Beiträge von Carcano

    Als ich bei meinem alten Verein die Homepage betreute, war diese ebenfalls 'created with notepad'. Mir (und ich hoffte auch der damit anvisierten Zielgruppe) erschienen interessante Inhalte wichtiger als übertriebenes Klickibunti.


    Sah und sehe ich genauso. Aber ich bin auch schon zu einer Zeit im Netz gewesen, als jede (einzelne) neue Website mit Interesse vermerkt und neugierdehalber aufgesucht wurde, und als man Websites mit einem Line-Browser anschaute. Und Usenet trieben wir auf dem Mainframe (erst VM/CMS, dann VM/ESA).

    Carcano

    Auch im Gebiet 'Süd' des RSB wird über einen Verbandswechsel nachgedacht. Hier die Information des Fachverbands Sportschießen Rheinhessen. Ob - und ggf. mit welchem Ausgang - Gespräche mit den Leitungen beider Verbände geführt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Weißt Du, was inzwischen daraus geworden ist? Wäre mal interessant...

    C.

    Die Verwaltungsvorschrift ist seit 2002 in Planung, wurde 2006 (glaube ich) zum ersten Mal verteilt - mit den Änderungswünschen, wurde Anfang 2011 erneut verteilt - mit den bis dahin aufgelaufenen Änderungswünschen - und sollte vor dem Sommer verabschiedet werden.
    Frau Altpeter findet es jedoch nicht gut, wenn Minderjährige Zugang zu Druckluftwaffen bekommen und daher hat der Ausschuss Frauen, Sport & Co. eine Vertagung der Vorschrift, die seit 2006!!!!!!!!!!!! fast steht erneut vertagt.

    Der DSB, Kohlheim und ich sind dran.

    Carcano

    Erstens: in der Ausgangsfrage halte ich Wilhelms Prädikat "latent" für richtig gewählt. Denn zu einer Gefahr wird das Lichtgewehr erst durch unsere Gegner und in der Öffentlichkeit, nicht durch seine - ja durchaus sinnvoll denkbare und nutzbare - Verwendung _innerhalb_ der Vereine.

    Zweitens: je nach dem Umständer kann das Lichtgewehr eine Chance sein. Man sollte vorher allerdings klar analysieren, ob es im jeweiligen Einzelfall sinnvoll ist. Einfach nur nach einem Lichtgewehr zu schreien und zu hoffen, dass dann die Kinder auf den süßen Rattenfängerton hin magisch angelaufen kämen udn Mitglieder blieben, wäre Unfug. :)
    Aber genau diesen Fehler macht Wilhelm ja auch nicht, und Sobigrufti ebensowenig. Katja: "Es gibt faktisch keinen Grund, das Schießen mit LG/LP/KK/GK für Minderjährige unter Aufsicht zu verbieten. Es gibt sehr wohl Gründe, insbesondere für Werbungsveranstaltungen oder für die individuelle Eignung einiger minderjährigen Vereinsmitglieder, Lichtschießen zu nutzen."

    Drittens: es ist eine Chance für bestimmte Vereine in bestimmten Lagen. Es ist KEINE Chance für Schießsportverbände allgemein. Für die kann es sogar gefährlich sein. Verbände können Vereine hier ruhig unterstützen, sie sollten aber nicht selbst das Lichtgewehr verbandsseitig als sichere und kindgerechte Alternative zum bösen und nicht kindgerechten Waffenschießsport propagieren. Dieser Schuss geht nämlich nach hinten los, und zwar voll.

    Dreieinhalbtens :-): Und die Vereine sollten auch nicht von der Ihnen ja leichtgemachten Erwirkung von Ausnahmegenehmigungen nach § 27 Abs. 4 WaffG abgehen (Sollvorschrift !), weil es schon das schöne Lichtgewehr gibt. Einige Behörden werden nämlich auch auf diesen Trichter kommen oder gar schon gekommen sei. Darauf darf man keinesfalls eingehen. Siehe Katja Triebel: "Wer sich mit Lichtschießen für Minderjährige zufrieden gibt, hat den Kampf schon verloren. Wer Lichtschießen für einen Übergang empfindet und trotzdem für LG/KK für Minderjährige kämpft, hat meine vollste Zustimmung. "

    Viertens: Die Auffassung, für den Modernen Fünfkampf (Pentathlon) sei der Umstieg auf Laserpistolen "lebensnotwendig" gewesen, teile ich nicht. Ich halte diese Einschätzung für schlicht falsch, bin aber für Gründe und Argumente offen.

