne ich dort viele persönlich. und ein schreiben dieser Form sagt alles und doch gar nichts aus. Die wahren Gründe oder Vorfälle können hier nur geahnt werden. Und dann gibt es immer 2 Meinungen und niemals ist einer nur alleine schuldig. Was war dann der Grund für den Rücktritt?

    5. Es ist, nein es WÄRE ein guter Stil von Transparenz und Offenheit, wenn ein Rücktritt auch öffentlich bekannt gemacht wird. Auf der Verbandswebsite. Das lässt sich durchaus in würdiger Form tun (wobei auch eine ehrliche Abrechnung nichts Unwürdiges ist).

    Natürlich gibt es immer drei Arten von Gründen: die öffentlich genannten, die hinter vorgehaltener Hand verbreiteten, und die wahren. :) Aber wenn der Landesschützenmeister Nordbadens (also der ehemaligen amerikanischen Besatzungszone) eine "neutrale" vorgeschobene Begründung hätte finden wollen, hätte er das ohne weiteres tun können.

    Grüße,
    Carcano

    Murmelchens reichhaltiger Beitrag verdient eine längere Antwort:

    was ich damit sagen wollte, war, das wir nicht grundsätzlich ein Problem mit unseren Strukturen und insbesondere nicht mit den von uns angebotenen Disziplinen haben und bezog sich hauptsächlich auf so Forderungen nach angeblich doch viel moderneren und damit vermeintlich auch interessanteren und spaßigeren Disziplinen.


    An einer attraktiven Liste B ist ja auch nichts verkehrt. Manche Landesverbände haben keine oder fast gar keine (die Landesverbände sind dann auch danach - interessanter Indikator), andere haben die ihrige mit Mini-Abwandlungen überladen.
    Interessanter wäre es, zu überlegen, *wie* eigentlich eine Disziplin auf die Liste B kommt. Klar, im Verein kann man schießen, wie man lustig ist, und kann auch überregionale Wettkämpfe ausrichten. Aber was muss geschehen, damit der Verband über den DSB beim Bundesverwaltungsamt die Aufnahme in die Liste beantragt?

    "Spaßig" ist in diesem Zusammenhang von Dir freundlich-locker gemeint, und von mir auch so verstanden. Natürlich ist Leistungsport nicht Jux und Dollerei, aber gerade im Breitensport können Abwechslung und ungewöhnliche Anforderungen eine schöne Sache sein. Wer jemals ersucht hat, mit einer kleinen Westentaschenpistole (Browning Baby, Astra Cub) auf 25 Meter eine gute Gruppe zu schießen - die Waffen halten durchweg den 8er-, wenn nicht den 9er-Ring -, der weiß, dass Freie Pistole einfach dagegen ist. :)

    Ich sehe auch noch nicht einmal so wie Du ein Hauptproblem im Leistungsbereich und in dessen Unterstützung, auch wenn das regional wohl unterschiedlich sein kann. Unser Ausbildungskonzept ist so sicher nicht optimal, da stimme ich Carcano ohne weiteres zu. Aber trotz des vorhandenen Gemurkses kommt doch noch immer recht viel dabei herum, wenn man sich mal so unseren Nachwuchs ansieht und auf welchem Niveau da teilweise geschossen wird. Man muss wohl auch sagen, dass der DSB für viele Vereine vor Ort auch erst mal recht weit weg ist. Ich kenne hier vor Ort aber jedenfalls noch genug gute Kaderschmieden, wo ich auch unbesorgt Talente hin vermitteln könnte. Mir macht daher auch mehr der gemeine Breitensport vor Ort Sorgen, welcher eben auch den gemütlichen Rundenwettkampf auf Kreisebene beinhaltet, wo auch jemand mit 320 Ringen seine Freude haben kann. Eine zu starke Orientierung an den Leistungsbereich führt unweigerlich auch zu einer immer stärkeren Konzentration auf weniger Vereine und dort bleibt dann auch erfahrungsgemäß oft nur noch wenig Platz für den Breitensport.


    Das ist ein so dichter und wichtiger Absatz, dass man eigentlich einen Aufsatz als auch nur annähernde Antwort dazu schreiben müsste, und doch Frank nur schwer gerecht werden könnte. Ich will versuchen, meine Bemerkungen dazu etwas zu gliedern.

    a) Im Kader-Bereich ist die Erfassung und Ausbildung nach wie vor ganz gut, jedenfalls in den größeren Verbänden. Da sind auch A- und B-Trainer verfügbar. Das Problem dort ist zum einen die enorme Ungleichheit zwischen großen und kleinen Landesverbänden (die neuen Bundesländer haben's besonders schwer, trotz Suhl). Zum zweiten ist das Kader-Konzept als solches eines, das sich immer wieder neu bewähren und rechtfertigen muss, und keine heilige Kuh. Einige Verbände setzen auf 1 großes und teures Landesleistungszentrum, andere bilden kleinere Subzentren in den Regionen (modisches Neudeutsch nimmt den Deppensingular: "in DER Region"), mit verschiedenen Namen.

