Beiträge von Carcano

    Da hat deine Frau ja auch recht.
    Soweit es die vielen ausländischen Söldner und Söldnerinnen in der Bundesliga betrifft, hörte ich gerade bei einer Trainerfortbildung, dass z.B, die Amerikaner von dort aus bezahlt und gesponsort würden (NSSF), was mich erst einmal erstaunte.

    Nein, du schriebst halt wirr. Probiere es bitte noch einmal.

    Im DSB-Präsidium ist es spätestens seit dem RSB-Debakel und dem dazugehörigen fall-out völlig klar, das manche Strukturen schlechthin nicht haltbar sind, und dass umgekehrt Landesverbände oft zur Selbstreform nicht in der Lage sind. Deshalb die Arbeitsgruppe.

    Der Titel ist mit einem Augenzwinkern formuliert. Tatsächlich aber darf die Bundeswehr verkaufen, natürlich nicht freihändig nach Nase, sonderm über die VEBEG. Folgende Perle findet sich im Jahresbericht 2014 des Bundesrechnungshofs:

    "Seit zehn Jahren meldeten die Streitkräfte z.B. jährlich einen Bedarf von 500 000 Schuss Biathlon-Munition an. Aufgrund dieser Meldungen beschaffte die Bundeswehr in den letzten zwei Jahren eine Million Schuss. Allerdings lagerten noch über drei Millionen Schuss in den Depots. Verbraucht haben die Streitkräfte durchschnittlich nur 175 000 Schuss pro Jahr. Dadurch stand Biathlon-Munition für mehr als 20 Jahre zur Verfügung."

    Quelle:
    https://www.bundesrechnungshof.de/de/veroeffentl…estaende-besser

    Die Deutsche Schützenjugend (dsj) hat wieder zur Beteiligung an der Kürung des Juniors bzw. der Juniorin des Jahres aufgerufen. Das st einerseits als PR gedacht, andererseits auch als kleine Anerkennung. Die ausgelobten Preisgelder sind bescheiden, aber doch eine willkommene kleine Entlastung der Reisekasse der jungen Sportler und Sportlerinnen.
    http://jdj.dsj-dsb.de/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=8&Itemid=117

    Was mir auffällt:
    Es gibt nur neun KandidatInnen, davon 6 männlich, 3 weiblich. Schon mal etwas wenig und etwas unausgewogen.
    Disziplinenverteilung; 6 x Gewehr, 1 x Pistole, 2 x Bogen. Also total gewehrlastig und unausgewogen.

    Eigentlich hätte mal da sich etwas mehr Mühe geben können, mehr KandidatInnen nennen, und vor allem diese Schieflage vermeiden.

    Carcano

    Dabei wird Fischer mit den Worten zitiert: "Wir werden wahrscheinlich auf Dauer nicht um eine Angleichung unserer Landesverbände auf die Grenzen der Bundesländer herumkommen". Dadurch erhoffe sich der DSB u.A. (Verwaltungs-)Kosteneinsparungen und Vereinfachungen im Bereich von Zuschüssen.

    Primär geht's dabei um die Außengrenzen (katastrophales Beispiel RSB, PSSB, WSB), weniger um die Innengrenzen (Beispiel BSSB, OSB).

    Carcano

    Zur Zeit türmen sich ÜBERALL die Gebrauchtwaffen. Viele davon nur wenig geschossen, also nicht gerade die OSP von Ralf Schumann. Wer da eine neue kaufen zu müssen glaubt, ist selber schuld.

    EGun ist billig, oft sehr positiv, kann aber ein Glücksspiel sein. Händler nehmen heute Gebrauchtwaffen nur noch ungerne an, wenn ja, dann als en-bloc-Ankäufe zu Niedrigpreisen. Mehr als 250 € muss man für eine gute gebrauchte Sportpistole (kein Mist wie die Buckmark) in DE nicht bezahlen. Nur bei Exoten (z.B. Agner, Britarms, Sako, Ziegenhahn) kann die Ersatzteilversorgung etwas schwieriger sein. Aber manche Teile für die SIG 240 findest du ja auch nicht mehr.

    Ach übrigens: bei der IJ-35, die nun eine weiß Gott bewährte und sehr gutmütige Waffe ist. gibt es nur zwei Dinge, die Probleme machen können. Der gefederte Auszieher fliegt gelegentlich weg (alle 5000 Schuss oder so, und zwar wegen Bodenausbläsern, die's bei Randfeuer-Munitiin nun mal geben kann), doch die Waffe schießt auch ohne. Und manche Waffen neigen nach höherer Schussbelastung irgendwann zum Doppeln. Kriegt man aber alles hin.