    Fünftens: Scatt und Lichtschießen sind etwas völlig anderes. Da hat Kirschkernweitspucken noch weit mehr Ähnlichkeit mit Schießsport als reines Scatt. Scatt ist Training *für* den Schießsport, und zwar ein analytisch sehr nützliches. Richtig ist allerdings, dass auch ein Simulator Interesse am "richtigen" Schießsport wecken kann. Wenn man versuchen kann, ihn nicht nur zur Trainingsanalyse, sondern auch zur Öffentlichkeitsarbeit einzusetzen, warum nicht?
    Allerdings sind dann ebenfalls WaffG-Regelungen zu beachten, vor allem die allgemeinen "Umgangs"-Regelungen. Auch wer nur mit dem auf dem LG oder KK-Gewehr aufmontierten Scatt übt, ohne scharfen Schuß in der Kammer, hat dennoch "Umgang" mit der Luftdruck- oder KK-Waffe. Siehe Murmelchens Erfahrungen: "Und für ein SCATT bekommt man normalerweise auch immer eine Sondererlaubnis."

    Sechstens: Interessant ist die Aussage Michael Beutels: "Ein Verein in unserem Gau darf seit kurzem nicht mehr GK schießen, weil die Auflagen für den Stand nicht mehr erfüllt werden können und der Verein mangels Interesse der Mitglieder diesen auch nicht mehr dafür herrichten lässt. Die Auflagen und die damit verbundenen Kosten für Lüftung und Kugelfänge sind in den letzten Jahren stark gestiegen, so dass einige Vereine kein Interesse mehr daran haben."
    Nun gibt es in seinem Gau aber, wi eer schreibt, überhaupt nur drei Vereine (von 60), die aktiv GK schießen. Auf die - in Nordeutschland schon häufiger praktizierte - Idee, dass mehrere Vereine (vor allem solche, in den die Tradition dominiert) eine "Schießsportgemeinschaft" bilden und diese dann gemeinsam den Stand betreiben und nutzen, gar noch im Verbund mit DSU, BDS, BDMP, darauf ist wohl im Gau dort noch keiner gekommen. Oder Kantönligeist macht es zunichte.

    Siebtens: der erwähnte bayerische "Mehrkampf Luftpistole" ist so etwas "nationale Sportpistole 4,5mm Diabolo" mit kalten Gasen. Diese Disziplin ist für Situationen entwickelt worden und gedacht, wo man nicht Sportpistole schießen KANN. Und in England sieht es ja leider inzwischen auch so aus (nicht dagegen im Vereinigten Königreich).
    Hier in Deutschland gibt sehr, sehr viele Vereine, die _nur_ 10m- und ggf. 15m-Stände haben, und keinen 25m-Kurzwaffenstand. Für die ist das eine attraktive Disziplin. Und fürs intensive Trainieren zu Hause auch.

    Carcano

    Paradigmenwechsel bedeutet nicht, dass es die bisherigen Stufen und Unterscheidungen nicht mehr geben würde. Wir werden auch weiterhin Hauptamtliche und Ehrenamtliche unverzichtbar brauchen; aber ihre Bedeutung einerseits, und die Bedeutung freiwilligen und umgrenzten Engagements andererseits, haben sich geändert und werden sich noch weiter ändern, und das haben die Schützenverbände anders als andere Verbände noch nicht so recht realisiert.