    b) Ein altes Problem, das jetzt bedrohlich wird, ist die traditionelle Engführung des Kader-Begriffs, der in DE in den meisten Landesverbänden - es gibt wenige Ausnahmen - nur (!) den Jugend- und Juniorenbereich erfasst.
    Das wird katastrophal, weil diese Altersgruppen einfach wegbrechen. Hier muss mittlerweile schnellstens auch leistungssportlich reagiert werden (geschieht teilweise schon, aber viel zu langsam und zögerlich), indem das Kaderkonzept auf diejenigen Schützen ausgeweitet wird, die auch in Zukunft noch neu zum Sport dazukommen werden. Und das sind zukünftig zumeist Erwachsene, und nicht mehr Youngster, diese Zeiten sind vorbei.

    Jungen Schießsportnachwuchs von höchstem Talent (Weltklasse) gibt es in Indien, Thailand, Mongolei, Malaysia, Iran - aber immer weniger bei uns. Das ist nun einmal so.

    Und dasjenige wertvolle Potential, das wir tatsächlich haben, nämlich junge Migrantinnen und Migranten, wird NICHT genügend angesprochen und beworben. Da gibt's nur pauschale Lippenbekenntnisse zu verbalpolitischer Korrektheit, weil der D_O_SB das so erzwingt, aber ohne echte Handlungen. Der Deutsche Fußballbund ist da weit fortschrittlicher, lässt den Worten Taten folgen, und ist demzufolge auch erfolgreich. Schaut Euch die jungen Spielerinnen dort an.

    c) Große Schwächen - teilweise existenzbedrohende - bestehen auf der unteren Ebene des Trainings und der Anleitung. Sowohl im Hinblick auf Breitensport (was jeder Dorfturnverein hinbekommt, nämlich das Angebot einer regelmäßigen strukturierten [!] und geleiteten "Übungsstunde", ist bei Schützen nicht zu schaffen - warum nicht?), als auch in der Talentsichtung und Weiter(be)förderung. Zum letzteren aber noch separat. Der französische Schießsportverband FFTir ist uns da *enorm* voraus, und hat eine wesentlich besseres und weitsichtigeres Konzept. Noch dazu ein praktikables und einfach umsetzbares. Der DSB (besonders Beate Dreilich) steckt dagegen lieber den Kopf in Papiere und vernachlässigt seine Basis.

    d) "Kleinere Kaderschmieden". Das wäre einmal ein gutes Thema für einen vergleichenden DSZ-Artikel, der einen gewissen Überblick über die ansätze und Konzepte liefert. Mal ehrlich, was weiß denn ein Bezirkssportleiter im Nordwestdeutschen Schützenbund (da, wo das Land platt und das Moor weit ist) über die Arbeit eines C-Trainers in einem kehrwochengeprägten württembergischen Talentzentrum? Und doch haben beide Verbände ähnliche Ansätze entwickelt. Hier wäre Austausch und Befruchtung sehr hilfreich, inspirierend, könnte auch dazu führen, dass man Fehler oder Irrwege der Anderen nicht wiederholt, von Erfolgen dagegen lernt...
    Und genau das unternimmt z.B. der Württembergische Schützenverband, allerdings erst einmal durch gemeinsame Treffen und Austausch auf innerländlicher Ebene; Sobigrufti hat dazu gerade zwei interessante Artikel ins Forum gestellt.

    Die Gründe für dieses Problem sind sicher vielfältig und wohl auch nicht ganz so leicht zu lösen. Nur glaube ich, das dieser Punkt eine der Schlüsselstellen für die zukünftige Entwicklung ist. Aber es ist natürlich in erster Linie mein subjektiver Eindruck und der ist natürlich auch fast nur regional geprägt. Daher muss das auch nicht überall in anderen Regionen so vorrangig sein und ich muss damit auch nicht generell richtig liegen. Aber deshalb tauschen wir uns ja hier auch aus.


    Regionale Unterschiede sind wichtig. Die Probleme der mitteldeutschen Verbände sind in der DSZ von Michael Eisert fantastisch klar und anschaulich analysiert worden. Und das sind durchaus andere als die Probleme in sauerländischen oder niedersächsischen Traditionsschützenregionen. Selbst der demographische Faktor schlägt sich dort anders nieder. Aber man kann eigentlich immer auch von den Anderen lernen. Von anderen Kreisen, anderen Gauen / Bezirken, anderen Ländern, selbst anderen Schießsportverbänden. Man muss nur wollen. :)

    Beste Grüße,
    Carcano

    Warum gibt es denn in den Schützenvereinen keinen richtigen Trainingsbetrieb ?
    Warum gibt es keine guten Trainer, bzw die, die es gibt sind so selten, dass sie nur bei den Besten trainieren ?