    Carcano

    @ Carcano: Ich sage mal:
    Unkenntnis kannst Du Sportkameraden Bär meiner Einschätzung nach nicht vorwerfen, eher mangelnde Zivilcourage.
    Leider hat er in seinem umfangreichen Papier "gekuscht" und sich über die Schweden-Mauser ausgeschwiegen, wo Mückl, Furnier und Co. nach Herzenlust in schönster Selbstherrlichkeit die nicht zulassungsfähigen Schweden mit Diopter für regelgerecht erklärt haben.

    Es geht nicht um deine historisch unbedarfte Einschätzung, sondern um die Kenntnis derer, die tatsächlich Ahnung von Ordonnanzlangwaffen haben. Wozu Bär nun ostentativ NICHT gehört. Der ist zwanghaft unbelehrbar. Haben wir aber schon endlos oft in Waffen-Online durchgekaut. Seine Privatfehden und sein Mut oder seine Feigheit stören nicht- seine fachlich vernagelte Borniertheit schon.

    Carcano

    Ich will eigentlich schon seit einigen Wochen in diesem Thread noch etwas antworten, hab es aber kompositorisch bisher nicht hingekriegt. Inspiriert zu der Betrachtung hat mich eigentlich Lanfear, und zwar gerade, und das ist gar kein Paradoxon, mit seinem vielen positiven Beispielen... aber eines nach dem anderen.

    Dass es um die Trainersituation im deutschen Sport allgemein schlecht steht, ist bekannt, und zwar sowdhl im Amateur- wie im (Hoch)leistungssport, nur in je verschiedener Art schlecht. Aus diesem Grund hat ja der DOSV jetzt (mit lächerlich wenig Mitteln) seine "Traineroffensive" gestartet; näheres nachzulesen auf dessen Website.

    Auch im Schießsport steht es schlecht.
    - Angemessene Entlohnung von Trainern? Selbst dort, wo das Konzept überhaupt verstanden wird, ist zumeist Kopfschütteln die Antwort. Dafür fehlt völlig das Bewusstsein und die Verbandskultur,
    - Umgekehrt ist es für einen Verein, der nicht mehr damit auskommt, dass ein einziger Freiwilliger in Personalunion Sportwart, Jugendleiter, Trainer und Kinderbehütungs- und -bespaßungsbeauftragter sein soll (so wie es vielfach der Fall ist), und der eigentlich neuen und weiteren <18-Nachwuchs abweisen müsste (aber nicht will; siehe dazu Lanfear und Califax), gar nicht so leicht, eine qualifizierte weitere Trainerin überhaupt zu finden.
    - Und andererseits gilt für die große Mehrzahl aller "Schützenvereine" (mindestens 80 %, würde ich sagen), dass sie nicht einmal die Mindeststufe, nämlich einen ausgebildeten Vereinstrainer oder Übungsleiter haben, wie es bei jedem Turn- und Leichtathletikverein selbstverständlich ist.

    Warum nicht? Und mit dieser Frage sind wir schon mitten am Problem. Die wenigen Ausnahmen sind nämlich oft Fälle, in denen eine sehr engagierte Familie gewissermaßen in eigener Regie Ämter besetzt, So war das z.B. mit den Blaschkas beim ESV Weil am Rhein, längere Zeot hindurch, Und so kann man es auch z.B. hier sehen:
    http://www.svkwh.de/maximilian-pet…endbasislizenz/

    Das strukturelle Problem hat der Schreiber des Berichts dort klar angesprochen (nur nicht als solches etikettiert). Das Problem ist, dass der DSB (nicht etwa der DOSB) es den Interessierten ausgesprochen schwer und unbequem macht und abschreckend hohe Hürden errichtet. Damit Leute und Freiwilige möglichst abgeschreckt werden. Noch einmal: das liegt *nicht* am Rahmenplan des DOSB als Vorgabe. Der lässt nämlich sehr wohl Spielräume und Anpassungsmöglichkeiten an die Bedürfnisse der jeweiligen einzelnen Sportart und des Fachverbandes. Der DSB hat sie nur nicht genützt.