    Auch in Zukunft wird und muss es einen festen Strukturstamm von Funktionsträgern geben; er wird möglicherweise sogar noch wichtiger werden. Aber seine Rolle und sein Selbstverständnis werden andere sein müssen. Und das ist auch keine Mode, genauso wenig wie es bloss "modern" ist, Reisen mit pferdelosen Automobilen zu unternehmen, Fernsprechapparate zu benutzen statt einen Geschäftsboten aus dem Kontor zu schicken, im eigenen Salon ein kleines Lichtspieltheater (früher untergebracht in einem größeren Kasten mit gläserner Scheibe, wie einer Vitrine, heute in einer Art Bilderrahmen) zu unterhalten, oder in die Sommerfrische nach Übersee (!) zu fahren.

    Was sich ändert, ist einmal die Verlagerung gewisser Funktionen und Verantwortlichkeiten auf Hauptamtliche. Also berufsmäßig angestellte und hoffentlich entsprechend professionell ausgebildete Mitarbeiter. Von der Geschäftsführerin bis zum Sachbearbeiter. Deren Anzahl ist sehr verschieden; zwischen einer großen Organisation wie dem DOSB, die nach den gleichen Maßstäben geführt werden muss wie ein kleineres Landesministerium oder ein Unternehmen, und einem mit geringstem Personalaufwand und noch viel "Ehrenamt" dennoch effizient arbeitenden kleineren Schießsportverband (nehmen wir z.B. die DSU als zentral geführten Verband mit gerade mal 13.000-14.000 Mitgliedern) liegt da natürlich eine weite Spanne.

    Diese genannte Professionalisierung muss und wird auch durchschlagen auf die Funktionsebene der "Ehrenamtlichen". Wir haben heute nicht mehr den "Vereinsfürsten" oder "Schützenmajor" als Leitbild in der Sportorganisation - beide taugen mehr fürs Marionettentheater oder fürs komödiantische Fernsehprogramm, "alles für den Dackel, alles für den Hund !" - sondern den "Vereinsmanager[in]".
    Dieser Name ist nun, das räume ich ein, vielleicht etwas modisch; das Konzept dahinter ist aber sehr vernünftig und notwendig, und DOSB und Landessportverbände geben es allen Verbänden mit gutem Grund vor, und bilden entsprechend aus.
    Eine solche Vereinsmanagerin kann eine ehrenamtliche, gewählte Präsidentin sein, oder eine entlohnte Geschäftsführerin. Beides ist denkbar. Insoweit muß man "Hauptamt" und Ehrenamt" gar nicht als Gegensatz verstehen, es können auch verschiedene Intensitäten der gleichen Tätigkeit sein.
    Große Sportvereine (insbesondere Mehrspartenvereine, aber auch größere Fachsportvereine) können anders als mit hauptamtlichem Vereinsmanager gar nicht mehr existieren und wirtschaften.
    Hingegen der Kyffhäuserschützenverein 1888 e.V. in Tuchtfeld, Kleinmoorkamp oder Hunzen, und der Eisenbahnerschützenverein Holzminden (dessen eigener kleiner Schießstand jetzt mangels Schützen zur Vermietung durch DB-Immobilien steht, diese Kleinstadt hat ja auch nur noch 10 weitere Schützenvereine) gehen freilich auch ohne; jedenfalls solange bis sich ihr letztes, über 70jähriges Mitglied ins betreute Wohnen zurückgezogen hat, und dann ist ohnehin Ende...

    * * *

    Als Anregung zum weiteren Gedankenaustausch der Auszug eines Chat-Gesprächs, das ich vor einiger Zeit mit einer noch zur "Jugend" gehörenden Gesprächspartnerin geführt hatte. Die junge Frau ist leistungsportlich aktiv, und übernimmt dazu noch eine Vielzahl freiwilliger Aufgaben in ihrer Schule.
    Das Thema als solches ist seit Ende der 1990er Jahre schon vielfach erörtert worden und ist den Landessportbünden wohl bekannt; die Schießsportverbände verschließen allerdings [noch] weithin hartnäckig die Augen.

    [Ich]
    Aber mir geht es um etwas ganz Anderes, und sehr Wichtiges.
    Den PARADIGMENWECHSEL weg vom klassischen, sehr statischen, auf Jahre und Jahrzehnte angelegten "Ehrenamt" (= "Ehre" & "AMT") ...

    [L]
    Dass es nicht mehr ehrenamtlich, sondern freiwillig geschieht.