    Das liegt an einer von Grund auf verfehlten Aus- und Fortbildungskonzeption im DSB und daher auch bei fast allen Landesverbänden. Das habe ich im übrigen schon vor einigen Monaten hier analysiert und näher dargelegt; und auch die denkbare Abhilfe. *schulterzuck*

    Carcano

    In Baden-Württemberg sind 3 Landesverbände (Württemberg/Baden/Südbaden)

    Unwahr. Bitte korrigieren.

    Der Vortrag zum LLZ ist ebenfalls verzerrt und stimmt so nicht.

    Letztlich zum Thema Schulung: in der Tat wäre zumindest eine gemeinsam abgestimmte Schulungsebene und gegenseitige Durchlässigkeit sehr sinnvoll und zum Nutzen aller. Wenn es in diese Richtung geht (der SBSV hat gegenwärtig nicht einmal eine[n] Schulungsbeauftragte [n], nur eine kommissarische Not-Wahrnehmung), dann ist das sehr gut und lobenswert, und verdient Anerkennung. Dann würde ich aber gerne etwas Sustantielles darüber hören, und nicht diffuses Geraune im Unstile von "gab es schon eine Einigung mit Ausnahme" (also doch keine Einigung) und "jetzt geregelt wurde" (und wie?).

    Und noch zum (nordbadischen) BSV. Eine neue Seite auf der Verbands-Website zeigt öffentlich (!!), dass dort in der Tat ein erfreulich neuer und frischer Wind zu wehen beginnt, und die Fledermäuse unter der Decke der Geschäftsstelle wegweht. Gut so:
    system - Vorlage2

    Carcano

    1. In der Tat: wer allen Ernstes behauptet wie Nessel (und es wohl auch noch glaubt), es gäbe in Baden-Württemberg nur drei Schießsport treibende Verbände (und welche denn? BDS, BDMP und DSU? ), der gehört wirkungsvoll belehrt - oder gegangen.

    2. An Dieter (Sobigrufti): Du schriebst "Was in den Workshops passiert, wird in regelmäßigen Abständen in der
    Württembergischen Schützenzeitung der "Südwestdeutsche[n] Schützenzeitung" veröffentlicht."

    Den Satz kannst Du gewiss so nicht ernst gemeint haben, und solltest ihm deshalb besser editieren. Du führst doch deine gesamte (begrüßenswerte !) Position selbst mit so einer Äußerung ad absurdum. Selbstironie wäre natürlich auch denkbar, würde aber nicht so in diesen Kontext passen.

    Carcano

    4. Wenn zum Beispiel dem Badischen Schützenverband (= Nordbaden) eine "Beteiligungsquote" von 53 % attestiert wird (S. 25), dann freuen sich die Kreisschützenmeister, denen das etwa in der Versammlung beim Landesschützentag vorgetragen wird (und mancher denkt sich: "oi, wie gut, dann macht's ja doch nichts, dass ich die Bögen vergessen haben, die anderen haben wenigstens mitgemacht").
    Wenn man sich die Zahlen dann aber einmal ansieht, dann stellt man fest, dass tatsächlich nur 6 % aller Vereine geantwortet haben. Sechs Prozent; das steckt tatsächlich hinter der verfälscht formulierten "Beteiligungsquote".

    Die verwendeten Schusswaffen waren ausschließlich legal erworbene Sportwaffen!

    Der Punkt, Geronimo, ist der folgende. Es ist hier ja nicht so, dass das (norwegische) Waffengesetz versagt hätte. Im GEGENTEIL. (Dazu muss man freilich das Manifest des Attentäters mit seinem Tagebuch gelesen haben).
    Im Gegenteil ist es vielmehr so, dass das Gesetz gegriffen und gut funktioniert hat, und genau das erreicht hat, was ein solches Gesetz überhaupt nur erreichen kann. Höchstens könnte man daher an eine Liberalisierung denken.

    PS: Und wie schon gesagt, zwei der Waffen (Ruger Mini-14 und Benelli-Flinte) waren aufgrund jagdlicher Belange erworben und keine Sportwaffen in unserem Sprachgebrauch.

    Carcano

    Hallo Carcano

    bist du sicher, dass der SEB unter "katastrophaler Mist" einzusortieren ist?

    Was erwartest Du unter wissenschaftlichen Mindestansprüchen?