    Zurück zu dem obigen Bericht. Ich zitiere den auch hier im Forum vertretenen Autor:

    Hürdenlauf vom schlimmsten, in der Tat. Liest sich abschreckend. Kein Wunder, dass da nur wenige Lust haben, das auf sich zu nehmen. In Klein-Welzheim geht es wohl, weil die familiäre Struktur das unterstützt und die beiden Jugendlichen entsprechend motviert. Aber woanders? Bei reinen Einzelkämpfern? Frankreich ist uns da weit, weit voraus.

    Carcano


    Eine Aussage die unser nichtstudierter Landestrainer schon vor 30 Jahren nur aufgrund seiner Erfahrung treffen konnte.

    *Lächel* Da hatte er damit ja auch ganz recht, schon 1984, als es noch nicht so schlimm war. _Heute_ sind die meisten Trainer und Trainerinnen der höheren Stufen aber zu leistungsfixiert, und zu wenig breitensportinteressiert. Klares Wort, klare Ansage.

    - Kinder (0-13) müssen in erster Linie Freude am Sport haben. Natürlich gibt es auch Sportdisziplinen, wo schon in diesem Alter die notwendigen Grundlagen gelegt werden, und wo man mit 25 eine gerade noch konkurrenzfähige alte Dame ist, aber das sind wenige. Freude am Wettkampf mit anderen gibt natürlich auch schon bei Kindern, und die Freude soll man ruhig fördern; sie sollten m.E, aber noch nicht in einen regulären Leistungs- Wettkampf- und Meisterschaftsbetrieb eingebunden werden. Zudem ist Schießsport ein ausgesprochener Individual- und Konzentrationssport, in dem man (zumindest strukturell, die ganzen Finalelemente sind eine andere und etwas sportartfremde Hinzufügung) gegen sich selbst ankämpft und nicht gegen andere.

    - Jugendliche (14-17) haben zwar schon deutlich mehr Freude auch an Wettkämpfen und eine etwas erhöhte Leidensfähigkeit. Dennoch führt die dysfunktionale _Praxis_ der Verkaderung in Deutschland (und nicht nur hier) oft zu einer Überforderung, Engführung, Auslaugung, Frustrration und zum Drop-out. Schaut Euch die Namen in der Schüler und Jugendklasse mal über 5-6 Jahre hinweg an, in den Wettkampflisten, und ihr seht, wie wenige dabeibleiben.

    Der eigentliche Aus- und Aufbau zur Spitzenleistung gehört - das ist auch die internationale Vorgabe der ISSF - dann in die Juniorenphase, oder sogar in die junge Erwachsenenphase. Dann bleiben die Schützen und Schützinnen oft auch jahrzehntelang kontinuierlich dabei, bis ins hohe Alter; das haben wir dann vielen anderen Sportarten voraus.

    Carcano

    Aber der Nachwuchs für den Spitzenleistungssport muß doch als kleines Pflänzchen - also im Schüler- und Jugendbereich angelegt, gehegt und gepflegt und auch ausreichend begossen werden.

    Nein, gerade nicht. Eben das unterscheidet den Schießspport z.B. vom Turnen, von Gymnastik, vom Schwimmen.
    Zwar ist Kinder- und Jugendarbeit eine wichtige und gute Sache als solche. Und sie dient erhoffterweise sekundär auch der dauerhaften Mitgliedergewinnung, und damit der Verjüngung der eigenen Vereins (freilich gilt insoweit: very low return upon invest, wie jeder Jugendleiter weiß).
    Aber sie ist keine Voraussetzung für leistungsspotliche Erfolge. Da kann die Nachwuchsschützengewinnung durchaus mit 16 Jahren erfolgen, und der Ausbau zur Spitzenleistung in der Juniorenphase. Und genau das ist aich so der Fall in vielen Ländern. Natürlich ist es auch schön, wenn man als Verein einen Schüler- oder Jugendmeister hat, und jeder wird sich zu recht darüber freuen. Aber die bleiben selten bis in die Erwachsenenphase. Hier zu viel zu investieren, ist ökonomisch die falsche Taktik, wenn es tatsächlich um _Spitzensport_ gehen soll.

    Im übrigen ist sich die deutsche Sportwissenschaft ziemlich einig darüber, dass ganz allgemein zu frühe Wettkampfbelastung und Auslaugung kontraproduktiv ist - da liegt in der Tat ein Bewertungs- und Mentalitätsunterschied ggü. China. Gewiss freuen sich manche Kinder und junge Jugendliche über Erfolge und über den Vergleich mit anderen; die drop-out-Quote unserer Kader ist aber zu hoch (wiederum: generelle Aussage, nicht bezogen allein auf den Schießsport).

    Gruß,
    Carcano