    [Ich]
    ... hin zu volunteerism, wie es so überaus beliebt und sehr erfolgreich in den USA vorherrscht.
    Genau! :)
    Freiwillige Mitarbeit. Das kann das freiwillige Einbringen besonderer individueller Teilkompetenzen bedeuten, kann auch einfach heißen; diese Woche mache ich mal 2 Stunden was für den Verein, egal was anliegt. Oder es kann ein Projekt sein.

    [L]
    Ja. Wie zum Beispiel jeden 1. Sa im Monat den Büchereidienst übernehmen. Auch wenn ich da selbst einen Vorteil daraus habe. :)

    [Ich]
    Ja. Aber sich nicht für die nächsten vier Jahre zum "Büchereiwart" wählen lassen.

    [L]
    Nein, habe ich mal nicht vor. :P :P

    [Ich]
    Denn zu helfen, in begrenztem und überschaubarem Umfang (!), sind viele bereit. Sogar gerne. Aber klassische "Ehrenämter" wie zu Zeiten der Großeltern, da wäre man/frau ja blöd, sich so eine Eisenkugel ans Bein zu binden.
    Ich z.B. habe eine kurze D-Trainer-Ausbildung gemacht. War vom Zeitaufwand noch tragbar, C-Trainer ist kaum zu stemmen. Und ich habe es nicht gemacht, damit ich in Zukunft "Der Vereinstrainer" wäre (*schauder*), sondern damit ich a) gelegentlich Neuankömmlingen vernünftige Tips geben und sie besser anleiten kann, und b ) damit ich selber was davon habe. :)
    Reihenfolge a) und b ) kann auch umgekehrt werden.

    [L]
    Ja, etwas Freude muss man auch dabei haben, sonst bringt es nichts. Weder anderen noch einem selbst.

    [Ich]
    Klar. Ich schieße dann (hoffentlich) selber besser.

    ---
    Beste Grüße aus Südbaden,
    Carcano

    Was aber heute ein absolutes Muss ist: Eine Internetauftritt, bei dem sich Interessenten über wesentliche Dinge informieren können. Dazu gehören z.B. Trainingszeiten und Trainingsorte, Angebotene Disziplinen, Sportanlagen, Ansprechpartner und Preise. Das muss nicht redaktionell betreut werden und ist auch ohne großen Aufwand umsetzbar. Trotzdem haben viele Vereine nicht mal das.

    Ich bin nun kein "Digital Native", trotzdem ist es mir zuwider, wenn ich für so schlichte Dinge wie die Trainingszeiten eines Vereins den 1. Vorsitzenden anrufen muss und nicht einfach auf der Website des Vereins nachschauen kann.

    Ja, in der Tat, das ist ein vernünftiges und erwartbares Mindestmaß.
    Und zwar sichtbar und nicht in der geschachtelten Tiefenstruktur auf dritter Ebene versteckt.

    Viele der Beiträger hier und so manche Sitebetreiber glauben offenbar, Netznutzer wollten oder müssten dauernd bespielt und bespaßt werden. Was soll der Unfug, wer hat ihnen das eingeredet? Wenn ich mir eine Vereins- und Verbandsseite anschaue, habe ich einen konkreten Grund dafür, und den will ich zügig erfüllt sehen. Für Unterhaltung schalte ich den Fernseher an oder lege eine DVD ein.

    Carcano

    Deswegen muss die Frage auch erlaubt sein, ob das Eherenamt langfristig so noch zu halten sein wird, oder ob es in großen Teilen aussterben wird.

    Die Frage wurde schon im ersten Posting ausführlich erörtert und eingehend beantwortet. Allerdings wollen die dort gegebenen Verlinkungen auch gelesen werden. Es stirbt bereits aus, auf breiter Front und es ist *so* unhaltbar. Fertich. Das ist _Fakt_, und deshalb ist der ganze Thread von Grund auf verfehlt und falsch angelegt worden.

    Es wurde noch geschrieben von 500.000,- € Zuzahlung durch den Verband an die Stadt, für den Grundstückstausch. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Wobei die 200.000,- € Einsatzwert für das alte Grundstück wohl ziemlich wohlwollend sind (Altlasten im Boden, Sanierungsbedarf).