    1. Nein. Vollkommen sicher bin ich mir dagegen, dass der Abschnitt Schießsport innerhalb des Sportentwicklungsberichts katastrophaler Mist ist. Also schlechthin unbrauchbar, nicht nur mit diesem oder jenem Fehlerchen versehen, oder mit einer einzelnen Bewertung / Schlußfolgerung, die mir vielleicht nicht passen würde. Um es auf Autodeutsch zu sagen: es ist nicht so, dass der Rückwärtsgang hakelt, die Sitze unbequem sind, oder die Hitzung nur kalt und sehr heiß kennt. Sondern das Ding hat weder Räder noch Lenkrad, und erst recht keinen Benzintank. Vielmehr führt der Einführstutzen direkt in den Auspuff.

    2. Wissenschaftliche Mindestansprüche: was ein angeleiteter Student im 2./3. Semester hinbekommt, diese beiden Autoren aber nicht. Zum Beispiel kennt eine solche Studentin den Unterschied zwischen einer statistischen Stichprobe (die kann sogar sehr klein sind, und trotzdem äußerst valide) und einer von vornherein verfälschten Auswahl. Bei einer repräsentativen Verbraucherumfrage wurde zum Erstaunen und zur Freude der Auftraggeber festgestellt, dass 100 % (!) der Antwortenden ein Mobiltelefon besaßen. (Einfacher Grund: man hatte die Umfage telefonisch durchgeführt und nur Mobiltelfonnummern angerufen !)

    3. Natürlich fängt es mit (scheinbaren) Kleinigkeiten an. Aber erstens sind viele davon nicht klein, und zweitens ergeben viele Klein auch ein Groß. Zum Beispiel wird einem Land eine Beteiligung von 6,9 % zugeschrieben, dessen Rücklaufquote tatsächlich 0,0 % betrug (S. 26).
    Schön ist es auch, wenn man (zum Beispiel) die Rothaarigenquote in den Vereinen ermittelt will, und dafür bei allen Vereinen anfragt, die im Fragebogen vorher angegeben haben, zumindest ein rothaariges Mitglied zu haben (andere fallen für die Berechnung der Quote natürlich weg :-D), und wenn man dann nur die Zahlen in den tatsächlich zurückgelaufenen Antworten für die Statistik wertet (alle, die einfach schwiegen, weil sie keine Rothaarigen haben, düfen natürlich die gute Quote nicht verfälschen). Das meine ich mit "nicht mal 2./3. Semester".

    Carcano

    1. In meiner Wahrnehmung hat sich der neue Präsident bisher nur als Gratulant bei den Landesmeisterschaften hervorgetan. Fast könnte man glauben, wir hätten gar keine Nachwuchs-, Struktur- und Imageprobleme in Hessen.

    2. Habt Ihr mal die Imagefilme zum Wurfscheibenschießen des ESC gesehen? Fand ich ziemlich beeindruckend.

    3. Wir müssen die Kugeldisziplinen wiederbeleben und nicht auf Bogen und Licht setzen. Aber wie soll man den Nachwuchs für Freie Pistole oder Schnellfeuerpistole begeistern, wenn's nicht mal im eigenen Verein geschossen wird.

    1. Natürlich habt Ihr keine Probleme. Das zeigt sich ja schon daran, dass der Hessische Schützenverband in der Studie des Sportentwicklungsberichts mit 0,0 % Beteiligung aufscheint. LOL

    2. Ja, in der Tat.

    3. Der Herr Altpräsident schießt Schnellfeuerpistole. Reicht denn das nicht? Da müssten doch scharenweise die Jugendlichen angelaufen kommen ob solchen Vorbildes! :P :D

    Carcano

    Bei uns im Gau/Bezirk hatte ich dieses Jahr bei den Bezirksmeisterchaften einen Zuwachs bei den GK Disziplinen -alle Kaliber- (9mm. .44 .45 ACP....) von 40 %. Davon starten jedoch ca. 60 % in der ALTERSKLASSE.

    Mein Eindruck in Deinem Nachbarverband ist sehr ähnlich.

    Noch krasser steht es bei den beiden Ordonnanzgewehrdisziplinen (DSB 1.58, und der jeweils landesspezifische Liegendkampf).

    Carcano

    Dere Täter hatte zuvor versucht, illegal Waffen in der Tschechischen Republik auf dem von ihm erhofften großen Waffenschwarzmarkt zu erwerben, hatte aber feststellen müssen, dass das nicht so einfach geht, und reiste unverrichteter Dinge wieder zurück (enttäuscht notierte er in seinem Manifest, er habe sich in Prag sicherer gefühlt als in Oslo).
    Er musste dann - er hat die Tat ja 3 Jahre hindurch vorbereitet - den auch in Norwegen langwierigen legalen Weg gehen. Tatwaffen waren eine modifizierte (gepimpte) Ruger Mini-14, wohl mit normalen .223-Teilmantelpatronen, und eine Glock-17. Ob er auch seine Benelli-Flinte benutzte, ist nicht ganz klar.

    Carcano