Solange Herr Schumann (...) sich nicht äußert, steht er einfach auf der Seite der Anti-Gunner - zusammen mit Dirk Eisenberg.
Das mit Dirk Eisenberg ist eine medial perpetuierte Fehlwahrnehmung. War es auch schon früher. Es gibt zwar im DSB durchaus noch einige Waffenfeinde in zwei bis drei der 20 Landesverbände, aber Eisenberg gehört eben nicht dazu; vielmehr steht er verbandspolitisch eher in Opposition zu ihnen. Was ich Ulrich anderswo geantwortet habe, gilt auch hier:
Aber schließlich hat nicht der DSB zunächst Unsinn erzählt, sondern Schumann und sein Landespräsident Eisenberg, letzterer weiterhin unkorrigiert (..."Eisenberg hatte Anfang April in der TA geäußert ...).
Ach. Hat er? Oder hat er nicht?
Schauen wir doch mal, was Dirk Eisenberg genau damals, in jenem diffus in Bezug genommenen Interview wirklich gesagt hatte. Im Zusammenhang:
https://meisterschuetzen.org/"http%3A/…581062288"
Tja, da isses im Volltext. Dann prüfen wir also ruhig. Welche der folgenden Aussagen Eisenbergs ist denn 'unkorrigierter Unsinn'?
- Amokläufe hat es schon immer gegeben und wird es wohl leider auch weiterhin geben. Die Tendenz zu Schulmassakern ist dagegen eine relativ junge Entwicklung, die mir Sorgen macht. Die Perspektivlosigkeit vieler junger Menschen und ein gewisser moralischer Verfall könnten dazu beigetragen haben. Ich wehre mich aber gegen einseitige Schuldzuweisungen gegenüber den Schützenverbänden. Die Ursachen sind zu komplex.
- F: "Initiativen wie "Keine Mordwaffen als Sportwaffen" fordern das Verbot tödlicher Waffen für Schützenvereine, wäre das Land nicht mit weniger Waffen sicherer?"
A: Ohne privaten Waffenbesitz hätte es die Amokläufe von Erfurt oder Winnenden vermutlich nicht gegeben oder sie wären zumindest erheblich erschwert worden beziehungsweise anders verlaufen. Aber unter streng reglementierten Bedingungen wie hierzulande ist an dem Recht, in einem Schützenverein seinem Hobby nachzugehen oder als Sportschütze professionell Training und Wettkämpfe durchzuführen, nichts auszusetzen. Die Assoziation von Sportschützen als potenziellen Mördern ist für die betroffenen Athleten eine enorme Kränkung und schlichtweg Unsinn.
- F: Die Fünfkämpfer schießen seit 2010 mit Laserpistolen. Warum nehmen Sie Ihren Kritikern nicht den Wind aus den Segeln und ziehen mit?
A: Nein, das wäre ein völlig anderer Sport und würde viel von seinem Reiz einbüßen. Es ist einfach nicht das Gleiche wie das Schießen mit einer richtigen Waffe - nicht, weil es nicht mehr knallen würde, sondern weil sich kein Projektil auf das Ziel zubewegt, welches dem Wind und anderen Einflüssen ausgesetzt ist. Zudem wäre die Bandbreite der Disziplinen nicht mehr gewährleistet.
- F: Hat Schießen mit Macht- und Machogehabe zu tun?
A: Das ist vielleicht bei einigen wenigen der Hobby-Schützen so. Aber sehen Sie sich die Sportschützen, die für nationale oder internationale Wettbewerbe hart trainieren, genau an. Das sind ruhige Gemüter, die zu ihrem Sportgerät ein völlig entspanntes Verhältnis haben.
- F: Welche Lehren hat der Thüringer Schützenbund aus Gutenberg gezogen?
A: Für uns als Verband war die Tat ein trauriger Anlass, die Mitglieder weiter für den Umgang mit Waffen und Munition zu sensibilisieren und mehr auf das soziale Gefüge in den Vereinen zu achten. Da gab es auch bei uns Verbesserungsbedarf.
- F: Und die Gesellschaft?
A: Auch dort plädiere ich für ein stärkeres Miteinander und dafür, den jungen Leuten eine Perspektive zu bieten. Das wird zukünftige Amokläufe nicht verhindern können. Aber ein Patentrezept gibt es ohnehin leider nicht.
- F: Befürchten Sie eine Verschärfung des Waffenrechts?
A: Von der Politik erwartet man nach solchen Taten Reaktionen. Deswegen mache ich mir natürlich Sorgen, was nach dem nächsten Amoklauf passieren könnte. Die Waffengesetze sind streng genug, das Problem ist eher deren mangelnde Einhaltung.
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Nun ja. Verglichen damit ist der tägliche selbstschädigende Unsinnsanteil in Waffen-Online deutlich höher.
Muss man schon feststellen. 
Carcano