    Carcano

    Wenn ich das vom hörensagen, meine Vorsitzende ist im NWDSB Präsidium, noch richtig im Kopf habe dann wäre eine Sanierung und Ausbaumaßnahme des alten LLZ teurer gekommen wie die Übernahme und den Umbau des neuen.

    Die Kreiszeitung formulierte es so:
    Mit Kameras bestückt, marschierten die Ratsvertreter durch die Räumlichkeiten und machten Fotos. Einige waren zum ersten Mal vor Ort und staunten nicht schlecht, was nun zum Ende des Jahres in den Besitz der Stadt Bassum übergeht. Im Grundstückstauschvertrag mit dem Nordwestdeutschen Schützenbund wurde das gesamte Anwesen mit rund 200 000 Euro verrechnet.

    Zu konkreten Aussagen ließ sich kaum einer hinreißen, allerdings wurde deutlich, dass ein Umbau eine Menge Geld kosten wird.
    Das Gebäude ist alt, zum Teil feucht und sanierungsbedürftig, entspricht in keiner Weise den aktuell geltenden Vorschriften für Wohnräume, insbesondere was den Wärmeschutz angeht.

    Das gesamte Grundstück ist 6962 Quadratmeter groß und nur zu einem geringen Teil bebaut. Das Flachdach-Gebäude umfasst eine Fläche von 650 Quadratmetern, einschließlich einer abgeschlossenen Wohnung von rund 90 Quadratmetern. Zentraler Mittelpunkt des Gebäudes ist ein zum Teil überdachter Schießstand, links und rechts befinden sich mehrere kleine Büros, Abstellräume, Toiletten und ein Tagungsraum.

    Ich habe mir aus folgendem Grunde weitere Gedanken darüber gemacht (nicht aus eigener Betroffenheit, Bassum ist zeitlich [fast] weiter von mir weg als Kenia, und Schießen habe ich in Südniedersachsen gelernt, im Weserbergland, nicht im Norden):

    Zum einen steht das Thema LLZ unterirdisch in enger Verbindung mit den allgemein hier diskutierten Strömen wie "Verbandsentwcklung, demographischer Wandel, Fortbildung, Jugendwerbung, Nachwuchsgewinnung".
    Und zum anderen ist es ein bißchen eine emotionale Übung und Herausforderung: ich habe ja nicht die allerhöchste Meinung und Wertschätzung hinsichtlich des NWDSB-Präsidenten; und seinen typischen Stil mag er auch und gerade in der LLZ-Neubausache negativ an den Tag gelegt haben.
    Aber gerade dann, wenn mensch also schon einmal ein bisschen vorgefärbt ist, ist es besonders wertvoll, selbstkritisch gegen den eigenen Strich zu überlegen. Vielleicht hat ausgerechnet der ungemochte selbstherrliche Funktionär hier einmal eine richtige und zukunftweisende Entscheidung getroffen? Das mag paradox erscheinen, aber ich will mein eigenes Empfinden hier ruhig bewusst (und öffentlich) in Frage stellen.

    Denn eines muss man klar sehen: das Schützenwesen insgesamt altert stark und schnell -> Fakt ("überaltert" ist dann die damit verbundene implizite Wertung -> kein Fakt).
    Es gibt weniger und weniger jungen Nachwuchs, und *dieser* Teil des Trends ist auch nicht umkehrbar.
    Eben dann aber, wenn es weniger und weniger Nachwuchs für den Spitzensport gibt, ist eine attraktive gute Ausbildung und Leistungsförderung besonders wichtig, weil sie dann einem Trend entgegen arbeitet. Wenn man eh' überall in jedem dritten Kaff sportlich gute und starke Vereine mit hohen Ergebnissen hat, ist ein LLZ weniger drängend; wenn auf breiter Fläche die Basis wegbricht, bekommt es eine ganz andere Anleitungs- und Kristallisationswirkung,

    Gerade jetzt bietet sich eine vermutlich städtebaulich einmalige Chance in Bassum (Umbau und Neuaufbau einer in städtischer Randlage freiwerdenden Gewerbe-/Industriefläche) zum Ersatz einer älteren, anscheinend baufälligen, jedenfalls modernen Anforderungen im aktuellen Zustand nicht mehr gerecht werdenden Immobilie in entgegengesetzter, etwas entfernterer Randlage.
    Wikimapia Bild von Bassum, links unten und rechts oben sind die Flächen markiert
    Im Augenblick lässt sich das Projekt auch gerade noch so stemmen und finanzieren, als wichtige Investition in die schwieriger werdende Zukunft (allerdings mit erheblichen Mühen und Belastungen, die den betroffenen Beitragszahlern vom Landesverband aus Dösigkeit oder gar bewusst verschwiegen worden waren). Vielleicht mit Ach und Krach, aber es ist machbar. In zehn Jahren hat sich die Demographie weiter gewandelt, und es ginge *nicht* mehr. Keine Leute, kein Geld.

    Könnten das vielleicht Überlegungen sein, die die NWDSB-Führung bei ihrer Einscheidung mit geleitet haben? So unlieb es mir ist ;-), das einzuräumen...?

    Gut Schuss,
    Carcano

    Das war eine sehr informative Antwort. Gerade zum Neubau des Landesleistungszentrums in Bassum gab es in einem anderen Thread eine Überlegung, die eigentlich ebenso gut (oder besser) hierher gehört. Ich zitiere mich mal:

    Ein ganz anderer Punkt ist die Engführung der bestehenden Landesleistungszentren. Man sollte sich einmal Gedanken machen; will man eine rein olympische Kaderschmiede, andere Nutzer der misera contribuens plebs kommen erst gar nicht rein, oder will man einen breit aufgestellten, umfassend anbietenden und abdeckenden "Landeshauptschießstand"? Hier hat sich m.E. aufbauend auf Entscheidungen der Vergangenheit einiges falsch entwickelt, was damals durchaus sinnvoll erschien.
    Auch das jetzige LLZ-Neubauprojekt des NWDSB in Bassum verdient es, einmal unter diesem Licht betrachtet zu werden.

    Carcano

    Das liebe Ehrenamt....
    Ich verstehe zwar nicht warum schon wieder ein Thread dazu aufgemacht, wird, aber sei es drum.

    Das Problem - dazu musst Du nicht einmal dem interessanten Link nachgehen, was dennoch zu empfehlen ist - ist nicht das Thema als solches, sondern dessen grundfalsche und pervertierte Etikettierung.
    Der konkrete Beitrag von Wilhelm ist es, der ist unter aller Sau ist; nicht die Erörterung der Zukunft freiwilligen Engagements, denn das ist unverzichtbar und wird es weiterhin sein. Auch in unserem Sport.

    Carcano

    Geronimo würde solch einen (nachvollziehbaren) Seufzer wie den deinigen, Dingo, jetzt Spam nennen. Na ja, sei ihm unbenommen. 8o

    Bei Lehrgangs- und Fortbildungsangeboten gibt es generell zwei Ansätze; und das gilt sicherlich nicht nur für Schützen.
    Der eine Ansatz wäre es, davon auszugehen, wo es bereits viele Teilnehmer und potentiell Interessierte gibt, wo es viele Wettkämpfe gibt etc. Also nach dem Motto: wir bieten das an, was nachgefragt wird. Ist sicher nachvollziehbar.

    Der andere wäre es, zu fragen: was ist unterrepräsentiert, unterbelichtet? Wo finden Leute (= Interessierte) keine Unterstützung und keine Anleitung auf lokaler Ebene? Wo gibt's nur einen oder zwei Schützen im Kreis (oder gar keinen)? Was verdient besondere Förderung und Unterstützung, weil es nicht schon eh' von selbst läuft? Und auch dieser Ansatz ist vernünftig und gut nachvollziehbar.

    Aber ich werde dem BSSB keinen Vorwurf daraus machen, wenn er (vielleicht!) eher zum Ansatz 1 als zum Ansatz 2 neigt. Beide haben etwas für sich. :thumbup:

    Carcano